CO-Rapport Wimer 461

Hengst: Winfried
Datum des Rapports: 13.11.2010

Exterieur

Rassetyp
Winfried ist ein gut ausreichend rassetypischer Hengst. Sein Kopf verfügt über einen schönen Ausdruck, die Halsung ist gut ausreichend lang und ist gut ausreichend vertikal aufgesetzt.

Gebäude
Winfried ist ein harmonisch gebauter Hengst, der ausreichende Länge in der Vorhand aufweist. Die Schulter ost gut ausreichend lang und schräg gewinkelt. Die Oberlinie ist ausreichend stark, die Kruppe ist gut ausreichend lang und korrekt geformt.

Fundament
Die Hinterhand ist korrekt gestellt. Das Fundament ist gut ausreichend trocken und hart, die Hufe sind korrekt geformt.

Leistungsprüfung

Trainingsrapport
Winfried ist ein freundlicher, aufmerksamer Hengst. Er bewegt sich mühelos und verfügt über viel Vorwärtsdrang. Er arbeitet unbeschwert mit und gibt seinen Trainern ein gutes Gefühl.

Schritt
Der Schritt ist aktiv und taktrein. Unter dem Sattel ist der Schrit gut ausreichend raumgreifend, vor dem Wagen sollte der Schritt geräumiger sein.

Trab
Im Trab wird die Hinterhand mit viel Aktion gut unter den Schwerpunkt gesetzt. Der Hengst beweist im Trab viel Balance und eine gute Haltung. Er sollte noch etwas mehr Vermögen mitbringen, seine Tritte zu verlängern. Die Vorhand wird raumgreifend nach vorne gesetzt.

Galopp
Der Galopp weist ausreichend viel Sprung auf. Der Hengst zeigt dabei ausreichende Balance, sollte aber noch etwas besser aufwärts tendieren.

Veranlagung als Reitpferd
Winfried ist ein Hengst, welcher durch seinen guten Hinterhandgebrauch viele Möglichkeiten als Reitpferd mitbringt. Darüber hinaus verfügt er über gute Geschmeidigkeit und Balance. Er präsentiert sich als Hengst, der sich sehr gut arbeiten lässt, sehr gut reagiert und dadurch seinem Reiter ein feines Gefühl vermittelt.

Veranlagung als Fahrpferd
Angespannt präsentiert sich Winfried als gute Dressurfahrpferd, allerdings sollte der Schritt mehr Raumgriff zeigen. In der Tuig-Anspannung beweist er einen kräftigen Hinterhandgebrauch. Im Zuge der Rahmenerweiterungen neigt er zu einem etwas höheren Bewegungsrhythmus und sollte die Hinterhand noch etwas besser kontrollieren. In der Vorhand präsentiert der Hengst viel Aktion und gut ausreichenden Vorgriff. Winfried verfügt über ausreichend Front und eine gut ausreichende Haltung, die Front sollte er noch etwas nach oben bringen. Er zeigt viel Vorwärtsdrang und beweist eine gut ausreichende Veranlagung als Tuigpaard.

Endbeurteilung Leistungsprüfung
Winfried hat sich während der Leistungsprüfung in allen drei Disziplinen positiv entwickelt und mit mehr als 80 Punkten in allen Disziplinen viel Talent als Gebrauchspferd bewiesen.

Endbeurteilung
Winfried ist ein Hengst mit gut ausreichendem Exterieur und einer guten Abstammung. Er hat in der Leistungsprüfung viel Veranlagung in allen drei Disziplinen bewiesen. Deshalb wird er unter dem Namen WIMER 461 in das Stammbuch eingeschrieben.

Gebrauchsempfehlung
Wimer 461 soll vor allem einen positiven Beitrag zur Zucht von guten Gebrauchspferden liefern. Er kann eingesetzt werden um den Hinterhandgebrauch (vor allem unter dem Sattel) zu verbessern und sollte idealerweise mit Stuten zum Einsatz kommen, die einen geräumigen Schritt aufweisen.

Mutterrapport
Die Mutter von Wimer 461 ist die 10-jährige Sterstute Adellyke. Diese Stute hat 5 (noch junge) Nachkommen, sie wurde kürzlich besichtigt:
Adellyke ist ein Pferd mit ansprechendem Kopf, die Halsung ist ausreichend lang und gut geformt. Die Schulter ist lang und weist eine korrekte Lage auf. Der Rücken ist leicht gesunken, die Lenden sind ausreichend breit und schließen korrekt an die Krupp an. Die Krupp ist ausreichend lang und etwas abfallend. Durch ein etwas kurzes Vorderbein ist die Stute einigermaßen abwärts gebaut. Die Vorhand steht etwas zeheneng, die Hinterhand ist etwas steil, beweist aber gute Qualität. Der Schritt ist ausreichend geräumig, im Trab zeigt sich die Stute mit Raumgriff und einem auffallend guten Hinterhandgebrauch. Die Stute hat sich gut gehalten.

Mewes 438 nach Südafrika verkauft

Wie kürzlich bekannt gegeben wurde, wird der Kampioen der älteren Hengste 2017, Mewes 438 (Teeuwis 389 x Oege 267) seine Deckkarriere zukünftig in Südafrika fortführen. Der europäischen Friesenzucht geht damit der einzige gutgekörte Sohn des im Vorjahr verstorbenen Teeuwis 389 (Fetse 349 x Reitse 272) verloren.

Der 2004 geborene Mewes 438 wurde als 3-jähriger vom KFPS für den Deckdienst zugelassen und absolvierte 2013 erfolgreich seine Abstammungskörung. Besonders hinsichtlich der Bewegung und des Gebäudes zählt er zu den starken Vererbern des Stammbuches, darüber hinaus besticht er mit einem sehr hohen Sterstutenprozentsatz von aktuell 53% – unter seinen Stutnachkommen finden sich zur Zeit vier Kroon- sowie eine Modelstute.

Bisher wurden keine Söhne von Mewes 438 im KFPS gekört, auch für 2017 wurden keine seiner Nachkommen zum CO angewiesen.

Zu Mewes 438 größten Erfolgen zählt sicherlich der Gewinn des Kampioentitels bei den älteren Hengsten im Zuge der Hengstenkeuring 2017. Leider wird dies wohl sein letzter Auftritt auf der HK für unbestimmte Zeit gewesen sein.

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Mewes 438 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

CO-Rapport Wylster 463

Hengst: Wylster fan ‘e Wigeri
Datum des Rapports: 15.10. 2010

Exterieur

Rassetyp
Wylster ist ein Hengst mit gutem Rassetyp. Der Kopf ist gur ausreichend ausdrucksstark, die Halsung zeigt viel Länge und ist ausreichend vertikal gesetzt. Der Hengst hat viel Behang.

Gebäude
Wylster ist ein großrahmig entwickelter, etwas nach vorn gebauter Hengst. Die Vorhand ist ausreichend lang, die Schulter zeigt gut ausreichende Länge, ist aber etwas steil. Der rücken ist etwas lang und ein wenig gesunken, die Krupp zeigt eine gute Länge, ist aber etwas abfallend.

Fundament
Die Hinterhand ist korrekt gestellt. Das Fundament wirkt etwas schwer, beweist aber gut ausreichende Qualität. Die Huffe sind groß und gut geformt.

Leistungsprüfung

Trainingsrapport
Wylster fan ‘e Wigeri ist ein verspielter, freundlicher Hengst. Bei seiner Anlieferung wirkte er noch recht ungearbeitet. Er hatte Mühe mit der Spannung in der Oberlinie und war manchmal etwas unregelmäßig in der Anlehnung. Dies hat sich im Laufe der Leistungsprüfung stark gebessert. Der Hengst bewegt sich geräumig, sollte aber etwas geschlossener sein. Er beweist eine tolle Einstellung und gibt seinen Trainern dadurch ein gutes Gefühl.

Schritt
Der Schritt ist gut ausreichend raumgreifend und taktsauber, manchmal aber etwas hastig, wodurch die Schritte nicht immer vollständig durchgetreten werden.

Trab
Der Trab ist gut ausreichend geräumig, die Hinterhand zeigt ausreichende Aktivität, sollte aber stärker unter den Körper treten. Trotzdem trägt die Hinterhand ausreichend gut und verleiht dem Hengst die Fähigkeit zur Rahmenerweiterung. Dabei zeigt er viel Souplesse, die Vorhand wird mit sehr viel Raumgriff nach vorne gesetzt.

Galopp
Der Galopp wird gut ausreichend raumgreifend gesprungen, der Hengst hat aber etwas Mühe mit dem Durchsprung. Der Galopp ist gut ausreichend aufwärts, der Hengst sollte aber im Körper etwas mehr loslassen. Dies hat sich im Laufe der Leistungsprüfung verbessert.

Veranlagung als Reitpferd
Wylster hat sich während der Leistungsprüfung als Reitpferd sehr positiv entwickelt. Seine Grundgangarten sind von ausreichender bis gut ausreichender Qualität. Der Schritt sollte geräumiger sind und die Hinterhand stärker untertreten, trotzdem ist das Hinterbein ausreichend aktiv. Positiv anzumerken ist die willige Arbeitseinstellung des Hengstes sowie seine gute Reaktion auf die reiterlichen Hilfen. Seine Veranlagung als Reitpferd ist daher gut ausreichend.

Veranlagung als Fahrpferd
Wylster ist im Tuig ein Pferd mit einer schönen Front und ausreichend guter Haltung. Die Vorhand wird mit gut ausreichender Aktivität sehr weit nach vorne gesetzt. Die Hinterhand ist ausreichend aktiv, sollte aber stärker unter den Körper treten. Trotzdem verfügt der Hengst über eine gut ausreichende Schwebephase. Wylster hat angespannt eine gute Einstellung und viel Vorwärtsdrang.

Endbeurteilung Leistungsprüfung
Wylster hat sich im Laufe der Leistungsprüfung als Reitpferd positiv entwickelt. Er hat dabei gut ausreichende Anlagen bewiesen. Seine Qualitäten liegen aber vor allem in den gefahrenen Disziplinen, insbesondere als Tuigpaard hat er eine gute Veranlagung gezeigt. Seine Arbeitseinstellung und Rittigkeit sind als sehr positiv zu beurteilen.

Endbeurteilung
Wylster fan ‘e Wigeri ist ein Hengst mit ausreichend gutem Exterieur und einer starken Abstammung. Vor allem vor dem Wagen hat er gute Anlagen als Gebrauchspferd bewiesen. Darum wird er unter dem Namen WYLSTER 463 in das Stammbuch eingeschrieben.

Gebrauchsempfehlung
Wylster 463 kann vor allem als Lieferant von Tuigpaarden einen positiven Beitrag zur Zucht leisten, inbesondere hinsichtlich der Verbesserung des Vorhandgebrauchs. Wylster sollte die besten Ergebnisse mit Stuten liefern, die über einen raumgreifenden Schritt und eine ausreichend aktive Hinterhand verfügen.

Mutterrapport
Die Mutter von Wylster 463 ist die mittlerweile 15-jährige Jeldau fan ‘e Wigeri Model Pref. Neben Wylster 463 lieferte diese Stute auch den 2005 gutgekörten Haitse 425. Weiters brachte sie zwei weitere Sternachkommen.
Jeldau wurde kürzlich besichtigt:
Jeldua ist aus gut ausreichend rassetypische Stute mit einer leichten Kopf-Hals-Verbindung. Die Halsung ist von guter Länge und leicht horizontal gesetzt. Die Schulter ist ein wenig steil. Der Widerrist ist von guter Länge, die Oberlinie ist korrekt. Die Krupplänge ist ausreichend, die Kruppe ist korrekt gelegen. Trotz des Alters der Stute ist das Fundament hart und trocken, was von guter Qualität zeugt. Schritt und Trab sind gut.

Update: Fohlenkörungen

Mit dem August geht ein sehr starker Monat hinsichtlich der Körzahlen zu Ende – die Saison 2017 nähert sich mit großen Schritten ihrem Höhepunkt in Form der Centralen Keuring, welche von 13. – 16.09.2017 im niederländischen Drachten stattfinden wird.

Ehe aber die FPI-Berichterstattung ihren Fokus auf die österreichische Friesenzuchtschau am kommenden Sonntag und danach auf die CK legen wird, möchte ich noch einen kurzen Überblick über die aktuellen Zahlen liefern.

Bislang wurden 2017 lt. meiner Zählung 901 Fohlen gekört, 81% davon erhielten eine 1. oder 2. Prämie. Quantitativ liegt derzeit klar der äußerst beliebte Tsjalle 454 in Führung, er konnte bisher 68 Fohlen in die Körbahnen liefern. Ex aequo reihen sich sein Sohn Jehannes 484 und der junge Markus 491 auf Rang 2, von beiden wurden bislang 63 Fohlen gekört. Der 3. Platz geht im Moment an Epke 474 – 60 von ihm gezeugte Fohlen wurden 2017 bisher von einer Jury begutachtet.

Wie gewohnt habe ich den derzeitigen Zwischenstand auch grafisch aufbereitet:

Zwischenstand Fohlenprämien 2017 Top Anzahl - 28-08

In diesen Grafiken sind alle Hengste berücksichtigt, von denen bislang mehr als 10 Fohlen gekört wurden. Die Ergebnisse aller Hengste werden laufend im FPI-Hengstregister aktualisiert.

Interessant ist hier vor allem der qualitative Aspekt, der sich aus dem prozentuellen Blickwinkel ergibt. Besonders stark zeigt sich der erste Fohlenjahrgang von Markus 491 – 94% seiner Fohlen wurden bislang mit 1. oder 2. Prämien ausgezeichnet, 25% erreichten dabei eine 1. Prämie.

Auch Pier 448 konnte bis dato in diesem Jahr besonders viele qualitativ gute Fohlen in die Körbahnen bringen – 32% 1.Prämie-Fohlen bringen ihn aus qualitativer Sicht in das Spitzenfeld der Vererber, lediglich der blutjunge Nane 492 kann diesen hohen Anteil an 1. Prämien im Moment toppen (33%).

Die Saison ist aber noch lange nicht am Ende – der September bringt nicht nur eine ganze Reihe weiterer großer Körveranstaltungen in Europa, sondern markiert gleichermaßen den Start in die nordamerikanische Körsaison. Dort sind in diesem Jahr besonders viele Fohlen von Norbert 444 und Julius 468 zu erwarten.

 

5 Hengste zum VO angemeldet

Wie das KFPS heute bekannt gegeben hat, wurden 5 Hengste für den VO (Verkorte Onderzoek) angemeldet. Für den VO kommen Hengste in Frage, die sich bereits durch ihre sportlichen Leistungen hervorgetan haben – wird ein Hengst für die Teilnahme ausgewählt, muss er nicht die gesamte, 70-tägige Hengstleistungsprüfung durchlaufen, sondern wird in einem 2-wöchigen Untersuchsungsverfahren beurteilt.
Im Vorjahr wurde z.B. Elias 494 über den VO als Deckhengst gutgekört – dieser Hengst war unter Marc-Peter Spahn bis in die Dressurklasse S erfolgreich.

Folgende Hengste wurden angemeldet:

Fonger T. fan ‘e Boppelannen Vb Ster Sport
Der 8-jährige Fonger T. fan ‘e Boppelannen ist ein Sohn von Loadewyk 431 und der bekannten Els F.T. Kroon Sport Pref Prest (Fabe 348 P x Feitse 293 P). Er gewann 2015 den Pavo Fryso Pokal Dressur und wurde im selben Jahr mit dem Sportprädikat ausgezeichnet.

Douwe van R. Vb Ster
Der Maurits 437 x Fabe 348 P gezogene Douwe van R. (*2009) konnte bereits durch Erfolge in der Dressur und vor der Sjees von sich reden machen. 2015 wurde er Sieger der KFPS-Nieuwelingencompetitie und führt dieses Jahr die Rangliste der Limitklasse im Tuigen an. Er stammt aus einer prädikatreichen Mutterlinie aus Stamm 008.

Filou S.B. Vb Ster
Der 8-jährige Filou S.B. Vb Ster ist ein Sohn des in Südafrika stationierten Tjalf 443, der 2008 selbst als einer der ersten KFPS-Hengste über den VO gekört wurde.
Filou S.B. stammt aus einer Stermutter von Jelke 367, die Mutterlinie führt direkt auf die bekannte Zuchtstute Elbricht Model Pref Prest zurück. Der Hengst erreichte als ABFP-Teilnehmer für seinen Vater bereits 2013 sehr gute Ergebnisse in den gefahrenen Disziplinen. Als Tuigpaard feierte er seit 2014 immer wieder große Erfolge und läuft dieses Jahr unter den Top-Pferden der Ereklasse.

Henk Vb Ster Sport
Der 2010 geborene Henk (Reinder 452 x Feitse 293 P) wurde bereits 2013 und 2014 zum CO angewiesen, schied dort aber vorzeitig aus. Mittlerweile machte er sowohl im Mennen als auch Tuigen großen Eindruck und gehört zu den besten Tuigpaarden der Limitklasse.

Izaak fan de Klaster Vb H Sport
Mit Izaak fan de Klaster geht ein weiterer Tjalf 443-Sohn ins Rennen um eine Teilnahme am VO. Seine Mutter Boudina M. Ster (Anton 343 P x Nammen 308) ist eine Enkelin der legendären Fabiolaa Ster Pref Prest, die mit Ulke 338 und Karel 370 gleich 2 Stammbuchhengsten das Leben geschenkt hat.

 

Viele 1. Prämien in Ambt-Delden

Im niederländischen Ambt-Delden trug die Zuchtvereinigung “Het Frische Paard Twente-Achterhoek” am vergangenen Mittwoch, 16.08.2017, ihre Körung aus. Die dort vorgestellte Qualität dürfte die Keuringsjury wohl deutlich überzeugt haben, denn die Prämierung brachte ausnehmend viele 1. Prämien.

Von den 47 vorgestellten Fohlen erhielten 10 eine 1. Prämie – zum besten Hengstfohlen wurde der Alwin 469 x Beart 411 gezogene Fygo van de Meikade aus der Zucht von W.E. Lokhorst erkoren (ein Vollbruder von Sanne T.T. Kroon, die 2015 als Reserve-Jeugdkampioene aus der CK hervorging). Seine Stallkollegin Felicia van de Meikade (Eise 489 x Folkert 353 P) konnte den Titel “Bestes Stutfohlen” einheimsen.

Die Jugendchampions rekrutierten sich aus den Enter- und Twenterstuten. Die 2-jährige Xalvador van Lutke Peinjum (Hessel 480 x Jasper 366 P) konnte die Jeugdkampioenschap für sich entscheiden – ihre Mutter Akke Setske fan Lutke Peinjum Ster ist die einzige Vollschwester des Ausnahmehengstes Beart 411 P.
Den Reservetitel holte sich die Enterstute Anke fan Meren-State (Bikkel 470 x Tsjalle 454).

34 Fohlenbuchstuten wurden in Ambt-Delden zur Stammbuchaufnahme vorgestellt – davon wurden eindrucksvolle 19 mit einem Sterprädikat ausgezeichnet, 7 erhielten gar eine 1. Prämie und damit ein begehrtes Ticket zur im September stattfindenden CK in Drachten.
Gleich 4 Sterstuten mit 1. Prämie regnete es dabei für den jungen Bartele 472 – neben der später auch zur Allgemeinen Championesse ausgerufenen Vemke van het Zwoantje (Bartele 472 x Tsjalke 397) konnten auch Tialda fan Berltsum (x Olof 315), Valerie fan ‘Sweltjes State’ (x Wikke 404) und Vièn fan ‘e Boerestreek (x Beart 411 P) die begehrten Prädikate einstreichen. Mit diesem Traumergebnis konnte Bartele 472, dessen Abstammungskörung in diesem Jahr ansteht, hinsichtlich Sterstutenprozentsatz auch in der Gesamtstatistik wieder aufholen, dieser liegt nun im Moment bei schönen 36%.
Auch die Allgemeine Reserve-Kampioene konnte unter den Fohlenbuchstuten gefunden werden – den Titel sicherte sich Tamke fan Nico-Stables (Uldrik 457 x Jorn 430).

Zwischenstand Fohlenkörungen

Die Spannung steigt im Moment mit jeder weiteren Körveranstaltungen – wie schneiden die Nachkommen des eigenen Lieblingshengstes ab, wer bringt wie viele Fohlen in die Körbahnen und wessen Fohlenjahrgang kann mit herausragenden Resultaten glänzen?

Nicht ganz 500 Fohlen wurden nun bereits gekört – Zeit für eine kleine Zwischenbilanz.

Zwischenstand Fohlenprämien 2017 Top Anzahl - 08-08-2017

Die meisten Fohlen brachte bislang Tsjalle 454 in die Körungen (40), was angesichts seiner Kopfposition in der Deckstatistik des Vorjahres kaum verwundert –  allerdings wurde von dieser hohen Anzahl erst ein Fohlen mit einer 1. Prämie bedacht.

Ihm folgt der sich immer mehr zum Züchterliebling wandelnde Alwin 469 mit 34 gekörten Fohlen, 33 Fohlen brachte bisher der junge Nane 492 vor die Jury.

In der prozentualen Aufrechnung zeigen sich noch einige weitere Details:

Zwischenstand Fohlenprämien 2017 Top Anzahl relativ - 08-08-2017

Hier zeigt sich deutlich der hohe Qualitätslevel in den vorderen Rängen – der Anteil 1. & 2. Prämie-Fohlen liegt bei den von den Züchtern favorisierten Hengsten durchwegs im hohen 70 – 80%-Bereich. Besonders hervorzuheben ist hier wiederum Jehannes 484, der bereits im Vorjahr durch einen sehr starken Fohlenjahrgang brillierte – auch 2017 schneiden seine Fohlen hervorragend ab, bislang erhielt rund ein Drittel seiner vorgestellten Nachkommen eine 1. Prämie.

Ausgezeichnete Resultate konnte bisher auch der 2015 gekörte Markus 491 in seinem 1. Fohlenjahrgang liefern – über 90% (!) seiner Nachkommen wurden bisher mit einer 1. oder 2. Prämie ausgezeichnet.

Man darf gespannt sein, ob diese Trends sich mit den noch ausstehenden Körveranstaltung weiter fortsetzen – im August und September werden noch sehr viele Pferde von KFPS-Juroren bewertet werden.

Neuer Zwischenstand nach 5. ABFP-Test

Diese Woche ging der mittlerweile fünfte ABFP-Test zu Ende. 14 Pferde wurden darin hinsichtlich ihrer Sporteignung unter dem Sattel und vor dem Wagen getestet.

Topper in den Disziplinen Reiten und Dressurfahren dieses Durchgangs war die 3-jährige Fohlenbuchstute Teuntje van Lutken Oagel (Aarnold 471 x Tsjalke 397), die mit sehenswerten 82,0 Punkten die Reitprüfung abschloss und auch im Dressurgeschirr eine Prüfung mit sehr guten 78,0 Punkten lieferte. Darin zeigt sich erneut, welch hohe Sportbegabung Aarnold 471 in vielen Fällen an seine Nachkommen weitergibt.

Unter dem Sattel zeigte auch der Bikkel 470-Sohn Tjerrie van Halfweg (*2014, x Jakob 302) eine sehr schöne Leistung (78,5 Punkte), die Sterstute Tietske van de Dompstede (*2014, Epke 474 x Teunis 332 P) und die Stammbuchstute Tialda v.d. Molelinde (*2014, Alke 468 x Mewes 438) erreichten jeweils sehr gute 77,0 Punkte.

Auch in der Menproef konnte sich der bereits genannte Tjerrie van Halfweg mit 77,0 Punkten an den zweiten Platz im Ranking setzen, ihm folgte die ebenfalls im Sattelexamen erfolgreiche Tialda v.d. Molelinde mit 74,5 Punkten.

Der neue Zwischenstand der noch nicht gutgekörten Hengste sieht damit im Bereich der Reitpferdeeignung folgendermaßen aus:

Zwischenstand ABFPS 2017 - 05-08

Für die Menproef ergibt sich folgendes Bild:

Zwischenstand ABFPMen 2017 - 05-08

Befruchtungsrate als Erfolgsfaktor

Gerade in letzter Zeit wurde – angestoßen durch den Rückzug von Siert 499 aus dem Deckdienst und die massiven Befruchtungsprobleme von Walt 487 – wieder vermehrt über die Relevanz der Spermaqualität und die damit einhergehende Befruchtungsrate von KFPS-Deckhengsten diskutiert.

Diese Faktoren beeinflussen nicht nur maßgeblich den Erfolg eines Deckhengstes hinsichtlich der Anzahl von ihm gezeugter Nachkommen, sondern spielen auch eine wirtschaftliche Rolle für Züchter und Hengsthalter, geht die Bedeckung einer Stute doch immer auch mit einem nicht unwesentlichen finanziellen, logistischen und veterinärmedizinischen Aufwand einher.

Das KFPS versucht diesem wichtigen Punkt durch eine der Körung eines Hengstes vorausgehende Untersuchung der Spermaqualität Rechnung zu tragen (vgl. Reglement Hengstenkeuring, Art. 18 – abrufbar auf kfps.nl). Dabei werden Beweglichkeit (Motilität) und Morphologie der Spermien beurteilt bzw. die Anzahl der morphologisch normalen, beweglichen Spermien (TNB) bestimmt. Der dabei durch das KFPS festgelegte Mindestprozentsatz motiler Spermien von 50% liegt dabei deutlich über den in der Literatur angegebenen Mindeststandards von 35% (vgl. Aurich 2008, S. 318 ff).

Neben den die ursprüngliche Spermienqualität betreffenden Faktoren, die bedingt mit Gesundheitsstatus und Alter des Hengstes korrelieren, liegen weitere wichtige Qualitätsfaktoren aber auch in der Aufbereitung und Lagerung des Samens. Besonders der Versand von gekühltem Frischsperma geht dabei bei unsachgemäßer Verdünnung, Unterbrechung der Kühlkette und / oder zu langer Transportzeit mit einem hohen Risiko von Qualitätsverlusten einher (vgl. Aurich 2008, S. 319).

Da innerhalb des KFPS meines Wissens keine Bedeckungen mittels Natursprung oder Nativsperma mehr erfolgen, sind Stuthalter in besonderem Maße auf die Einhaltung der o.g. Qualitätkriterien seitens der Hengsthalter angewiesen.

Auf Basis der offiziellen Bedeckungs- und Geburtszahlen (abrufbar via kfps.nl bzw. zu finden in der jährlich vom KFPS herausgegebenen Hengsteninformatie), habe ich die betreffenden Zahlen der “Züchterlieblinge” nach Bedeckungen im Zeitraum 2011 – 2015 recherchiert und in einer kleinen Übersichtsgrafik festgehalten:

Korr - Deckungen-Geburten 2011 - 2016

Hier zeigt sich deutlich, dass die unterschiedliche Befruchtungsleistung der Hengste einen maßgeblichen Faktor hinsichtlich ihres Einflusses auf die Gesamtpopulation darstellt – der Beitrag eines Hengstes hängt als nicht ausschließlich davon ab, wieviele Chancen er aus züchterischer Hinsicht erhält.

Im folgenden möchte ich die Befruchtungsleistung im prozentualen Bereich etwas besser veranschaulichen:

Korr - Deckungen-Geburten 2011 - 2016 - beste 20

Reiht man die Hengste nach ihrer Befruchtungsrate (nach offiziellen Zahlen) im Zeitraum 2011 – 2016, so findet man nicht ausschließlich junge Hengste in den vordersten Rängen. Verhältnismäßig langgediente Deckhengste wie Ulke 338, Wikke 404 oder Beart 411 kommen trotz fortgeschrittenen Alters auf sehr hohe Befruchtungsraten.

Im umgekehrten Sinne findet man unter den Hengsten mit schwächeren Verhältniszahlen auch junge Beschäler, wie z.B. Date 477 oder Djoerd 473:

Korr - Deckungen-Geburten 2011 - 2016 - letzte 20

Natürlich muss man angesichts dieser Zahlen auch im Hinterkopf behalten, dass nicht alleine die Spermaqualität eines Hengstens ausschlaggebend für die erfolgreiche Befruchtung einer Stute ist – oft genug liegt das Problem auf Seiten des weiblichen Tieres, so vertragen manche Stuten z.B. die zur Verdünnung des Versandspermas verwendeten Substanzen nicht oder werden aus anderen Gründen nicht trächtig.

 

Literatur:

Aurich, C. (2008). Reproduktionsmedizin beim Pferd. Gynäkologie – Andrologie – Geburtshilfe (2. Aufl. 2009). Stuttgart:MVS

Neues aus den Körbahnen

Am vergangenen Wochenende fanden die große Körveranstaltung der Fokvereniging “Ta it Bihald” in Garijp / NL und die erste deutsche Zuchtschau des Jahres in Neustadt an der Dosse statt.

Fokdag “Ta it Bihald” Garijp (21. & 22.07.2017)

Das Fortschreiten der Saison macht sich nun auch in den Teilnehmerzahlen auf den Körbahnen bemerkbar – in Garijp kamen beinahe 180 Pferde vor die Jury, davon 93 Fohlen.

Die vollbesetzten Fohlenrubriken wurden bereits in einer Vorkörung gerichtet, dabei konnte die Jury neun 1. Prämien verteilen. Jeweils zwei 1. Prämien regnete es für Nachkommen von Alwin 469 und Jehannes 484, auch die jungen Hengste Djoerd 473, Haike 482, Eise 489, Markus 491 und Nane 492 konnten 1.Prämie-Fohlen liefern.

Der Haike 482-Sohn Friso fan ‘t Kroese Beamke (x Olof 315) wurde von der Jury schließlich zum besten Hengstfohlen gekürt, gefolgt von Doede fan Klaeiterp (Alwin 469 x Lutger 436) als Reserve-Sieger.

Bei den Stutfohlen holte sich Doutzen fan F. en R. (Alwin 469 x Beart 411) den Kampioenstitel, als Reserve-Siegerin wurde die Jehannes 484 x Beart 411 gezogene Do fan de Marrewyk erkoren.

In den Jugendrubriken der Enter- und Twenterstuten wurden zwei Pferde mit 1. Prämien bedacht – die Felle 422 x Leffert 306 gezogene Twenterstute Yinthe K. und die ebenfalls 2-jährige Norbert 444-Tochter Zarina fan Oostenburg (x Beart 411). Zweitere konnte sich später am Tag auch den allgemeinen Reserve-Titel sichern.

Im vollbesetzten Klassement der Fohlenbuchstuten wurde auch in Garijp hart selektiert – trotzdem konnten sechzehn Stuten das begehrte Ster-Prädikat erlangen, sechs von ihnen erhielten dabei eine 1. Prämie und damit eine Einladung zur CK in Drachten.

In der Rubrik der Stammbuchstuten zur Graderhöhung trabte schließlich Rixt fan ‘e Sanharst (*2013, Norbert 444 x Ulbert 390) in die Körbahn. Im Vorjahr wurde diese Stute bereits in Garijp vorgestellt und mit einer 3. Prämie in das Stammbuch aufgenommen – dieses Jahr überzeugte sie die Körmeister offenbar und erhielt nicht nur als einzige Stb-Stute eine 1. Prämie, sondern wurde im Kampioensring auch noch zur Gesamtsiergerin ausgerufen.

DFZ-Zuchtschau Neustadt a.d. Dosse

Im deutschen Neustadt a.d. Dosse stellten sich am 22.07.2017 achtzehn Fohlen den strengen Augen der Jury. Drei von ihnen konnten eine begehrte 1. Prämie erlangen, als bestes Hengstfohlen wurde daraus Dalton vom Schladitzer See (Markus 491 x Alke 368) benannt, der Titel für das beste Stutfohlen ging an Francis vom Friesenhof Altmark (Alwin 469 x Krist 358).

Bei den Fohlenbuchstuten wurden keine 1. Prämien vergeben, von den neun Startern in der rubrik wurden jedoch zwei Stuten mit einer 2. Prämie und dem Sterprädikat bedacht. Die 2014 geborene Tessa W. (Wolfert 467 x Jerke 434) konnte zusätzlich zu ihrem Sterprädikat auch den Titel als allg. Reserve-Siegerin entgegennehmen.

Der Kampioenstitel ging an die 2007 geborene Kroonstute Zarina van de Stoven (Beart 411 x Dirk 298), die sich mit einer 1. Prämie auch eine Einladung zur CK in Drachten sicherte.