Rapport Abstammungskörung Jasper 366

Jasper 366 wurde bei T. Wijma aus Jislum geboren, in dessen Eigentum er sich immer noch befindet. Jasper hat seine Deckjahre nach der Ankörung auf der Deckstation Leppehorne von Mts Bangma-Vellinga aus Oldeboorn verbracht.
Jasper kommt aus dem Stamm 027, seine Mutter ist die Sterstute Antje ut de Mieden, sein Vater ist Olof 315. Auf der Hengstenkeuring hat Jasper immer wieder von sich reden gemacht und erlangte 2002 den Kampioenstitel.
Auch im Dressursport präsentiert sich der Hengst gut (Z2 dressuur), darüber hinaus ist Jasper Teil der F.P.S./F.P.C. Viertal, welche dieses Jahr niederländischer Champion wurde.
Im Bericht zur Hengstleistungsprüfung, welche Jasper 1998 absolviert hat, wird der Hengst als ehrlich, umgänglich und etwas eigensinnig beschrieben.
Nach seiner HLP begann Jasper seinen Deckdienst. 2002 wurde er zur Absolvierungen der Abstammungskörung verpflichtet und hat diese im selben Jahr abgeschlossen. Die Eigenschaften seiner Nachkommen werden im Folgenden beschrieben.

a) Index
Aus dem Index von Jasper 366 mit einer ausreichenden Vertrauenswürdigkeit von 62% geht hervor, dass der Hengst das Exterieur im Allgemeinen leicht verbessert. Die Halsungen seiner Nachkommen sind häufig horizontal gestellt. Die Vererbung einer guten Lendenpartie – wichtig für gute Gebrauchspferde – fällt auf. Er verbessert die Länge der Vorderbeine nicht und die Hinterbeine seiner Nachkommen sind säbelbeinig. Sehr positiv ist der Einfluss von Jasper auf die Bewegung. Er vererbt einen raumgreifenden, kräftigen Schritt und einen taktsauberen Trab mit tragender Hinterhand. Darüber hinaus vererbt er ein schönes Schwarz und viel Behang.

b) Leistungsprüfungen
Die Nachkommen von Jasper 366 erreichen in beinahe allen Teilen der Leistungsprüfungen eine höhere Punktzahl als der Durchschnitt aller in diesem Jahr getesteten Pferde. Die Gruppe der für die Prüfungen ausgewählten Pferde war besser als die der zufällig angewiesenen und punktete weit über dem Durchschnitt. Trotzdem konnten sich drei Pferde nicht klassieren.
Während der Prüfungen zeigten die Nachkommen von Jasper viel Arbeitseifer und Einsatzwillen, zu Beginn der Prüfungen waren sie etwas verspannt.

c) Körungsresultate / Rapport der Inspektionsjury (inspectie)
Testgruppe: 25% (inkl. 2 Vb Ster-Hengste)
Lebenstotal Ster%: 14,3%
Weiters wurden zwei Wallache Ster, sowie einer Stb mit einer 3. Prämie. 7 weitere Vb-Hengste wurden Ster erklärt.

Fohlen
Der erste Fohlenjahrgang von Jasper 366 erreichte 77,5% 1. & 2. Prämien.

Exterieur & Typ
Die 3-jährigen Jasper-Nachkommen präsentieren sich als homogene Gruppe von nicht allzu großen Pferden, die mehrfach etwas frontlastig gebaut sind. Sie stehen häufig in einem lang linierten Typ und weisen gute Oberlinien auf, es fehlt ihnen jedoch an Länge im Vorderbein. Die Lenden sind gut entwickelt, die Kruppen erscheinen als leicht abfallend und ausreichend lang. Das Fundament ist hart und gut gestellt.

Bewegung
Der Schritt ist raumgreifend und kräftig, der Trab erweist sich als getragen und zeigt viel Takt und Regelmaß. Die Pferde laufen mit viel Kraft aus der Hinterhand.

Endbeurteilung
Aufgrund der Punkte:

a) ausreichender Index hinsichtlich Exterieur und sehr guter Index hinsichtlich Bewegung
b) ausreichender Sterprozentsatz von total 26%
c) hohe Wertungsresultate im ABFP
d) guter Körrapport der Inspektionsjury

ist die Inspektionsjury der Meinung, dass Jasper 366 einen positiven Beitrag zur Friesenzucht liefert. Die Inspektionsjury empfiehlt daher dem Vorstand, Jasper 366 im Deckdienst weiter zu verwenden.
Jasper 366 kann somit an der Hengstenkeuring 2003 teilnehmen.

Quelle: PHRYSO 01/2003

Das Bewertungssystem des KFPS

Friesenliebhaber, die nicht aus den Niederlanden stammen sind wohl manches Mal irritiert, wenn sie mit dem System des KFPS hinsichtlich der Exterieur- und Bewegungsbewertung konfrontiert sind. Ausdrücke wie “ruim voldoende” und “uitstekend” sind nur wenigen Nicht-Niederländern ein ausreichend geläufiger Begriff und oft ist es für uns nicht einfach, die entsprechenden Begrifflichkeiten mit den vergebenen Noten in Einklang zu bringen.

Dabei ist die Sache nicht so schwierig, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag, das KFPS-Bewertungssystem beruht nämlich auf der in den Niederlanden gebräuchlichen Skala für Schulnoten, welche sich in 10 Teile gliedert.

Im Folgenden möchte ich diese Skala kurz umreissen:

Bewertungssystem NL

Das niederländische Schulsystem verwendet also ein ausgesprochen differenziertes Notensystem zur Leistungsbeurteilung, welches (für Österreicher und Deutsche ungewohnt) auch noch eine umgekehrte Ziffernwertung enthält (im Gegensatz zu NL und der Schweiz ist eine 1 in Österreich und Deutschland die beste zu erreichende Leistung und wird als “Sehr gut” gewertet). Für mich als Pflichtschullehrer im Brotberuf ist diese Form der Leistungsbeurteilung auch pädagogisch durchaus interessant, aber an dieser Stelle möchte ich den Exkurs in Richtung meiner beruflichen Leidenschaft auch schon wieder beenden.

Es sind also diese im Schulsystem gebräuchlichen Noten, welche die KFPS-Jurymitglieder auf Körungen und Fokdagen an die angebotenen Pferde vergeben.

Nun wird ein Pferd aber nicht einfach im Gesamtbild mit einer Note bedacht, vielmehr wird das Tier durch die Jury regelrecht in Teilbereiche “zerlegt”, welcher jeder für sich eine spezifische Note erhalten.
Im Allgemeinen sind diese Teilbereiche:

  • Rassetyp (nl.: rastype)
    Wird ausgemacht durch das allgemeine Erscheinungsbild, den Kopf, die Halsung den Behang und die Farbe.
  • Gebäude (nl.: bouw)
    Betrifft die Halsung (Kopf-Hals-Verbindung, Genick, Ganaschenfreiheit, Halsstellung und -ansatz), Schulter, Brustkasten, Widerrist, Rücken, Lenden, Kruppe und Oberschenkel- und Kruppenbemuskelung.
  • Fundament (nl.: beenwerk)
  • Bewegung (nl.: beweging)
    Im Allgemeinen sind darunter Schritt (stap), Trab (draf) und Galopp zu verstehen, bei Körveranstaltungen werden die Pferde jedoch traditionell nur in Schritt und Trab an der Hand vorgestellt und bewertet.

Dabei müssen sich die Juroren an den vom KFPS ausgegebenen Rassestandard halten, welcher in den Statuten festgelegt ist und de facto das Idealbild des Friesenpferdes umschreibt.

Das Notensystem ist auch bei der Bewertung von Gebrauchsprüfungen (z.B. IBOP, ABFP) gebräuchlich, die zu bewertenden Einzelkategorien unterscheiden sich dem Anlass entsprechend.

Bei Körveranstaltungen erhalten erwachsene Pferde (mindestens 3-jährig), welche zur Aufnahme in das Stammbuch angeboten werden darüber hinaus einen sogenannten ‘lineaire score‘. Dabei werden anhand einer Tabelle 27 lineaire kenmerken (von schlecht bis gut zu bewertende Einzelbereiche) beurteilt, sowie 5 waardeerende kenmerken (zusammenfassende Einschätzung der o.g. Teilbereiche) beurteilt, welche am Durchschnitt der Rassepopulation gemessen werden.
Das dabei von der Jury ausgefüllte Formular erhält der Besitzer des gekörten Pferdes, die Bewertung ist aber auch für KFPS-Mitglieder im Internet abrufbar und findet darüber hinaus Eingang in die Zuchtwertschätzung des jeweiligen Vatertieres.

juryrapport-friese-paarden

Musterformular für die Eintragung des ‘lineaire score’

Diese Beurteilungskriterien bilden neben einigen anderen Anforderungen (z.B. Mindeststockmaß, Freiheit von unerlaubten Abzeichen etc.) die Basis für die weitere Prämierung eines gekörten Pferdes.

FriesenFokus: KFPS-Preferenthengste – Vererber, die die Friesenzucht prägten (Teil 4)

Friesenfokus Preferenthengste

Es ist die höchste Ehrung, die einem KFPS-Deckhengst zu Teil werden kann – das Preferent-Prädikat. Vergeben wird dieser Ehrentitel seit jeher nur an die Vererber, die durch die Leistungen ihrer Nachkommen im Übermaß bewiesen haben, dass ihr Einfluss auf die KFPS-Friesenzucht von prägender Bedeutung ist – dem zu Grunde liegt ein umfassender Berechnungsvorgang, der sowohl die Anzahl registrierter Nachkommen berücksichtigt, als auch deren aufgrund von Prädikatsvergaben nachvollziehbare Leistungen hinsichtlich Exterieur (Ster, Kroon, Model, Stb-Hengst), Vererbungsleistung (Preferent, Prestatiemoeder, Hengstenmoeder) und Sportleistung (Sport, Elite-Sport).

Die ausgehenden 1970er-Jahre und beginnenden 1980er bedeuteten für die KFPS-Friesenzucht eine regelrechte Renaissance.
Die Wirtschaft in Europa und somit auch in den Niederlanden boomte nach den langen, kargen Jahrzehnten, die der Kontinent im Schatten zweier Weltkriege gedarbt hatte – und damit auch die Zucht von Pferden, deren Qualitäten abseits vom landwirtschaftlichen Gebrauch lagen. Es waren diese Jahre, die den Grundstein für das Wiederaufleben des Friesenpferdes im ursprünglichen Typus legten und in denen die Rasse weg vom behäbigen “Tulpentreter” zum hocheleganten Karossier- und später auch Reitpferd entwickelt wurde. Im Gros der damaligen Friesenpopulation war davon freilich noch wenig zu sehen, doch die strenge Hengstenselektion seitens des KFPS tendierte bereits merklich in die oben beschriebene Richtung, was sich auch in den sich später als Stempelhengste erweisenden Beschälern widerspiegelte.
Nicht zuletzt führte die blühende Wirtschaft aber auch zu einer Verbreiterung des Pferdemarktes – das Pferd als Nutztier mochte durch die fortschreitende Technologisierung von Landwirtschaft und Verkehr zwar ausgedient haben, doch die bessere wirtschaftliche Lage des Einzelnen erlaubte nun wieder zunehmend, Pferde auch als Haustiere, Sportpartner und Freizeitgefährten zu betrachten.
Dies spiegelt sich auch in den Deckzahlen wider – 1980 übersprang die Anzahl der vom KFPS registrierten Bedeckungen erstmals die magische Grenze von 1000 – ein Trend, der sich bis weit in die 1990er fortsetzen sollte.


Naen 264 Preferent
11.04.1976 – 01.01.2003, Ferdinand 252 x Kerst 190 P x Held 140, Stam 034

Naen 264 P, der 1976 als Nathan in der Nähe des friesischen Ortes Blauwhuis geboren wurde, wurde im März 1979 als Deckhengst angekört. Bereits zu Beginn seiner Deckkarriere fiel der modern und sportlich gebaute Hengst, der für damalige Verhältnisse recht hochgewachsen war (165 cm Stkm.) auch den Züchtern ins Auge, die ihn im Laufe seiner 17 Jahre andauernden Karriere als Deckhengst reichlich nutzten.
Naen 264 P ist der einzige gutgekörte Sohn von Ferdinand 252 (Tsjalling 253 P x Ritske 202 P), welcher recht stringent innerhalb der damals noch recht stark vertretenen Ritske-Linie gezogen worden war. Mütterlichseits trug Naen 264 P über seine Mutter Truus Model Pref (zum Zeitpunkt seiner Geburt bereits 20 Jahre alt) die Gene des sehr unverwandt gezogenen Kerst 190 und damit einer Hengstlinie, deren letzter direkter Abkömmling bereits Mitte der 1960er Jahre abgekört wurde. Neben Naen 264 P hatte die überaus erfolgreiche Truus noch zwei weitere Söhne im Deckdienst – den 1976 abgekörten Zjeord 239 (v. Kasper 229) sowie den 1971 geborenen Dagho 247 (v. Tsjalling 235 P), welcher durchaus erfolgreich bis zu seinem Tod 1996 als KFPS-Deckhengst Dienst tat. Darüber hinaus zeichnet sich die Modellstute bis heute als Begründerin einer schier unüberschaubaren Stutlinie innerhalb des Stutenstammes 034 aus, aus welcher zahlreiche Prädikatspferde hervorgingen.

Naen 264 P schaffte, was nur wenigen Deckhengsten des KFPS vergönnt ist – er hinterließ ein bis heute reichendes Vermächtnis und drückte der Friesenzucht insbesondere hinsichtlich Sportveranlagung seinen Stempel auf. Im Laufe seiner Deckkarriere zeugte er 6 als KFPS-Deckhengste registrierte Söhne (Walter 282, Foppe 290, Barteld 292, Hannes 296, Jakob 302 Sport & Ludse 305), deren Hengstnachkommen heute den allergrößten Teil der rezenten Deckhengste in der Ritske-Linie ausmachen. Besonders Barteld 292 konnte über seine Söhne Pyt 325 und dessen heute in Deutschland stationierten Sohn Gjalt 426, sowie Wander 352 und dessen überaus erfolgreichen Nachkommen Doaitsen 420 einen wichtigen Beitrag zur Friesenzucht leisten. Unter anderem in den Pedigrees der Halbbrüder Omer 493 (Gjalt 426 x Karst 362) und Wolter 513 (Fabe 348 P x Karst 362) trägt der Einfluss von Naen 264 P (er schlägt als MV der verdienten Doppel-Hengstmutter Zandra fan Bartlehiem Ster Pref zu Buche) darüber hinaus auch heute noch zu einer breiten Blutstreuung innerhalb der modernen Friesenzucht bei.

Die Stutnachkommen von Naen 264 P zeichneten sich ebenfalls durch hohe Qualität aus – bei 325 im Stammbuch registrierten Stuten erreichten seine Töchter einen Ster-Prozentsatz von beinahe 43%, 5 Stuten erhielten das Modelprädikat, weitere 35 haben bis heute durch außerordentliche Zuchtleistung das begehrte Preferent-Prädikat erreicht, 5 Naen 264-Töchter sind darüber hinaus Prestatiemoeders.

Naen 264 P kann ohne Weiteres als Begründer einer ganzen Linie moderner, sportlicher KFPS-Friesen gesehen werden – sein durchschlagender Einfluss als Stempelhengst ist bis heute sichtbar.

Naen 264 wurde 2008, lange nach seinem Ableben, posthum Preferent erklärt.


Oege 267 Preferent
17.04.1977 – 10.11.1998, Wessel 237 P x Hindrik 222 x Age 168, Stam 002

Oege 267 P (ndl. ausgesprochen ~ “Uche” und nicht wie im deutschsprachigen Raum vielmals gehört “Öge” 🙂 ) wurde im März 1980 als KFPS-Deckhengst angekört und trat seinen Dienst in Tjerkgaast auf der Station von Fr. de Jong an. Der damals 3-jährige Hengst bestach durch einen außerordentlich schönen Rassetyp und viel Behang, wie sich auch heute noch anhand alter Aufnahmen belegen lässt. Der Sohn von Wessel 237 P (siehe Teil 3 dieser Serie) war lang als Deckhengst im Einsatz und gehörte in dieser Zeit über ein ganzes Jahrzehnt hinweg zu den beliebtesten und am häufigsten genutzten KFPS-Vererbern, was die mehr 1800 Decksprünge in seinem langen Leben beweisen.
Mütterlicherseits stammte Oege 267 P aus der 1968 geborenen Wieske Ster Pref (sehr interessant aus Hindrik 222 x Age 168 gezogen). Oege war der erste Sohn dieser Stute, welche im Laufe ihrer Zuchtkarriere noch 13 weiteren Fohlen das Leben schenken sollte und aus deren Nachkommenschaft sich die Hengstmütter von Sytse 385, Take 455 und Wolfert 467 rekrutieren.

Unter den Hengstnachkommen von Oege 267 P finden sich nicht weniger als 7 gekörte KFPS-Deckhengste, von denen nur einer (Wibe 402) abgekört wurde. Sein erster gekörter Sohn, Ritse 322 ist über den 2018 verstorbenen Wikke 404 der Großvater des überaus sportbegabten Aarnold 471 Sport-Elite. Danach folgten Remmelt 323 und der kurz nach seiner Ankörung verstorbene Tieme 330, die sich in direkter Linie nicht bis heute durchsetzen konnten. Als 4. Sohn von Oege 267 P wurde 1995 der immer noch weithin bekannte Anton 343 Sport angekört, welcher 2016 ebenfalls Preferent erklärt wurde und 2018 im stolzen Alter von 26 Jahren in den USA verstarb.
Danach folgte der ebenfalls jung verstorbene Jitse 361, ehe 1999 mit Lolke 371 Sport jener Hengst angekört wurde, dessen direkter Nachfahre Alwin 469 Sport (Felle 422 x Tsjerk 328 P) heute zu den beliebtesten KFPS-Deckhengsten zählt.
Mit diesem großen Vermächtnis an direkten Hengstnachkommen konnte Oege 267 P seinen höchstpersönlichen Zweig im KFPS-Hengstenstammbaum verewigen, welcher wohl aufgrund der Popularität – insbesondere von Alwin 469 – so schnell nicht erlöschen wird.

Ausschnitt HSB Oege 267

Ausschnitt aus dem KFPS-Hengststammbaum / direkte Linie auf Oege 267 P

Doch auch als “Stutenmacher” konnte Oege 267 P sich behaupten. Seine zahlreichen Töchter erreichen einen Steranteil von fantastischen 54,35%, das KFPS zählt darunter 11 Modelstuten, 72 (!!!) preferente Stuten und 11 Leistungsmütter (Prest). Kaum verwunderlich liegt Oege 267 P damit in Sachen Preferentschafts-Punkten bis heute in den vordersten Rängen.
12 seiner Töchter lieferten darüber hinaus ihrerseits KFPS-Deckhengste, darunter der ebenfalls preferente Brandus 345, der leider viel zu früh verstorbene Harmen 424 und der schöne Mewes 438. Als MMV steht Oege 267 im Papier von weiteren 14 KFPS-Hengsten, im Pedigree von Alwin 469 findet man ihn dadurch sowohl in direkter Vaterlinie als auch in der Mutterlinie.

Oege 267 wurde 1996 noch zu Lebzeiten Preferent erklärt.


Reitse 272 Sport Preferent
09.05.1978 – 13.02.1995, Hearke 254 P x Hotse 223 x Eelke 183, Stam 022

Der 1978 geborene Reitse 272 P wurde im Februar 1982 gemeinsam mit seinem Vollbruder Tys 274 als Sohn des später als “König der Friesen” bekannt gewordenen Hearke 254 P in den Deckdienst beordert. Der außergewöhnlich schöne Hengst, der durchaus Ähnlichkeiten zu seinem sehr rassetypischen Vater erkennen ließ, wurde von den Züchtern bereits am Anfang seiner Deckkarriere gerne angenommen und erreichte so im Laufe seiner aktiven Deckkarriere, welche mit seinem relativ frühen Tod (17 Jahre) 1995 endete, auch beachtliche Deckzahlen.
Seine Mutter war die sehr gut züchtende Pauliene Ster Pref (gezogen Hotse 223 x Eelke 183 und damit stark in der Ritske-Linie verankert), welche insgesamt 14 Fohlen zur Welt brachte.

Reitse 272 P brachte insgesamt 7 vom KFPS anerkannte Deckhengste, von denen wiederum 3 abgekört wurden (Obe 314, Tjitte 333 & Reyert 337). Unter den verbleibenden vier Söhnen, welche auf Abstammung gutgekört werden konnten, finden sich dafür aber gleich zwei ganz große Namen – nämlich die der beiden Preferenthengste Olof 315 und Brandus 345, denen ich mich in späteren Kapiteln dieser Serie en detail widmen möchte. Die beiden weiteren gutgekörten Söhne von Reitse 272 sind Anne 340 Sport und Abel 344.

Doch auch über seine Töchter konnte Reitse 272 P gehörigen Einfluss auf die moderne Zucht des KFPS nehmen. Ganze 15 Hengstmütter finden sich unter seinen Töchtern (darunter die Mütter von Ulke 338, Lolke 371, Eibert 419 und Doaitsen 420), als MMV schlägt er sich in den Stammbäumen weiterer 6 Deckhengste nieder (z.B. in denen von Epke 474 und Fonger 478). Von seinen 441 im KFPS-Stb registrierten Töchtern erreichten 46% ein höherwertiges Stutprädikat, die Statistik weist 192 Sterren und 11 Modeltöchter aus. 37 seiner Töchter haben inzwischen die Preferentschaft erreicht, 2 konnten sich als Prestatiemoeders etablieren. Durchaus erwähnenswert für einen Hengst dieser Generation sind auch die 17 registrierten Sport-Nachkommen – eine unüblich hohe Zahl für einen Vertreter dieser Zeit und auch ein Indikator für die außergewöhnliche Sportveranlagung, die der selbst im Tuigsport erfolgreiche Reitse 272 P an seine Nachkommen weitergegeben hat. Besonders hinsichtlich der Verbesserung des Schritts in der Friesenpopulation legte dieser Hengst einen wichtigen Grundstein, welcher v.a. über seinen Sohn Olof 315 und in weiterer Linie über Jasper 366 und Beart 411 weiter verankert wurde.

Reitse 272 wurde 1996 posthum Preferent erklärt.


Im nächsten Teil dieser Serie möchte ich mich den Preferenthengsten widmen, deren Einfluss ganz unmittelbar bis heute spürbar ist – dahingehend stehen die großen Namen Feitse 293, Leffert 306, Olof 315, Tsjerk 328 und Teunis 332 auf dem Programm, die allesamt große Spuren hinterlassen haben und deren direkte Nachkommen auch heute noch eine aktive und wichtige Rolle in der Friesenzucht spielen.

Teil 1, Teil 2 und Teil 3 dieser Serie sind auf den jeweiligen Seiten nachlesbar.

 

Centrale Keuring 2018 – Stuten

Es ist die Königinnendisziplin der Centrale Keuring – die Auswahl der besten Stuten. Aufgeteilt nach Lebensalter (3-jährige, 4 – 6-jährige, 7-jährige und älter) und Prädikat (Ster-, Kroon- und Modelstuten) werden die schönsten Stuten des Stammbuches begutachtet und gereiht. Sterstuten sehen dabei der Möglichkeit entgegen, für ein Kroon- oder Modelprädikat ausgewählt zu werden, insbesondere bei den älteren Kroonstuten bewerben sich die Teilnehmerinnen um das begehrte Model.

3-jährige Sterstuten

Von 47 angemeldeten 3-jährigen Stuten wurden 22 voorl. Kroon erklärt, 11 davon wurden in den Kampioensring der Rubrik weiterverwiesen. Die meisten voorl. Kroonprädikate wurden an Töchter von Alwin 469 (4) und Hessel 480 (4) vergeben, weiters wurden Töchter von Tsjalke 397 (3), Pier 448 (2), Tsjalle 454 (2), Bartele 472 (2) und Fonger 478 (2) sowie jeweils eine Tochter von Norbert 444, Epke 474 und Gerben 479 mit dem voorl. Kroon ausgezeichnet.

Im Kampioensring liefen folgende Stuten:

Wolkje Wille T. Stb Ster (Tsjalke 397 x Harmen 424)

Yikke fan Erberveld Stb Ster (Bartele 472 x Beart 411 P)

079-05237

Zarina fan Oostenburg Stb Ster (Norbert 444 P x Beart 411 P)

082-05477

Zoë K. Stb Ster (Bartele 472 x Beart 411 P)

085-08240

Wolkje van de Zunne Stb Ster (Alwin 469 x Loadewyk 431)

090-08281

Wyzedame W. fan de Piksen Stb Ster (Pier 448 x Jelke 367)

093-08298

Zilke A. Stb Ster (Epke 474 x Meinse 439)

099-08325

Wende van de Zunne Stb Ster (Alwin 469 x Beart 411 P)

102-08354

Yara S. van de Sprong Stb Ster (Pier 448 x Brend 413)

108-08386

Wietske Stb Ster (Tsjalle 454 x Mewes 438)

114-08396

Zafira fan de Klaster Stb Ster (Tsjalle 454 x Hinne 427)

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Den Titel holte sich schließlich die ausnehmend schöne Tsjalle 454-Tochter Wietske Stb Ster (Tsjalle 454 x Mewes 438) vor der überaus ansprechenden Wende van de Zunne Stb Ster (Alwin 469 x Beart 411 P).

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Reserve-Kampioene Wende van de Zunne Stb Ster (Alwin 469 x Beart 411 P)

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Kampioene 2018 Wietske Stb Ster (Tsjalle 454 x Mewes 438)


4- bis 6-jährige Ster- und Kroonstuten

Ein Aufgebot von 27 Sterstuten im Alter zwischen 4 und 6 Jahren sowie von 6 Kroonstuten der selben Altersklasse bereicherte die diesjährige CK. Bei den Sterstuten war es ein Ringen um das begehrte Kroonprädikat, welches schlussendlich an 18 (!) Stuten ausgereicht werden konnte. 7 dieser Stuten konnten ihr Prädikat bereits als definitiv entgegen nehmen, bei den übrigen Stuten muss das vorläufige Prädikat noch durch eine Leistungsprüfung bestätigt werden.

Im Kampioensring liefen:

Pjaike van Zorg en Genot Stb Ster (Norbert 444 P x Onne 376)

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Silke fan ‘e Ridderdyk Stb Ster (Eibert 419 x Wobke 403)

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Meisje P.A. van de Sprong Stb Ster (Loadewyk 431 x Jasper 366 P)

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Nina fan Up to Date Stb Kroon (Anders 451 x Beart 411 P)

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Talina van de Marne Stb Ster (Tsjalle 454 x Jasper 366 P)

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Verona fan ‘Sweltjes State’ Stb Kroon (Epke 474 x Jerke 434)

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Vroluk Marije Z. Stb Ster (Aarnold 471 x Jasper 366 P)

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Tsjarina Diana A.B. Stb Ster (Alwin 469 x Heinse 354 P)

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Verstärkt wurde dieser Kampioensring durch die besten Pferde der 4- bis 6-jährigen Kroonstuten, Valentina fan ‘e Ridderdijk Stb Kroon (Alwin 469 x Fridse 423) und die CK-Kampioene 2016, Pleun van ‘t Lansink Stb Kroon (Norbert 444 x Onne 376), die das Endklassement dann auch anführen sollte.

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Kampioene der 4- bis 6-jährigen Stuten: Pleun van ‘t Lansink Stb Kroon (Norbert 444 x Onne 376)

Den Reservetitel holte sich die 4-jährige Talina van de Marne Stb Ster (Tsjalle 454 x Jasper 366 P), deren exzellenter Rassetyp hervorstach.

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Res.-Kampioene der 4- bis 6-jährigen Stuten: Talina van de Marne Stb Ster (Tsjalle 454 x Jasper 366 P)


 

Ältere Stuten

Bei den Stuten im Alter von 7 Jahren aufwärts ging es dann tatsächlich “um die Wurst”. Das Modelprädikat stand für die Teilnehmerinnen dieser Klasse in erreichbarer Nähe und somit war es besonders spannend, den Fortgang in dieser Gruppe zu verfolgen. 13 Stuten wurden für eine Modelerklärung in Betracht gezogen und zu einer weiteren Inspektionsrunde eingeladen.

Schließlich wurden 9 Stuten mit dem höchsten Stutprädikat des KFPS ausgezeichnet:

Janneke B. Stb Model (Norbert 444 x Fabe 348 P)

Die 7-jährige Janneke B. konnte bereits 2013 und 2014 den Titel der CK-Kampioene erringen. Im ABFP errang sie für ihren Vater beachtliche Punktzahlen im Reiten (85,0 Punkte) und Mennen (82,0 Punkte). In diesem Jahr stand sie am Kopf der Gruppe neuer Modelstuten und hat somit in kürzestmöglicher Zeit alles erreicht, was eine Stute im KFPS qua Exterieurkörung erreichen kann.

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Joy M. Stb Model (Pier 448 x Doaitsen 420)

Die ebenfalls 7-jährige Joy M. konnte in der von ihr absolvierten ABFP vor allem als Men- (84,5 Punkte) und Tuigpaard (8,0 Punkte) überzeugen.

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Liecke fan StarKing Stb Model (Dries 421 x Tsjitse 387)

Die ausgesprochen schöne Liecke fan StarKing ist die erste Modeltochter des in Südafrika stationierten Top-Vererbers Dries 421.

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Jaaikje K. Stb Model (Tjalbert 460 x Rindert 406)

Mit Jaaikje K. erhielt auch der in der Zucht nur wenig genutzte Tjalbert 460 seine erste Modeltochter.

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Fardau M. Stb Model (Haitse 425 x Leffert 306 P)

Die 9-jährige Fardau M. ist bereits die zweite Modeltochter von Haitse 425.

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Grytsje fan Ferwâlde Stb Model (Doaitsen 420 x Tsjerk 328 P)

Mit Grytsje fan Ferwâlde erhält der in den USA stationierte Doaitsen 420 seine bereits fünfte Modeltochter. Die rassetypische Stute überzeugte nicht nur durch ihren kraftvollen Trab, sondern auch mit ihrem besonders reichen Behang.

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Lobke fan ‘e Swarte Proenker Stb Model Sport (Norbert 444 P x Beart 411 P)

Eine hinsichtlich Bewegung besonders beeindruckende Stute ist Lobke fan ‘e Swarte Proenker, die im Vorjahr das Sportprädikat erreichte.

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Jitske Solkje Stb Model (Jisse 433 x Fetse 349)

Die hoch aufgerichtete Jitske Solkje imponiert mit ihrer Front und aktiven Hinterhand. Sie ist die dritte Modeltochter von Jisse 433.

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Luisa fan ‘e Grupstal Stb Model (Norbert 444 P x Sape 381)

Als eine von drei mit dem Modelprädikat ausgezeichneten Norbert 444-Töchtern, zählt auch die schöne Luisa fan ‘e Grupstal nun zu den bereits 10 (!) Modelnachkommen des preferenten Ausnahmevererbers.
Besonders erfreulich war die Modelerklärung dieser Stute auch für die Schweizer Zucht, ist doch die Mutter von Luisa – die 13-jährige Stella fan ‘e Grupstal Stb Ster Pref – in der Friesenzucht ‘fan Aurum’ der überaus sympathischen Scvhweizerin Ursi Alig-Infanger im Einsatz. Luisa fan ‘e Grupstal hat eine ältere Kroon-Vollschwester sowie eine weitere, 2015 geborene Vollschwester, die erst vorgestellt werden wird (Zavannah Stella fan Aurum).

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Allgemeines Championat

Den Höhepunkt der CK 2018 bildete natürlich das Allgemeine Championat, bei dem die besten Stuten aller Klassen nochmals gegeneinander antreten mussten, um das absolute Spitzenpferd aus dieser ohnehin schon enorm erlesenen Auswahl zu küren.

Der Titel ging schließlich an die Gewinnerin der 3-jährigen Sterstuten, die voorl. Kroon erklärte Wietske Stb Ster (Tsjalle 454 x Mewes 438). Diese Stute erhielt ihre 1.Prämie im August diesen Jahres auf dem renommierten Fokdag in Blauwhuis. Sie stammt aus Stutenstamm 116, ihre Mutter ist die Mewes 438 x Folkert 353 P gezogene Idsje fan Altena.

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CK-Kampioene 2018 – Wietske Stb Ster (Tsjalle 454 x Mewes 438)

Als große Errungenschaft für eine so junge Stute, holte sich die gewaltig trabende Twenterstute Berber fan Brabantshof Vb M (Jehannes 484 x Norbert 444 P) den Reservetitel der CK 2018.

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CK-Res.-Kampioene 2018: Berber fan Brabantshof Vb M (Jehannes 484 x Norbert 444 P)

 

Centrale Keuring 2018 – Pavo Fryso Pokal Dressur

Ereignisreiche Tage in den Niederlanden liegen hinter uns, denn der Höhepunkt des Zuchtjahres wurde vergangene Woche im FPS-Zentrum Drachten ausgetragen – die Centrale Keuring 2018.

Mehr als 250 gemeldete Pferde – Fohlen, Enter, Twenter, Ster-, Kroon- und Modelstuten sowie junge Sportpferde aus den Disziplinen Reiten und Fahren waren nach Drachten gereist, um ein weiteres Mal von der KFPS-Jury beurteilt zu werden. Ein Ticket für die Körbeurteilung an der CK erhalten nur die Pferde, die sich im Zuge der Körveranstaltungen des laufenden Zuchtjahres bereits weit über Durchschnitt präsentieren konnten und mit einer 1. Prämie belohnt wurden.

So verwundert es nicht, dass Friesenfreunde aus aller Welt nicht aus dem Staunen herauskommen, wenn diese “Créme de la Créme” der Friesenfohlen und -stuten präsentiert wird.

Mein ganz persönliches Fazit: Die Friesenstuten stehen ihren männlichen Kollegen um nichts nach und die Qualität der vorgestellten Pferde macht die CK sicherlich zu einem absoluten Highlight im Kalender jedes Friesenbegeisterten.

Pavo Fryso Pokal

Die CK fand ihre ersten Höhepunkte am 12. & 13.09.2018 in den Halbfinali des Pavo Fryso Pokal Dressur. Knapp 80 qualifizierte Pferde wurden in den zwei Tagen getrennt nach Hengsten / Wallachen und Stuten in jeweils zwei Klassen (4-jährige und 5- & 6-jährige Pferde) in Dressurprüfungen begutachtet und platziert.

Bei den 4-jährigen Stuten reüssierte Vajen T. Horsea Vb M (Tymon 456 x Jasper 366 P) unter Isabelle Vromans mit 78 Punkten, gefolgt von Tika fan Rijck’s Pleats Stb Ster (Wimer 461 x Doaitsen 420) unter Adrianne Wigmans und Veere fan Wylgster Pragt Stb (Wybren 464 x Jasper 366 P) unter Leonie Evink.

Bei den 5- und 6-jährigen Stuten war es Setske fan Oostenburg Kroon (Tsjalle 454 x Beart 411 P), die unter der Amazone Ingeborg Klooster ausgezeichnete 81 Punkte und damit den vordersten Rang erreichen konnte. Diese Halbschwester von Menne 496 bestach sowohl durch ihre herausragende Bewegung im Trab, als auch durch ihr äußerst ansprechendes, modernes Exterieur.

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Setske fan Oostenburg Kroon (Tsjalle 454 x Beart 411 P) beim Test unter dem Gastreiter

Das zweitbeste Ergebnis in diesem Halbfinale ging an eine weitere Tochter von Tsjalle 454Maartje fan Bangazathe Stb Ster Sport (Tsjalle 454 x Tamme 276) bewies ihr Talent unter dem Sattel ebenso wie die drittplatzierte Marije Helena L. Stb Kroon (Dries 421 x Leffert 306 P), eine Halbschwester des kürzlich nach Schweden verkauften Tymon 456.

Besonders interessant gestaltete sich auch das Halbfinale der 4-jährigen Hengste, waren in dieser Klasse doch immerhin 3 zum CO 2018 angewiesene Hengste und der Stammbuchhengst Ulbrân 502 qualifiziert. Dieses Quartett sollte dann auch ganz oben auf der Rangliste des Halbfinales mitspielen.

Leonie Evink ritt den als Instromer zum CO gemeldeten Theun fan Henswoude Vb Ster (Jisse 433 x Heinse 354 P) mit einer wahrhaft fantastischen Leistung auf die Kopfposition des Klassements. Dem bereits 2017 zur Hengstleistungsprüfung qualifizierten Jisse 433-Sohn wurde durch die Jury noch ein Jahr zur weiteren Entwicklung zugestanden, auf der CK 2018 präsentierte er sich nun mit einer beeindruckenden Galoppade und starker Trabaktion. Ein heißer Kandidat im CO 2018!

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Theun fan Henswoude (Jisse 433 x Heinse 354 P)

Auf dem 2. Platz reüssierte der 2017 gutgekörte Ulbrân 502 unter Laura Zwart. Der Reinder 452 x Jakob 302 gezogene Junghengst beeindruckte sowohl durch sein höchst modernes Exterieur mit langen Linien und perfektem Fundament, als auch durch starke Aktion in der Bewegung.

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Ulbrân 502 (Reinder 452 x Jakob 302)

Auf Platz 3 endete der ebenfalls zum CO qualifizierte Tjeerd van Diphoorn Vb Ster (Alke 468 x Folkert 353 P) unter Jacob van der Heide, der mit einer sensationellen 9 für den Schritt bewertet wurde.

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Tjeerd van Diphoorn Vb Ster (Alke 468 x Folkert 353 P)

Der dritte CO-Hengst im Bunde, der dänische Tarok Ellemose Vb Ster (Anders 451 x Anton 343 P) konnte zwar keines der 3 begehrten Finaltickets lösen, reüssierte aber dennoch weit vorne im Teilnehmerfeld auf dem 5. Platz.

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Tarok Ellemose Vb Ster (Anders 451 x Anton 343 P)

Besonders stark präsentierte sich das Teilnehmerfeld bei den 5- und 6-jährigen Hengsten und Wallachen. Der Gewinner dieses Halbfinales brachte bereits im Abreitering die Menge zum Staunen und bewies unter seiner Reiterin Harmina Holwerda auch im Ring fantastische Qualitäten. Der 6-jährige Mario van de Poldersdijk Vb H (Jasper 366 P x Leffert 306 P) ließ keinen Zweifel daran aufkommen, wessen Sohn er ist, er erreichte 82,0 Punkte.

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Mario van de Poldersdijk Vb H (Jasper 366 P x Leffert 306 P)

Um nur einen Punkt weniger erreichten Suzanne Frijlink und Pako van de Demro Stables Vb H (Tsjalle 454 x Fetse 349). Der 2013 geborene Sohn der bekannten Model- und Sportstute Kyra W.T. landete mit seiner außerordentlichen Galoppade somit auf Platz 2.

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Pako van de Demro Stables Vb H (Tsjalle 454 x Fetse 349)

Auf den dritten Platz reihte sich der nach Deutschland verkaufte Oane van de Egberdina Hoeve Vb Ster unter Madeleine Engelke. Der Tymon 456 x Dries 421 gezogene Hengst erreichte 78 Punkte.

Ebenfalls in dieser Klasse gemeldet waren die Stammbuchhengste Mees 497 und Nane 492, die mit jeweils 77 Punkten ex aequo mit Platz 4 Vorlieb nehmen mussten.

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Mees 497 (Tymon 456 x Dries 421)

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Nane 492 (Wimer 461 x Brandus 345 P)

Die jeweils 3 besten Kombinationen wurden schließlich in das Finale am 15.09. weitergeschickt, wo sie sich nochmals unter Fremdreitern beweisen mussten.

Als Champion der 4-jährigen Stuten bestätigte sich Vajen T. Horsea Vb M (Tymon 456 x Jasper 366 P), die Klasse der 5-und 6-jährigen Stuten ging an Setske fan Oostenburg Kroon (Tsjalle 454 x Beart 411 P).

In der Klasse der 4-jährigen Hengste und Wallache schaffte es Ulbrân 502 das Blatt zu wenden und auf Platz 1 zu laufen.

Bei den 5- und 6-jährigen Hengsten bestätigte sich wiederum das Ergebnis aus dem Halbfinale, der fantastische Mario van de Poldersdijk Vb H (Jasper 366 P x Leffert 306 P) erreichte hier die höchstmöglichste Punktzahl von 100 und wurde vom Publikum auf seinen Ehrenrunden frenetisch gefeiert.

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Mario van de Poldersdijk Vb H (Jasper 366 P x Leffert 306 P) – strahlender Sieger des Pavo Fryso Pokal Dressur!

 

 

 

 

FriesenFokus: Bücher, Register & Prädikate

Die Registrierungsmechanismen des KFPS sind für viele Neulinge in der Friesenszene ein Buch mit sieben Siegeln. Dieser FriesenFokus soll diesbezüglich für Aufklärung sorgen, und den Weg durch Bücher, Register & Prädikate von im KFPS registrierten Pferden nachvollziehbar darstellen.

Die Registrierung – Hauptbuch oder Beibuch?

Der erste Schritt bei der Registrierung von Friesen im KFPS ist die Zuteilung zu einem der grundlegenden Zuchtbücher. Dieser Prozess basiert auf der Abstammung des jeweiligen Pferdes und ist im Normalfall eine unabänderliche Einteilung auf Lebenszeit.

Grundsätzlich unterscheidet das KFPS zwischen dem Hauptbuch (nl. Hoofdboek), in dem Friesen mit erwünschter / legitimierter Abstammung registriert werden und den Beibüchern (nl. Bijboek), in denen Friesen registriert werden, deren Eltern (v.a. Väter) nicht unmittelbar als Zuchttiere vom KFPS zertifiziert wurden.
Im Falle abgekörter Deckhengste gilt die Registrierung im BbII ausschließlich für Pferde, die NACH der Abkörung des Hengstes von diesem gezeugt wurden. Nachkommen, die VOR der Abkörung gezeugt wurden bleiben ganz regulär im Hauptbuch registriert.

RegPräd Bücher

Jedes dieser Grundbücher (Hauptbuch, Beibücher I & II und D-Buch) unterteilt sich weiter in drei grundlegende Register: das Fohlenbuch (nl. Veulenboek, Vb), das Stammbuch (nl. Stamboek, Stb) und das Wallachbuch (nl. Ruinenboek, Rb)

Fohlen werden nach ihrer Zuteilung in eines der Zuchtbücher unmittelbar vorläufig in das jeweilige Fohlenbuch aufgenommen (voorloopige Veulenregistratie, VVR). Durch eine Registrierung beim KFPS mittels Haarprobe und der damit einhergehenden Bestätigung der Abstammung gelangen Fohlen aus dem VVR automatisch in das Fohlenbuch (Veulenboek, Vb), wo sie ihr Leben lang registriert bleiben, sofern sie sich nicht für die Aufnahme in andere Register qualifizieren.

Das Stammbuch dient als Register für erwachsene Stuten und Hengste, die sich zur Zucht qualifiziert haben. Im Falle von Stuten geschieht dies durch eine Vorstellung zur Stammbuchaufnahme auf einer KFPS-Zuchtschau im Alter von mindestens 3 Jahren, Hengste hingegen werden nur nach erfolgreicher Absolvierung der Hengstleistungsprüfung (Centraal Onderzoek, CO) und der damit einhergehenden Lizenzierung als KFPS-Deckhengst in das Stammbuch aufgenommen.

Im Ruinenboek (von nl. ruin = Wallach) werden kastrierte Hengste registriert, die im Alter von mindestens 3 Jahren auf einer KFPS-Zuchtschau zur Rb-Aufnahme vorgestellt wurden und sich für diese qualifizieren konnten.

Stutprädikate & Prämien

Insbesondere im Falle von Stuten existieren eine ganze Reihe von Prädikaten, die ein Pferd im Laufe des Lebens und am Weg durch die KFPS-Register erlangen kann.

Wie bereits oben ausgeführt, besteht die Möglichkeit, eine im Fohlenbuch registrierte Stute im Alter von mindestens 3 Jahren einer KFPS-Jury im Zuge einer Zuchtschau vorzustellen und diese zur Aufnahme in das Stammbuch anzubieten.

Erfüllt die Stute die Kriterien zur Stammbuchaufnahme nicht, so verbleibt sie weiter im Fohlenbuch (niet opgenomen).
Stuten, die sich für die Stammbuchaufnahme qualifizieren, werden entsprechend ihrer gezeigten Qualität mit unterschiedlichen Prämien ausgezeichnet.

  • keine Prämie / geen premie
    Die Stute wird ohne Prämie in das Stammbuch eingeschrieben.
  • 3. Prämie / 3e premie
    Die Stute konnte sich aufgrund ihrer gezeigten Qualität für eine 3. Prämie qualifizieren und wird in das Stammbuch aufgenommen.
  • 2. Prämie / 2e premie
    Stuten mit einer 2. Prämie konnten durch überdurchschnittliche Qualität überzeugen. Zumeist geht mit dem Erreichen einer 2. Prämie auch die Verleihung des Sterprädikats einher. Die Stute wird in diesem Fall als Sterstute in das Stammbuch eingeschrieben.
    In Ausnahmefällen kann das Sterprädikat Stuten mit einer 2. Prämie auch vorenthalten oder nur vorläufig erteilt werden (voorloopig Ster).
  • 1. Prämie / 1e premie
    Der Traum jedes Züchters ist, eine Stute mit 1. Prämie im Stall stehen zu haben. Solche Stuten müssen exzellente Qualität in Exterieur und Bewegung beweisen und erhalten neben dem Sterprädikat auch eine Einladung zur Zentralkörung (Centrale Keuring, CK) nach Drachten. Stuten, die durch besonders hohe Qualität beeindrucken, kommen darüber hinaus auch für die Verleihung eines (vorläufigen) Kroonprädikats in Frage.

Die Verleihung eines Kroonprädikats bedarf aber nicht nur einer entsprechenden Qualifikation auf einer Zuchtschau, die entsprechenden Stuten müssen darüber hinaus auch ihre sportliche Veranlagung beweisen, indem sie im Zuge einer ABFP- oder IBOP-Prüfung mehr als 77,0 Punkte erreichen.

Die Krönung einer Stutenkarriere stellt die Verleihung eines Modelprädikats dar. Dieses höchste KFPS-Stutprädikat wird im Normalfall auf der CK in Drachten an die besten und schönsten Stuten des Stammbuches vergeben. Stuten kommen erst ab einem Alter von 7 Jahren für die Verleihung des Modelprädikats in Frage, sofern sie ihre Sportveranlagung bewiesen (s.o.) und mindestens ein Fohlen gesäugt haben.

RegPräd Stuten

Neben diesen drei Stutprädikaten, die an eine Aufnahme in das Stammbuch gekoppelt sind (Ster, Kroon & Model) gibt es noch weitere Prädikate, die eine Stute unabhängig von ihrer eigenen Körleistung erwerben kann.

  • Sportprädikat, Elite-Sportprädikat
    Wird durch entsprechende Leistungen in einer der vom KFPS anerkannten Sportdisziplinen Dressurreiten, Dressurfahren (Mennen) und Showfahren (Tuigen) erworben.
  • Preferent
    Das Preferentprädikat erreichen Zuchtstuten, unter deren Nachkommen mindestens vier Pferde ein (mindestens) Sterprädikat erhalten haben. Auch Hengste, welche die 2. Besichtigung erreicht haben und Hengste, die vom KFPS gekört wurden bringen Punkte.
  • Prestatiemoeder
    Übersetzt “Leistungsmutter”. Das Prestatie wird an Stuten vergeben, von deren Nachkommen sich mindestens 3 Pferde in sportlicher Hinsicht als besonders leistungsstark erwiesen haben. Dies geschieht durch den Erwerb eines Sportprädikats oder durch das Erreichen einer Mindestpunktzahl von 75,0 in einer ABFP- oder IBOP-Prüfung.

Der Weg der Hengste

Die Möglichkeiten von Hengsten hinsichtlich des Erwerbs von Prädikaten innerhalb der KFPS-Bücher sind im Gegensatz zu Stuten deutlich limitiert.

Hengste bleiben grundsätzlich ein ganzes Leben lang im Fohlenbuch registriert, es sei denn sie werden kastriert und als Wallache in das Ruinenboek aufgenommen oder aber sie absolvieren erfolgreich den harten Weg zum offiziellen KFPS-Deckhengst.

Fohlenbuchhengste können aber im Alter von mindestens 3 Jahren im Zuge einer Zuchtschau vorgestellt werden, um ein Sterprädikat zu erhalten – dabei werden, anders als bei Stuten, keine Prämien vergeben, die Hengste können entweder Ster oder niet Ster erklärt werden. In beiden Fällen verbleiben sie weiterhin im Fohlenbuch registriert.

Das Erreichen eines Sterprädikats ist dabei lediglich eine Festellung überdurchschnittlicher Exterieur- und Bewegungseigenschaften – das Sterprädikat ist KEINE Deckerlaubnis.
Decklizenzen können KFPS-Hengste lediglich über eine erfolgreiche Absolvierung des CO (bzw. VO) erwerben. In Ausnahmefällen werden vom KFPS in Ländern, in denen nur eine erschwerte Zucht mit KFPS-Deckhengsten möglich ist (z.B. in Australien), beschränkte Deckbewilligungen an Fohlenbuchhengste vergeben (Vb H met dekvergunning).

Für Wallache hingegen gilt das selbe Prämiensystem wie bei der Stammbuchaufnahme von Stuten, mit der Ausnahme, dass keine Kroon- oder Modelprädikate an Wallache vergeben werden können. Auch hier reichen die Möglichkeiten vom niet opgenomen (Wallach verbleibt im Fohlenbuch) bis zur Aufnahme in das Wallachbuch mit 1. Prämie und Sterprädikat (Rb Ster).

RegPräd Hengste

Als zusätzliches Prädikat können sich Hengste und Wallach unabhängig ihrer Registrierung für das Sport- oder Elite-Sportprädikat qualifizieren.

Für Stammbuchhengste existiert zusätzlich noch die Möglichkeit ein Preferent-Prädikat zu erhalten. Die Vergabe dieser wirklich außerordentlichen Ehrung basiert auf einem komplexen Punktesystem, in dem auf Grundlage der Nachkommen und deren Prädikate eine Zahl errechnet wird, die in Relation zur Anzahl der gezeugten Nachkommen einen festgelegten Wert überschreiten muss.

 

 

FriesenFokus: Kleine Papierkunde

Es wird viel diskutiert und ist oftmals von besonderem Interesse – das zum Pferd gehörige Papier.

Grundsätzlich dient ein solches Papier in erster Linie als Abstammungsnachweis, d.h. es werden darin vom ausstellenden Verband die Ahnen des betreffenden Pferdes dokumentiert und diese Abstammung bescheinigt. Daneben enthalten Pferdepapiere zumeist auch noch weitere wichtige Informationen wie Geburtsdatum, Farbe / Abzeichen, Name und Anschrift des Züchters etc.

Im Falle der Rasse des Friesenpferdes ist das KFPS als Mutterstammbuch in erster Linie für die Ausstellung der Papiere / Abstammungsnachweise verantwortlich. Zwar stellen mitunter auch andere Zuchtverbände Papiere für Friesen aus, dies ist i.d.R. aber ein Hinweis auf nicht spezialisierte und / oder unseriöse Züchter. Das KFPS erkennt hinsichtlich der vereinsinternen Zuchtpolitik keine Friesen mit verbandsfremden Papieren an.

Um Friesenneulingen das Lesen und Verstehen von KFPS-Papieren etwas zu erleichtern, möchte ich im Folgenden einen kurzen Überblick über die Informationen geben, die sich aus einem solchen Abstammungspapier eruieren lassen.

Seit Januar 2015 gibt das KFPS seine Abstammungsnachweise für im Hauptbuch registrierte Pferde in einem blau / weißen Corporate-Design aus. Pferde, welche in den Beibüchern registriert sind, erhalten ein schwarz / weißes Papier.

Papier Muster

Davor waren Hauptbuchpapiere in einem charakteristischen gelb/grünen Design gehalten, das auch heute noch vielen Besitzern von älteren Friesen geläufig ist.

Papier Muster alt

Der Informationsgehalt beider Versionen ist gleichwertig, lediglich das Design hat sich geändert.

Welche Informationen sind auf dem Papier enthalten?

Papier Muster mit Übersetzung

Kopfzeile:

  • Register
    Darunter wird angegeben, in welchem KFPS-Register (Fohlenbuch, Stammbuch, Wallachbuch) das Pferd zum Zeitpunkt der Papierausfertigung geführt wird.
  • Geschlecht
    Hengst (Hengst), Merrie (Stute) oder Ruin (Wallach)
  • Reg.-Nummer
    Langversion der KFPS-Registriernummer
  • Chipnummer
    einmalige Nummer des an der linken Halsseite implantierten Mikrochips des betreffenden Pferdes
  • Geburtsdatum
  • Inzuchtkoeffizient (über 6 Generationen errechnet)
  • Stutstamm
    Die Nummer des Stutenstammes kann interessante Erkenntnisse über die Zuchtsicherheit der Abstammungslinie liefern. Stutenstämme können von KFPS-Mitgliedern über die Webseite des KFPS eingesehen werden.
  • Name

Unter der Kopfzeile finden sich folgende Informationen

  • Farbe / Kleur
    Im Regelfall Zwart (schwarz), extrem selten werden auch immer noch Füchse geboren (vos).
  • erlaubte Abzeichen / Aftekenning toegestaan
  • nicht erlaube Abzeichen / Aftekenning niet toegestaan

Rechts unter der Kopfzeile finden sich KFPS-Mitgliedsnummer (R-…), Name und Anschrift des Züchters (Fokker) und der ehemaligen und aktuellen Eigentümer (Eigenaar). Eigentümerwechsel erfordern die Rückstellung des Papiers an das KFPS, wo der neue Eigentümer eingetragen und das diesbezüglich geänderte Papier zurückgesandt wird. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass es sehr ratsam ist, beim Veröffentlichen von Papieren in Internetforen etc. diesen Bereich abzudecken oder zu schwärzen, um etwaige Datenschutzverletzungen zu vermeiden.

Der größte Teil des Papiers wird durch die Dokumentation der Abstammung des Pferdes über vier Generationen eingenommen (dazu weiter unten mehr). Rechts daneben befindet sich eine kurze niederländische Erklärung, die klarstellt, dass der Abstammungsnachweis Eigentum des KFPS ist –  deshalb muss dieses Dokument bei Verkauf oder Ableben des Pferdes an den Verband zurückgegeben werden.
Darunter ist das Datum der Ausstellung des aktuellen Papiers vermerkt (Afgegeven).

Register und Prämien

Papier Muster Prämien

  • Registereintragungen
    Unter diesem Punkt werden alle Übertragungen des Pferdes in die verschiedenen Register des KFPS-Stammbuches dokumentiert. Beispielsweise wird hier angeführt, wann eine Stute vom Fohlenbuch (Vb) in das Stammbuch (Stb) übertragen wurde.
  • erhaltene Prämien
    Ein besonderes interessanter Punkt sind die im Papier vermerkten Prämien, die das betreffende Pferd im Laufe seines Lebens erhalten hat. Jede Beurteilung durch eine KFPS-Jury im Zuge einer offiziellen KFPS-Körveranstaltung wird im Papier vermerkt.

Die Abstammung

Der wichtigste und informativste Teil des KFPS-Papiers ist sicherlich der dokumentierte Stammbaum des Pferdes. Hier sind alle Vorfahren über vier Generationen inklusive ihrer Prädikate aufgeführt.
Grundsätzlich ist dabei zwischen der Vaterseite (oberer Zweig des Stammbaums) und der Mutterseite zu unterscheiden. Während die Vorzüge und Schwächen der Vaterseite zumeist bekannt oder relativ leicht zu recherchieren sind, kann die Mutterseite (und darin vor allem die Mutterlinie) viele hochinteressante Details offenbaren.

Der Begriff “Mutterlinie” (nl. moederlijn) bezeichnet die Linie der jeweils weiblichen Vorfahren des Pferdes, d.h. die Mutter, die Großmutter mütterlicherseits usw. Somit findet sich die Mutterlinie als unterster Zweig des Stammbaumes.

Papier Muster ML

Friesenkenner messen diesem Teil des Papiers zumeist besondere Bedeutung bei. Umso mehr und höhere Prädikate sich in der Mutterlinie finden, desto wertvoller die Abstammung des Pferdes.

Folgende Bezeichnungen und Abkürzungen werden in KFPS-Papieren verwendet:

  • Vb M (Fohlenbuchstute)
  • Stb (Stammbuchstute)
  • Ster
  • Kroon
  • Model
  • Pref* (Preferent; die Zahl nach dem * gibt an, wieviele Nachkommen der Stute Prädikate tragen)
  • Prestm (Prestatiemoeder / Leistungsmutter; Stute mit mindestens 3 Nachkommen, die das Sportprädikat tragen oder im Zuge eines IBOP / ABFP mehr als 75 Punkte erreicht haben)
  • Sport / Sport-Elite (Träger des Sport- / Elite-Sportprädikats)

Tragen die Stuten der Mutterlinie in allen vier Generationen höhere Prädikate (Ster oder höher bzw. Preferent), spricht man von einem “vollen Papier” (nl. vol papier), was als besonderes Qualitätsmerkmal gilt.
Das fiktive Pferd im obigen Beispiel würde über ein solches vol papier verfügen.

Für die korrekte Angabe der Abstammung eines Pferdes ist es auch wichtig zu wissen, welche Hengste dafür von besonderer Bedeutung sind.

Papier V - MV - MMVÜblicherweise gibt man die Abstammung eines Pferdes durch die Aufzählung von Vater, Muttervater (d.h. Vater der Mutter) und Mutter-Muttervater (d.h. Vater der Mutter der Mutter des Pferdes) an, jeweils getrennt durch ein “x”. Häufig werden in diesem Zusammenhang auch nur die Kürzel V, MV und MMV genutzt. Das fiktive Pferd auf obigem Papier hätte die Abstammung Pier 448 (V) x Nykle 309 (MV) x Jochem 259 P (MMV).

PFERD Wels 2018

4 Tage, 250 Aussteller, rund 50.000 Besucher – die PFERD Wels war auch 2018 wieder ein Highlight in der österreichischen und internationalen Pferdefachwelt.

Mit dabei waren selbstverständlich und mittlerweile traditionell auch die Friesenfreunde Österreich, die mit großem Engagement, viel Herzblut und einer ordentlichen Portion Kompetenz das Friesenpferd in glänzendem Licht darstellten.

Wie bereits im Vorjahr präsentierten die FFÖ – unter der Leitung von Obfrau Angelika Mangweth – dem interessierten Publikum täglich zwei Mal die Rasse und ihre Besonderheiten. Daneben war der KFPS-Tochterverein mit einem äußerst schicken Informationsstand vertreten, an dem neben einem breiten Angebot an Infofoldern und wunderschönen Video- und Diashows auch durchgehend persönliche Beratungs- und Informationsgespräche durch die anwesenden FFÖ-Mitglieder geführt wurden.

Die tägliche Showvorführung der FFÖ im zentral gelegenen Krone-Ring war sicherlich eines der Highlights der gesamten Messe, was sich auch an den jedes Mal zum Bersten gefüllten Zuschauerrängen ablesen ließ.

Angeführt wurde der bunte Reigen von den Schwestern Regina und Kristina Radl (Reitstall Radl), wahren Showprofis unter den Friesenleuten, die seit Jahren ein fixer Bestandteil des FFÖ-Showteams auf der PFERD Wels sind.
In wunderschönen Barockkostümen präsentierten sie ihre beiden Wallache Fede und Tristan (Fridse 423 x Fede 350) in einem überaus harmonischen und detailreich inszenierten Pas-des-deux, dem es auch an Elementen aus der S-Dressur und der Zirzensik nicht mangelte.

Ein Novum brachte der ebenfalls traditionelle Auftritt von Claudia Prexl (Friesen Exklusiv) mit sich – sie hatte in diesem Jahr erstmals nicht ihren Valentin eingespannt, der in den letzten Jahren zu einer regelrechten Institution der PFERD Wels avanciert war. Stattdessen brachte Claudia ihren Nachwuchs-Kracher mit, den Sterhengst Hielke van ‘t Grupje (Reinder 452 x Oege 267 P), der vor dem Showbuggy bewies, dass er die großen Fußabdrücke seines Vorgängers durchaus zu füllen vermag.
Darüber hinaus war der schöne Hielke auch der Liebling vieler Besucher am Messestand – sein beeindruckendes Exterieur und sein überaus liebenswerter Charakter machen dieses Pferd zu einem ganz besonderen Rassevertreter.

Neu im Messe-Showteam präsentierten sich in diesem Jahr Sandra Plasser (barockhengste.at) und Gerald Kandler. Sandra sattelte ihr 15-jähriges Bewegungswunder ‘Ramiro’ (Stb-Name Jelmer van Ikkerwâld, Jasper 366 P x Jakob 302), der unter seiner Reiterin sichere Lektionen aus der S-Dressur und zirzensische Gusto-Stückerl präsentierte. Gemeinsam mit diesem schönen Paar präsentierte Gerald Kandler seine 15-jährige Stb-Stute Nynke fan it Jaachpaad (Folkert 353 P x Krist 358), die zeigte, dass nicht nur Friesenhengste als Showpferde brillieren können.

Eine besondere Überraschung bescherte die souverän und charmant moderierende FFÖ-Obfrau Angelika Mangweth Sandra Plasser, die im ganzen Messetrubel ihren Geburtstag feierte. Mit vollem Einsatz brachte sie das anwesende Publikum dazu, ein gemeinsames “Happy Birthday” für die sichtlich gerührte Sandra anzustimmen, für das sich das Geburtstagskind mit einer besonders starken und von reichlich Applaus begleiteten Ehrenrunde bedankte.

Den Abschluss der Showvorführungen bestritten Sarah Fritzenwanker auf dem wunderschönen Sterhengst Wijnand van de Zwarte Diamant (Fabe 348 P x Heinse 354 P) und Alexandra Buschmann auf ihrem Showman ‘Caruso’ (Stb-Name Japie fan ‘e Hearresyl, Rik 396 x Djurre 284). In einem atemberaubend schön choreografierten Pas-des-deux zu stimmiger Musik rührten die beiden blonden Damen auf ihren schwarzen Prachtburschen das Publikum mit Lektionen aus der hohen Dressur und zirzensischen Elementen. Ein besonderes Highlight bot sich dem Publikum, als Alexandra Buschmann ihrem ‘Caruso’ mitten in der Arena das Zaumzeug abnahm, um ihn nur mithilfe eines blumengeschmückten Halsrings weiter durch die anspruchsvolle Choreografie zu reiten.

Da Sarah Fritzenwanker an zwei Messetagen verhindert war, entschied sich Kristina Radl kurzfristig, für sie im finalen Pas-des-deux einzuspringen. Alexandras ‘Caruso’ und Kristinas Tristan ergaben ein überraschend harmonisches Paar, das die spontan gestaltete Choreografie in Perfektion dem Publikum präsentierte.

In der zweiten Vorführung drehte sich alles um die Friesenzucht und den Rassestandard. Überaus kompetent und charmant führte FFÖ-Obfrau Angelika Mangweth das interessierte Fachpublikum in die Welt von Zuchtschauen, Prädikaten und IBOP-Prüfungen ein. Als “Anschauungsmaterial” hatte Fam. Prexl / Friesen Exklusiv den 4-jährigen Hengst Tymon Ven (Bartele 472 x Sytse 285) mitgebracht, der von Perry Prexl an der Hand und später von der talentierten jungen Reiterin Anna-Lena unter dem Sattel vorgestellt wurde. Der erst seit 2 Monaten in Beritt stehende Junghengste bewies bei seinem ersten großen Auftritt nicht nur seine extravagante Dressurveranlagung, sondern auch das friesentypisch coole Temperament.

Um auch den österreichischen Zuchtprodukten eine Bühne zu bieten, wurde die Rassepräsentation durch den “Liebling der Herzen” ergänzt – der kleine Horten fan Limbach (Erryt 488 x Jasper 366 P) eroberte die Herzen des Publikums im Sturm, wenngleich seine Kapriolen die aus dem Ring moderierende Angelika Mangweth manchmal in ziemliche Bedrängnis brachten.
Seine Mutter Detsje fan ‘e Skâns Ster (Jasper 366 P x Teunis 332 P) bewies darüber hinaus, dass sich die Eleganz und Schönheit der schwarzen Perlen sicher nicht nur auf das männliche Geschlecht beschränkt.

Hinter den Kulissen herrschte eine lockere, humorvolle Atmosphäre und so wurde reichlich gescherzt und gefachsimpelt. Die spärliche Freizeit in den emsigen Messetagen nutzten wir für zahlreiche Spontan-Shootings an den Ufern der Traun, bei denen einige wirklich fantastische Bilder entstanden sind.
Mir war es eine große Freude, auch dieses Jahr wieder ein kleines Rädchen in diesem engagierten Messeteam gewesen zu sein und mit so vielen sympathischen alten und neuen Gesichtern ein paar Tage ganz unser aller Leidenschaft – den Friesen – zu fröhnen.

Levenstotalen 2017 – Statistische Auswertungen

Nachdem die offiziellen Levenstotalen mit der Hengsteninformatie 2018 erschienen sind, wird es Zeit, die Performance der KFPS-Hengste in “alter” Tradition in viele bunte Statistiken zu verpacken :).

Nach den Preferenterklärungen von Olof 315 und insbesondere Norbert 444 stellt sich die Frage, wie es um die aktuellen Preferentschaftspunkte der Top-Hengste bestellt ist, zumal bereits aus dem Vorjahr bekannt ist, dass auch andere Hengste die “magische Grenze” der individuell errechneten Soll-Punktzahl erreicht haben sollten.

Preferentpunkte 2018

Ich habe zur besseren Übersicht die Mindestanzahl von 700 Preferentschaftspunkten mit einer roten Linie markiert und bei den noch nicht preferent erklärten Hengsten die errechnete Soll-Punktzahl (Anzahl registrierter Nachkomen [5-jährig +]*0,51 + 150 Punkte) mit einem grünen Balken neben die tatsächlich bereits erreichten Punkte gestellt (Berechnung ohne Gewähr).

Wie aus der Grafik deutlich ersichtlich, ist es nicht unbedingt logisch nachvollziehbar, warum Onne 376, Doaitsen 420, Jakob 302, Fetse 349 und Andries 415 noch nicht mit dem Preferent-Prädikat ausgezeichnet wurden, obwohl sowohl ihre Soll-Punktzahl als auch ihre tatsächlich erreichten Punkte deutlich über der 700 Punkte-Marke liegen.
Laut Reglement müsste hinsichtlich dieses Umstands eigentlich eine Erklärung des KFPS im NL-PHRYSO erscheinen – man darf also gespannt sein.

In de uitzonderlijke gevallen dat de inspectie reden heeft om af te zien van toekenning, wordt eerst de eigenaar en later in de Phryso de leden hiervan met een uitgebreide onderbouwing en volledige openheid in kennis gesteld.

KFPS-Registratiereglement, Art.13/7

Mit dem Verkauf von Thorben 466 in die USA verlässt wieder ein für die Zucht wertvoller Vererber Europa, auch Tonjes 459 und Date 477 gehen für die kommende Saison zurück in die Vereinigten Staaten und Mewes 438 dürfte bereits in seiner neuen Heimat Südafrika angekommen sein. Grund genug, sich die weltweite Verteilung der KFPS-Deckhengste näher anzusehen.

Hengst nach Land 2018

Derzeit sind 94 Deckhengste (offiziell) aktiv in der Zucht, davon sind 63 in den Niederlanden stationiert, 4 weitere befinden sich in der EU außerhalb NL (darunter der in Deutschland stationierte Maurus 441). Die USA beherbergen (Thorben 466, Tonjes 459 und Date 477 bereits miteingerechnet) 21 KFPS-Deckhengste, in Südafrika sind neben Mewes 438 auch der Top-Vererber Dries 421, GP-Hengst Anders 451 sowie Wierd 409, Tjalf 443 und Fetse 349 aufhältig.

An dieser Stelle möchte ich auch auf den aktualisierten FPI-Hengststammbaum 2018 hinweisen, der einen schnellen Überblick über die direkte Abstammung der aktiven Deckhengste bietet. Die Grafik ist auch im FPI-Hengstregister verlinkt.

Nach den zahlreichen Todesfällen im vergangenen Monat (z.B. Anton 343 P, Ielke 382, Wikke 404) ist es auch interessant, sich mit der aktuellen Alterstruktur der noch lebenden KFPS-Deckhengste näher zu befassen.

Alterstruktur Stand 28-01-2018

Der definitiv älteste noch lebende Deckhengst ist derzeit Ulke 338, der seit 2014 seine Rente genießt – er ist mittlerweile stolze 28 Jahre alt. Möglicherweise wird sein Alter noch vom 1989 geborenen Rypke 321 überboten – bislang wurde über einen eventuellen Tod dieses seit 2009 nicht mehr aktiven (und von Skandalen gebeutelten) Altvererbers nichts veröffentlicht und auch das KFPS führt ihn noch als lebendig, allerdings ist die diesbezügliche Informationslage recht dünn.

Abe 346 wird dieses Jahr 26 Jahre alt, Fetse 349 und Fede 350 feiern 2018 ihren 25. Geburtstag. Mit 23 Jahren folgt darauf der preferente Jasper 366, der kürzlich auf der HK bewies, dass ein Hengst auch in seinem honorigen Alter noch lange nicht zum alten Eisen gehören muss.

Der Altersdurchschnitt der KFPS-Deckhengste liegt derzeit bei 13,52 Jahren, das durchschnittliche Sterbealter (errechnet aus 114 Hengsten mit bestätigtem Todesdatum) liegt bei 17,49 Jahren. Den Altersrekord unter den KFPS-Deckhengsten hält (lt.KFPS-Datenbank) Wybren 236 (1968-2002) mit 34 Jahren, gefolgt von Gerlof 294 (*1984) und Lute 304 (*1986), die beide stolze 30 Jahre alt wurden.

Hohes Alter und lange Deckkarrieren sind neben der Beliebtheit bei den Züchtern ein wichtiger Faktor hinsichtlich des Einflusses, den ein KFPS-Deckhengst auf die Zucht nehmen kann. Neben den gekörten Söhnen, die ein Hengst in die Zucht bringt, sind natürlich auch Anzahl und Qualität seiner Stutnachkommen maßgeblich.

Dahingehend weisen die publizierten Levenstotalen auch die Anzahl der im Stammbuch registrierten Stutnachkommen der einzelnen Hengste und deren Prädikate aus:

Stuten 2018 relativ

An den vordersten 5 Positionen in dieser Topliste nach Anzahl hat sich seit dem Vorjahr nichts verändert, Onne 376 und Beart 411 P haben sich jedoch deutlich weiter nach vorne platziert (ein Trend, der sich wohl noch fortsetzen wird). Besonders eindrücklich ist dabei die Anzahl an höheren Prädikatsstuten (Kroon & Model), die Beart 411 P bislang in die Zucht gebracht hat. Kein anderer Hengst kann ihm darin zur Zeit das Wasser reichen.

Doch auch im prozentualen Bereichen nach Prädikaten finden wir Beart 411 P weit vorne, beim Anteil an Kroon- und Model-Stuten ist er sogar Spitzenreiter unter den Hengsten:

Stuten 2018 prozentual

Züchterliebling Alwin 469 hat sich mit seinen 36 gekörten Töchtern vorläufig noch vor Tsjalle 454 an die Spitze gesetzt. Sein immens hoher Steranteil von 69,44% basiert aber auf einer relativ kleinen Gruppe von Stutnachkommen, somit kann sich dies bereits in der kommenden Körsaison wieder drastisch verändern.

Ein wichtiges Vererbungsmerkmal, das vor allem in den letzten Jahren an Relevanz gewonnen hat, ist die Leistungsveranlagung für den Sport. Das vom KFPS vergebene Sportprädikat und dessen hochwertige Elite-Version zeichnet Pferde aus, die sich durch besonderen Erfolg im Sport hervorgetan haben. Laut Levenstotalen wurden bis Dezember 2017 1259 Sportprädikate und 44 Elite-Sportprädikate an Nachkommen von KFPS-Deckhengsten vergeben – die stärksten Väter in dieser Hinsicht sind in der nächsten Grafik aufgeführt:

Sportnachkommen

Der im Vorjahr verstorbene Fabe 348 P führt – wie schon im letzten Jahr – die Topliste der Leistungsvererber an. Die meisten Elite-Sportprädikate (3) gehen bisher ex aequo auf das Konto seines Sohnes Sape 381, der sich ebenfalls unter den Top-Hengsten in dieser Aufstellung platzieren konnte und auf jenes von Preferenthengst Beart 411, der in der Liste knapp vor seinem Vater Jasper 366 P auf Platz 2 aufscheint.

Mit dieser Bestandsaufnahme der Levenstotalen 2017 starten wir nun bald in die Saison 2018 – die ersten ABFP-Tests laufen bereits und in wenigen Wochen werden auch wieder die ersten Körergebnisse auf ihre Analyse warten. Ich freue mich schon darauf, die deutschsprachige Friesenwelt auch 2018 wieder mit jeder Menge Infos und Wissenswertem zu versorgen :).

FriesenFokus: KFPS-Preferenthengste – Vererber, die die Friesenzucht prägten (Teil 3)

Es ist die höchste Ehrung, die einem KFPS-Deckhengst zu Teil werden kann – das Preferent-Prädikat. Vergeben wird dieser Ehrentitel seit jeher nur an die Vererber, die durch die Leistungen ihrer Nachkommen im Übermaß bewiesen haben, dass ihr Einfluss auf die KFPS-Friesenzucht von prägender Bedeutung ist – dem zu Grunde liegt ein umfassender Berechnungsvorgang, der sowohl die Anzahl registrierter Nachkommen berücksichtigt, als auch deren aufgrund von Prädikatsvergaben nachvollziehbare Leistungen hinsichtlich Exterieur (Ster, Kroon, Model, Stb-Hengst), Vererbungsleistung (Preferent, Prestatiemoeder, Hengstenmoeder) und Sportleistung (Sport, Elite-Sport).

Nach dem 2. Weltkrieg steuerte die Population des KFPS-Friesenpferdes zunehmend in eine krisenhafte Entwicklung – mehr und mehr verschwand die Rasse aus dem Alltag der friesischen Bevölkerung und die Populationsgröße schrumpfte auf ein besorgniserregendes Maß zusammen. Dies veranlasste die Reitvereinigung “De Oorsprong” dazu, ab 1967 einen Werbefeldzug für das Friesenpferd zu starten, welcher der Rasse in den folgenden Jahrzehnten zu unerwarteter Popularität verhelfen sollte.

Die Ankörung moderner, typvoller Hengste und die vermehrte Selektion auf die Eignung für den immer populärer werdenden Freizeitsportbereich veränderten den in den Kriegszeiten etablierten Typ des schweren “Landbouwpaard” zunehmend zurück zu den Wurzeln des Friesenpferdes, einem eleganten Karrossier- und Reitpferd mit imposanter Erscheinung und kadenzierten, leichtfüßigen Gängen. Diese Blütezeit der Friesenzucht ebnete den Weg für einige heute noch wohlbekannte Stempelhengste, deren Einfluss die Friesenzucht der Gegenwart formgebend mitprägte.

Mark 232 Preferent
17.04.1964 – 24.06.1986, Tetman 205 x Ritske 202 P, Stam 067

Ausgerechnet ein 1964 abgekörter KFPS-Deckhengst sollte zwei Söhne liefern, die die Friesenzucht so maßgeblich prägen sollten, dass das moderne Erscheinungsbild der Rasse ohne den Beitrag dieser Hengstlinie heute kaum vorstellbar wäre. Es handelt sich um den 1956 geborenen Tetman 205 (Ewold 181 x Age 168), der 1964 abgekört wurde. Seine beiden so einflussreichen Söhne sind der 1962 geborene Jarich 226 (Tetman 205 x Lutsen 192) und der 1964 zur Welt gekommene Mark 232 P.

Mark 232 P zeugte in seinen 22 Lebensjahren 11 gekörte Söhne, darunter die nicht minder einflussreichen Preferenthengste Hearke 254 (aus dessen direkter Linie Hengst-Größen wie Teunis 332 P, Brandus 345 P und Jasper 366 P entstammen)  und Jochem 259 (Vater von Feitse 293 P, Großvater von Leffert 306 P), sowie Ygram 240, dessen direkte Linie vor allem durch seinen Urenkel Maurits 437 und seine 3 gekörten Söhne ebenfalls bis heute weiterbesteht. Als Muttervater von weiteren fünf KFPS-Deckhengsten und Vater unzähliger Prädikatsstuten ist Mark 232 P heute in beinahe jedem Friesenpapier zu finden und gilt somit als einer der maßgeblichsten Stempelhengste der jüngeren KFPS-Geschichte.

Seine Popularität bei den Züchtern wurde zusätzlich durch seine Erfolge bei der Hengstenkeuring befeuert – zwischen 1969 und 1975 wurde der Ausnahmehengst 3-facher Kampioen sowie 4 mal Reserve-Kampioen der HK.

Tsjalling 235 Preferent
21.03.1967 – 07.09.1995, Hotse 223 x Bouke 174 P, Stam 050

Der 166 cm große Sohn des 3-fachen HK-Kampioens Hotse 223 wurde 1970 in den Deckdienst berufen und deckte 18 Jahre lang erfolgreich. Seine Vererbungsleistung bescherte ihm 7 gekörte Söhne, unter denen Ferdinand 252 und Jelmer 297 seine direkte Linie bis in die Gegenwart weiterführen sollten. Seine Töchter brachten ihm wiederum 6 gekörte Enkelsöhne, darunter den abgekörten Sportpionier Adel 357 und den kürzlich verstorbenen Ielke 382.

Tsjalling 235 P selbst wurde 1979, am Höhepunkt seiner Beliebtheit bei den Züchtern, Kampioen der Hengstenkeuring und lieferte im Laufe seiner Deckkarriere eine ganze Reihe einflussreicher Zuchtstuten, darunter z.B. die 1980 geborene Whita Model Pref, die eine wichtige Rolle in der “goldenen” Boszorg-Linie spielte.

Tsjalling 235 P verstarb im Alter von 28 Jahren und wurde 2008 posthum mit dem Preferentprädikat geehrt.

Wessel 237 Preferent
*13.05.1968, Jarich 226 x Ritske 202 P, Stam 044

Wessel 237 P, ein Enkel des abgekörten Tabe 203, wurde ab 1971 in der KFPS-Zucht eingesetzt und deckte bis 1987.
In dieser Zeit wurden 6 seiner Söhne vom KFPS gekört, unter ihnen einflussreiche Vererber wie Oepke 266, Oege 267 P und Djurre 284. Als Muttervater von weiteren 10 Deckhengsten kann man ihn als einen der “Mutterväter der modernen Friesenzucht” bezeichnen, zumal unter diesen Wessel-Enkeln Hengste wie Jurjen 303, Rypke 321 und Folkert 353 P auftauchen.

Sein überaus großer Einfluss auf die Friesenzucht zeigte sich auch im Erfolg seiner Töchter – mindestens 19 von ihnen trugen das Modelprädikat, unzählige weitere wurden mit dem Sterprädikat ausgezeichnet.

Äußerst erfolgreich verlief auch seine Karriere in der Körbahn – Wessel 237 P ist mit großem Abstand der amtierende Rekordhalter in Sachen HK-Kampioenschap. Zwischen 1973 und 1980 wurde der Hengst ganze 6 Mal zum Kampioen ernannt, 1976 und 1979 war er HK-Reservechampion.

Hearke 254 Sport Preferent – “König der Friesen”
07.04.1973 – 19.09.1994, Mark 232 P x Tabe 203, Stam 043

Wer “KFPS-Friese” sagt, muss auch “Hearke 254 P” sagen – kaum ein anderer Hengst hat sich so in das kollektive Gedächtnis der Friesenszene gebrannt, wie der 1973 geborene Mark 232 P-Sohn aus der Gelbrich Model Pref (Tabe 203 x Held 140 P) Der von M. Brouwer gezogene Hearke 254 wurde 1976 als Deckhengst eingetragen und dominierte die Friesenzucht vor allem in den 1980er-Jahren wie kaum ein anderer vor ihm. 9 gekörte Söhne, 13-facher Muttervater von KFPS-Deckhengsten wie Onne 376, Dries 421 und Norbert 444 P, mindestens 19 Modeltöchter und eine schier unüberblickbare Anzahl an Prädikatsnachkommen brachten dem auch im Tuigsport erfolgreichen HK-Champion von 1985 den Beinamen “König der Friesen” ein. Er trug vor allem über seinen Sohn Reitse 272 P maßgeblich zur Modernisierung der Rasse hinsichtlich Sporteignung bei – ein Umstand, der sich auch heute noch in den dominierenden Vererbern der gegenwärtigen Zucht, Jasper 366 P, Beart 411 P und Norbert 444 P wiederfindet, welche allesamt in direkter oder indirekter Linie sein Blut führen.

Ob seiner unschätzbaren Vererberqualitäten ehrte das KFPS den im Alter von 21 Jahren verstorbenen Hearke 254 P im Jahr 2007 mit dem Preferent-Prädikat.

Jochem 259 Sport Preferent
27.05.1974 – 27.03.1998, Mark 254 P x Gerke 220, Stam 045

Jochem 259 P hatte – wie sein Halbbruder Hearke 254 P – massiven Einfluss auf die moderne Friesenzucht. Auch er war erfolgreich im Tuigsport und übertrumpfte seinen Halbbruder mit Erfolgen in der Körbahn – 1982 wurde er Kampioen der Hengstenkeuring, in den Jahren 1981 und 1983 wurde er zum Reserve-Champion ernannt. Trotzdem blieb er in der Gunst der Züchter in seiner 21 Jahre dauernden Deckkarriere zumeist hinter seinem Halbbruder zurück – nichtsdestotrotz hinterließ der im Alter von 24 Jahren verstorbene Stempelhengst eine beeindruckend erfolgreiche Nachkommenschaft. Unter seinen 5 gekörten Söhnen sollten vor allem Feitse 293 P und dessen Nachkommen eine tragende Rolle in der weiteren KFPS-Zucht spielen, doch auch die Hengste Tjimme 275, Tamme 276 und Jillis 301 trugen die direkte Linie bis in die Gegenwart. Auch als Muttervater konnte er reüssieren, 4 KFPS-Deckhengste tragen ihn auf diese Weise im Stammbaum.

Lammert 260 Preferent
09.01.1975 – 20.01.2003, Bjinse 241 x Evert 216, Stam 043

Lammert 260 P, geboren 1975 bei J. Grijpstra im niederländischen Ederveen, ist eine der tragenden Säulen, die das Überleben der unverwandten Hengstlinie von Age 168 bis in die Gegenwart sicherten. Der 1978 zum Deckdienst zugelassene Hengst war Anfang bis Mitte der 1980er-Jahre äußerst beliebt bei den Züchtern, er deckte bis zu seinem Tode im Alter von stattlichen 28 Jahren und dank Gefriersperma (in sehr kleinem Umfang) noch mehr als ein Jahrzehnt darüber hinaus – seine letzte Deckung wurde 2016 registriert. Trotz seiner unerreicht langen Aktivzeit als Deckhengst und seiner 5 gekörten Söhne, konnte nur einer seiner gekörten Hengstnachkommen – nämlich Frans 289 – die direkte Linie bis in die Gegenwart retten. Deutlich erfolgreicher war der Einfluss von Lammert 260 P auf Muttervaterseite – unter seinen 10 gekörten Enkeln in indirekter Linie finden sich die überaus bedeutsamen Preferenthengste Olof 315 und Teunis 332. Von seinen über 400 im Erwachsenenalter gekörten Töchtern wurden 39% mit Ster oder höheren Prädikaten ausgezeichnet, 4 Modelstuten stammen von ihm ab und 39 Stuten konnten durch ihre Leistungen in das Zucht das Preferentprädikat erwerben.

Über die frühen Stempelhengste der KFPS-Zucht wurde bereits in Teil 1 und Teil 2 berichtet, im nächsten Teil der Serie möchte ich mich den Preferenthengsten widmen, die dem modernen Friesenpferd zum großen internationalen Durchbruch verhalfen.