Centrale Keuring 2020 abgesagt

Das KFPS ließ heute verlautbaren, dass die für September geplante zentrale Stutenkörung 2020 (Centrale Keuring) aufgrund der herrschenden Unwägbarkeiten hinsichtlich des Umganges mit der Corona-Krise abgesagt wird.
Als vorrangiger Grund dafür wird genannt, dass zu viel Unsicherheit darüber bestünde, ob die derzeit in den Niederlanden geltenden Abstandsregeln (1,5 m Individualabstand) bis zum geplanten Termin noch in Kraft sein werden.

Wietske Stb Ster (Jehannes 484 x Mewes 438) – CK-Kampioene 2018

Traditionellerweise versammeln sich auf der CK die im Zuge der verschiedenen Körveranstaltungen mit einer 1. Prämie ausgezeichneten Fohlen und Stuten aller Altersklassen, um sich um den Titel der “Kampioene” zu bewerben. Dabei werden jedes Jahr auch die begehrten Kroon- und Model-Prädikate an die schönsten der anwesenden erwachsenen Stuten ausgegeben.

Da dies nun für das Jahr 2020 entfällt, können Stuten der entsprechenden Altersklassen ab sofort im Zuge der zahlreich anberaumten Hauskörungen (Locatiekeuringen) auch mit diesen Prädikaten bedacht werden. Diese Körveranstaltungen werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten und via Livestream im Internet übertragen (nähere Informationen zu den Hauskörungen siehe HIER).

Das Bewertungssystem des KFPS

Friesenliebhaber, die nicht aus den Niederlanden stammen sind wohl manches Mal irritiert, wenn sie mit dem System des KFPS hinsichtlich der Exterieur- und Bewegungsbewertung konfrontiert sind. Ausdrücke wie “ruim voldoende” und “uitstekend” sind nur wenigen Nicht-Niederländern ein ausreichend geläufiger Begriff und oft ist es für uns nicht einfach, die entsprechenden Begrifflichkeiten mit den vergebenen Noten in Einklang zu bringen.

Dabei ist die Sache nicht so schwierig, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag, das KFPS-Bewertungssystem beruht nämlich auf der in den Niederlanden gebräuchlichen Skala für Schulnoten, welche sich in 10 Teile gliedert.

Im Folgenden möchte ich diese Skala kurz umreissen:

Bewertungssystem NL

Das niederländische Schulsystem verwendet also ein ausgesprochen differenziertes Notensystem zur Leistungsbeurteilung, welches (für Österreicher und Deutsche ungewohnt) auch noch eine umgekehrte Ziffernwertung enthält (im Gegensatz zu NL und der Schweiz ist eine 1 in Österreich und Deutschland die beste zu erreichende Leistung und wird als “Sehr gut” gewertet). Für mich als Pflichtschullehrer im Brotberuf ist diese Form der Leistungsbeurteilung auch pädagogisch durchaus interessant, aber an dieser Stelle möchte ich den Exkurs in Richtung meiner beruflichen Leidenschaft auch schon wieder beenden.

Es sind also diese im Schulsystem gebräuchlichen Noten, welche die KFPS-Jurymitglieder auf Körungen und Fokdagen an die angebotenen Pferde vergeben.

Nun wird ein Pferd aber nicht einfach im Gesamtbild mit einer Note bedacht, vielmehr wird das Tier durch die Jury regelrecht in Teilbereiche “zerlegt”, welcher jeder für sich eine spezifische Note erhalten.
Im Allgemeinen sind diese Teilbereiche:

  • Rassetyp (nl.: rastype)
    Wird ausgemacht durch das allgemeine Erscheinungsbild, den Kopf, die Halsung den Behang und die Farbe.
  • Gebäude (nl.: bouw)
    Betrifft die Halsung (Kopf-Hals-Verbindung, Genick, Ganaschenfreiheit, Halsstellung und -ansatz), Schulter, Brustkasten, Widerrist, Rücken, Lenden, Kruppe und Oberschenkel- und Kruppenbemuskelung.
  • Fundament (nl.: beenwerk)
  • Bewegung (nl.: beweging)
    Im Allgemeinen sind darunter Schritt (stap), Trab (draf) und Galopp zu verstehen, bei Körveranstaltungen werden die Pferde jedoch traditionell nur in Schritt und Trab an der Hand vorgestellt und bewertet.

Dabei müssen sich die Juroren an den vom KFPS ausgegebenen Rassestandard halten, welcher in den Statuten festgelegt ist und de facto das Idealbild des Friesenpferdes umschreibt.

Das Notensystem ist auch bei der Bewertung von Gebrauchsprüfungen (z.B. IBOP, ABFP) gebräuchlich, die zu bewertenden Einzelkategorien unterscheiden sich dem Anlass entsprechend.

Bei Körveranstaltungen erhalten erwachsene Pferde (mindestens 3-jährig), welche zur Aufnahme in das Stammbuch angeboten werden darüber hinaus einen sogenannten ‘lineaire score‘. Dabei werden anhand einer Tabelle 27 lineaire kenmerken (von schlecht bis gut zu bewertende Einzelbereiche) beurteilt, sowie 5 waardeerende kenmerken (zusammenfassende Einschätzung der o.g. Teilbereiche) beurteilt, welche am Durchschnitt der Rassepopulation gemessen werden.
Das dabei von der Jury ausgefüllte Formular erhält der Besitzer des gekörten Pferdes, die Bewertung ist aber auch für KFPS-Mitglieder im Internet abrufbar und findet darüber hinaus Eingang in die Zuchtwertschätzung des jeweiligen Vatertieres.

juryrapport-friese-paarden

Musterformular für die Eintragung des ‘lineaire score’

Diese Beurteilungskriterien bilden neben einigen anderen Anforderungen (z.B. Mindeststockmaß, Freiheit von unerlaubten Abzeichen etc.) die Basis für die weitere Prämierung eines gekörten Pferdes.

FriesenFokus: KFPS-Preferenthengste – Vererber, die die Friesenzucht prägten (Teil 4)

Friesenfokus Preferenthengste

Es ist die höchste Ehrung, die einem KFPS-Deckhengst zu Teil werden kann – das Preferent-Prädikat. Vergeben wird dieser Ehrentitel seit jeher nur an die Vererber, die durch die Leistungen ihrer Nachkommen im Übermaß bewiesen haben, dass ihr Einfluss auf die KFPS-Friesenzucht von prägender Bedeutung ist – dem zu Grunde liegt ein umfassender Berechnungsvorgang, der sowohl die Anzahl registrierter Nachkommen berücksichtigt, als auch deren aufgrund von Prädikatsvergaben nachvollziehbare Leistungen hinsichtlich Exterieur (Ster, Kroon, Model, Stb-Hengst), Vererbungsleistung (Preferent, Prestatiemoeder, Hengstenmoeder) und Sportleistung (Sport, Elite-Sport).

Die ausgehenden 1970er-Jahre und beginnenden 1980er bedeuteten für die KFPS-Friesenzucht eine regelrechte Renaissance.
Die Wirtschaft in Europa und somit auch in den Niederlanden boomte nach den langen, kargen Jahrzehnten, die der Kontinent im Schatten zweier Weltkriege gedarbt hatte – und damit auch die Zucht von Pferden, deren Qualitäten abseits vom landwirtschaftlichen Gebrauch lagen. Es waren diese Jahre, die den Grundstein für das Wiederaufleben des Friesenpferdes im ursprünglichen Typus legten und in denen die Rasse weg vom behäbigen “Tulpentreter” zum hocheleganten Karossier- und später auch Reitpferd entwickelt wurde. Im Gros der damaligen Friesenpopulation war davon freilich noch wenig zu sehen, doch die strenge Hengstenselektion seitens des KFPS tendierte bereits merklich in die oben beschriebene Richtung, was sich auch in den sich später als Stempelhengste erweisenden Beschälern widerspiegelte.
Nicht zuletzt führte die blühende Wirtschaft aber auch zu einer Verbreiterung des Pferdemarktes – das Pferd als Nutztier mochte durch die fortschreitende Technologisierung von Landwirtschaft und Verkehr zwar ausgedient haben, doch die bessere wirtschaftliche Lage des Einzelnen erlaubte nun wieder zunehmend, Pferde auch als Haustiere, Sportpartner und Freizeitgefährten zu betrachten.
Dies spiegelt sich auch in den Deckzahlen wider – 1980 übersprang die Anzahl der vom KFPS registrierten Bedeckungen erstmals die magische Grenze von 1000 – ein Trend, der sich bis weit in die 1990er fortsetzen sollte.


Naen 264 Preferent
11.04.1976 – 01.01.2003, Ferdinand 252 x Kerst 190 P x Held 140, Stam 034

Naen 264 P, der 1976 als Nathan in der Nähe des friesischen Ortes Blauwhuis geboren wurde, wurde im März 1979 als Deckhengst angekört. Bereits zu Beginn seiner Deckkarriere fiel der modern und sportlich gebaute Hengst, der für damalige Verhältnisse recht hochgewachsen war (165 cm Stkm.) auch den Züchtern ins Auge, die ihn im Laufe seiner 17 Jahre andauernden Karriere als Deckhengst reichlich nutzten.
Naen 264 P ist der einzige gutgekörte Sohn von Ferdinand 252 (Tsjalling 253 P x Ritske 202 P), welcher recht stringent innerhalb der damals noch recht stark vertretenen Ritske-Linie gezogen worden war. Mütterlichseits trug Naen 264 P über seine Mutter Truus Model Pref (zum Zeitpunkt seiner Geburt bereits 20 Jahre alt) die Gene des sehr unverwandt gezogenen Kerst 190 und damit einer Hengstlinie, deren letzter direkter Abkömmling bereits Mitte der 1960er Jahre abgekört wurde. Neben Naen 264 P hatte die überaus erfolgreiche Truus noch zwei weitere Söhne im Deckdienst – den 1976 abgekörten Zjeord 239 (v. Kasper 229) sowie den 1971 geborenen Dagho 247 (v. Tsjalling 235 P), welcher durchaus erfolgreich bis zu seinem Tod 1996 als KFPS-Deckhengst Dienst tat. Darüber hinaus zeichnet sich die Modellstute bis heute als Begründerin einer schier unüberschaubaren Stutlinie innerhalb des Stutenstammes 034 aus, aus welcher zahlreiche Prädikatspferde hervorgingen.

Naen 264 P schaffte, was nur wenigen Deckhengsten des KFPS vergönnt ist – er hinterließ ein bis heute reichendes Vermächtnis und drückte der Friesenzucht insbesondere hinsichtlich Sportveranlagung seinen Stempel auf. Im Laufe seiner Deckkarriere zeugte er 6 als KFPS-Deckhengste registrierte Söhne (Walter 282, Foppe 290, Barteld 292, Hannes 296, Jakob 302 Sport & Ludse 305), deren Hengstnachkommen heute den allergrößten Teil der rezenten Deckhengste in der Ritske-Linie ausmachen. Besonders Barteld 292 konnte über seine Söhne Pyt 325 und dessen heute in Deutschland stationierten Sohn Gjalt 426, sowie Wander 352 und dessen überaus erfolgreichen Nachkommen Doaitsen 420 einen wichtigen Beitrag zur Friesenzucht leisten. Unter anderem in den Pedigrees der Halbbrüder Omer 493 (Gjalt 426 x Karst 362) und Wolter 513 (Fabe 348 P x Karst 362) trägt der Einfluss von Naen 264 P (er schlägt als MV der verdienten Doppel-Hengstmutter Zandra fan Bartlehiem Ster Pref zu Buche) darüber hinaus auch heute noch zu einer breiten Blutstreuung innerhalb der modernen Friesenzucht bei.

Die Stutnachkommen von Naen 264 P zeichneten sich ebenfalls durch hohe Qualität aus – bei 325 im Stammbuch registrierten Stuten erreichten seine Töchter einen Ster-Prozentsatz von beinahe 43%, 5 Stuten erhielten das Modelprädikat, weitere 35 haben bis heute durch außerordentliche Zuchtleistung das begehrte Preferent-Prädikat erreicht, 5 Naen 264-Töchter sind darüber hinaus Prestatiemoeders.

Naen 264 P kann ohne Weiteres als Begründer einer ganzen Linie moderner, sportlicher KFPS-Friesen gesehen werden – sein durchschlagender Einfluss als Stempelhengst ist bis heute sichtbar.

Naen 264 wurde 2008, lange nach seinem Ableben, posthum Preferent erklärt.


Oege 267 Preferent
17.04.1977 – 10.11.1998, Wessel 237 P x Hindrik 222 x Age 168, Stam 002

Oege 267 P (ndl. ausgesprochen ~ “Uche” und nicht wie im deutschsprachigen Raum vielmals gehört “Öge” 🙂 ) wurde im März 1980 als KFPS-Deckhengst angekört und trat seinen Dienst in Tjerkgaast auf der Station von Fr. de Jong an. Der damals 3-jährige Hengst bestach durch einen außerordentlich schönen Rassetyp und viel Behang, wie sich auch heute noch anhand alter Aufnahmen belegen lässt. Der Sohn von Wessel 237 P (siehe Teil 3 dieser Serie) war lang als Deckhengst im Einsatz und gehörte in dieser Zeit über ein ganzes Jahrzehnt hinweg zu den beliebtesten und am häufigsten genutzten KFPS-Vererbern, was die mehr 1800 Decksprünge in seinem langen Leben beweisen.
Mütterlicherseits stammte Oege 267 P aus der 1968 geborenen Wieske Ster Pref (sehr interessant aus Hindrik 222 x Age 168 gezogen). Oege war der erste Sohn dieser Stute, welche im Laufe ihrer Zuchtkarriere noch 13 weiteren Fohlen das Leben schenken sollte und aus deren Nachkommenschaft sich die Hengstmütter von Sytse 385, Take 455 und Wolfert 467 rekrutieren.

Unter den Hengstnachkommen von Oege 267 P finden sich nicht weniger als 7 gekörte KFPS-Deckhengste, von denen nur einer (Wibe 402) abgekört wurde. Sein erster gekörter Sohn, Ritse 322 ist über den 2018 verstorbenen Wikke 404 der Großvater des überaus sportbegabten Aarnold 471 Sport-Elite. Danach folgten Remmelt 323 und der kurz nach seiner Ankörung verstorbene Tieme 330, die sich in direkter Linie nicht bis heute durchsetzen konnten. Als 4. Sohn von Oege 267 P wurde 1995 der immer noch weithin bekannte Anton 343 Sport angekört, welcher 2016 ebenfalls Preferent erklärt wurde und 2018 im stolzen Alter von 26 Jahren in den USA verstarb.
Danach folgte der ebenfalls jung verstorbene Jitse 361, ehe 1999 mit Lolke 371 Sport jener Hengst angekört wurde, dessen direkter Nachfahre Alwin 469 Sport (Felle 422 x Tsjerk 328 P) heute zu den beliebtesten KFPS-Deckhengsten zählt.
Mit diesem großen Vermächtnis an direkten Hengstnachkommen konnte Oege 267 P seinen höchstpersönlichen Zweig im KFPS-Hengstenstammbaum verewigen, welcher wohl aufgrund der Popularität – insbesondere von Alwin 469 – so schnell nicht erlöschen wird.

Ausschnitt HSB Oege 267

Ausschnitt aus dem KFPS-Hengststammbaum / direkte Linie auf Oege 267 P

Doch auch als “Stutenmacher” konnte Oege 267 P sich behaupten. Seine zahlreichen Töchter erreichen einen Steranteil von fantastischen 54,35%, das KFPS zählt darunter 11 Modelstuten, 72 (!!!) preferente Stuten und 11 Leistungsmütter (Prest). Kaum verwunderlich liegt Oege 267 P damit in Sachen Preferentschafts-Punkten bis heute in den vordersten Rängen.
12 seiner Töchter lieferten darüber hinaus ihrerseits KFPS-Deckhengste, darunter der ebenfalls preferente Brandus 345, der leider viel zu früh verstorbene Harmen 424 und der schöne Mewes 438. Als MMV steht Oege 267 im Papier von weiteren 14 KFPS-Hengsten, im Pedigree von Alwin 469 findet man ihn dadurch sowohl in direkter Vaterlinie als auch in der Mutterlinie.

Oege 267 wurde 1996 noch zu Lebzeiten Preferent erklärt.


Reitse 272 Sport Preferent
09.05.1978 – 13.02.1995, Hearke 254 P x Hotse 223 x Eelke 183, Stam 022

Der 1978 geborene Reitse 272 P wurde im Februar 1982 gemeinsam mit seinem Vollbruder Tys 274 als Sohn des später als “König der Friesen” bekannt gewordenen Hearke 254 P in den Deckdienst beordert. Der außergewöhnlich schöne Hengst, der durchaus Ähnlichkeiten zu seinem sehr rassetypischen Vater erkennen ließ, wurde von den Züchtern bereits am Anfang seiner Deckkarriere gerne angenommen und erreichte so im Laufe seiner aktiven Deckkarriere, welche mit seinem relativ frühen Tod (17 Jahre) 1995 endete, auch beachtliche Deckzahlen.
Seine Mutter war die sehr gut züchtende Pauliene Ster Pref (gezogen Hotse 223 x Eelke 183 und damit stark in der Ritske-Linie verankert), welche insgesamt 14 Fohlen zur Welt brachte.

Reitse 272 P brachte insgesamt 7 vom KFPS anerkannte Deckhengste, von denen wiederum 3 abgekört wurden (Obe 314, Tjitte 333 & Reyert 337). Unter den verbleibenden vier Söhnen, welche auf Abstammung gutgekört werden konnten, finden sich dafür aber gleich zwei ganz große Namen – nämlich die der beiden Preferenthengste Olof 315 und Brandus 345, denen ich mich in späteren Kapiteln dieser Serie en detail widmen möchte. Die beiden weiteren gutgekörten Söhne von Reitse 272 sind Anne 340 Sport und Abel 344.

Doch auch über seine Töchter konnte Reitse 272 P gehörigen Einfluss auf die moderne Zucht des KFPS nehmen. Ganze 15 Hengstmütter finden sich unter seinen Töchtern (darunter die Mütter von Ulke 338, Lolke 371, Eibert 419 und Doaitsen 420), als MMV schlägt er sich in den Stammbäumen weiterer 6 Deckhengste nieder (z.B. in denen von Epke 474 und Fonger 478). Von seinen 441 im KFPS-Stb registrierten Töchtern erreichten 46% ein höherwertiges Stutprädikat, die Statistik weist 192 Sterren und 11 Modeltöchter aus. 37 seiner Töchter haben inzwischen die Preferentschaft erreicht, 2 konnten sich als Prestatiemoeders etablieren. Durchaus erwähnenswert für einen Hengst dieser Generation sind auch die 17 registrierten Sport-Nachkommen – eine unüblich hohe Zahl für einen Vertreter dieser Zeit und auch ein Indikator für die außergewöhnliche Sportveranlagung, die der selbst im Tuigsport erfolgreiche Reitse 272 P an seine Nachkommen weitergegeben hat. Besonders hinsichtlich der Verbesserung des Schritts in der Friesenpopulation legte dieser Hengst einen wichtigen Grundstein, welcher v.a. über seinen Sohn Olof 315 und in weiterer Linie über Jasper 366 und Beart 411 weiter verankert wurde.

Reitse 272 wurde 1996 posthum Preferent erklärt.


Im nächsten Teil dieser Serie möchte ich mich den Preferenthengsten widmen, deren Einfluss ganz unmittelbar bis heute spürbar ist – dahingehend stehen die großen Namen Feitse 293, Leffert 306, Olof 315, Tsjerk 328 und Teunis 332 auf dem Programm, die allesamt große Spuren hinterlassen haben und deren direkte Nachkommen auch heute noch eine aktive und wichtige Rolle in der Friesenzucht spielen.

Teil 1, Teil 2 und Teil 3 dieser Serie sind auf den jeweiligen Seiten nachlesbar.

 

Hauskörungen ab Juni

Infolge der Corona-Maßnahmen der niederländischen Regierung, welche die Durchführung größerer Veranstaltungen verbieten, hat das KFPS den Entschluss gefasst, die deshalb entfallenen Körungen durch Hauskörungen zu ersetzen, welche auf dem Gelände ausgewählter Trainingsställe in den Niederlanden stattfinden und via Video-Livestream im Internet übertragen werden.

No02Spliethof

Hauskörung bei Stal Spliethof (Screenshot)

Ein Testlauf dieser neuen Form von Körungen fand vergangene Woche mit großem Erfolg statt – nun wurden auf der Homepage des KFPS weitere Termine bekannt gegeben.

Die Hauskörungen werden laut diesen Informationen beginnend mit 05.06.2020 bei Stal de Mersken (Siegerswoude) fortgeführt. Weitere bereits fixierte Termine sind:

  • 10.06.2020 – Stal Sibma (Rottum) / Stal Eppinga (Oudemirdum)
  • 13.06.2020 – Stal Lueks (Diever) / Stal Henswoude (Oldeboorn)
  • 17.06.2020 – Stal Chardon (Jorwert)
  • 18.06.2020 – Stal van Manen (Ede)
  • 19.06.2020 – Stal de Mersken (Siegerswoude)
  • 20.06.2020 – Stal fan de Kadyk (St. Johannesga)
  • 24.06.2020 – Stal de Nieuwe Heuvel (Lunteren)
  • 27.06.2020 – Stal Hestegaarden (Beek en Donk)

Auch für Juli 2020 wurden (noch unter Vorbehalt) bereits eine ganze Reihe Termine angesetzt – somit haben Friesenliebhaber rund um den Globus in den kommenden Monaten die Möglichkeit, die niederländischen Körungen live zu verfolgen.

Neben den Kategorien, die auf den bereits stattgefundenen Hauskörungen durch die Jury prämiert wurden (Vb M, Stb M, Rb, Vb H), sollen im Zuge der kommenden Termine auch Ster- und Kroonstuten angeboten werden können.

 

 

UPDATE: Übersetzungen der Abstammungsrapporte aktualisiert

Nach langer Planung ist es mir an diesem Wochenende endlich gelungen, die noch ausstehenden Rapporte zu den Abstammungskörungen vieler aktueller Hengste nachzuholen (darunter Züchterlieblinge wie Hessel 480 und Jehannes 484).

Die aus dem Niederländischen übersetzten Berichte sind in der Rubrik “Beurteilungsrapporte” zu finden.

Erste Hauskörungen 2020 ein großer Erfolg

In der vergangenen Woche betrat das KFPS ungewohnten Boden. Da aufgrund der aktuellen Situation keine regulären Kör-Veranstaltungen stattfinden können und folgerichtig sämtliche Stammbuchkörungen und Fokdagen bis auf Weiteres abgesagt werden mussten, entschloss sich das KFPS zur Durchführung von Hauskörungen, welche Live im Internet übertragen wurden.

Zu diesem Zwecke machten sich jeweils zwei Juroren inklusive Kammerateam zu insgesamt 9 verschiedenen Trainingsställen auf, um vor Ort angebotene Pferde auf gewohnt professionelle Weise zu beurteilen. Auf die Körung von Fohlen wurde dabei vorerst verzichtet, der Jury wurden Fohlenbuchstuten zur Stammbuchaufnahme, Stb-Stuten zur Graderhöhung sowie Vb-Hengste zur Stererklärung vorgestellt.

Unter großem Interesse der Livestream-Zuschauer (zeitweise über 500 Personen) konnten auf diesem Wege 80 Pferde gekört werden.

An 4 Stuten wurden 1. Prämien ausgereicht.

Im Zuge der Körung bei de Nieuwe Heuvel in Lunteren erreichten zwei Töchter von Alwin 469 das hochbegehrte ‘oranje lint’.  Zum einen die aus einer Ster AA-Stute von Uwe 458 gezogene Diana P. (*2017), zum anderen die äußerst korrekt gebaute Blomke fan de Groenesteegh (*2016, Alwin 469 x Ster v. Doaitsen 420).

No20 Folmer

Diana P. Stb Ster

No24 Folmer

Blomke fan de Groenesteegh Stb Ster

Auch bei Stal de Mersken in Siegerswoude konnten 1. Prämien vergeben werden – dies betraf die 3-jährige Eeuwkje D.J. (Jehannes 484 x Ster Sport Pref*4 v. Wierd 409), die vor allem durch ihre fantastische Trabaktion zu überzeugen vermochte, sowie die 6-jährige Stammbuchstute Veroniek W.E. (Reinder 452 x Ster Sport v. Jasper 366 P), die sowohl mit hervorragendem Exterieur als auch starken Bewegungen in Schritt und Trab glänzte.

No4 Mersken

Eeuwkje D.J. Stb Ster

No6 Mersken

Veroniek W.E. Stb Ster

Insgesamt wurden 22 Fohlenbuchstuten sowie 8 Stb-Stuten mit einem Sterprädikat ausgezeichnet (darunter 2 x voorl. Ster). Von 8 angebotenen Hengsten erhielten 3 den begehrten Ster-Titel.

Das KFPS hat angekündigt, in den kommenden Wochen weitere derartige Hauskörungen veranstalten zu wollen, ein Zeitplan dafür soll in den nächsten Tagen veröffentlicht werden.

 

 

Anm. d. Red.: Die Fotos sind Screenshots von den Liveübertragungen der Körungen und deshalb qualitativ sehr schlecht.

Neue Übersetzungen online

Nach einer langen Pause darf ich mich – bedingt durch Corona-Freizeitgewinn – in der Friesenwelt zurückmelden :).
Als Wieder-Einstand gehen in den nächsten Tagen vor allem weitere Übersetzungen von Rapporten online, die unter der Rubrik ‘Beurteilungsrapporte’ zu finden sind – weiters ist geplant, die bestehenden Seiten wie Friesen-ABC und Hengstregister in den nächsten Tagen auf den aktuellsten Stand zu bringen, ehe ich mich neuen Inhalten widmen will.

Anregungen und Kritik werden gerne entgegen genommen :).

Auch Olgert 445 tot

Nachdem gestern kurzfristig die Nachricht über den Tod von Eibert 419 die Friesengemeinde in Trauer versetzte, folgt heute bereits der nächste leidvolle Abschied – der sowohl als Dressurpferd als auch im Tuigsport hocherfolgreiche Olgert 445 ist am 1. März im jungen Alter von nur 15 Jahren verstorben.

Olgert 445 wurde 4-jährig im Jahr 2008 als erster und einziger Sohn des im Tuigsport legendär erfolgreichen Ulke 338 in den Deckdienst geholt, konnte jedoch in Sachen Beliebtheit bei den Züchtern nie an die Erfolge seines Vaters anknüpfen. In 11 Deckjahren brachte er es nicht ganz auf 300 Bedeckungen, aus denen (aktuell) 12 Sterstuten und die 2017 Model erklärte Echoes of Love T.C.B. (*2009) hervorgingen. 2013 wurde überaus sein Sohn Fonger 478 in den Deckdienst berufen, welcher dieses Jahr seine Nachkommenkörung abrunden sollte.

Olgert 445 selbst war bis zu seinem Tod überaus erfolgreich im Sport unterwegs, noch 2017 erhielt er die Startberechtigung für den Grand Prix und erreichte im selben Jahr das Elite-Sportprädikat.

Eibert 419 verstorben

Das Jahr 2019 beginnt mit traurigen Verlusten. Nach dem abgekörten Krist 358 und dem erst 16-jährigen Jisse 433 in den USA ist nun auch der beliebte Althengst Eibert 419 verstorben, wie die Deckstation “De Schoone Weide” heute auf Facebook bekannt gegeben hat.

 

Der Folkert 353 P-Sohn wurde 2001 geboren und im Jahr 2004 für den Deckdienst zugelassen. Im Laufe seiner Deckkarriere wurde er verhältnismäßig wenig eingesetzt, hinterlässt aber trotzdem einige hochprämierte Stutnachkommen, allen voran die 2007 geborene Zanna Esther H. Model Sport, sowie 7 Kroontöchter.

Keiner seiner Söhne und Enkelsöhne wurde bislang für den Deckdienst zugelassen.

Date 477 wechselt für 220.000 $ den Besitzer

Bereits vor einigen Monaten war auf einschlägigen amerikanischen Kanälen bekannt geworden, dass der 2009 geborene Date 477 (Mintse 384 x Tjitte 333) in diesem Jahr zur Versteigerung angeboten werden solle.

Nun wurde bekannt, dass der Hengst für stolze 220.000,- US-$ (~ 190.000,- €) den Besitzer gewechselt hat, über den Höchstbieter ist allerdings bislang noch nichts bekannt. Die amerikanische Friesenszene macht indes in den sozialen Netzwerken ihrem Ärger über die Versteigerung des in den USA gezogenen Deckhengstes Luft und sorgt sich offenbar über den weiteren Verbleib und Zuchteinsatz von Date 477.

In Europa wurden Gerüchte über die Versteigerung des Mintse 384-Sohnes in den letzten Monaten eher spöttisch kommentiert, insbesondere in Hinblick auf die Leistungen der Nachkommen von Date 477 in den ABFP-Tests, welche im Großen und Ganzen recht unterdurchschnittlich ausfielen.