FriesenFokus: KFPS-Preferenthengste – Vererber, die die Friesenzucht prägten (Teil 4)

Friesenfokus Preferenthengste

Es ist die höchste Ehrung, die einem KFPS-Deckhengst zu Teil werden kann – das Preferent-Prädikat. Vergeben wird dieser Ehrentitel seit jeher nur an die Vererber, die durch die Leistungen ihrer Nachkommen im Übermaß bewiesen haben, dass ihr Einfluss auf die KFPS-Friesenzucht von prägender Bedeutung ist – dem zu Grunde liegt ein umfassender Berechnungsvorgang, der sowohl die Anzahl registrierter Nachkommen berücksichtigt, als auch deren aufgrund von Prädikatsvergaben nachvollziehbare Leistungen hinsichtlich Exterieur (Ster, Kroon, Model, Stb-Hengst), Vererbungsleistung (Preferent, Prestatiemoeder, Hengstenmoeder) und Sportleistung (Sport, Elite-Sport).

Die ausgehenden 1970er-Jahre und beginnenden 1980er bedeuteten für die KFPS-Friesenzucht eine regelrechte Renaissance.
Die Wirtschaft in Europa und somit auch in den Niederlanden boomte nach den langen, kargen Jahrzehnten, die der Kontinent im Schatten zweier Weltkriege gedarbt hatte – und damit auch die Zucht von Pferden, deren Qualitäten abseits vom landwirtschaftlichen Gebrauch lagen. Es waren diese Jahre, die den Grundstein für das Wiederaufleben des Friesenpferdes im ursprünglichen Typus legten und in denen die Rasse weg vom behäbigen “Tulpentreter” zum hocheleganten Karossier- und später auch Reitpferd entwickelt wurde. Im Gros der damaligen Friesenpopulation war davon freilich noch wenig zu sehen, doch die strenge Hengstenselektion seitens des KFPS tendierte bereits merklich in die oben beschriebene Richtung, was sich auch in den sich später als Stempelhengste erweisenden Beschälern widerspiegelte.
Nicht zuletzt führte die blühende Wirtschaft aber auch zu einer Verbreiterung des Pferdemarktes – das Pferd als Nutztier mochte durch die fortschreitende Technologisierung von Landwirtschaft und Verkehr zwar ausgedient haben, doch die bessere wirtschaftliche Lage des Einzelnen erlaubte nun wieder zunehmend, Pferde auch als Haustiere, Sportpartner und Freizeitgefährten zu betrachten.
Dies spiegelt sich auch in den Deckzahlen wider – 1980 übersprang die Anzahl der vom KFPS registrierten Bedeckungen erstmals die magische Grenze von 1000 – ein Trend, der sich bis weit in die 1990er fortsetzen sollte.


Naen 264 Preferent
11.04.1976 – 01.01.2003, Ferdinand 252 x Kerst 190 P x Held 140, Stam 034

Naen 264 P, der 1976 als Nathan in der Nähe des friesischen Ortes Blauwhuis geboren wurde, wurde im März 1979 als Deckhengst angekört. Bereits zu Beginn seiner Deckkarriere fiel der modern und sportlich gebaute Hengst, der für damalige Verhältnisse recht hochgewachsen war (165 cm Stkm.) auch den Züchtern ins Auge, die ihn im Laufe seiner 17 Jahre andauernden Karriere als Deckhengst reichlich nutzten.
Naen 264 P ist der einzige gutgekörte Sohn von Ferdinand 252 (Tsjalling 253 P x Ritske 202 P), welcher recht stringent innerhalb der damals noch recht stark vertretenen Ritske-Linie gezogen worden war. Mütterlichseits trug Naen 264 P über seine Mutter Truus Model Pref (zum Zeitpunkt seiner Geburt bereits 20 Jahre alt) die Gene des sehr unverwandt gezogenen Kerst 190 und damit einer Hengstlinie, deren letzter direkter Abkömmling bereits Mitte der 1960er Jahre abgekört wurde. Neben Naen 264 P hatte die überaus erfolgreiche Truus noch zwei weitere Söhne im Deckdienst – den 1976 abgekörten Zjeord 239 (v. Kasper 229) sowie den 1971 geborenen Dagho 247 (v. Tsjalling 235 P), welcher durchaus erfolgreich bis zu seinem Tod 1996 als KFPS-Deckhengst Dienst tat. Darüber hinaus zeichnet sich die Modellstute bis heute als Begründerin einer schier unüberschaubaren Stutlinie innerhalb des Stutenstammes 034 aus, aus welcher zahlreiche Prädikatspferde hervorgingen.

Naen 264 P schaffte, was nur wenigen Deckhengsten des KFPS vergönnt ist – er hinterließ ein bis heute reichendes Vermächtnis und drückte der Friesenzucht insbesondere hinsichtlich Sportveranlagung seinen Stempel auf. Im Laufe seiner Deckkarriere zeugte er 6 als KFPS-Deckhengste registrierte Söhne (Walter 282, Foppe 290, Barteld 292, Hannes 296, Jakob 302 Sport & Ludse 305), deren Hengstnachkommen heute den allergrößten Teil der rezenten Deckhengste in der Ritske-Linie ausmachen. Besonders Barteld 292 konnte über seine Söhne Pyt 325 und dessen heute in Deutschland stationierten Sohn Gjalt 426, sowie Wander 352 und dessen überaus erfolgreichen Nachkommen Doaitsen 420 einen wichtigen Beitrag zur Friesenzucht leisten. Unter anderem in den Pedigrees der Halbbrüder Omer 493 (Gjalt 426 x Karst 362) und Wolter 513 (Fabe 348 P x Karst 362) trägt der Einfluss von Naen 264 P (er schlägt als MV der verdienten Doppel-Hengstmutter Zandra fan Bartlehiem Ster Pref zu Buche) darüber hinaus auch heute noch zu einer breiten Blutstreuung innerhalb der modernen Friesenzucht bei.

Die Stutnachkommen von Naen 264 P zeichneten sich ebenfalls durch hohe Qualität aus – bei 325 im Stammbuch registrierten Stuten erreichten seine Töchter einen Ster-Prozentsatz von beinahe 43%, 5 Stuten erhielten das Modelprädikat, weitere 35 haben bis heute durch außerordentliche Zuchtleistung das begehrte Preferent-Prädikat erreicht, 5 Naen 264-Töchter sind darüber hinaus Prestatiemoeders.

Naen 264 P kann ohne Weiteres als Begründer einer ganzen Linie moderner, sportlicher KFPS-Friesen gesehen werden – sein durchschlagender Einfluss als Stempelhengst ist bis heute sichtbar.

Naen 264 wurde 2008, lange nach seinem Ableben, posthum Preferent erklärt.


Oege 267 Preferent
17.04.1977 – 10.11.1998, Wessel 237 P x Hindrik 222 x Age 168, Stam 002

Oege 267 P (ndl. ausgesprochen ~ “Uche” und nicht wie im deutschsprachigen Raum vielmals gehört “Öge” 🙂 ) wurde im März 1980 als KFPS-Deckhengst angekört und trat seinen Dienst in Tjerkgaast auf der Station von Fr. de Jong an. Der damals 3-jährige Hengst bestach durch einen außerordentlich schönen Rassetyp und viel Behang, wie sich auch heute noch anhand alter Aufnahmen belegen lässt. Der Sohn von Wessel 237 P (siehe Teil 3 dieser Serie) war lang als Deckhengst im Einsatz und gehörte in dieser Zeit über ein ganzes Jahrzehnt hinweg zu den beliebtesten und am häufigsten genutzten KFPS-Vererbern, was die mehr 1800 Decksprünge in seinem langen Leben beweisen.
Mütterlicherseits stammte Oege 267 P aus der 1968 geborenen Wieske Ster Pref (sehr interessant aus Hindrik 222 x Age 168 gezogen). Oege war der erste Sohn dieser Stute, welche im Laufe ihrer Zuchtkarriere noch 13 weiteren Fohlen das Leben schenken sollte und aus deren Nachkommenschaft sich die Hengstmütter von Sytse 385, Take 455 und Wolfert 467 rekrutieren.

Unter den Hengstnachkommen von Oege 267 P finden sich nicht weniger als 7 gekörte KFPS-Deckhengste, von denen nur einer (Wibe 402) abgekört wurde. Sein erster gekörter Sohn, Ritse 322 ist über den 2018 verstorbenen Wikke 404 der Großvater des überaus sportbegabten Aarnold 471 Sport-Elite. Danach folgten Remmelt 323 und der kurz nach seiner Ankörung verstorbene Tieme 330, die sich in direkter Linie nicht bis heute durchsetzen konnten. Als 4. Sohn von Oege 267 P wurde 1995 der immer noch weithin bekannte Anton 343 Sport angekört, welcher 2016 ebenfalls Preferent erklärt wurde und 2018 im stolzen Alter von 26 Jahren in den USA verstarb.
Danach folgte der ebenfalls jung verstorbene Jitse 361, ehe 1999 mit Lolke 371 Sport jener Hengst angekört wurde, dessen direkter Nachfahre Alwin 469 Sport (Felle 422 x Tsjerk 328 P) heute zu den beliebtesten KFPS-Deckhengsten zählt.
Mit diesem großen Vermächtnis an direkten Hengstnachkommen konnte Oege 267 P seinen höchstpersönlichen Zweig im KFPS-Hengstenstammbaum verewigen, welcher wohl aufgrund der Popularität – insbesondere von Alwin 469 – so schnell nicht erlöschen wird.

Ausschnitt HSB Oege 267

Ausschnitt aus dem KFPS-Hengststammbaum / direkte Linie auf Oege 267 P

Doch auch als “Stutenmacher” konnte Oege 267 P sich behaupten. Seine zahlreichen Töchter erreichen einen Steranteil von fantastischen 54,35%, das KFPS zählt darunter 11 Modelstuten, 72 (!!!) preferente Stuten und 11 Leistungsmütter (Prest). Kaum verwunderlich liegt Oege 267 P damit in Sachen Preferentschafts-Punkten bis heute in den vordersten Rängen.
12 seiner Töchter lieferten darüber hinaus ihrerseits KFPS-Deckhengste, darunter der ebenfalls preferente Brandus 345, der leider viel zu früh verstorbene Harmen 424 und der schöne Mewes 438. Als MMV steht Oege 267 im Papier von weiteren 14 KFPS-Hengsten, im Pedigree von Alwin 469 findet man ihn dadurch sowohl in direkter Vaterlinie als auch in der Mutterlinie.

Oege 267 wurde 1996 noch zu Lebzeiten Preferent erklärt.


Reitse 272 Sport Preferent
09.05.1978 – 13.02.1995, Hearke 254 P x Hotse 223 x Eelke 183, Stam 022

Der 1978 geborene Reitse 272 P wurde im Februar 1982 gemeinsam mit seinem Vollbruder Tys 274 als Sohn des später als “König der Friesen” bekannt gewordenen Hearke 254 P in den Deckdienst beordert. Der außergewöhnlich schöne Hengst, der durchaus Ähnlichkeiten zu seinem sehr rassetypischen Vater erkennen ließ, wurde von den Züchtern bereits am Anfang seiner Deckkarriere gerne angenommen und erreichte so im Laufe seiner aktiven Deckkarriere, welche mit seinem relativ frühen Tod (17 Jahre) 1995 endete, auch beachtliche Deckzahlen.
Seine Mutter war die sehr gut züchtende Pauliene Ster Pref (gezogen Hotse 223 x Eelke 183 und damit stark in der Ritske-Linie verankert), welche insgesamt 14 Fohlen zur Welt brachte.

Reitse 272 P brachte insgesamt 7 vom KFPS anerkannte Deckhengste, von denen wiederum 3 abgekört wurden (Obe 314, Tjitte 333 & Reyert 337). Unter den verbleibenden vier Söhnen, welche auf Abstammung gutgekört werden konnten, finden sich dafür aber gleich zwei ganz große Namen – nämlich die der beiden Preferenthengste Olof 315 und Brandus 345, denen ich mich in späteren Kapiteln dieser Serie en detail widmen möchte. Die beiden weiteren gutgekörten Söhne von Reitse 272 sind Anne 340 Sport und Abel 344.

Doch auch über seine Töchter konnte Reitse 272 P gehörigen Einfluss auf die moderne Zucht des KFPS nehmen. Ganze 15 Hengstmütter finden sich unter seinen Töchtern (darunter die Mütter von Ulke 338, Lolke 371, Eibert 419 und Doaitsen 420), als MMV schlägt er sich in den Stammbäumen weiterer 6 Deckhengste nieder (z.B. in denen von Epke 474 und Fonger 478). Von seinen 441 im KFPS-Stb registrierten Töchtern erreichten 46% ein höherwertiges Stutprädikat, die Statistik weist 192 Sterren und 11 Modeltöchter aus. 37 seiner Töchter haben inzwischen die Preferentschaft erreicht, 2 konnten sich als Prestatiemoeders etablieren. Durchaus erwähnenswert für einen Hengst dieser Generation sind auch die 17 registrierten Sport-Nachkommen – eine unüblich hohe Zahl für einen Vertreter dieser Zeit und auch ein Indikator für die außergewöhnliche Sportveranlagung, die der selbst im Tuigsport erfolgreiche Reitse 272 P an seine Nachkommen weitergegeben hat. Besonders hinsichtlich der Verbesserung des Schritts in der Friesenpopulation legte dieser Hengst einen wichtigen Grundstein, welcher v.a. über seinen Sohn Olof 315 und in weiterer Linie über Jasper 366 und Beart 411 weiter verankert wurde.

Reitse 272 wurde 1996 posthum Preferent erklärt.


Im nächsten Teil dieser Serie möchte ich mich den Preferenthengsten widmen, deren Einfluss ganz unmittelbar bis heute spürbar ist – dahingehend stehen die großen Namen Feitse 293, Leffert 306, Olof 315, Tsjerk 328 und Teunis 332 auf dem Programm, die allesamt große Spuren hinterlassen haben und deren direkte Nachkommen auch heute noch eine aktive und wichtige Rolle in der Friesenzucht spielen.

Teil 1, Teil 2 und Teil 3 dieser Serie sind auf den jeweiligen Seiten nachlesbar.

 

Große Verluste: Ulke 338, Sape 381 & Rindert 406 verstorben

In den letzten Monaten musste die Friesenwelt einige traurige Verluste hinnehmen.

Bereits am 27.01.2020 schlief in den USA der weithin bekannte Sape 381 Sport für immer ein. Geboren 1997 als Sohn des später preferenten Fabe 348 P und der Ausnahmestute Olcha Model Pref Prest (Feitse 293 P x Naen 264 P), begann die Deckkarriere für Sape 381 im Jahr 2000, als er mit sehr guten Noten für das Stammbuch akkreditiert wurde.
Bereits kurz nach seiner Gutkörung wurde der schöne Sape 381 zum besten Hengst des Stammbuchs auserkoren – er wurde Sieger der KFPS-Hengstenkeuring 2001. Zwar konnte er diesen Titel nicht verteidigen, entschied jedoch 2002 und 2004 die Reserve-Kampioenschap für sich.
20 Jahre lang deckte Sape 381 – zuerst lange Zeit in den Niederlanden, 2010 erfolgte dann sein Umzug in die USA, wo er auf der Signature Friesians Farm in Kansas seinen Deckdienst absolvierte. Insgesamt gehen mehr als 1700 Deckungen auf das Konto dieses Ausnahmehengstes.
Interessanterweise schaffte trotz seiner sehr guten Vererberqualitäten nie ein Sohn von Sape 381 den Sprung in das KFPS-Stammbuch. Umso beeindruckender lesen sich die vielen Meriten seiner Töchter: ganze 4 Model- und 6 Kroonstuten gehen auf das Konto von Sape 381, darüber hinaus ist er der Muttervater der Hengste Thorben 466, Gerben 479 und Siert 499, sowie der MMV des vielversprechenden Tymen 503.
Der Anteil an Sterstuten unter seinen Töchtern liegt stabil bei über 50%, darüber hinaus konnten 25 Sape 381-Nachkommen das Sport-Prädikat erringen, darunter 3 Elite-Sportpferde.

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Sape 381 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

 

Am 8.März 2020 verstarb der 23-jährige Rindert 406 Sport bei Rudi Rienstra (Deckstation De Terpen) im niederländischen Wommels, wo der beliebte Deckhengst sein ganzes Leben verbracht hatte. Der 1997 geborene Hengst – gezogen aus einer sterpreferenten Jochem 259-Tochter – war neben Brend 413 der einzige auf Abstammung gutgekörte Sohn des Preferenthengstes Brandus 345.
Rindert 406 erreichte im Zuge seiner 2002 abgelegten Hengstleistungsprüfung hervorragende Noten in der Rij- und Tuigproef und galt bis zu seinem Tod als hervorragender Vererber von sowohl Exterieur- als auch Gebrauchsqualität.
Rindert 406 wurde trotz seiner durchaus positiven Vererbungsqualitäten nur mäßig in der Zucht eingesetzt – in 17 Deckjahren brachte er es auf knapp unter 900 Decksprünge, aus welchen u.a. ein gutgekörter Sohn – Wylster 463 Sport-Elite – sowie derzeit 8 Kroon-Stuten entsprungen sind. Seine Töchter bringen es im Mittel auf einen hohen Prozentanteil Sterren (~50%), 20 Nachkommen von Rindert 406 tragen bislang das Sportprädikat, 4 weitere konnten das Sport-Elite erringen.
Als Muttervater schlägt Rindert 406 in den Stammbäumen der beiden äußerst vielversprechenden Hengste Hette 481 und Teun 505 zu Buche.
Auch wenn Rindert 406 insbesondere in seinen letzten Lebensjahren keine Deckrekorde mehr brechen konnte, war er doch ein Grand Monsieur unter den profilierten Althengsten.

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Rindert 406 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Nur 10 Tage nach Rindert 406 verstarb ein weiterer großer Name der KFPS-Hengstenriege. Der 30-jährige Nestor des Stammbuchs, Ulke 338 Sport, schloss für immer die Augen und folgte damit seinem Sohn Olgert 445 Sport-Elite nach, der im Vorjahr im jungen Alter von 15 Jahren verstorben war.
Ulke 338 wurde 1990 geboren und 5-jährig als Deckhengst angekört. Er war der einzige gutgekörte Sohn von Tjimme 275.
Der junge Ulke 338 machte vor allem aufgrund seiner herausragenden Leistungen im Tuigsport von sich reden, lange Jahre galt er als der erfolgreichste Friese vor der Sjees.
Bis ins hohe Alter konnte Ulke 338 das Publikum noch begeistern – zu seinem 25. Geburtstag verzauberte er ein letztes Mal die Massen auf der Hengstenkeuring 2015, wo ihn sein Züchter Obe Mous noch ein letztes, unvergessliches Mal an den langen Leinen durch die Halle paradieren ließ.
Ulke 338 verbrachte seinen Lebensabend in seinem Heimatstall bei Willem Wester, wo er sein gesamtes Leben als Deckhengst gestanden hatte.

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Ulke 338 auf der HK 2015 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Fridse 423 verstorben

Wie die in Michigan / USA beheimatete Hengststation “Friesian Connection” gestern Abend auf Facebook verlautbaren ließ, ist der erst 17-jährige Fridse 423 am 30. Oktober nach längerer veterinärmedizinischer Behandlung verstorben.

Fridse 423 wurde am 26.04.2001 in den Niederlanden geboren, er war ein Sohn des berühmten Teunis 332 P aus der Nammen 308 x Jochem 259 P gezogenen Lobke Y. Ster Pref (1995 – 2015).

Als typischer Teunis 332-Sohn war Fridse ein großer, imposanter Hengst mit mächtiger Halsung und hoher Aufrichtung – sein Typ war insbesondere Mitte der 2000er-Jahre sehr gefragt und so war auch die Nachfrage nach dem 2005 gekörten Fridse 423 am Anfang seiner Zuchtkarriere recht groß. Mit seinem Verkauf in die USA stagnierte die Nachfrage der Züchter zwar aus logistischen Gründen stark, dennoch deckte Fridse bis zu seinem Lebensende in für einen in den USA stationierten Althengst durchaus beachtlicher Menge, trotzdem er einen unüblich hohen Anteil an weißen Abzeichen vererbte (<20%!).

Seine Stutnachkommen erwiesen sich im Körring als überaus erfolgreich und bescherten dem Hengst einen durchgehend hohen Ster-Prozentsatz von 45 – 55% (2018: 46,53%). Drei seiner Töchter tragen bis dato das Kroonprädikat, 2 Nachkommen konnten bisher das Sportprädikat erreichen.

Leider wurde kein Sohn von Fridse 423 vom KFPS gutgekört, was auch insofern schade ist, da mit diesem besonderen Hengst einer der letzten als Deckhengst registrierten Söhne des großen Teunis 332 P verstorben ist. Der einzige als Deckhengst verbliebene Sohn des berühmten Preferenthengstes ist nun der ebenfalls in den USA stationierte, bereits 22-jährige Monte 378, der zwar noch in der Zucht aktiv ist, aber in sehr geringen Zahlen deckt. Somit droht die direkte Linie von Teunis 332 P auszusterben.

Fridse 423 ist bereits der neunte Todesfall unter den KFPS-Deckhengsten in diesem Jahr. Auch Anton 343 P, Bearend 347, Fede 350, Ielke 382, Wobke 403, Wikke 404, Felle 422 und Tietse 428 sind 2018 verstorben.

Wobke 403 eingeschläfert

Die schwediische Besitzerin von Wobke 403 Sport verlautbarte gestern auf Facebook, dass der Althengst nach langwierigen Komplikationen mit einem verletzten Bein eingeschläfert werden musste.

Wobke 403, geboren 1999, war der letzte lebende als Deckhengst gekörte Sohn von Fetse 349 und trug über seinen Muttervater Gaije 295 wertvolles Blut aus der Age-Linie. Er wurde 2002 nach erfolgreicher Absolvierung des CO, in dem er vor allem als Menpaard überzeugte, in den Deckdienst berufen, seine Nachkommenkörung legte er 2006 erfolgreich ab und erhielt somit sein Deckbrevet auf Lebenszeit.

2008 erreichte der nur 160 cm große Wobke 403 die notwendigen Punkte für das Sportprädikat in der Dressur, 2013 wurde er nach Schweden an das Gestüt “Vibblebodda Frieser” verkauft, wo er nun auch im Alter von 19 Jahren eingeschläfert werden musste.

Bei den Züchtern stieß Wobke 403 über lange Zeit auf reichlich Anklang, gehörte aber dennoch nie zu den “Top-Favoriten” hinsichtlich der Deckzahlen. Sein Verkauf nach Schweden hatte darüber hinaus deutlich negative Auswirkungen auf seinen züchterischen Einsatz in seinen letzten Lebensjahren.

Bis heute wurden 143 Stammbuch- und 61 Sterstuten von Wobke 403 registriert, darüber hinaus tragen seine Töchter Johanna fan ‘e Goengamieden (*2003, Wobke 403 x Brandus 345 P) und Laura fan ‘e Goengamieden (2003 – 2013, Wobe 403 x Oege 267 P) das Modelprädikat. Meice van Hoeve Jacolie Kroon Sport (*2004, Wobke 403 x Tsjomme 329) ist bislang seine einzige Kroon-Tochter. Neben dieser Kroon Sport-Stute tragen derzeit noch weitere 9 Nachkommen von Wobke 403 das Sportprädikat.

 

Fêde 350 verstorben

Gerade erreichte uns die traurige Nachricht, dass der seit geraumer Zeit in Rente befindliche Fêde 350 (Jelmer 297 x Hearke 254 P) im stattlichen Alter von 25 Jahren verstorben ist. Er war der letzte noch lebende Sohn von Jelmer 297 und somit in direkter Linie auch der letzte noch lebende Enkelsohn des preferenten Tsjalling 235.

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Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Fêde 350 wurde 1993 geboren und 1996 als KFPS-Deckhengst gekört. 2001 absolvierte er seine Abstammungkörung positiv. Er war der letzte KFPS-Hengst, der noch im Natursprung deckte, 2008 wurde laut KFPS-Datenbank seine letzte offizielle Deckung registriert. Den Großteil seines Lebens verbrachte er in seinem Geburtsland, den Niederlanden, für kurze Zeit deckte er 2010 aber auch im Friesenstall Marschhorst in Deutschland.

Der 1,58 m kleine Vererber aus dem Stutenstamm 128 war im Laufe seiner Deckkarriere niemals ein besonders gefragter Hengst, er hinterlässt daher auch eher wenige Nachkommen (19 Sterstuten, 11 Sterwallache und 3 Sterhengste, sowie 5 Nachkommen mit Sportprädikat).

Am Sonntag, 03.06.2018 erlag er den Folgen einer Kolik.

Doppelhengstmutter Jeldau fan ‘e Wigeri verstorben

Beim Durchforsten der KFPS-Datenbank habe ich sehr zu meinem Bedauern entdeckt, dass die Mutter der beiden Elite-Sporthengste Haitse 425 und Wylster 463 – Jeldau fan ‘e Wigeri – im Februar 2018 verstorben ist. Jeldau fan ‘e Wigeri war eine der erfolgreichsten Stuten des KFPS. Die 2007 mit dem Modelprädikat ausgezeichnete Topstute legte bereits 2003 eine IBOP mit 82,0 Punkten ab, 2010 erreichte sie das Preferent-, 2013 auch das Prestatiemoeder-Prädikat.

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Haitse 425 Sport-Elite – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

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Wylster 463 Sport-Elite – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Neben ihren beiden gekörten Söhnen brachte die Rypke 321 x Lute 304 gezogene Jeldau fan ‘e Wigeri 11 weitere Fohlen zur Welt, darunter die Prädikatsstuten Wytske fan ‘e Wigeri Ster (*1999, v. Jakob 302), Sjoeke fan ‘e Wigeri Stb Sport (*2005, v. Onne 376), Hitske fan ‘e Wigeri Ster (*2010, v. Jisse 433), Mirte fan ‘e Wigeri Ster (*2012, v. Jisse 433) und Rixt fan ‘e Wigeri Ster (*2013, v. Thorben 466).

Mit 7 Prädikatsnachkommen ist die Stute beinahe “dubbelpreferent”. Sie verbrachte ihr ganzes Leben bei Fam. v.d. Veer-Jellema in Tijnje, wo sie 1995 geboren wurde. Jeldau fan ‘e Wigeri wurde 23 Jahre alt.

Felle 422 ist tot

Eine bestürzende Nachricht erreichte uns gerade eben – der erst 17-jährige Felle 422 ist verstorben. Seine Besitzerin Margriet van der Weide veröffentlichte auf Facebook, dass der KFPS-Deckhengst aufgrund einer chronischen Erkrankung eingeschläfert werden musste.

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Felle 422 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Felle 422 (Lolke 371 x Gerlof 294) wurde 2001 geboren und 2005 in den Deckdienst berufen. Seine Abstammungskörung legte der schöne Hengst, welcher auch im Dressursport erfolgreich war, 2010 erfolgreich ab, besonders zu Anfang seiner Deckkarriere erfreute er sich großer Beliebtheit bei den Züchtern und wurde häufig als Deckhengst eingesetzt.

2011 körte das KFPS gleich zwei seiner Söhne für den Deckdienst an – Wolfert 467 (x Jakob 302) und Alwin 469 (x Tsjerk 328 P).

Neben diesen beiden gekörten Hengsten konnte Felle 422 auch viele gute Stuten liefern. Sein Sterstutenanteil liegt bei guten 36,7%, sieben seiner Töchter tragen aktuell das Kroon-, zwei weitere das Modelprädikat.

Nach einer Serie von Todesfällen im Januar des Jahres, in deren Zuge u.a. Anton 343 P, Ielke 382 und Wikke 404 verstorben waren, ist Felle 422 bereits der sechste KFPS-Deckhengst, der 2018 für immer eingeschlafen ist.

CO-Rapport Ulbrân 502

Hengst: Ulbrân 502

CO Ulbran 502

Exterieur

Rassetyp
Ulbrân 502 ist ein prächtiger, großer Hengst mit imponierender Erscheinung und viel Front. Sein Kopf könnte ansprechender sein, die lange Halsung ist gut geformt und korrekt vertikal gestellt. Das Genick ist ausreichend lang, Ulbrân 502 ist ausreichend schwarz gefärbt und verfügt über durchschnittlich viel Behang.

Gebäude
Ulbrân 502 verfügt über lange Linien und steht gut im Rechtecksmodell. Seine Oberlinie ist etwas gesunken, der Anschluss von Rücken und Lenden ist überdurchschnittlich gut entwickelt. Die lange Schulter ist in ausreichendem Maß schräg gestellt, die lange Krupp ist leicht abfallend. Der Hengst ist horizontal gebaut.

Veterinärmedizinische Anmerkungen
Nebenbefund: Fessel – OCD Klasse E (rechts vorne)

Leistungsprüfung

Trainingsrapport
Ulbrân 502 hat sich im Laufe der HLP gut entwickelt. Er fiel vor Allem durch seinen enormen Arbeitseifer und seinen Einsatz auf. Er verfügt über viel Geschmeidigkeit und Schulterfreiheit und beweist im Gebrauch aufwärts tendierende Bewegungen. Ulbrân 502 wurde aufgrund seiner Arbeitsbereitschaft gepriesen. Sowohl Reiter als auch Fahrer fanden ihn fein zu arbeiten, er reagiert gut auf Hilfen.

Schritt
Durch Nervosität und Anspannung war der Schritt des Hengstens vor Allem anfangs sehr negativ beeinflusst. Entspannt sich der Hengst, so zeigt er einen sauberen, raumgreifenden Schritt mit ausreichendem Krafteinsatz.

Trab
Ulbrân 502 zeigt im Trab viel Körpereinsatz, Souplesse und eine gute Balance. Darüber hinaus beweist er dabei eine gute Selbsthaltung mit guter Aufwärtstendenz. Er verfügt über viel Schulterfreiheit, die Vorhand wird raumgreifend nach vorne gesetzt. Sein gut aktivierbares Hinterbein könnte noch schneller unter den Körper treten.

Galopp
Die Galoppade tendiert überdurchschnittlich aufwärts, der Hengst zeigt dabei ausreichenden Körpereinsatz und eine überdurchschnittliche Selbsthaltung. Auch in dieser Gangart lässt er sich gut steuern.

Veranlagung als Reitpferd
Ulbrân 502 präsentiert sich als sehr talentiertes Reitpferd. Er lässt sich fein arbeiten und beweist eine sehr gute Einstellung. Er zeigt aufwärts tendierende Bewegungen mit einer guten Selbsthaltung. Der Galopp wird ausreichend bergauf gesprungen.

Veranlagung als Fahrpferd
In der Gebrauchsanspannung beweist Ulbrân 502 sehr viel Talent. Er verfügt über viel Selbsthaltung und sein Vermögen zur Rahmenerweiterung fällt positiv auf. Er lässt sich in dieser Disziplin sehr gut arbeiten, beweist eine natürliche Balance und zeigt eine lange Schwebephase. Auch in der Showanspannung hat Ulbrân 502 durch seine natürliche Balance mit viel Front und seine gute Selbsthaltung Talent, allerdings sollte er sich in dieser Disziplin noch etwas mehr auf die Hinterhand setzen. Das Hinterbein sollte auch schneller unter den Körper treten.

Examen Ulbran 502

Beurteilung Leistungsprüfung
Ulbrân 502 hat sich in der HLP gut entwickelt. Positiv sind sein Körpereinsatz, seine Aufwärtstendenz in der Bewegung und seine sehr gute Arbeitseinstellung. Er lässt sich in allen drei Disziplinen sehr gut arbeiten.

Endbeurteilung

Ulbrân 502 ist ein Hengst aus einer überdurchschnittlichen Abstammung, er verfügt über ein gutes Exterieur mit ausreichendem Rassetyp und hat eine sehr gute Veranlagungsprüfung in allen drei Diszplinen abgelegt. Auf Basis davon wird er in das Stammbuchregister eingeschrieben.

Mutterrapport

Allgemein
Die Mutterstute ist verstorben.

Mutterlinie
Ulbrân 502 stammt aus einer prädikatreichen Linie. Die Mutter ist eine 2. Prämie-Sterstute von Jakob 302, seine Großmutter ist die Rypke 321-Tochter Jeldau fan ‘e Wigeri Model Pref. Aus dieser Stute stammen die Hengste Haitse 425 und Wylster 463. In der nächsten Generation steht eine modelpreferente Stute von Lute 304 und davor wiederum eine Sterstute von Teake 273.

Gebrauchsempfehlung

Ulbrân 502 kann das Modell, die Arbeitseinstellung sowie die Geschmeidigkeit und Rittigkeit verbessern.

CO-Rapport Tiede 501

Hengst: Tiede 501

CO Tiede 501

Exterieur

Rassetyp
Tiede 501 ist ein ansprechender, rassetypischer und jugendlich wirkender Hengst. Sein Kopf ist ausreichend ansprechend und die etwas schwer angesetzte Halsung ist ausreichend vertikal gestellt. Tiede 501 hat überdurchschnittlich viel Behang und ist schwarz gefärbt.

Gebäude
Tiede 501 ist überaus korrekt gebaut. Der Hengst ist lang liniert und steht gut im Rechtecksmodell. Er verfügt über eine starke Oberlinie, die Rumpfrichtung ist horizontal und seine lange Krupp zeigt die erwünschte Lage.

Fundament
Das Fundament könnte mehr Qualität vorweisen. Der Stand der Vorhand ist leicht zeheneng, die Hinterhand ist korrekt gestellt.

Veterinärmedizinische Anmerkungen
Nebenbefund: Fessel – OCD Klasse D (links vorne)

Leistungsprüfung

Trainingsrapport
Tiede 501 hat während der HLP viele Fortschritte gemacht. Durch seine Jugend startete er etwas zögerlich in das Training, war manchmal nervös und schnell müde, dies hat sich jedoch im Laufe der HLP verbessert. Sowohl Reiter als auch Fahrer lobten seinen Einsatz und seine Rittigkeit. Tiede 501 bewegt sich mit Kraft und Raumgriff, dabei verfügt er über viel Vortwärtsdrang.

Schritt
Tiede 501 hat von Natur aus einen ausreichend geräumigen und aktiven Schritt, der gut durch den Körper verläuft. Anspannung bzw. Nervosität wirken sich negativ auf diese Anlage aus.

Trab
Der Trab ist raumgreifend und kräftig, mit guter Körperhaltung und ausreichender Geschmeidigkeit. Die gut aktivierbare Hinterhand zeigt dabei eine gute Beugung im Sprunggelenk, sollte aber noch etwas schneller unter den Körper gestellt werden.

Galopp
Die Galoppade wird gut aufwärts gesprungen, der Hengst zeigt dabei überdurschnittlichen Körpereinsatz und eine gute Haltung.

Veranlagung als Reitpferd
Tiede 501 beweist als Reitpferd viel Talent durch seine gute Balance und seine Rittigkeit in allen drei Grundgangarten. Er zeigt unter dem Sattel eine gute Selbsthaltung und gibt seinem Reiter ein sehr gutes Gefühl.

Veranlagung als Fahrpferd
Tiede 501 hat in der Gebrauchsanspannung durch seinen Einsatz, seine Haltung und seine Bearbeitbarkeit sehr viel Veranlagung. Vor dem Wagen beweist er eine gute Bewegungstechnik und ist fein zu fahren. Im Tuig hat Tiede 501 durch seinen kraftvollen Hinterhandgebrauch, seine Bearbeitbarkeit und seinen Vorwärtsdrang überdurchschnittliche Anlagen, allerdings fehlt es ihm in dieser Disziplin an natürlicher Aufrichtung und Front.

Examen Tiede 501

Beurteilung Leistungsprüfung
Tiede 501 hat sich im Laufe der HLP in allen drei Disziplinen sehr gut entwickelt. Er ist gut zu arbeiten, beweist eine gute Technik in der Bewegung, zeigt viel Arbeitseifer und ist fein zu reiten und zu fahren. Als Tuigpaard fehlt es ihm an der natürlichen Aufrichtung und er sollte mehr Front zeigen.

Endbeurteilung

Tiede 501 verfügt über eine gute Asbtammung und ein sehr gutes Exterieur. Er hat eine gute Leistungsprüfung abgelegt, wobei er viel Talent als Reit- und Gebrauchsfahrpferd und überdurchschnittliche Anlagen in der Showanspannung beweisen konnte. Auf Basis davon wird er in das Stammbuchregister eingetragen.

Mutterrapport

Allgemein
Tiede 501 stammt aus der 1. Prämie-Sterstute Corrine Z. Diese ist eine sehr korrekt gebaute, durschnittlich typvolle Stute, die gut im Rechtecksmodell steht. Sie verfügt über einen ansprechenden, etwas langen Kopf, eine lange, schräge Schulter und eine starke Oberlinie. Die lange Krupp ist korrekt gelegen. Die Halsung ist ausreichend lang, sollte aber vertikaler platziert sein, die Rumpfrichtung ist horizontal. Das Fundament der Stute könnte mehr Qualität vorweisen, die Vorhand ist etwas zeheneng gestellt. Die Hinterhand ist korrekt gestellt. Der Schritt ist raumgreifend und ausreichend aktiv. Im Trab präsentiert sich die Stute mit Raumgriff, ausreichender Kraft und durchschnittlicher Schulterfreiheit. Die Hinterhand wird dabei ausreichend schnell und ausreichend weit unter den Körper gebracht.

Mutterlinie
Tiede 501 kommt aus der 1. Prämie-Sterstute Corrine Z. von Loadewyk 431 Sport-Elite. Davor steht eine Sterstute von Teunis 332 Sport P,  davor wiederum eine sterpreferente Stute von Feitse 293 P. Darauf folgt die bekannte Berbertsje Ster Pref (v. Tsjalling 235 P), welche die Mutter von Sierk 326 ist. Somit sprechen wir vom bekannten Plantinga-Stamm – einer prädikatreichen Linie, in der Bewegung verankert ist.

Gebrauchsempfehlung

Tiede 501 kann das Model, die Geschmeidigkeit, die Arbeitseinstellung und Rittigkeit verbessern.

 

CO-Rapport Tjebbe 500

Hengst: Tjebbe 500

CO Tjebbe 500

Exterieur

Rassetyp
Tjebbe 500 ist ein jugendlich wirkender Hengst mit ausreichendem Rassetyp. Der Kopf ist klein und durchschnittlich ausdruckstark. Die vertikal gestellte Halsung ist gut geformt, aber etwas kurz. Der Hengst verfügt über ausreichend Behang und ist tiefschwarz gefärbt.

Gebäude
Tjebbe 500 verfügt über ausreichend lange Linien. Die Halsung sollte etwas länger sein, der Nacken ist ausreichend lang. Der Rücken ist leicht gesunken mit einer gut entwickelten Lendenpartie. Der Widerrist könnte etwas ausgeprägter entwickelt sein und etwas besser in den Rücken verlaufen. Die Schulter ist ausreichend lang und durchschnittlich gut gewinkelt. Die Krupp ist einigermaßen abfallend mit ausreichender Länge. Tjebbe 500 ist leicht abwärts gebaut.

Fundament
Das Fundament strahlt ausreichende Qualität aus. Die Vorhand ist korrekt gestellt, die Hinterhand ist einigermaßen steil gefesselt und steht recht eng. Die Hufe lassen etwas Format vermissen.

Veterinärmedizinische Anmerkungen
keine

Leistungsprüfung

Trainingsrapport
Tjebbe 500 hat sich im Zuge der HLP gut entwickelt. Er beweist Körpergebrauch und Geschmeidigkeit bei überdurchschnittlicher Schulterfreiheit. Die Reiter und Fahrer wussten Gutes über seine Einsatzbereitschaft, Bearbeitbarkeit, seine Fähigkeiten in der Rahmenerweiterung, seine gute Einstellung und seine starke Hinterhand zu berichten, welche mit viel Beugung im Sprunggelenk gut unter den Körper tritt. Er vermittelt seinen Reitern und Fahrern ein gutes Gefühl.

Schritt
Der Schritt ist raumgreifend und kräftig, der Hengst schreitet mit ausreichender Schulterfreiheit gut durch den Körper.

Trab
Tjebbe 500 zeigt im Trab überdurchschnittliche Geschmeidigkeit und verfügt über viel Technik im Gebrauch der Hinterhand, welche viel Beugung im Sprunggelenk aufweist. Er beweist viel Vermögen zur Rahmenerweiterung im Trab. Tjebbe 500 hat im Trab eine gute Selbsthaltung und verfügt über überdurchschnittliche Schulterfreiheit. Außerdem beweist er viel Vorwärtsdrang.

Galopp
Der Galopp hat sich im Zuge der HLP gut entwickelt. Der Hengst ist auch in dieser Gangart gut zu arbeiten und hat gelernt, seinen Körper dabei mehr zu gebrauchen. Er zeigt gutes Sprungvermögen mit einer guten Selbsthaltung. Die Hinterhand wird weit unter den Körper gebracht.

Veranlagung als Reitpferd
Tjebbe 500 beweist viel Talent unter dem Sattel. Er zeigt viel Einsatzwillen, ist gut zu arbeiten und gibt seinen Reitern ein gutes Gefühl. Er kann sich gut im Rahmen erweitern und verfügt über einen gut steuerbaren Galopp.

Veranlagung als Fahrpferd
Als Gebrauchsfahrpferd hat Tjebbe 500 durch seine sehr gute Bewegungstechnik viel Talent, wobei der starke Hinterhandgebrauch auffällt. Er kann seinen Rahmen gut erweitern und zeigt als Menpaard eine gute Haltung. In der Showanspannung ist seine Veranlagung durchschnittlich, er sollte in dieser Disziplin mehr Selbsthaltung zeigen und sich dadurch mit mehr Aufrichtung bewegen. Trotzdem fällt auch vor dem Showwagen sein starker Hinterhandgebrauch positiv auf.

Examen Tjebbe 500

Beurteilung Leistungsprüfung
Tjebbe 500 hat im Zuge der HLP in allen drei Disziplinen viele Fortschritte sehen lassen. Sein Vermögen zur Rahmenerweiterung und seine Bewegungstechnik fallen dabei positiv auf. Er lässt sich gut arbeiten und ist in allen Disziplinen fein zu steuern.

Endbeurteilung

Tjebbe 500 verfügt über eine gute Abstammung, sein Exterieur ist gut und er hat eine gute Leistungsprüfung abgelegt. Auf Basis davon wird er in das Stammbuch eingeschrieben.

Mutterrapport

Allgemein
Femke van Stal Zadelhoff ist eine jugendlich wirkende und ansprechend rassetypische Stute, die ausreichend im Rechtecksmodell steht. Der Kopf ist ansprechend, die vertikal platzierte Halsung ist ausreichend lang und schön geformt. Die Oberlinie ist stark, der Widerrist könnte etwas besser in den Rücken verlaufen. Die Krupp zeigt Länge und ist abfallend in ihrer Lage. Die Stute ist aufwärts gebaut. Das Fundament strahlt ausreichende Qualität aus und ist korrekt gestellt, die Hufe sind gut entwickelt. Der Schritt ist raumgreifend und aktiv, die Vorhand könnte dabei etwas weiter nach vorne greifen. Der kräftige Trab zeigt eine Hinterhand, die mit viel Beugung im Sprunggelenk weit unter den Körper gesetzt wird, Femke beweist im Trab eine gute Selbsthaltung.

Mutterlinie
Tjebbe 500 hat eine sehr gute Abstammung. Er kommt aus einer sehr starken und prädikatreichen Mutterlinie, in der viel Zuchtpotential liegt: aus der Synaeda-Linie. Seine Mutter ist eine 1. Prämie-Sterstute von Dries 421, davor steht eine Kroonstute von Tsjerk 328 Sport P. Diese Frigga fan Synaeda kommt wiederum aus der bekannten Pyrrha fan Synaeda Model Pref Prest (v. Opeke 266).

Gebrauchsempfehlung

Tjebbe 500 kann die Bewegungstechnik, Arbeiteinstellung und Bearbeitbarkeit verbessern.

Quelle: KFPS Hengsteninformatie 2018, S. 43