FriesenFokus: Bücher, Register & Prädikate

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Die Registrierungsmechanismen des KFPS sind für viele Neulinge in der Friesenszene ein Buch mit sieben Siegeln. Dieser FriesenFokus soll diesbezüglich für Aufklärung sorgen, und den Weg durch Bücher, Register & Prädikate von im KFPS registrierten Pferden nachvollziehbar darstellen.

Die Registrierung – Hauptbuch oder Beibuch?

Der erste Schritt bei der Registrierung von Friesen im KFPS ist die Zuteilung zu einem der grundlegenden Zuchtbücher. Dieser Prozess basiert auf der Abstammung des jeweiligen Pferdes und ist im Normalfall eine unabänderliche Einteilung auf Lebenszeit.

Grundsätzlich unterscheidet das KFPS zwischen dem Hauptbuch (nl. Hoofdboek), in dem Friesen mit erwünschter / legitimierter Abstammung registriert werden und den Beibüchern (nl. Bijboek), in denen Friesen registriert werden, deren Eltern (v.a. Väter) nicht unmittelbar als Zuchttiere vom KFPS zertifiziert wurden.
Im Falle abgekörter Deckhengste gilt die Registrierung im BbII ausschließlich für Pferde, die NACH der Abkörung des Hengstes von diesem gezeugt wurden. Nachkommen, die VOR der Abkörung gezeugt wurden bleiben ganz regulär im Hauptbuch registriert.

RegPräd Bücher

Jedes dieser Grundbücher (Hauptbuch, Beibücher I & II und D-Buch) unterteilt sich weiter in drei grundlegende Register: das Fohlenbuch (nl. Veulenboek, Vb), das Stammbuch (nl. Stamboek, Stb) und das Wallachbuch (nl. Ruinenboek, Rb)

Fohlen werden nach ihrer Zuteilung in eines der Zuchtbücher unmittelbar vorläufig in das jeweilige Fohlenbuch aufgenommen (voorloopige Veulenregistratie, VVR). Durch eine Registrierung beim KFPS mittels Haarprobe und der damit einhergehenden Bestätigung der Abstammung gelangen Fohlen aus dem VVR automatisch in das Fohlenbuch (Veulenboek, Vb), wo sie ihr Leben lang registriert bleiben, sofern sie sich nicht für die Aufnahme in andere Register qualifizieren.

Das Stammbuch dient als Register für erwachsene Stuten und Hengste, die sich zur Zucht qualifiziert haben. Im Falle von Stuten geschieht dies durch eine Vorstellung zur Stammbuchaufnahme auf einer KFPS-Zuchtschau im Alter von mindestens 3 Jahren, Hengste hingegen werden nur nach erfolgreicher Absolvierung der Hengstleistungsprüfung (Centraal Onderzoek, CO) und der damit einhergehenden Lizenzierung als KFPS-Deckhengst in das Stammbuch aufgenommen.

Im Ruinenboek (von nl. ruin = Wallach) werden kastrierte Hengste registriert, die im Alter von mindestens 3 Jahren auf einer KFPS-Zuchtschau zur Rb-Aufnahme vorgestellt wurden und sich für diese qualifizieren konnten.

Stutprädikate & Prämien

Insbesondere im Falle von Stuten existieren eine ganze Reihe von Prädikaten, die ein Pferd im Laufe des Lebens und am Weg durch die KFPS-Register erlangen kann.

Wie bereits oben ausgeführt, besteht die Möglichkeit, eine im Fohlenbuch registrierte Stute im Alter von mindestens 3 Jahren einer KFPS-Jury im Zuge einer Zuchtschau vorzustellen und diese zur Aufnahme in das Stammbuch anzubieten.

Erfüllt die Stute die Kriterien zur Stammbuchaufnahme nicht, so verbleibt sie weiter im Fohlenbuch (niet opgenomen).
Stuten, die sich für die Stammbuchaufnahme qualifizieren, werden entsprechend ihrer gezeigten Qualität mit unterschiedlichen Prämien ausgezeichnet.

  • keine Prämie / geen premie
    Die Stute wird ohne Prämie in das Stammbuch eingeschrieben.
  • 3. Prämie / 3e premie
    Die Stute konnte sich aufgrund ihrer gezeigten Qualität für eine 3. Prämie qualifizieren und wird in das Stammbuch aufgenommen.
  • 2. Prämie / 2e premie
    Stuten mit einer 2. Prämie konnten durch überdurchschnittliche Qualität überzeugen. Zumeist geht mit dem Erreichen einer 2. Prämie auch die Verleihung des Sterprädikats einher. Die Stute wird in diesem Fall als Sterstute in das Stammbuch eingeschrieben.
    In Ausnahmefällen kann das Sterprädikat Stuten mit einer 2. Prämie auch vorenthalten oder nur vorläufig erteilt werden (voorloopig Ster).
  • 1. Prämie / 1e premie
    Der Traum jedes Züchters ist, eine Stute mit 1. Prämie im Stall stehen zu haben. Solche Stuten müssen exzellente Qualität in Exterieur und Bewegung beweisen und erhalten neben dem Sterprädikat auch eine Einladung zur Zentralkörung (Centrale Keuring, CK) nach Drachten. Stuten, die durch besonders hohe Qualität beeindrucken, kommen darüber hinaus auch für die Verleihung eines (vorläufigen) Kroonprädikats in Frage.

Die Verleihung eines Kroonprädikats bedarf aber nicht nur einer entsprechenden Qualifikation auf einer Zuchtschau, die entsprechenden Stuten müssen darüber hinaus auch ihre sportliche Veranlagung beweisen, indem sie im Zuge einer ABFP- oder IBOP-Prüfung mehr als 77,0 Punkte erreichen.

Die Krönung einer Stutenkarriere stellt die Verleihung eines Modelprädikats dar. Dieses höchste KFPS-Stutprädikat wird im Normalfall auf der CK in Drachten an die besten und schönsten Stuten des Stammbuches vergeben. Stuten kommen erst ab einem Alter von 7 Jahren für die Verleihung des Modelprädikats in Frage, sofern sie ihre Sportveranlagung bewiesen (s.o.) und mindestens ein Fohlen gesäugt haben.

RegPräd Stuten

Neben diesen drei Stutprädikaten, die an eine Aufnahme in das Stammbuch gekoppelt sind (Ster, Kroon & Model) gibt es noch weitere Prädikate, die eine Stute unabhängig von ihrer eigenen Körleistung erwerben kann.

  • Sportprädikat, Elite-Sportprädikat
    Wird durch entsprechende Leistungen in einer der vom KFPS anerkannten Sportdisziplinen Dressurreiten, Dressurfahren (Mennen) und Showfahren (Tuigen) erworben.
  • Preferent
    Das Preferentprädikat erreichen Zuchtstuten, unter deren Nachkommen mindestens vier Pferde ein (mindestens) Sterprädikat erhalten haben. Auch Hengste, welche die 2. Besichtigung erreicht haben und Hengste, die vom KFPS gekört wurden bringen Punkte.
  • Prestatiemoeder
    Übersetzt “Leistungsmutter”. Das Prestatie wird an Stuten vergeben, von deren Nachkommen sich mindestens 3 Pferde in sportlicher Hinsicht als besonders leistungsstark erwiesen haben. Dies geschieht durch den Erwerb eines Sportprädikats oder durch das Erreichen einer Mindestpunktzahl von 75,0 in einer ABFP- oder IBOP-Prüfung.

Der Weg der Hengste

Die Möglichkeiten von Hengsten hinsichtlich des Erwerbs von Prädikaten innerhalb der KFPS-Bücher sind im Gegensatz zu Stuten deutlich limitiert.

Hengste bleiben grundsätzlich ein ganzes Leben lang im Fohlenbuch registriert, es sei denn sie werden kastriert und als Wallache in das Ruinenboek aufgenommen oder aber sie absolvieren erfolgreich den harten Weg zum offiziellen KFPS-Deckhengst.

Fohlenbuchhengste können aber im Alter von mindestens 3 Jahren im Zuge einer Zuchtschau vorgestellt werden, um ein Sterprädikat zu erhalten – dabei werden, anders als bei Stuten, keine Prämien vergeben, die Hengste können entweder Ster oder niet Ster erklärt werden. In beiden Fällen verbleiben sie weiterhin im Fohlenbuch registriert.

Das Erreichen eines Sterprädikats ist dabei lediglich eine Festellung überdurchschnittlicher Exterieur- und Bewegungseigenschaften – das Sterprädikat ist KEINE Deckerlaubnis.
Decklizenzen können KFPS-Hengste lediglich über eine erfolgreiche Absolvierung des CO (bzw. VO) erwerben. In Ausnahmefällen werden vom KFPS in Ländern, in denen nur eine erschwerte Zucht mit KFPS-Deckhengsten möglich ist (z.B. in Australien), beschränkte Deckbewilligungen an Fohlenbuchhengste vergeben (Vb H met dekvergunning).

Für Wallache hingegen gilt das selbe Prämiensystem wie bei der Stammbuchaufnahme von Stuten, mit der Ausnahme, dass keine Kroon- oder Modelprädikate an Wallache vergeben werden können. Auch hier reichen die Möglichkeiten vom niet opgenomen (Wallach verbleibt im Fohlenbuch) bis zur Aufnahme in das Wallachbuch mit 1. Prämie und Sterprädikat (Rb Ster).

RegPräd Hengste

Als zusätzliches Prädikat können sich Hengste und Wallach unabhängig ihrer Registrierung für das Sport- oder Elite-Sportprädikat qualifizieren.

Für Stammbuchhengste existiert zusätzlich noch die Möglichkeit ein Preferent-Prädikat zu erhalten. Die Vergabe dieser wirklich außerordentlichen Ehrung basiert auf einem komplexen Punktesystem, in dem auf Grundlage der Nachkommen und deren Prädikate eine Zahl errechnet wird, die in Relation zur Anzahl der gezeugten Nachkommen einen festgelegten Wert überschreiten muss.

 

 

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