Österreichische Friesenzuchtschau 2017

Immer wieder kommt er schneller als gedacht, der Tag auf den man ein ganzes Jahr über sehnsüchtig wartet – und immer wieder vergeht er viel schneller, als man sich’s erhofft.

Nun ist sie geschlagen, die Österreichische Friesenzuchtschau 2017. Und wie immer haben die FFÖ unter Obfrau Angelika Mangweth und mit tatkräftiger Unterstützung des Vorstands und vieler freiwilliger Helferlein im oberösterreichischen Stadl-Paura eine rundum gelungene Körung auf die Beine gestellt, die sowohl für Laien als auch für Aficionados ein kurzweiliges und interessantes Sepktakel bot.

52 Pferde waren zur diesjährigen Zuchtschau gemeldet, 7 wurden nicht vorgestellt, dafür erfolgten 3 Nachnennungen – somit stellten sich 48 Pferde den kritischen Augen der KFPS-Jury, die mit Harrie Draaijer (seit 1982 Jurymitglied, bekannt als oftmaliger Vorsitzer der Hengstenkeurings-Jury) und Haike van der Meulen (Jurymitglied seit 1969) mit höchst erfahrenenen KFPS-Urgesteinen besetzt war. Entsprechend hart fielen auch einige Urteile der Jury aus, doch davon später mehr.

IBOP

Das ob der großen Teilnehmerzahl straffe Programm begann zeitig um 8:30 Uhr mit zwei IBOP-Prüfungen. Vorgestellt wurden der extra aus Ungarn angereiste Konstantin fan Blonde Smid BbI Vb H (*2011, Wandert fan Veldbos x Adel 357), der die Jury mit seiner etwas hochtourigen Vorstellung nur mäßig zu begeistern vermochte – er erreichte am Ende 66,0 Totalpunkte. Als zweites Pferd wurde die 6-jährige Stammbuchstute Kathinka J. (Jesse 435 x Oege 267) aus dem Besitz von Barbara Simon (Friesenshowteam “Moments in Black”) vorgestellt. Die sehr bewegliche Stute bot unter Melanie Reidinger eine absolut reelle Vorstellung mit viel “Go” und wurde mit schönen 74,0 Punkten entlohnt.

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Melanie Reidinger auf Kathinka J. (Jesse 435 x Oege 267)

Fohlenrubriken

Den Anfang in der Körbahn machten – der Tradition entsprechend – die Hengstfohlen. 11 davon wurden an diesem Sonntag der Jury vorgestellt und das Ergebnis kann sich sehen lassen: 2 x 1e Prämien, 5 x 2e Prämien, 3 x 3e Prämien – ein Hengstfohlen konnte nicht gekört werden.
Besonders erfreulich für mich ganz persönlich waren die beiden 1.Prämien – beide Hengstfohlen stammen aus der Zucht von Fam. Prexl / Friesen Exklusiv und sind Söhne von Erryt 488, mit dem mich – wie mancher Leser weiß – eine ganz persönliche “Freundschaft” verbindet :). Zwischen den beiden äußerst bewegungsstarken Halbbrüdern kam es dann auch zum Ringen um den Kampioenstitel der Hengstfohlen – dieser ging schließlich an Frederik fan Limbach (Erryt 488 x Jerke 434), der Reservetitel wurde verliehen an Erik fan Limbach (Erryt 488 x Jasper 366 P).

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Kampioen der Hengstfohlen – Frederik fan Limbach (Erryt 488 x Jerke 434)

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Res.Kampioen der Hengstfohlen – Erik fan Limbach (Erryt 488 x Jasper 366 P)

Sehr erfolgreich waren auch die Hengstfohlen von Familie Geiersperger-Lassacher (Friesenpferde Lungau) – Freedom von Lungau (Omer 493 x Fabe 348 P) und Fantasy von Lungau (Tsjalle 454 x Pier 448) konnten sich jeweils eine 2. Prämie sichern. Weitere rote Schleifen hagelte es für Friedrich (Hette 481 x Dries 421), Dior No Limit (Pier 448 x Felle 422) und Fips St. (Jehannes 484 x Jasper 366 P).

Von den 10 gemeldeten Stutfohlen wurden leider nur 8 vorgestellt – 7 davon wurden mit einer roten Schleife (2. Prämie) prämiert, das vielbegehrte “oranje lint” für eine 1. Prämie ging an die bildschöne Daylight von Lungau (Uldrik 457 x Onne 376), die somit auch als Bestes Stutfohlen geehrt wurde.

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Bestes Stufohlen: Daylight von Lungau (Uldrik 457 x Onne 376)

Twenterstuten

In der sehr kleinen Rubrik der Twenterstuten wurden zwei Stuten aus der Zucht von Michael Lindner & Ulrike Baumgartner (Friesen vom Lindenbaum) präsentiert – Walburga vom Lindenbaum (Sjerp 446 x Ulbert 390) erhielt eine 2. Prämie, Walhalla vom Lindenbaum (Beart 411 P x Tsjalke 397, eine Tochter der österreichischen Altkampioene Baroness vom Lindenbaum!) erhielt für ihre rundum tolle Vorstellung eine 1. Prämie und wurde somit in die Kampioenskeuring eingeladen.

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“Oranje Lint” für Walhalla vom Lindenbaum (Beart 411 P x Tsjalke 397)

Fohlenbuchstuten

Von den 14 anwesenden Fohlenbuchstuten wurden allesamt in das Stmmbuch aufgenommen. 5 davon erhielten keine Prämie, 5 weitere erhielten eine schöne 3. Prämie.

Sehr überzeugend war die Qualität der vier frischgebackenen Sterstuten (allesamt 2. Prämie): die bereits 9-jährige Anke Seike (Tsjipke 399 x Nykle 309) präsentierte sich jugendlich und kalibrig mit starker Bewegung, fantastisch auch die großrahmige Vrouke Boszorg (*2014, Pier 448 x Haitse 425) von Fam. Geiersperger-Lassacher. Für die erfolgsverwöhnte Familie Prexl ging der Schleifenregen ebenfalls weiter – höchst elegant und mit traumhafter Bewegung präsentierten die beiden von ihnen gezogenen Stuten Viktoria fan Limbach (*2014, Bartele 472 x Jasper 366 P) und Thalia fan Limbach (*2014, Uldrik 457 x Jerke 434, Halbschwester des Hengstfohlen-Champions).

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Eleganz pur – die frischgebackene Sterstute Thalia fan Limbach (Uldrik 457 x Jerke 434) mit Perry Prexl

Stammbuchstuten zur Graderhöhung

Mit Abschluss der Vb-Rubriken schien es dann aber auch mit der Erfolgsstimmung vorbei zu sein. Die Jury richtete die Stb-Stuten für viele Augen überaus hart, von den 6 anwesenden Stute wurde lediglich die sehr schöne Silke van de Spokedam (*2013, Fabe 348 P x Lolke 371) mit einer verdienten 2. Prämie Ster ausgezeichnet. 4 weitere Stuten wurden mit einer 3. Prämie abgespeist, was besonders im Fall der außerordentlich schönen Noblesse fan Limbach (Jerke 434 x Jasper 366 P)  und der sehr bewegungsstarken Kathinka J. (Jesse 435 x Oege 267) für mich persönlich nur schwer nachvollziehbar war.

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Leider nur mit einer 3. Prämie bedacht – Kathinka J. (Jesse 435 x Oege 267)

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Mein persönliches Highlight – Noblesse fan Limbach (Jerke 434 x Jasper 366 P)

Sterstuten

Von den lediglich 2 gemeldeten Sterstuten wurde die sehr rassetypische Odina van de Anne Hoeve (*2012, Tsjalle 454 x Haitse 425) in ihrer 2. Prämie bestätigt, für die 12-jährige Suske E. (Ulbert 390 x Feitse 293 P) aus Ungarn regnete es hingegen irrational harte Worte von Harrie Draaijer, die Stute wurde ohne Prämie nach Hause geschickt.

Wallache / Hengste

Ein weiterer Teilnehmer aus Ungarn, der 2010 geborene Hinne T. (Maeije 440 x Brend 413) wurde ohne Prämie in das Ruinenboek aufgenommen, für einen nachgemeldeten und mir deshalb im Moment namentlich nicht mehr erinnerlichen (Männer sind eben nicht multitaskingfähig) jungen Wallach (*2012, Jense 432 x Reitse 272 P) reichte es zu einer 2. Prämie und dem Sterprädikat.

Als einziger Hengst zur Stererklärung war Vincent van de Olde Mette Moate (Epke 474 x Folker 353 P) gemeldet. Dieses Bild von einem Hengst machte bereits Anfang des Jahres als ABFP-Teilnehmer von sich reden, wo er mit gewaltig hohen Punktzahlen in der Reit- und Menprüfung (jeweils 83,5 Punkte) brillierte. Aus für mich nicht rational nachvollziehbaren Gründen wurde diesem Hengst das Sterprädikat verwehrt, was wieder einmal beweist, dass man als Außenstehender nicht immer verstehen muss, was unter den Melonen im Ring vor sich geht ;).

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Der schöne Vincent v.d. Olde Mette Moate (Epke 474 x Folkert 353 P)

Kampioenskeuring

Da unter den Stuten lediglich eine 1. Prämie vergeben wurde, war die Kampioene der Österreichischen Friesenzuchtschau 2017 nicht schwer auszumachen – der Titel ging an die ausgesprochen schöne Walhalla vom Lindenbaum (*2015, Beart 411 P x Tsjalke 397). Die 2-jährige Stute tritt damit in die großen Fußstapfen ihrer Mutter Baroness vom Lindenbaum (*2008, Tsjalke 397 x Teunis 332 P), die 2010 den Jugend-Kampioentitel in Stadl-Paura holte und 2013 als österreichische Reserve-Kampioene mit einer 1. Prämie und dem voorl. Kroon-Prädikat ausgezeichnet wurde.

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Kampioene 2017: Walhalla vom Lindenbaum

Um den Reserve-Titel konkurrierten in einer spannenden Runde die frischgebackenen Sterstuten mit 2. Prämie – verdient für sich beanspruchen konnte die rot-weiß-rote Schärpe schließlich Vrouke Boszorg Stb Ster (*2014, Pier 448 x Haitse 425) von Fam. Geiersperger-Lassacher, die auch im Endring mit ihrer beindruckenden Bewegung und ihrem tollen Exterieur überzeugen konnte.

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Glückliche Reserve-Sieger: Hans Geiersperger-Lassacher mit Vrouke Boszorg Ster (Pier 448 x Haitse 425)

Das Friesenpanorama gratuliert allen Siegern, Teilnehmern, Organisatoren und Helfern zu dieser gelungenen Zuchtschau! Nun muss ich mich wieder ein Jahr in Vorfreude üben :).

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Gruppenbild mit Schleifchen 🙂

Ich habe bereits einen ersten Videozusammenschnitt fertig gestellt, Detailvideos und Bildergalerien folgen in Kürze.

 

P.S.: Nachem ich über 3000 Fotos geschossen und gut 4 Stunden Filmmaterial aufgenommen habe, möge man mir verzeihen, dass die Bearbeitung ein wenig dauern wird :). Ich verspreche, mich zu beeilen!

Und noch ein NL-Meister: Eise 489 siegt im Tuigen

Nach den erfreulichen Nachrichten rund um den frischgebackenen NL-Dressurmeister LimiTed Edition, darf sich die Friesenwelt über einen weiteren niederländischen Meister freuen – der 2015 gekörte Eise 489 (Maurits 437 x Olof 315) konnte mit seinem Besitzer Jelmer Chardon an den Leinen die Meisterschaft der Tuigpaarden (Einspänner) in Drogeham für sich entscheiden.

Der junge Hengst war Anfang des Jahres bereits mit dem Silver Bowl für seine Leistungen vor der Sjees ausgezeichnet worden.

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Eise 489 vor der Sjees – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

 

Pietersen & LimiTed Edition sind NL-Dressurmeister

Heute Morgen fanden die ersten Finaldurchgänge der niederländischen Dressurmeisterschaften statt – in der Klasse Z1 setzten sich Judith Pietersen und ihr von Peter Meer in Deutschland gezogener Dressur-Crack LimiTed Edition (Zuchtname Kanjer ter Meer Vb Sport , *2011, Uldrik 457 x Tsjalke 397) gegen die KWPN-Konkurrenz durch und erlangten mit 68,28% den ersten Rang und somit den Titel.

Das Friesenpanorama gratuliert herzlich zu diesem tollen Erfolg!

CO-Rapport Wimer 461

Hengst: Winfried
Datum des Rapports: 13.11.2010

Exterieur

Rassetyp
Winfried ist ein gut ausreichend rassetypischer Hengst. Sein Kopf verfügt über einen schönen Ausdruck, die Halsung ist gut ausreichend lang und ist gut ausreichend vertikal aufgesetzt.

Gebäude
Winfried ist ein harmonisch gebauter Hengst, der ausreichende Länge in der Vorhand aufweist. Die Schulter ost gut ausreichend lang und schräg gewinkelt. Die Oberlinie ist ausreichend stark, die Kruppe ist gut ausreichend lang und korrekt geformt.

Fundament
Die Hinterhand ist korrekt gestellt. Das Fundament ist gut ausreichend trocken und hart, die Hufe sind korrekt geformt.

Leistungsprüfung

Trainingsrapport
Winfried ist ein freundlicher, aufmerksamer Hengst. Er bewegt sich mühelos und verfügt über viel Vorwärtsdrang. Er arbeitet unbeschwert mit und gibt seinen Trainern ein gutes Gefühl.

Schritt
Der Schritt ist aktiv und taktrein. Unter dem Sattel ist der Schrit gut ausreichend raumgreifend, vor dem Wagen sollte der Schritt geräumiger sein.

Trab
Im Trab wird die Hinterhand mit viel Aktion gut unter den Schwerpunkt gesetzt. Der Hengst beweist im Trab viel Balance und eine gute Haltung. Er sollte noch etwas mehr Vermögen mitbringen, seine Tritte zu verlängern. Die Vorhand wird raumgreifend nach vorne gesetzt.

Galopp
Der Galopp weist ausreichend viel Sprung auf. Der Hengst zeigt dabei ausreichende Balance, sollte aber noch etwas besser aufwärts tendieren.

Veranlagung als Reitpferd
Winfried ist ein Hengst, welcher durch seinen guten Hinterhandgebrauch viele Möglichkeiten als Reitpferd mitbringt. Darüber hinaus verfügt er über gute Geschmeidigkeit und Balance. Er präsentiert sich als Hengst, der sich sehr gut arbeiten lässt, sehr gut reagiert und dadurch seinem Reiter ein feines Gefühl vermittelt.

Veranlagung als Fahrpferd
Angespannt präsentiert sich Winfried als gute Dressurfahrpferd, allerdings sollte der Schritt mehr Raumgriff zeigen. In der Tuig-Anspannung beweist er einen kräftigen Hinterhandgebrauch. Im Zuge der Rahmenerweiterungen neigt er zu einem etwas höheren Bewegungsrhythmus und sollte die Hinterhand noch etwas besser kontrollieren. In der Vorhand präsentiert der Hengst viel Aktion und gut ausreichenden Vorgriff. Winfried verfügt über ausreichend Front und eine gut ausreichende Haltung, die Front sollte er noch etwas nach oben bringen. Er zeigt viel Vorwärtsdrang und beweist eine gut ausreichende Veranlagung als Tuigpaard.

Endbeurteilung Leistungsprüfung
Winfried hat sich während der Leistungsprüfung in allen drei Disziplinen positiv entwickelt und mit mehr als 80 Punkten in allen Disziplinen viel Talent als Gebrauchspferd bewiesen.

Endbeurteilung
Winfried ist ein Hengst mit gut ausreichendem Exterieur und einer guten Abstammung. Er hat in der Leistungsprüfung viel Veranlagung in allen drei Disziplinen bewiesen. Deshalb wird er unter dem Namen WIMER 461 in das Stammbuch eingeschrieben.

Gebrauchsempfehlung
Wimer 461 soll vor allem einen positiven Beitrag zur Zucht von guten Gebrauchspferden liefern. Er kann eingesetzt werden um den Hinterhandgebrauch (vor allem unter dem Sattel) zu verbessern und sollte idealerweise mit Stuten zum Einsatz kommen, die einen geräumigen Schritt aufweisen.

Mutterrapport
Die Mutter von Wimer 461 ist die 10-jährige Sterstute Adellyke. Diese Stute hat 5 (noch junge) Nachkommen, sie wurde kürzlich besichtigt:
Adellyke ist ein Pferd mit ansprechendem Kopf, die Halsung ist ausreichend lang und gut geformt. Die Schulter ist lang und weist eine korrekte Lage auf. Der Rücken ist leicht gesunken, die Lenden sind ausreichend breit und schließen korrekt an die Krupp an. Die Krupp ist ausreichend lang und etwas abfallend. Durch ein etwas kurzes Vorderbein ist die Stute einigermaßen abwärts gebaut. Die Vorhand steht etwas zeheneng, die Hinterhand ist etwas steil, beweist aber gute Qualität. Der Schritt ist ausreichend geräumig, im Trab zeigt sich die Stute mit Raumgriff und einem auffallend guten Hinterhandgebrauch. Die Stute hat sich gut gehalten.

Hochkarätige Finalisten im Alrako Dressur-Wettkampf

Gerade eben wurde die endgültige Liste der Finalisten für die Alrako Kampioenschap Dressuur 2017 bekannt gegeben. In diesem prestigereichen Dressur-Klassement treten ausschließlich Friesen in mehreren Schwierigkeitsklassen des Dressursports gegeneinander an und alljährlich ist das Finale auch ein Schaulaufen der begabtesten Dressurpferde unter den KFPS-Deckhengsten.

Im Finale antreten werden u.a. Mees 497 (Klasse M), Hette 481, Erryt 488 , Julius 486, Gerben 479 und Alwin 469 (alle Klasse Z1) sowie Aarnold 471 (Klasse Z2). Auch Judith Pietersen ist auf LimiTed Edition (Kanjer ter Meer) für das Alrako-Finale klassifiziert.

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Auch der in österreichischem Besitz stehende Erryt 488 wird als Finalist im Alrako-Dressurwettkampf am Start sein. Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Die Veranstaltung findet am 23.09.2017 im niederländischen Kootwijk statt, die komplette Teilnehmerliste ist hier abrufbar.

 

Mewes 438 nach Südafrika verkauft

Wie kürzlich bekannt gegeben wurde, wird der Kampioen der älteren Hengste 2017, Mewes 438 (Teeuwis 389 x Oege 267) seine Deckkarriere zukünftig in Südafrika fortführen. Der europäischen Friesenzucht geht damit der einzige gutgekörte Sohn des im Vorjahr verstorbenen Teeuwis 389 (Fetse 349 x Reitse 272) verloren.

Der 2004 geborene Mewes 438 wurde als 3-jähriger vom KFPS für den Deckdienst zugelassen und absolvierte 2013 erfolgreich seine Abstammungskörung. Besonders hinsichtlich der Bewegung und des Gebäudes zählt er zu den starken Vererbern des Stammbuches, darüber hinaus besticht er mit einem sehr hohen Sterstutenprozentsatz von aktuell 53% – unter seinen Stutnachkommen finden sich zur Zeit vier Kroon- sowie eine Modelstute.

Bisher wurden keine Söhne von Mewes 438 im KFPS gekört, auch für 2017 wurden keine seiner Nachkommen zum CO angewiesen.

Zu Mewes 438 größten Erfolgen zählt sicherlich der Gewinn des Kampioentitels bei den älteren Hengsten im Zuge der Hengstenkeuring 2017. Leider wird dies wohl sein letzter Auftritt auf der HK für unbestimmte Zeit gewesen sein.

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Mewes 438 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

CO-Rapport Wytse 462

Name: Wiebe K.
Datum des Rapports: 15.10.2010

Exterieur

Rassetyp
Wiebe K. ist ein rassetypischer Hengst. Sein Kopf ist sehr ausdrucksstark, die Halsung ist ausreichend lang und in der Oberlinie schön geformt, zeigt aber eine Tendenz zum Unterhals.  Der Hengst hat viel Behang.

Gebäude
Wiebe K. ist ein korrekt und etwas kompakt gebauter Hengst. Die Kopf-Hals-Verbindung ist etwas schwer. Die Vorhand ist ausreichend lang und die Schulter ist korrekt geformt. Der Hengst verfügt über eine schön geformte Oberlinie. Die Krupp ist gut ausreichend lang und korrekt gelegen.

Fundament
Die Hinterhand ist korrekt gestellt. Das Fundament ist hart und trocken, die Hufe sind hinten etwas klein.

Leistungsprüfung

Trainingsrapport
Wiebe K. ist ein freundlicher, manchmal etwas spanniger Hengst. Bei seiner Anlieferung war der Hengst etwas wenig bemuskelt und zeigte einen nennenswert stark entwickelten Unterhals. Dies hat sich im Zuge der Leistungsprüfung verbessert. Wiebe hat manchmal etwas Mühe damit, seine Oberlinie anzuspannen. Er hat viel Vorwärtsdrang. Sowohl unter dem Sattel als auch vor dem Wagen fällt sein aktiver Hinterhandgebrauch auf.

Schritt
Der Schritt ist raumgreifend, kraftvoll und taktsauber. Der Hengst zeigt im Schritt viel Körpergebrauch.

Trab
Der Trab ist geräumig. Unter dem Sattel sollte sich der Hengst dabei noch etwas mehr auf der Hinterhand tragen. Vor dem Wagen wird die Hinterhand weit unter den Schwerpunkt gebracht. Die Vorhand greift weit nach vorne.

Galopp
Der Galopp wird raumgreifend gesprungen, sollte aber etwas kräftiger, besser balanciert und getragener sein. Der Hengst sollte dabei noch stärker aufwärts galoppieren.

Veranlagung als Reitpferd
Wiebe K. verfügt unter dem Sattel über drei ausreichend gute bis gute Grundgangarten. Unter Berücksichtigung seiner Fortschritte im Laufe der Leistungsprüfung kann festgestellt werden, dass der Hengst über eine gute Veranlagung als Reitpferd verfügt. Er sollte sich hinsichtlich des Körpergebrauchs noch etwas verbessern.

Veranlagung als Fahrpferd
Vor dem Wagen zeigt Wiebe K. – vor allem durch seinen guten Trab und seinen sehr guten Schritt – viel Talent. Die Hinterhand wird gut unter den Schwerpunkt gebracht, sollte aber noch tragender werden. Der Hengst verfügt über ausreichend Front und eine gut ausreichende Haltung. Die Vorhand hat eine ausreichend gute Aktion und wird ausreichend gut nach vorne gesetzt. Der Hengst beweist guten Vorwärtsdrang.

Endbeurteilung Leistungsprüfung
Wiebe K. hat sich im Laufe der Leistungsprüfung auf auffallend starke Weise verbessert und sich zu einem vielseitigen Gebrauchspferd entwickelt.

Endbeurteilung
Wiebe K. ist ein Hengst mit ausreichend gutem Exterieur und einer starken Abstammung. Er hat sich im Laufe der Leistungsprüfung in stark positivem Sinn zu einem vielseitigen Gebrauchspferd entwickelt. Deshalb wird der Hengst unter dem Namen WYTSE 462 in das Stammbuch eingetragen.

Gebrauchsempfehlung
Wytse 462 kann einen positiven Beitrag zur Zucht vielseitiger Gebrauchspferde liefern. Er kann vor allem den Schritt verbessern. Durch seinen Vater Arjen 417 bringt er darüber hinaus Blut aus weniger verbreiteten Linien in die Zucht. Wytse 462 soll idealerweise mit großzügig linierten Stuten eingesetzt werden.

Mutterrapport
Die Mutter von Wytse 462 ist die 11-jährige Sterstute Wilinda K., welche auf Basis ihrer ersten 4 Nachkommen (von vier verschiedenen Vätern) mit dem Preferent-Prädikat ausgezeichnet wurde. Wilinda K. wurde kürzlich besichtigt:
Wilinda K. ist eine Stute mit ansprechendem Kopf, einer ausreichend langen Halsung und ausreichend viel Behang. Ihre Schulter zeigt eine korrekte Lage, der Rücken ist leicht gesunken und schließt über eine korrekte Lendenpartie gut an die Krupp an. Die Kruppe ist abfallend und ausreichend lang. Die Stute zeigt ein ausreichend langes Vorderbein und ist etwas abwärts gebaut. Die Hinterhand ist von ausreichend guter Qualität, steht aber etwas kuhhessig. Die Köten sind etwas kurz, die großformatigen Hufe sind gut geformt. Der Schritt ist raumgreifend und ausreichend kraftvoll. Der Trab ist taktsauber, hat aber einen etwas hohen Rhythmus. Die Stute ist etwas bodeneng. Wilinda K. hat sich gut gehalten.

 

CO-Rapport Wylster 463

Hengst: Wylster fan ‘e Wigeri
Datum des Rapports: 15.10. 2010

Exterieur

Rassetyp
Wylster ist ein Hengst mit gutem Rassetyp. Der Kopf ist gur ausreichend ausdrucksstark, die Halsung zeigt viel Länge und ist ausreichend vertikal gesetzt. Der Hengst hat viel Behang.

Gebäude
Wylster ist ein großrahmig entwickelter, etwas nach vorn gebauter Hengst. Die Vorhand ist ausreichend lang, die Schulter zeigt gut ausreichende Länge, ist aber etwas steil. Der rücken ist etwas lang und ein wenig gesunken, die Krupp zeigt eine gute Länge, ist aber etwas abfallend.

Fundament
Die Hinterhand ist korrekt gestellt. Das Fundament wirkt etwas schwer, beweist aber gut ausreichende Qualität. Die Huffe sind groß und gut geformt.

Leistungsprüfung

Trainingsrapport
Wylster fan ‘e Wigeri ist ein verspielter, freundlicher Hengst. Bei seiner Anlieferung wirkte er noch recht ungearbeitet. Er hatte Mühe mit der Spannung in der Oberlinie und war manchmal etwas unregelmäßig in der Anlehnung. Dies hat sich im Laufe der Leistungsprüfung stark gebessert. Der Hengst bewegt sich geräumig, sollte aber etwas geschlossener sein. Er beweist eine tolle Einstellung und gibt seinen Trainern dadurch ein gutes Gefühl.

Schritt
Der Schritt ist gut ausreichend raumgreifend und taktsauber, manchmal aber etwas hastig, wodurch die Schritte nicht immer vollständig durchgetreten werden.

Trab
Der Trab ist gut ausreichend geräumig, die Hinterhand zeigt ausreichende Aktivität, sollte aber stärker unter den Körper treten. Trotzdem trägt die Hinterhand ausreichend gut und verleiht dem Hengst die Fähigkeit zur Rahmenerweiterung. Dabei zeigt er viel Souplesse, die Vorhand wird mit sehr viel Raumgriff nach vorne gesetzt.

Galopp
Der Galopp wird gut ausreichend raumgreifend gesprungen, der Hengst hat aber etwas Mühe mit dem Durchsprung. Der Galopp ist gut ausreichend aufwärts, der Hengst sollte aber im Körper etwas mehr loslassen. Dies hat sich im Laufe der Leistungsprüfung verbessert.

Veranlagung als Reitpferd
Wylster hat sich während der Leistungsprüfung als Reitpferd sehr positiv entwickelt. Seine Grundgangarten sind von ausreichender bis gut ausreichender Qualität. Der Schritt sollte geräumiger sind und die Hinterhand stärker untertreten, trotzdem ist das Hinterbein ausreichend aktiv. Positiv anzumerken ist die willige Arbeitseinstellung des Hengstes sowie seine gute Reaktion auf die reiterlichen Hilfen. Seine Veranlagung als Reitpferd ist daher gut ausreichend.

Veranlagung als Fahrpferd
Wylster ist im Tuig ein Pferd mit einer schönen Front und ausreichend guter Haltung. Die Vorhand wird mit gut ausreichender Aktivität sehr weit nach vorne gesetzt. Die Hinterhand ist ausreichend aktiv, sollte aber stärker unter den Körper treten. Trotzdem verfügt der Hengst über eine gut ausreichende Schwebephase. Wylster hat angespannt eine gute Einstellung und viel Vorwärtsdrang.

Endbeurteilung Leistungsprüfung
Wylster hat sich im Laufe der Leistungsprüfung als Reitpferd positiv entwickelt. Er hat dabei gut ausreichende Anlagen bewiesen. Seine Qualitäten liegen aber vor allem in den gefahrenen Disziplinen, insbesondere als Tuigpaard hat er eine gute Veranlagung gezeigt. Seine Arbeitseinstellung und Rittigkeit sind als sehr positiv zu beurteilen.

Endbeurteilung
Wylster fan ‘e Wigeri ist ein Hengst mit ausreichend gutem Exterieur und einer starken Abstammung. Vor allem vor dem Wagen hat er gute Anlagen als Gebrauchspferd bewiesen. Darum wird er unter dem Namen WYLSTER 463 in das Stammbuch eingeschrieben.

Gebrauchsempfehlung
Wylster 463 kann vor allem als Lieferant von Tuigpaarden einen positiven Beitrag zur Zucht leisten, inbesondere hinsichtlich der Verbesserung des Vorhandgebrauchs. Wylster sollte die besten Ergebnisse mit Stuten liefern, die über einen raumgreifenden Schritt und eine ausreichend aktive Hinterhand verfügen.

Mutterrapport
Die Mutter von Wylster 463 ist die mittlerweile 15-jährige Jeldau fan ‘e Wigeri Model Pref. Neben Wylster 463 lieferte diese Stute auch den 2005 gutgekörten Haitse 425. Weiters brachte sie zwei weitere Sternachkommen.
Jeldau wurde kürzlich besichtigt:
Jeldua ist aus gut ausreichend rassetypische Stute mit einer leichten Kopf-Hals-Verbindung. Die Halsung ist von guter Länge und leicht horizontal gesetzt. Die Schulter ist ein wenig steil. Der Widerrist ist von guter Länge, die Oberlinie ist korrekt. Die Krupplänge ist ausreichend, die Kruppe ist korrekt gelegen. Trotz des Alters der Stute ist das Fundament hart und trocken, was von guter Qualität zeugt. Schritt und Trab sind gut.

CO-Rapport Wybren 464

Name: Wybren fan Northster
Datum des Rapports: 26.03.2011

Exterieur

Rassetyp
Wybren ist ein rassetypischer Hengst mit Ausstrahlung. Der Kopf ist ansprechend, die gut geformte Halsung ist ausreichend lang und vertikal platziert.

Gebäude
Wybren ist ein großrahmig entwickelter, jugendlich wirkender Hengst, der ausreichend aufwärts gebaut ist. Er hat eine gut gewinkelte Schulterlage und einen gut geformten Widerrist. Im Mittelstück ist er ein wenig gesunken, die breiten Lenden sind hingegen gut an die Krupp angeschlossen.

Fundament
Die Hinterhand ist korrekt gestellt, das Fundament beweist ingesamt eine gute Qualität. Die Hufe sind ausreichend groß, die Vorhand ist unterständig.

Leistungsprüfung

Trainingsrapport
Wybren wurde ungearbeitet angeliefert. Er fand sich in der Arbeit schnell zurecht und zeigte in qualitativer Hinsicht viele Fortschritte. Er ist ein intelligenter Hengst, der in der Arbeit viel Einsatzwillen beweist. Er verfügt über einen angenehmen, freundlichen und mitarbeitenden Charakter.

Schritt
Im Schritt zeigt der Hengst viel Aktivität. Der Schritt ist sauber und ausreichend raumgreifend. Die Vorhand sollte etwas weiter nach vorne gesetzt werden.

Trab
Der Trab ist ausreichend geräumig. Die Hinterhand wird mit viel Beugung im Spruggelenk aktiv unter den Körper gesetzt. Die Vorhand sollte weiter nach vorne treten.

Galopp
Der Galopp ist gut ausreichend raumgreifend, wird gut gesprungen, die Vorhand greift dabei weit genug vor. Im Galopp zeigt der Hengst eine schöne, gut ausreichend aufwärts tendierende Haltung.

Veranlagung als Reitpferd
Wybren zeigt in allen drei Gundgangarten einen guten Hinterhandgebrauch, die Vorhand sollte raumgreifender agieren. Unter dem Sattel beweist der Hengst eine schöne Haltung und gut ausreichend Souplesse. Er hat gut ausreichendes Talent als Reitpferd.

Veranlagung als Fahrpferd
Wybren beweist vor dem Wagen einen gut ausreichenden Hinterhandgebrauch. Die Hinterhand ist aktiv, der Hengst sollte aber mehr Schwebephase zeigen. Im Tuig zeigt der Hengst gut ausreichend Haltung und Front, die Vorhand sollte aber für ein Tuigpaard mehr Raumgriff aufweisen.

Endbeurteilung Leistungsprüfung
Wybren fan Northster hat während der Leistungsprüfung vor allem als Reit- und Dressurfahrpferd gut ausreichende Anlagen bewiesen. Darüber hinaus hat er sich stark entwickelt.

Endbeurteilung
Wybren fan Northster verfügt über eine gute Abstammung und ein gutes Exterieur. Er hat während der Leistungsprüfung einen guten Eindruck als Gebrauchspferd hinterlassen, vor allem Als Reit- und Dressurfahrpferd. Auf Basis dieser Erkenntnisse wird er unter dem Namen WYBREN 464 in das Stammbuchregister eingeschrieben.

Gebrauchsempfehlung
Wybren 464 kann zur Verbesserung von Stockmaß und Exterieur eingesetzt werden. Auch hinsichtlich der Verbesserung des Hinterhandgebrauchs kann er positiv wirken. Idealweise sollte er mit Stuten zum Einsatz kommen, deren Vorhand nicht unterständig ist und die über einen geräumigen Bewegungsablauf der Vorhand verfügen. Beim einsatz von Wybren 464 muss berücksichtigt werden, dass er verhältnismäßig viel Feitse 293-Blut führt.

Mutterrapport
Heike, die Mutter von Wybren 464, ist eine 9-jährige Sterstute mit drei Nachkommen, von denen Wybren 464 der Älteste ist. Heike ist eine gut ausreichend rassetypische, edle Stute mit viel Front. Sie zeigt einen edlen Kopf und eine lange, gut geformte Halsung. Ihr Rücken ist etwas gesunken mit einer korrekt angeschlossenen Lendenpartie. Die Krupp ist ausreichend lang und zeigt eine korrekte Lage. Die Hinterhand ist korrekt gestellt und das Fundament ist hart und trocken. Ihr Schritt ist ausreichend raumgreifend, der Trab ist taktsauber und gut ausreichend geräumig.