Grand Prix-Hengst Tietse 428 Sport verstorben

Wie seine Mitbesitzerin auf Facebook mitteilte, ist der 2011 abgekörte Sporthengst Tietse 428 (Reyert 337 x Oepke 266) im Alter von 20 Jahren verstorben.

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Tietse 428 Sport – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Der 1998 geborene Tietse 428 Sport war der erste KFPS-Deckhengst, der aufgrund seiner sportlichen Erfolge in der Dressur die verkürzte Hengstleistungsprüfung (VO) erfolgreich durchlaufen hat, er war auch der erste KFPS-Deckhengst, der in der Dressur auf Grand Prix-Level Erfolge erzielen konnte.

Tietse 428 war der einzige in den Deckdienst berufene Sohn von Reyert 337 (Reitse 272 P x Oege 264 P), seine Mutter war die berühmte Bontjse Ster Pref (Oepke 266 x Ritske 202 P), zu deren bekanntesten Nachkommen auch der Preferente Leffert 306 zählt.

Während seiner 6 aktiven Jahre im KFPS-Deckdienst brachten die Züchter Tietse 428 großes Vertrauen entgegen und setzten ihn für mehr als 950 Deckungen ein. Auch seine Fohlenjahrgänge zeigten sich durchaus erfolgreich und erreichten zu knapp 75% 1e und 2e Prämien. Trotzdem wurde Tietse 428 Sport im Zuge seiner Abstammungskörung 2011 abgekört. Als Grund dafür gab das KFPS unzureichende Leistungen seiner Nachkommen in den Gebrauchsprüfungen (insbesondere in den Grundgangarten) sowie Gebäudemängel hinsichtlich Linierung und Kruppform an.

FriesenFokus: KFPS-Preferenthengste – Vererber, die die Friesenzucht prägten (Teil 3)

Es ist die höchste Ehrung, die einem KFPS-Deckhengst zu Teil werden kann – das Preferent-Prädikat. Vergeben wird dieser Ehrentitel seit jeher nur an die Vererber, die durch die Leistungen ihrer Nachkommen im Übermaß bewiesen haben, dass ihr Einfluss auf die KFPS-Friesenzucht von prägender Bedeutung ist – dem zu Grunde liegt ein umfassender Berechnungsvorgang, der sowohl die Anzahl registrierter Nachkommen berücksichtigt, als auch deren aufgrund von Prädikatsvergaben nachvollziehbare Leistungen hinsichtlich Exterieur (Ster, Kroon, Model, Stb-Hengst), Vererbungsleistung (Preferent, Prestatiemoeder, Hengstenmoeder) und Sportleistung (Sport, Elite-Sport).

Nach dem 2. Weltkrieg steuerte die Population des KFPS-Friesenpferdes zunehmend in eine krisenhafte Entwicklung – mehr und mehr verschwand die Rasse aus dem Alltag der friesischen Bevölkerung und die Populationsgröße schrumpfte auf ein besorgniserregendes Maß zusammen. Dies veranlasste die Reitvereinigung “De Oorsprong” dazu, ab 1967 einen Werbefeldzug für das Friesenpferd zu starten, welcher der Rasse in den folgenden Jahrzehnten zu unerwarteter Popularität verhelfen sollte.

Die Ankörung moderner, typvoller Hengste und die vermehrte Selektion auf die Eignung für den immer populärer werdenden Freizeitsportbereich veränderten den in den Kriegszeiten etablierten Typ des schweren “Landbouwpaard” zunehmend zurück zu den Wurzeln des Friesenpferdes, einem eleganten Karrossier- und Reitpferd mit imposanter Erscheinung und kadenzierten, leichtfüßigen Gängen. Diese Blütezeit der Friesenzucht ebnete den Weg für einige heute noch wohlbekannte Stempelhengste, deren Einfluss die Friesenzucht der Gegenwart formgebend mitprägte.

Mark 232 Preferent
17.04.1964 – 24.06.1986, Tetman 205 x Ritske 202 P, Stam 067

Ausgerechnet ein 1964 abgekörter KFPS-Deckhengst sollte zwei Söhne liefern, die die Friesenzucht so maßgeblich prägen sollten, dass das moderne Erscheinungsbild der Rasse ohne den Beitrag dieser Hengstlinie heute kaum vorstellbar wäre. Es handelt sich um den 1956 geborenen Tetman 205 (Ewold 181 x Age 168), der 1964 abgekört wurde. Seine beiden so einflussreichen Söhne sind der 1962 geborene Jarich 226 (Tetman 205 x Lutsen 192) und der 1964 zur Welt gekommene Mark 232 P.

Mark 232 P zeugte in seinen 22 Lebensjahren 11 gekörte Söhne, darunter die nicht minder einflussreichen Preferenthengste Hearke 254 (aus dessen direkter Linie Hengst-Größen wie Teunis 332 P, Brandus 345 P und Jasper 366 P entstammen)  und Jochem 259 (Vater von Feitse 293 P, Großvater von Leffert 306 P), sowie Ygram 240, dessen direkte Linie vor allem durch seinen Urenkel Maurits 437 und seine 3 gekörten Söhne ebenfalls bis heute weiterbesteht. Als Muttervater von weiteren fünf KFPS-Deckhengsten und Vater unzähliger Prädikatsstuten ist Mark 232 P heute in beinahe jedem Friesenpapier zu finden und gilt somit als einer der maßgeblichsten Stempelhengste der jüngeren KFPS-Geschichte.

Seine Popularität bei den Züchtern wurde zusätzlich durch seine Erfolge bei der Hengstenkeuring befeuert – zwischen 1969 und 1975 wurde der Ausnahmehengst 3-facher Kampioen sowie 4 mal Reserve-Kampioen der HK.

Tsjalling 235 Preferent
21.03.1967 – 07.09.1995, Hotse 223 x Bouke 174 P, Stam 050

Der 166 cm große Sohn des 3-fachen HK-Kampioens Hotse 223 wurde 1970 in den Deckdienst berufen und deckte 18 Jahre lang erfolgreich. Seine Vererbungsleistung bescherte ihm 7 gekörte Söhne, unter denen Ferdinand 252 und Jelmer 297 seine direkte Linie bis in die Gegenwart weiterführen sollten. Seine Töchter brachten ihm wiederum 6 gekörte Enkelsöhne, darunter den abgekörten Sportpionier Adel 357 und den kürzlich verstorbenen Ielke 382.

Tsjalling 235 P selbst wurde 1979, am Höhepunkt seiner Beliebtheit bei den Züchtern, Kampioen der Hengstenkeuring und lieferte im Laufe seiner Deckkarriere eine ganze Reihe einflussreicher Zuchtstuten, darunter z.B. die 1980 geborene Whita Model Pref, die eine wichtige Rolle in der “goldenen” Boszorg-Linie spielte.

Tsjalling 235 P verstarb im Alter von 28 Jahren und wurde 2008 posthum mit dem Preferentprädikat geehrt.

Wessel 237 Preferent
*13.05.1968, Jarich 226 x Ritske 202 P, Stam 044

Wessel 237 P, ein Enkel des abgekörten Tabe 203, wurde ab 1971 in der KFPS-Zucht eingesetzt und deckte bis 1987.
In dieser Zeit wurden 6 seiner Söhne vom KFPS gekört, unter ihnen einflussreiche Vererber wie Oepke 266, Oege 267 P und Djurre 284. Als Muttervater von weiteren 10 Deckhengsten kann man ihn als einen der “Mutterväter der modernen Friesenzucht” bezeichnen, zumal unter diesen Wessel-Enkeln Hengste wie Jurjen 303, Rypke 321 und Folkert 353 P auftauchen.

Sein überaus großer Einfluss auf die Friesenzucht zeigte sich auch im Erfolg seiner Töchter – mindestens 19 von ihnen trugen das Modelprädikat, unzählige weitere wurden mit dem Sterprädikat ausgezeichnet.

Äußerst erfolgreich verlief auch seine Karriere in der Körbahn – Wessel 237 P ist mit großem Abstand der amtierende Rekordhalter in Sachen HK-Kampioenschap. Zwischen 1973 und 1980 wurde der Hengst ganze 6 Mal zum Kampioen ernannt, 1976 und 1979 war er HK-Reservechampion.

Hearke 254 Sport Preferent – “König der Friesen”
07.04.1973 – 19.09.1994, Mark 232 P x Tabe 203, Stam 043

Wer “KFPS-Friese” sagt, muss auch “Hearke 254 P” sagen – kaum ein anderer Hengst hat sich so in das kollektive Gedächtnis der Friesenszene gebrannt, wie der 1973 geborene Mark 232 P-Sohn aus der Gelbrich Model Pref (Tabe 203 x Held 140 P) Der von M. Brouwer gezogene Hearke 254 wurde 1976 als Deckhengst eingetragen und dominierte die Friesenzucht vor allem in den 1980er-Jahren wie kaum ein anderer vor ihm. 9 gekörte Söhne, 13-facher Muttervater von KFPS-Deckhengsten wie Onne 376, Dries 421 und Norbert 444 P, mindestens 19 Modeltöchter und eine schier unüberblickbare Anzahl an Prädikatsnachkommen brachten dem auch im Tuigsport erfolgreichen HK-Champion von 1985 den Beinamen “König der Friesen” ein. Er trug vor allem über seinen Sohn Reitse 272 P maßgeblich zur Modernisierung der Rasse hinsichtlich Sporteignung bei – ein Umstand, der sich auch heute noch in den dominierenden Vererbern der gegenwärtigen Zucht, Jasper 366 P, Beart 411 P und Norbert 444 P wiederfindet, welche allesamt in direkter oder indirekter Linie sein Blut führen.

Ob seiner unschätzbaren Vererberqualitäten ehrte das KFPS den im Alter von 21 Jahren verstorbenen Hearke 254 P im Jahr 2007 mit dem Preferent-Prädikat.

Jochem 259 Sport Preferent
27.05.1974 – 27.03.1998, Mark 254 P x Gerke 220, Stam 045

Jochem 259 P hatte – wie sein Halbbruder Hearke 254 P – massiven Einfluss auf die moderne Friesenzucht. Auch er war erfolgreich im Tuigsport und übertrumpfte seinen Halbbruder mit Erfolgen in der Körbahn – 1982 wurde er Kampioen der Hengstenkeuring, in den Jahren 1981 und 1983 wurde er zum Reserve-Champion ernannt. Trotzdem blieb er in der Gunst der Züchter in seiner 21 Jahre dauernden Deckkarriere zumeist hinter seinem Halbbruder zurück – nichtsdestotrotz hinterließ der im Alter von 24 Jahren verstorbene Stempelhengst eine beeindruckend erfolgreiche Nachkommenschaft. Unter seinen 5 gekörten Söhnen sollten vor allem Feitse 293 P und dessen Nachkommen eine tragende Rolle in der weiteren KFPS-Zucht spielen, doch auch die Hengste Tjimme 275, Tamme 276 und Jillis 301 trugen die direkte Linie bis in die Gegenwart. Auch als Muttervater konnte er reüssieren, 4 KFPS-Deckhengste tragen ihn auf diese Weise im Stammbaum.

Lammert 260 Preferent
09.01.1975 – 20.01.2003, Bjinse 241 x Evert 216, Stam 043

Lammert 260 P, geboren 1975 bei J. Grijpstra im niederländischen Ederveen, ist eine der tragenden Säulen, die das Überleben der unverwandten Hengstlinie von Age 168 bis in die Gegenwart sicherten. Der 1978 zum Deckdienst zugelassene Hengst war Anfang bis Mitte der 1980er-Jahre äußerst beliebt bei den Züchtern, er deckte bis zu seinem Tode im Alter von stattlichen 28 Jahren und dank Gefriersperma (in sehr kleinem Umfang) noch mehr als ein Jahrzehnt darüber hinaus – seine letzte Deckung wurde 2016 registriert. Trotz seiner unerreicht langen Aktivzeit als Deckhengst und seiner 5 gekörten Söhne, konnte nur einer seiner gekörten Hengstnachkommen – nämlich Frans 289 – die direkte Linie bis in die Gegenwart retten. Deutlich erfolgreicher war der Einfluss von Lammert 260 P auf Muttervaterseite – unter seinen 10 gekörten Enkeln in indirekter Linie finden sich die überaus bedeutsamen Preferenthengste Olof 315 und Teunis 332. Von seinen über 400 im Erwachsenenalter gekörten Töchtern wurden 39% mit Ster oder höheren Prädikaten ausgezeichnet, 4 Modelstuten stammen von ihm ab und 39 Stuten konnten durch ihre Leistungen in das Zucht das Preferentprädikat erwerben.

Über die frühen Stempelhengste der KFPS-Zucht wurde bereits in Teil 1 und Teil 2 berichtet, im nächsten Teil der Serie möchte ich mich den Preferenthengsten widmen, die dem modernen Friesenpferd zum großen internationalen Durchbruch verhalfen.

FriesenFokus: KFPS-Preferenthengste – Vererber, die die Friesenzucht prägten (Teil 2)

Es ist die höchste Ehrung, die einem KFPS-Deckhengst zu Teil werden kann – das Preferent-Prädikat. Vergeben wird dieser Ehrentitel seit jeher nur an die Vererber, die durch die Leistungen ihrer Nachkommen im Übermaß bewiesen haben, dass ihr Einfluss auf die KFPS-Friesenzucht von prägender Bedeutung ist – dem zu Grunde liegt ein umfassender Berechnungsvorgang, der sowohl die Anzahl registrierter Nachkommen berücksichtigt, als auch deren aufgrund von Prädikatsvergaben nachvollziehbare Leistungen hinsichtlich Exterieur (Ster, Kroon, Model, Stb-Hengst), Vererbungsleistung (Preferent, Prestatiemoeder, Hengstenmoeder) und Sportleistung (Sport, Elite-Sport).

Nach einem Streifzug zu den Ursprüngen der KFPS-Zucht in Teil 1, möchte ich in Teil 2 der Reihe “FriesenFokus: Preferenthengste” auf die prägenden Vererber der Kriegs- und Nachkriegszeit eingehen. Diese Zeit war geprägt von einer regelrechten Krise in der Friesenzucht – die zunehmende Mechanisierung der bäuerlichen Betriebe in Friesland in den Nachkriegsjahren mündete in einer existenzbedrohenden Verkleinerung der Friesenpopulation – 1965 waren nur noch 500 Friesenstuten im Stammbuch registriert. Umso stärker und wichtiger war der Einfluss der bedeutenden Stempelhengste dieser Ära, trugen sie doch maßgeblich zum Erhalt der Rasse bei.

Mengelberg 145 Preferent
17.06.1932 – 01.03.1954, Arend 131 P x Danilo 137 P, Stam 033

1932 in enger Linie als Sohn von Arend 131 P aus der Danilo 137-Tochter Haitske Model Pref gezogen, wurde der 154 cm große Mengelberg 145 im Jahre 1935 als Deckhengst zugelassen. Trotz des harscher werdenden politischen und wirtschaftlichen Klimas im Angesicht des heraufziehenden 2. Weltkrieges, körte das KFPS vier seiner Söhne, darunter den oft als Linienbegründer zitierten Age 168, auf den die kleinste und damit züchterisch wertvollste, heute noch existierende Hengstlinie zurückgeht. Aus dieser spielen in der modernen Friesenzucht vor allem der kürzlich verstorbene Fabe 348 P und dessen Söhne Sape 381, Jorn 430 und Alke 468 eine bedeutende Rolle.
Auch als Muttervater von 4 weiteren KFPS-Deckhengsten prägte Mengelberg 145 P der Friesenzucht seinen Stempel auf, darüber hinaus erreichten 5 seiner Töchter das Modelprädikat.

Nammele 147 Preferent
*14.04.1933, Held 140 P x Theunis 125, Stam 029

Nammele 147 P wurde 1933 im Stall von L.W. Annema in den Niederlanden geboren, seine Mutter war die modelpreferente Aafke (*1921), die zuvor bereits den gekörten Elius 138 (*1925, v. Us Heit 126) gebracht hatte. Der 1937 mit einem Stockmaß von 159 cm gekörte Nammele 147 P zeugte in seiner Deckkarriere 4 gekörte Deckhengste, von denen aber nur einer – Lutsen 192 – seine Abstammungskörung bestand. Trotz der beachtlichen Anzahl an gekörten Söhnen starb die direkte Linie von Nammele 147 P aus, seine Vererbungsleistung gelangte aber durch seine vielen qualitätsvollen Töchter (9 Modelstuten, 5 Hengstmütter) zu prägendem Einfluss. Zu seinen wichtigsten Stutnachkommen zählen u.a. die zu Kriegsende 1945 geborene Eeldertsje Model Pref aus Stam 002, zu deren direkten Nachkommen neben dem Stb-Hengst Murk 196 auch 6 Modelstuten zählen, welche in den Mutterlinien einer ganzen Reihe von KFPS-Deckhengsten auftauchen.

Obscurant 150 Preferent
09.06.1934 – 01.01.1944, Danilo 137 P x Alva 113 P, Stam 019

Der bei J.J. de Vries geborene Danilo 137 P-Sohn Obscurant 150 spielte unter den Preferentengsten der Kriegszeit wahrscheinlich die bedeutendste Rolle. 1937 in den Deckdienst beordert, zeugte er trotz seiner verhältnismäßig kurzen Karriere 10 gekörte Söhne, darunter die später ebenfalls Preferent erklärten Hengste Aize 170 und Bouke 174, sowie Eelke 183, dessen Sohn Ritkse 202 P wiederum für den Fortbestand der direkten Hengstlinie bis in die Gegenwart sorgte. Mindestens 11 Töchter von Obscurant 150 P erhielten das Modelprädikat, zudem ist er der Muttervater von 3 KFPS-Deckhengsten. Seine Mutter Simontje Stb Pref brachte neben Obscurant 150 auch dessen abgekörten Vollbruder Nicolson 146 und den 1930 gutgekörten Fedde 139 (v. Theunis 125) zur Welt.

Stoffel 157 Preferent
*26.04.1937, Danilo 137 P x Arend 131 P, Stam 010

Wie viele Hengste dieser für das Friesenpferd schwierigen Ära, war auch der von S.M. Zonneveld gezogene Stoffel 157 P ein Produkt sehr enger Linienzucht. Seine 1931 geborene Mutter Lep Model war Arend 131 P x Alva 113 P gezogen und somit eine sehr nahe Verwandte des Vredestichter 127 x Alva 113 P gezogenen Danilo 137 P.
Stoffel 157 P wurde 1940 als Deckhengst lizenziert und war bis 1958 in der Zucht, in dieser Zeit lieferte er drei gekörte Söhne, die die direkte Linie aber nicht bis in die Gegenwart tragen konnten. Auch als Muttervater von Yke 206 (v. Aize 170 P) reichte sein Einfluss nicht übermäßig weit, seine Töchter waren jedoch als Zuchtstuten äußerst erfolgreich. Zu ihnen zählen z.B. Zierda Ster, deren Tochter Eeldertsje Model Pref bereits erwähnt wurde, aber auch Elagonda Model, deren Zweig des Stutstammes 118 bis heute fortbesteht. Seine Tochter Aaf II Model begründete einen bis in die Gegenwart wichtigen Zweig des Stammes 008, aus dem u.a. der heute noch aktive Deckhengst Haike 482 hervorging. Iekje Model wiederum begründete den einzigen noch heute bestehenden Zweig des Stutstammes 074 und ist damit eine direkte Vorfahrin der Stammbuchhengste Bente 412, Fridse 423 und Jerke 434.

Aize 170 Preferent
*07.06.1942, Obscurant 150 P x Cremer 136

Der inmitten des 2. Weltkrieges bei J.K. Tromp im niederländischen Harich geborene Aize 170 P stammt aus einer für die damalige Zeit relativ unverwandten Anpaarung. Seine Mutter, die 1927 geborene Modelstute Gepke wurde als Tochter von Cremer 136 aus einer Stammbuchstute von Friso 117 P gezogen und brachte, trotzdem sie 26 Jahre alt wurde, nur 4 im KFPS registrierte Fohlen zur Welt. Aize 170 P, als Deckhengst zu Kriegsende 1945 gekört, brachte im Laufe seiner Karriere 5 gekörte Söhne und einen gekörten Enkelsohn in direkter Linie. Mit diesem – Gauke Lientje 224 (v. Yke 206) – starb seine direkte Linie aus. Die Anpaarung der Töchter von Aize 170 P mit Noldus 198 brachte offensichtlich besonders gute Pferde, wurden aus dieser Blutkombination doch gleich 3 Hengste gekört. Insgesamt waren seine Töchter sehr erfolgreich – mindestens 19 Model- und viele Sterstuten stammen von Aize 170 P ab, welche die nicht zu unterschätzende Vererbungsleistung dieses Prefetrenthengstes bis in die Gegenwart nachwirken lassen.

Bouke 174 Preferent
*10.05.1943, Obscurant 150 P x Elius 138, Stam 040

Ein Jahr nach seinem Halbbruder Aize 170 P wurde 1946 Bouke 174 P in den Deckdienst berufen. Der von J.W. Boersma gezogene Hengst wurde mit 161 cm eingemessen und deckte bis in die 1960er-Jahre erfolgreich. Trotz drei gekörter Söhne und weiteren drei Enkelsöhnen in direkter Linie überlebte auch seine Direktlinie nicht bis in die Gegenwart, Bouke 174 P nahm aber vor allem als Muttervater von 7 KFPS-Hengsten erheblichen Einfluss auf die Friesenzucht. Als solcher steht er z.B. im Stammbaum des ausgesprochen bedeutenden Tsjalling 235 P und auch die Mutter des Sporthengstes Peke 268 stammt von Bouke 174 P. Damit nicht genug, wurde an mindestens 24 seiner Töchter das Modelprädikat verliehen – darunter finden sich bedeutende Zuchtstuten wie Claartje Model Pref, Landsdochter Model und die Doppelhengstmutter Stynke Model Pref.

Ritske 202 Preferent
04.05.1955 – 01.09.1976, Eelke 183 x Tiemen 159, Stam 30

Ritske 202 P ist der erste Preferenthengst in der Geschichte des KFPS, dessen Name bis in die Gegenwart vielen Liebhabern des Friesenpferdes noch ein Begriff ist. Der 1955 bei C.M. van den Akker geborene Eelke 183-Sohn wurde 1958 als Deckhengst gekört und gelangte vor allem in den 60er-Jahren als mehrmaliger Kampioen der Hengstenkeuring (1962, 1964 & 1965) zu Ruhm und Ehre. Doch auch als Vererber ist Ritske 202 P aus der modernen Friesenzucht nicht mehr wegzudenken – über seine 10 gekörten Söhne begründete er eine regelrechte Hengstendynastie (die gerne zitierte Ritske-Linie), aus der u.a. die Preferenthengste Tsjalling 253 und Naen 264 stammen. Noch größer aber ist sein Einfluss als Muttervater – als solcher ist er Teil der Abstammung von nicht weniger als 13 KFPS-Deckhengsten, unter ihnen die an Bedeutung kaum zu überbietenden Stempelhengste Mark 232 P und Wessel 237 P. Dazu gesellen sich ca. 50 von ihm gezeugte Modelstuten und eine große Anzahl Sternachkommen. Bis zu seinem Tod im Alter von 21 Jahren wurden rund 1600 Decksprünge von Ritske 202 P registriert, was ihn in seiner Ära zum wohl bedeutendsten Vererber der KFPS-Zucht macht.

Durch die Bemühungen der Reitvereinigung “De Oorsprong” ab dem Jahre 1967 trat ein Wandel in der Friesenzucht ein – der Friese wurde mehr und mehr als Kulturgut der Niederländer erkannt und geschätzt, und die Zucht erfuhr einen Aufschwung, der sich im sprunghaften Wachstum der Population über die nächsten 20 Jahre niederschlug. Auf die bedeutenden Vererber dieser Blütezeit des KFPS möchte ich in Teil 3 des “FriesenFokus: Preferenthengste” näher eingehen.

FriesenFokus: KFPS-Preferenthengste – Vererber, die die Friesenzucht prägten (Teil 1)

Es ist die höchste Ehrung, die einem KFPS-Deckhengst zu Teil werden kann – das Preferent-Prädikat. Vergeben wird dieser Ehrentitel seit jeher nur an die Vererber, die durch die Leistungen ihrer Nachkommen im Übermaß bewiesen haben, dass ihr Einfluss auf die KFPS-Friesenzucht von prägender Bedeutung ist – dem zu Grunde liegt ein umfassender Berechnungsvorgang, der sowohl die Anzahl registrierter Nachkommen berücksichtigt, als auch deren aufgrund von Prädikatsvergaben nachvollziehbare Leistungen hinsichtlich Exterieur (Ster, Kroon, Model, Stb-Hengst), Vererbungsleistung (Preferent, Prestatiemoeder, Hengstenmoeder) und Sportleistung (Sport, Elite-Sport).

In dieser Reihe möchte ich einen kompakten Überblick über all die Hengste geben, die bis zum heutigen Zeitpunkt aufgrund ihres prägenden Einflusses mit dem Preferent-Prädikat ausgezeichnet wurden.

Ulbe 100 Preferent
*28.04.1894, Nemo 51 x ?

Ulbe 100 ist der erste KFPS-Hengst im Stammbaum aller heutigen Friesen, der mit dem Preferentprädikat ausgezeichnet wurde. Der 1897 gekörte Hengst war der dritte in den Deckdienst beorderte Sohn des Hengststammbaumbegründers Nemo 51 und ist der einzige Hengstnachkomme dieses Vererbers, dessen direkte Linie heute noch fortbesteht. Geboren wurde der 158 cm kleine Hengst vor über 120 Jahren im niederländischen Hemrik bei Friesenzüchter E.P. van der Sluis.
Seinen größten Einfluss auf die Friesenzucht machte Ulbe 100 P zweifelsohne über seine gekörten Söhne Victor 110 und Friso 117 P geltend.

Sultan 105 Preferent
09.04.1897 – 27.05.1910, Drenthe I 91 x De Regent 32

Der 1900 gekörte Sultan 105 P war ein Abkömmling aus der mittlerweile ausgestorbenen Hengstlinie des Landzoon 46. Der in der Stoeterij de Oorsprong gezüchtete Hengst konnte zwar keine eigenen Söhne in den Deckdienst beisteuern, schlägt aber als Muttervater von Us Heit 126 zu Buche, welcher wiederum als Muttervater (u.a. von Knilljes 141) großen Einfluss auf die moderne Friesenzucht nehmen konnte.

Prins 109 Preferent
*27.03.1898, Frits 95 x Onsta II 79

In Siegerswoude, NL bei E.S. van den Bosch geboren, gilt Prins 109 P heute als Begründer einer eigenen Hengstdynastie, deren direkte Linie in den 1950er Jahren ausstarb. Vor allem über seinen Sohn Us Heit 126 konnte er seinen Einfluss auch auf die heutige Friesenzucht geltend machen, darüber hinaus bewies er seine prägende Vererbungsleistung als Muttervater von Paulus 121, Theunis 125, Bisschop 132 und Louw 142.

Alva 113 Preferent
*05.06.1899, De Regent 32 x Graaf Adolf 21, Stam 001

Der 1899 geborene Alva 113 stammte aus der mittlerweile ausgestorbenen Hengstlinie des Prins Hendrik 24. Der in der “Stoeterij de Oorsprong” zur Welt gekommene Alva 113 wurde 1902 vom KFPS gekört und zeugte in seiner, bis zu seiner Abkörung 1915 dauernden Karriere zwei gekörte Söhne – Oom 119 und Stefanus 124 – die gleichermaßen den Endpunkt der direkten Prins Hendrik-Linie darstellen. Zu immenser Bedeutung gelangte Alva 113 P indes als “Stutenmacher”. Seine Töchter (darunter 3 Modelstuten) bescherten ihm 8 gekörte Enkelsöhne, seine  1915 geborene Tochter Olga Hb begründete den  Stutenstamm 032. Im Besonderen war auch die von ihm gezeugte Rienkje Model (*1914) als Hengstmutter von Ynte 130 von großer Bedeutung für die Friesenzucht.
Noch existierende Aufnahmen von Alva 113 P dienen heute oftmals als Beleg dafür, dass der Typ des Friesenpferdes in seinen Ursprüngen keineswegs dem oft zitierten “schweren Schlag” entsprach, sondern deutliche Gemeinsamkeiten mit dem heute gezüchteten, “modernen” Friesentyp aufwies.

Friso 117 Preferent
*1901, Ulbe 100 P x Drenthe I 91

Friso 117 P ist wie sein Vater Ulbe 100 P und dessen Vater Nemo 51 ein Hengst, der sich im Stammbaum aller heute noch lebenden KFPS-Friesen wiederfindet, gehen auf ihn doch alle noch aktiven Deckhengste zurück. Der 1901 bei G.G. de Jong geborene Hengst wurde 1904 gekört und mit 164 cm eingemessen – ein für damalige Verhältnisse ungewöhnlich großes Stockmaß. Friso 117 P konnte sich als Qualitätsvererber sehr gut durchsetzen, fünf seiner Söhne wurden in den Deckdienst berufen, darunter auch der 1913 geborene Paulus 121, der über seine Söhne, die Vollgeschwister Vredestichter 127 und Arend 131 P heute einen “Gabelpunkt” der großen, noch existierenden Hengstlinien darstellt. Als Muttervater von Beint 134 konnte er seinen Einfluss auch in indirekter Linie bis in die heutige Zeit erhalten.

Arend 131 Preferent
*12.04.1921, Paulus 121 x Aäron 114, Stam 013

Der aus der modelpreferenten Irma gezogene Arend 131 P war ein Sohn des bereits erwähnten Paulus 121. Er wurde 1924 in den Deckdienst beordert und war zu diesem Zeitpunkt 162 cm groß, gezogen wurde er von J.W. Hoogterp im niederländischen Deersum.
Arend 131 P ist der Vater der Preferenthengste Held 140 und Mengelberg 145 (neben drei weniger bedeutenden KFPS-Hengsten), zusätzlich festigte er seinen Einfluss auf die KFPS-Zucht als Muttervater von 7 weiteren Deckhengsten, unter welchen der ebenfalls preferente Stoffel 157 besonderer Erwähnung bedarf.

Danilo 137 Preferent
09.04.1924 – 24.12.1948, Vredestichter 127 x Alva 113 P, Stam 032

Der Sohn der Begründerin des Stutenstammes 032, Olga Hb, wurde 1927 durch das KFPS gekört und gelangte in seinen 21 Dienstjahren als Deckhengst zu unschätzbarem und bis heute nachreichendem Einfluss in der Friesenzucht. Der 160 cm große Danilo 137 P aus der Zucht von R. Zonneveld ist heute vor allem als Vater von acht gekörten Deckhengsten ein Begriff, darunter die Preferenthengste Obscurant 150 und Stoffel 157, darüber hinaus ist er als Muttervater von nicht weniger als 10 KFPS-Vererbern eingetragen. Doch auch als “Stutenmacher” konnte Danilo 137 P sich mehr als beweisen – 22 Modelstuten wurden von ihm gezeugt und auch eine der wichtigsten und bekanntesten Linienbegründerinnen des Stammes 050, die 1928 geborene Marianne Hb Pref stammt von diesem Hengst ab.

Held 140 Preferent
25.02.1928-01.12.1950, Arend 131 P x Paulus 121, Stam 013

Wie sein Vater Arend 131 P wurde auch Held 140 P von J.W. Hoogterp im niederländischen Deersum gezogen. Seine Mutter Clasina Model war eine Vollschwester von Arend 131 P und Vredestichter 127, diese unter heutigen Gesichtspunkten extrem enge Inzuchtanpaarung war nichtsdestotrotz von Erfolg gekrönt. Der nur 154 cm große Held 140 P wurde 1931 als Deckhengst gekört und lieferte die beiden Stmmbuchhengste Nammele 147 P und den 1945 abgekörten Waling 161, welcher trotz seiner nur 2 Jahre dauernden Deckkarriere den Grundstein für eine der erfolgreichsten Hengstlinien der modernen Frisenzucht legte – er ist der Stammvater der Preferenthengste Wessel 237, Mark 242 und Jochem 259. Doch auch die Töchter von Held 140 P gelangten zu großem Einfluss – unter ihnen finden sich 5 Modelstuten, darunter Hinke Model Pref (*1948), die über ihre berühmte Tochter Gelbrich Model Pref (*1961, v. Tabe 203) die Großmuuter des großen Hearke 254 P ist. Über seine Stertochter Roozien ist Held 140 P außerdem der Muttervater von Ytsen 166.

In Teil 2 der Reihe “Friesenfokus: Preferenthengste” möchte ich mich den Hengsten widmen, deren Einfluss als Vererber die Rasse durch das dunkelste Kapitel Europas – den 2. Weltkrieg – manövrierte.

 

Olof 315 Sport Preferent – neues Hengstportrait

Anlässlich der Hengstenkeuring 2018 wurde das Preferentprädikat an einen Hengst verliehen, dessen Nachlass die moderne Friesenzucht so sehr geprägt hat, wie es kaum einem anderen KFPS-Deckhengst in den letzten 20 Jahren gelungen ist – Olof 315 Sport.

Weiter im Hengstportrait …

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Olof 315 Sport Preferent – Foto: Manfred Link / friesenwiki.de

 

Hengstenkeuring 2018

Diese Woche findet sie endlich statt – die Hengstenkeuring 2018, das Highlight des Friesenjahres :).

Das Friesenpanorama wird – wie auch im Vorjahr – einen Live-Blog dazu schalten und die Ergebnisse somit schriftlich festhalten und zeitnah veröffentlichen. Darüber hinaus überträgt die Fernsehstation Omrop Fryslan die Hengstenkeuring am Samstag wieder live im Internet.

Bearend 347 verstorben

Wie die “Black Dragon Farms” aus dem US-amerikanischen Michigan gestern auf ihrer Facebook-Seite bekannt gegeben haben, ist vor einigen Tagen der in ihrem Besitz stehende Bearend 347 im Alter von 26 Jahren verstorben.

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Bearend 347 – Foto: Manfred Link / friesenwiki.de

Der 1992 in den Niederlanden geborene Sohn von Piter 312 aus einer sterpreferenten Stute von Gerlof 294 war 1996 in den Deckdienst berufen worden, verlor seine Decklizenz aber 2003 nach seiner Abstammungskörung wieder. Er war der einzige gekörte Sohn von Piter 312 (Ygram 240 x Tsjalling 235 P).

Bearend 347 wurde in der Zucht nur mäßig eingesetzt und brachte dementsprechend nur wenige Nachkommen. Von seinen knapp mehr als 30 registrierten Stutnachkommen wurden ca. 30% Ster erklärt, eine Stute trägt das Kroonprädikat. Mit Tsjibbe 388 wurde 2001 ein Sohn von Bearend 347 angekört, auch er konnte seine Nachkommenprüfung nicht bestehen und wurde deshalb 2006 abgekört.

 

Der große FP-Jahresrückblick 2017

Es ist wieder so weit, der Jahreswechsel steht unmittelbar vor der Tür – bevor ich mich in die Küche begebe um allerlei Köstlichkeiten für die morgigie Party zu kreieren, ist noch etwas Zeit, um das ereignisreiche Friesenjahr 2017 Revue passieren zu lassen. Viel Spaß!

Chronologie 2017

Januar 2017

Traditionell begann auch das Jahr 2017 gleich mit dem Highlight der Friesenwelt – in der KFPS-Hengstenkeuring ritterten sich die alten und jungen Publikumslieblinge unter den Deckhengsten um den Titel “Kampioen 2017”. Zum ersten Mal mit im Ring waren die erst im Dezember 2016 gekörten Junghengste Elias 494, Jurre 495, Menne 496, Mees 497, Rommert 498 und Siert 499.
Auch in diesem Jahr triumphierte die Jugend, der allg. Kampioenstitel ging an den frischgekörten Jurre 495, der mit seiner beeindruckenden Bewegungsmechanik Publikum und Jury gleichermaßen zu begeistern vermochte. Den Reservetitel sicherte sich der 2015 gekörte Nane 492, diese Reihung entsprach auch dem Ergebnis in der Kampioenskeuring der jüngeren Hengste. Bei den verdienten Althengsten sicherte sich der schöne Mewes 438 den Sieg, zum Reservechampion wurde der Züchterliebling Alwin 469 ernannt.

Die 3e Besichtigung 2017 brachte für 23 Hengste die begehrte Anweisung zur Hengstleistungsprüfung.

Februar & März 2017

Nach der üblichen Feierstimmung im Januar wurde es ruhiger in der Friesenwelt – die ersten ABFP-Ergebnisse des Jahres 2017 brachten die lang erwarteten Gutkörungen für die “op wacht” stehenden Hengste Take 455 und Tonjes 459, welche im März endgültig wieder für den Deckdienst freigegeben wurden.

Erstmals wurde im März 2017 auch ein Hengst aufgrund seiner ABFP-Resultate zum CO angewiesen.

April 2017

Im April 2017 wurde bekannt, dass der wieder in den Deckdienst berufene Tonjes 459 sich für die Saison 2018 wieder in sein Geburtsland, die USA aufmachen wird.

Kurz darauf erreichten uns traurige Nachrichten von ebendort – der 2011 aufgrund seiner Sporterfolge gekörte Hedser 465 erlag im jungen Alter von erst 15 Jahren den Folgen einer Kolik.

Die ersten Körungen des Jahres in Australien und Südafrika gingen erfolgreich über die Bühne und ein FPI-Artikel sorgte erstmals für kontroversen Diskussionsstoff in Friesenkreisen.

Für große Aufregung sorgte auch eine geplante Neuerung im österreichischen Tierschutzgesetz, die Privatleute vor rechtliche Probleme beim Pferdeverkauf stellen sollte.

Mai 2017

Im Mai 2017 startete auch in Europa die Körsaison und im FPI erschien erstmals ein Portrait in der Reihe “Friesenfokus”.

Mit dem abgekörten Jorrit 363 verstarb in den USA ein weiterer KFPS-Hengst und der KFPS-Ledenraad beschloss die verpflichtende Prüfung von Zuchtstuten auf genetische Abweichungen. Zugleich wurde auch vereinbart, die Testergebnisse aller aktiven KFPS-Deckhengste zu veröffentlichen. Im Vorjahr hatte der Ledenraad die Einführung eines Elite-Sportprädikats beschlossen – dieses wurde im Mai 2017 an Thorben 466 verliehen, der somit der erste Träger dieser Ehrung unter den KFPS-Deckhengsten war.

Auf der “Pferd Wels 2017” präsentierte der FFÖ das Friesenpferd in wundervollen Schaubildern und meine Kamera ging fast über vor Bildern :).

Juni 2017

Im langsam aufziehenden Sommer gab es besonders schöne Nachrichten aus Österreich zu vermelden – zwei Sporthengste der Familie Prexl verdienten sich das Elite-Sportprädikat und gehörten damit zu den weltweit ersten Trägern dieser Ehrung!

Kurz darauf wurden auch die geplanten Änderungen im ÖTSchG modifiziert und eine Welle der Erleichterung ging durch den österreichischen Pferdemarkt.

Für mich persönlich ergab sich die wunderbare Gelegenheit, einige der ersten Fohlen des 2015 gekörten Erryt 488 vor die Kamera zu bekommen, als ich bei Familie Prexl im wunderschönen Mostviertel zu Besuch war.

Weitere Elite-Sportprädikate wurden im Juni 2017 an den preferenten Jasper 366 und den jungen Wylster 463 vergeben, auch Olgert 445 erreichte das ehrenvolle Prädikat.

Juli 2017

Im Juli wurden weitere Elite-Sportprädikate vergeben, darunter auch den in den USA stationierten Tjaarda 483.

Kurz darauf traf der Abzug von Siert 499 aus dem Deckdienst die Friesenszene wie ein Donnerschlag – der erst im Dezember 2016 gekörte Dries 421-Sohn hatte offiziell mit Befruchtungsproblemen zu kämpfen, war aber auch aufgrund seiner kolporierten Stichelhaarigkeit großer Kritik ausgesetzt.

In Wergea wurden im Zuge der Herkansing drei weitere Hengste in die CO angewiesen – später im Jahr sollte sich beweisen, dass dieses Instrument durchaus eine Berechtigung hat.

Und noch ein Hengst schlief in den USA für immer ein – der abgekörte Tjesse 400 wurde 19 Jahre alt.

Wunderbare Werbung für das Friesenpferd machte der DFZ im Zuge des CHIO Aachen. Neben fantastischen Schaubildern präsentierte die deutsche KFPS-Tochtervereinigung auch hochklassige Dressurfriesen.

August 2017 & September 2017

Neben der Verleihung von Elite-Sportprädikaten an Loadewyk 431 und Michiel 442 war der beginnende Herbst vor allem von Höhepunkten auf den Körbahnen geprägt. Auf der CK in Drachten siegte die Modelstute Elza Maaike van de Noeste Hoeve, der junge Mees 497 entschied den Pavo Fryso Pokal für sich und viele Stuten wurden mit neuen Prädikaten ausgezeichnet.

Während auch in Österreich gekört wurde, verbreitete sich die Nachricht vom Verkauf des Althengst-Champions Mewes 438 nach Südafrika.

Darüber hinaus veröffentlichte das KFPS die Gentestresultate fast aller Deckhengste und in Lunteren erzielten Friesenfohlen wirkliche Top-Auktionspreise.

Die Verlegung des CO 2017 von Ermelo nach Exloo sorgte für Verwunderung und Kritik, und in den Niederlanden verstarb mit Gonda F.T. Model Pref eine Größe unter den Zuchtstuten.

Oktober 2017

Der Oktober stand ganz im Zeichen der ersten Entscheidungen im CO 2017.

November 2017

Sehr traurige Nachrichten verbreiteten sich Anfang November 2017 unter den Friesenliebhabern, als die Nachricht vom Tod des preferenten Fabe 348 bekannt wurde.

Die Sattelprüfung im CO schränkte darüber hinaus das Teilnehmerfeld der potenziellen Deckhengste stark ein.

Dezember 2017

Die erste Besichtigung 2017 brachte einen Teilnehmerrekord für den jungen Hessel 480 mit sich, darüber hinaus wurden Elite-Sportprädikate an Haitse 425 und Anders 451 vergeben.

Das Endexamen im CO 2017 brachte die Gutkörung von vier neuen Deckhengsten mit sich – Tjebbe 500, Tiede 501, Ulbran 502 und Tymen 503 wurden in den ehrwürdigen Reigen der KFPS-Hengste aufgenommen. Außerdem bestanden Wybren 464, Alke 468, Bikkel 470, Aarnold 471, Bartele 472 und Epke 474 ihre Abstammungskörung und dürfen fortan ohne Beschränkung ihren Deckdienst tun.


Das neue Jahr steht nun bereits in den Startlöchern und ich freue mich auf eine weitere ereignisreiche Hengstenkeuring, über die das Friesenpanorama natürlich wieder eingehend berichten wird.

An dieser Stelle wünsche ich all meinen Lesern einen guten Rutsch, viel Glück und Gesundheit und ein hoffentlich erfolg- und ereignisreiches Friesenjahr 2018. Bleibt dem Friesenpanorama gewogen, wir lesen uns in alter Frische im neuen Jahr! 🙂

Topstute Gonda F.T. ist tot

Wie der höchst erfolgreiche Züchterfamilie Oosterbaan (fan Synaeda) heute auf Facebook bekannt gegeben hat, ist die bekannte, preferente Modelstute Gonda F.T. (Onne 376 x Feitse 293 P) in der Nacht auf heute überraschend verstorben. Sie wurde nur 15 Jahre alt.

Gonda F.T. wurde 2002 im Stall von F. van der Velde geboren, sie war eine Tochter der berühmten Olcha Model Pref Prest (Feitse 293 P x Naen 264 P) und somit eine Halbschwester von Sape 381 und Els F.T. Kroon Sport Pref Prest (Pferd des Jahres 2015).

Erst dieses Jahr brachte Gonda F.T. ihr elftes Fohlen zur Welt, zu ihren erwachsenen Nachkommen zählen u.a. Wille fan Synaeda Kroon (*2007, v. Beart 411 P), welche 2016 mit Topwerten die Rangliste der besten Zuchtstuten nach Zuchtwertindex anführte, Allegonda fan Synaeda Ster (*2008, v. Tsjerk 328 P), Merlijne fan Synaeda Ster (*2012, v. Pier 448) und Roas fan Synaeda Ster (*2013, v. Stendert 447).

Gonda F.T. wurde 2009 mit dem Modelprädikat ausgezeichnet, seit 2015 trug sie darüber hinaus das Suffix “Preferent”. 2003 und 2004 wurde sie Jugendchampionesse der CK, 2005 war sie darüber hinaus Allgemeine Kampioene, 2006 Reserve-Kampioene. Mehrmals wurde sie zur Siegerin der Zuchtschau in Blauwhuis ernannt.

 

Date 477 kehrt in die USA zurück

Wie kürzlich auf Facebook zu lesen war, kehrt der seit 2016 bei “De Schoone Weide” stationierte Date 477 dieser Tage zurück in seine Heimat und bezieht sein altes Zuhause bei “The Friesian Connection” im US-amerikanischen Michigan.

Der Mintse 348 x Tjitte 333 gezogene Hengst wurde im Frühjahr 2013 in den USA mit sehr hohen Punktezahlen im CO gutgekört, in seinen beiden Deckjahren in Europa war er aber  nicht besonders gefragt und deckte während dieser Zeit nur rund 20 Stuten. Seine ersten erwachsenen Nachkommen werden in Kürze im Zuge der nordamerikanischen Körungen vorgestellt.

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Date 477 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de