Körungen Down Under

Dass Friesen nicht nur weltweit zunehmend Verbreitung finden, sondern das KFPS auch alles daran setzt, die Friesenzüchter und -liebhaber rund um die Welt nach Kräften zu unterstützen, beweisen auch dieses Jahr die Körveranstaltungen fernab des niederländischen Ursprungslandes. Über die Körungen in Südafrika habe ich bereits kürzlich berichtet, nun sind auch endlich die Körergebnisse aus Australien verfügbar.

Auf 7 Körveranstaltungen im März und April konnten die australischen und neusseländischen Friesenzüchter, die bereits seit 1983 im ANZFHS organisiert sind, ihre Pferde einer aus Holland angereisten Jury präsentieren – insgesamt wurden beachtliche 107 Pferde vorgestellt, davon waren 65 in den Beibüchern registriert und stammen somit nicht ausschließlich von lizenzierten KFPS-Stb-Hengsten ab. Aufgrund der räumlichen Distanz zu den hauptsächlich in Europa und den USA stationierten Stb-Hengsten existieren vom KFPS legitimierte Ausnahmeregelungen für Länder wie Australien, die u.a. eine Deckerlaubnis (dekvergunning) für ausgewählte Vb-Hengste in diesen Ländern vorsehen.

17 Fohlen wurden auf den australischen Körungen präsentieren, davon allerdings lediglich 5 aus Stb-Vätern. 4 mal wurde dabei eine 1. Prämie vergeben (davon zweimal an im Bijboek I registrierte Fohlen!), 10 Fohlen erhielten eine 2. Prämie und an drei weitere Fohlen wurde eine 3. Prämie vergeben. Unter den 1.Prämie-Fohlen befinden sich u.a. die Junghengste Armani of Bonadelca (Uldrik 457 x Tsjalke 397) und Doeke of Twin Rivers (Norbert 444 x Onne 376).

Bei den Entern und Twentern wurden zusammengenommen beachtliche 24 Hengste und Stuten vorgestellt (17 davon in den Beibüchern registriert). Die 2016 geborene Celieka van Wallbrook (Hette 481 x Maurus 441) erhielt dabei eine 1. Prämie, ebenso die im Bb II registrierte Xenia of Siksikawa Friesians (*2015, Elias van Gelder x Wierd 409). 10 der jungen Starter erhielten darüber hinaus eine 2. Prämie, 11 weitere wurden mit einer 3. Prämie bedacht und ein Twenterhengst wurde nicht prämiert.

Von 30 zur Stammbuchaufnahme vorgestellten Vb-Stuten waren 20 in den Beibüchern registriert. Die Körungen brachten in diesem Klassement 5 neue Sterstuten, davon stammt nur die Haitse 425 x Tsjalke 397 gezogene Sanne Bente (*2013, 2. Prämie) aus einem Stb-Vater. 3 neue Stertöchter brachte hingegen der mit einer Decklizenz verifizierte Age B. Vb Ster (*2000, Heinse 354 P x Peke 268), darunter auch die einzige 1.Prämie-Stute. An 13 Stuten wurde eine 3. Prämie vergeben, die übrigen 12 Stuten wurden ohne Prämie in das Stb aufgenommen.

5 Stb-Stuten wurden zur Graderhöhung vorgestellt, davon konnte lediglich die 7-jährige Isolina of T.K. (Wobke 403 x Folkert 353 P) die notwendige Bewertung für eine 2. Prämie und das damit verliehene Sterprädikat erreichen.

Im Klassement der Prämienstuten (Ster-, Kroon- und Modelstuten) starteten 11 Teilnehmerinnen (3 davon im BbI), von denen 5 mit einer 1. Prämie zur CK angewiesen wurden. Die 2010 geborene Impreza van de Hondshoeve (Maurus 441 x Jasper 366 P) wurde im Zuge dessen mit dem Modelprädikat ausgezeichnet.

Weiters wurde ein Maurus 441-Sohn mit einem Sterprädikat in das Ruinenboek aufgenommen, 4 Vb-Hengste (von 12) wurden ebenfalls Ster erklärt.

Hedser 465 verstorben

Der 2002 in den Niederlanden geborene Hedser 465 erlag kürzlich im Alter von 15 Jahren auf der Iron Spring Farm / USA einer Kolik.

Der Adel 357-Sohn aus einer Stb Prestatie-Mutter von Ouke 313 startete unter seiner Reiterin Kristel van Duren-Bodewes in Europa erfolgreich im Grand Prix und wurde aufgrund seiner sportlichen Erfolge 2011 über  die verkürzte Hengstleistungsprüfung als KFPS-Deckhengst gutgekört.

Leider konnte er sich bei den Züchtern nie als attraktiver Vererber durchsetzen und verbuchte in seinen 4 Deckjahren (2012-2016) lediglich 16 Deckungen. 5 seiner Fohlen wurden bislang gekört, allesamt erhielten eine 2. Prämie.

2013 wurde Hedser 465 in die USA an die Iron Spring Farm verkauft und genoss dort, laut Aussagen seiner Besitzer, bis zuletzt seinen sportlichen Ruhestand.

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Hedser 465 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Letzte Gelegenheit: Tonjes 459 nur noch diese Saison in NL!

Aus verlässlicher Quelle hört man dieser Tage, dass der soeben wieder in den Deckdienst zurückgekehrte Tonjes 459 (Anton 343 P x Ulke 338) nach Ablauf der Decksaison 2017 wieder in seine kanadische Heimat zurückkehren wird.

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Tonjes 459 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Der 2006 in den USA geborene Tonjes 459 stammt aus einer besonders prädikatreichen Mutterlinie. Mutter Tjallina W. wurde 2007 Model erklärt, Großmutter ist die sterpreferente Douwina W. (v. Leffert 306 P), aus deren Linie auch der Deckhengst Sipke 450 stammt. Die Urgroßmutter Doet Ster Pref (v. Lammert 260 P) zählt daneben auch die Hengste Warn 335 und Otte 375 zu ihren Nachkommen.

Tonjes 459 gilt als sehr guter Typvererber und gibt neben guten Gängen – wie schon sein Vater Anton 343 P – viel Behang an seine Nachkommen weiter.

Leider wurde er bislang nur wenig eingesetzt, was in weiterer Folge auch zu Problemen bzgl. Nachkommenskörung führte, da nicht ausreichend Pferde in ABFP-Tests überprüft werden konnten. Aus diesem Grunde wurde seine Decklizenz für das Jahr 2016 ruhend gestellt (op wacht), erst seit Anfang diesen Jahres darf Tonjes 459 nun wieder decken.

Seine wenigen Fohlen präsentierten sich allerdings sehr gut auf den Körungen, von 48 bislang gekörten Fohlen wurden 11 mit einer 1. Prämie bedacht, weitere 29 erhielten eine sehr gute 2. Prämie. Eine seiner Töchter wurde darüber hinaus bereits Kroon erklärt.

Wer die Gelegenheit beim Schopfe packen und diesen schönen Hengst zur Deckung seiner Stute nutzen möchte, hat dazu noch diese Saison bei der Stoeterij Bosksicht die Möglichkeit.

Erstmals Hengst über einen ABFP-Test zum CO angewiesen

Der kürzlich beendete 2. ABFP-Test 2017 brachte eine Premiere mit sich – erstmals wurde ein junger Hengst aufgrund seiner Resultate im ABFP zur Hengstleistungsprüfung angewiesen.

Der 2014 geborene Thomas T. Ster (Aarnold 471 x Ster v. Beart 411 P) aus der Zucht von A. Thomassen in Lunteren / NL erreichte 81 Punkte in der Reitpferdeprüfung, 79,5 Punkte in der Gebrauchsanspannung sowie eine solide 7 im Showfahren und konnte damit nicht nur  die Topposition im ABFP erreichen sondern wurde auch als potentieller Deckhengstanwärter zum CO zugelassen. Er ist der zweite Aarnold 471-Sohn, der sich im Spätherbst 2017 der strengen Selektion in der Hengstleistungsprüfung stellen wird.

Der ebenfalls aus Aarnold 471 gezogene Titus fan ‘t Alddijp (x Ster v. Sjaard 320) erreichte unter den 7 Teilnehmer im ABFP den 2. Platz. Mit 78,5 Punkten in der Rijproef, 75,5 im Mennen sowie einer 7 im Tuigen ließ auch er sehr gute Ergebnisse sehen, die allerdings nicht für eine Auszeichnung mit dem Sterprädikat reichten.

Take 455 und Tonjes 459 vorläufig gutgekört!

Die beiden ‘op wacht’ stehenden Deckhengste Take 455 (Jakob 302 x Oltman 317) und Tonjes 459 (Anton 343 P x Ulke 338) wurden gestern offiziell wieder für den Deckdienst freigegeben.  Zwar ist die Gutkörung noch vorläufig, da von beiden Hengsten noch nicht ausreichend viele Nachkommen eine Exterieurkörung durchlaufen haben, die Wiederaufnahme des Deckdienstes ist aber ein sehr positiver Schritt in Richtung der endgültigen Gutkörung.

Die abschließende Beurteilung beider Hengste wird lt. KFPS im Dezember 2017 erfolgen.

Der in den USA geborene Tonjes 459 stammt aus einer äußerst prädikatreichen Mutterlinie und gilt vor allem hinsichtlich des Rassetyps als solider Vererber.

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Tonjes 459 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Take 455 führt sehr wertvolles Blut und hat außerordentlich positive Eigenschaften als Sportvererber bewiesen – er macht seinem Vater Jakob 302 damit alle Ehre, der in seinen Hochzeiten als einer der Pionier-Vererber bzgl. Sportveranlagung in der Friesenzucht galt.

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Take 455 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Erste ABFP-Ergebnisse 2017

Nach einer krankheitsbedingten Pause melde ich mich zurück mit den ersten ABFP-Ergebnissen des Jahres.

15 Pferde (13 Hengste, 2 Stuten) wurden ab 02.01.2017 umfassend hinsichtlich ihrer Leistungsveranlagung getestet, darunter 4 Nachkommen von Take 455 (dessen Gutkörung noch aussteht) sowie jeweils 3 Nachkommen von Tonjes 459 (ebenfalls ausstehende Gutkörung) und Epke 474, der 2017 seinen ersten Fohlenjahrgang in die ABFP-Tests schickt.

Von Take 455 und Tonjes 459 wurden nun jeweils 19 Nachkommen in ABFP-Tests begutachtet, beide Hengste könnten damit für eine endgültige Gutkörung in Betracht gezogen werden, obgleich das KFPS-Reglement eigentlich vorsieht, dass mindestens 20 Nachkommen eines Hengstes im Zuge eines ABFP geprüft werden müssen.

Den Topper in allen drei Disziplinen (Reit- und Dressurfahr- und Showfahrprüfung) lieferte der junge Epke 474 – sein Sohn Vincent van de Olde Mette Moate (*2014, x Model v. Folkert 353 P – im Besitz von Fam. Prexl, Friesen Exklusiv!) erreichte jeweils 83,5 Punkte unter dem Sattel und in der Gebrauchsanspannung, in der Tuigproef lieferte er solide 7,5 Punkte.

Deutlich abgeschlagen auf Platz 2 konnte sich der Alke 468-Sohn Sybrand fan de Westfriezenhof platzieren. Der 2013 geborene Wallach (x Ster Pref. v. Ulke 338) erreichte unter dem Sattel 78,5 Punkte, in der Gebrauchsanspannung konnte er sehr gute 77 Punkte einfahren. Mit 7,0 Punkten in der Tuigprüfung zeigte er sich auch als solides Showfahrpferd.

Die 2012 geborene Mirthe M. (Onne 376 x Model Pref v. Jurjen 303) wurde als erstes Pferd 2017 im neuen 2-wöchigen ABFP geprüft. Sie legte eine Fahrprüfung mit 78,0 Punkten ab und wurde aufgrund dieses Ergebnisses zur Kroonstute erklärt.

Noch bis 09.03.2017 läuft der 2. ABFP-Test 2017, an dem lt. KFPS-Website derzeit 8 Pferde teilnehmen.

Alle Ergebnisse im Detail sind auf der Homepage des KFPS abrufbar.

Hochdekorierte Qualitätsmütter – Teil 1

In den letzten Tagen habe ich mir die Mühe gemacht, die KFPS-Datenbank nach hochdekorierten Zuchtstuten der letzten 60 Jahre zu durchforsten und bin dabei auf einige interessante Details gestoßen.

Stuten sind in der öffentlichen Wahrnehmung der Pferdezucht-Szene leider immer wieder etwas unterrepräsentiert, das Hauptaugenmerk liegt auf den “Stempelhengsten”, also jenen männlichen Vererbern, die die Zucht durch die Quantität und Qualität ihrer Nachkommen maßgeblich prägen bzw. prägten. Stuten können an diese Erfolge in quantitativer Hinsicht schon aus den gegebenen biologischen Gründen nicht anknüpfen – selten bringen es selbst äußerst fruchtbare Mütter in ihrer Karriere auf mehr als 15 Nachkommen. Qualitativ betrachtet steht so manche Stute aber einem “Stempelhengst” um nichts nach und insofern ist es mir ein Anliegen, in einer kleinen Serie solche “Qualitätsmütter” zu beleuchten.

Beginnen möchte ich heute damit, ausgewählte Stuten ins Rampenlicht zu holen, die aktuell noch aktiv in der Zucht sind und im letzten Jahr ein Fohlen gebracht haben.

Nanna fan Synaeda Model Pref*6

Nanna fan Synaeda wurde am 01.07.1996 bei dem höchst erfolgreichen Züchter Anne Oosterbaan (fan Synaeda) im niederländischen Tzummarum geboren. Sie ist eine Tochter der sehr bekannten Pyrrha fan Synaeda Model Pref*11 Prest (*1988, Oepke 266 x Tsjalling 235 P), die zwischen 1992 und 2010 18 Fohlen gebracht hat, darunter 2 Model- und eine Kroon-Stute.
Ihr Vater Tsjerk 328 P – damals noch ein junger Hengst in der 4. Decksaison –  war zum Zeitpunkt ihrer Geburt zwar bereits recht beliebt bei den Züchtern, jedoch noch lange nicht am Höhepunkt seiner Deckkarriere angelangt

1996 erhielt Nanna fan Synaeda eine 2. Fohlenprämie, 1999 folgte die Stammbuchaufnahme mit einer 1. Prämie und dem begehrten Sterprädikat. Ein Jahr später bekräftigte sie ihre 1. Prämie in St. Nicolaasga und brachte ihre erste Tochter, Anna fan Synaeda (v. Brandus 345 P) zur Welt, die mit einer 2. Fohlenprämie ausgezeichnet wurde. 2001 folgte ein Hengstfohlen von Nykle 309 (Fonger fan Synaeda, 1. Fohlenprämie).
Im Jahr 2002 erhielt Nanna fan Synaeda in Blauwhuis eine weitere 1. Prämie und wurde in weiterer Folge Model erklärt – im dazu notwendigen IBOP erreicht sie 78,5 Totalpunkte, darunter eine 8 für den Schritt.

In den folgenden Jahren brachte Nanna fan Synaeda 14 Fohlen zur Welt (7 Hengste, 7 Stuten), von denen 12 längere Zeit überlebten. Ihre ältesten 5 Nachkommen erhielten allesamt das Sterprädikat, ebenso die 2010 geborene Glorianda fan Synaeda (v. Jisse 433). 2008 wurde Nanna fan Synaeda aufgrund ihrer äußerst erfolgreichen Nachkommen Preferent erklärt.
Ihr bislang letztes Fohlen erblickte 2016 das Licht det Welt – ein Stutfohlen von Teunis 332 P (!), das mit einer 3. Fohlenprämie bedacht wurde.

3 Stertöchter von Nanna sind aktuell in der Zucht, die 2002 geborene Janna fan Synaeda Ster (v. Fabe 348 P) hat bereits 3 Sternachkommen und steht damit an der Schwelle zum Preferentprädikat.

 

Tjalda fan Lutke Peinjum Model Sport Pref*4

Die am 22.03.1998 bei Fam. Osinga in Boijl geborene Tjalda von Lutke Peinjum trägt geschichtsträchtiges Friesenblut in sich. Die Fabe 348 P-Tochter stammt aus einer der bekanntesten Friesenstuten überhaupt – der dreifach preferenten Setske F. Ster Pref Prest. Tjalda ist somit eine Halbschwester des preferenten Stempelhengstes Beart 411 (v. Jasper 366 P), mit dem sie in züchterischer Qualität durchaus mithalten kann.

Als Fohlen erhielt Tjalda eine 1. Prämie, 2001 wurde sie in St. Nicolaasga mit einer 2. Prämie in das Stammbuch aufgenommen und mit dem Sterprädikat ausgezeichnet. Im selben Jahr legte sie eine IBOP mit durchwegs soliden Noten ab. 2002 erhielt sie in Blauwhuis ein weiteres Mal eine 2. Prämie und wurde anschließend bis 2010 an keiner Körung mehr vorgestellt. Stattdessen wurde sie intensiv in der Zucht eingesetzt und brachte im Zeitraum von 2002 bis 2016 rekordverdächtige 16 Fohlen (7 Hengste, 9 Stuten – darunter 2012 und 2014 jeweils 2 Fohlen durch Embryotransfer).

Daneben wurde Tjalda von Ingeborg Klooster im Sport vorgestellt und erreichte 2009 das Sportprädikat – 2010 lief sie auf der Körung in Blauwhuis zur Hochform auf, wurde mit einer 1. Prämie ausgezeichnet und in weiterer Folge Model erklärt. Im selben Jahr erreichte sie auch – gerade erst 12-jährig – das Preferentprädikat.

Zu ihren Nachkommen zählen die Prädikatsstuten Lyske fan Lutke Peinjum Ster (*2003, v. Onne 376), Richt fan Lyutke Peinjum Ster (*2005, v. Rindert 406 – bereits 3 Sternachkommen!) und die Kroonstute Truke fan Lutke Peinjum (*2006, v. Eibert 419), die 2013 eine IBOP mit 79,0 Totalpunkten ablegte. Ihr 2002 geborener Sohn Germ fan Lutke Peinjum (v. Ulbert 390) legte einen sehr erfolgreichen ABFP-Test ab und wurde mit einer 1. Prämie und dem Sterprädikat in das Ruinenboek aufgenommen. 4 Töchter von Tjalda wurden aktuell noch nicht im Erwachsenenalter vorgestellt, darunter auch die 2016 geborene, jüngste Tochter Bialda vd Demrostables (v. Jehannes 484).

 

Hilly fan de Zuiderwaard Model Sport Pref*5 Prest

Eine wahrhaftig reich mit Orden behängte Stute ist die am 04.06.2002 geborene Hilly fan de Zuiderwaard. Mit gerade erst 15 Jahren trägt diese Stute die 4 höchsten Stutprädikate des KFPS und zählt damit zu der absoluten Elite des Stammbuchs.

Die Tsjerk 328 P-Tochter stammt aus der sterpreferenten Femke-Tina v.d. Zuiderwaard (*1993, Oege 267 P x Hearke 254 P) und wurde bei Fam. Kien in Kampen geboren. 2002 wurde sie in Oldeholtpade mit einer 2. Fohlenprämie in das Veulenboek eingetragen, 2005 erhielt sie in Ambt-Delden als 3-jährige das Sterprädikat mit einer 1. Prämie.
2006 brachte sie ihr erstes Fohlen zu Welt, die Fabe 348-Tochter Tetske van de Anne Hoeve, die mit einer 1. Fohlenprämie ausgezeichnet wurde. Bis 2016 schenkte sie ingesamt 9 Nachkommen das Leben (2 Hengsten, 7 Stuten), darunter 4 von Fabe 348 P.

2009 erreichte sie auf der Körung in Oudkarspel eine 1. Prämie, 2011 wiederholte sie diesen Erfolg, erreichte das Sportprädikat Dressur und wurde schließlich mit 9 Jahren zur Modelstute erklärt. 2015 schließlich erreichte sie das Preferentprädikat, 2016 folgte die letzte Auszeichnung – durch die Neuregelung bzgl. Voraussetzungen für das Prestatieprädikat wurde ihr auch diese hohe Ehrung zu Teil.

Unter ihren Nachkommen befinden sich bislang 2 Kroonstuten (Anne van de Anne Hoeve v. Onne 376 und Mette van de Anne Hoeve v. Beart 411 P), 2 Sterstuten sowie ein Sterhengst. 7 ihrer 9 Nachkommen erhielten darüber hinaus eine 1. Prämie als Fohlen.

 

Es gibt noch eine ganze Reihe anderer erwähnenswerter Stuten, über die ich in weiteren Teilen der Serie näher berichten werde.

Rapport Abstammungskörung Stendert 447

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Allgemein

Stendert 447 wurde im Herbst 2008 als 3-Jähriger gutgekört, auf Basis seiner prädikatreichen Abstammung, seines guten Exterieurs und seiner guten Resultate im CO (vor allem in den gefahrenen Disziplinen). Stendert 447 war in seiner ersten Decksaison ein viel gebrauchter Hengst, welcher auf sehr gutem Stutenmaterial eingesetzt wurde (94% der Fohlen aus seinen ersten beiden Jahrgängen stammen aus Müttern, die mindestens das Sterprädikat tragen). 2014 konnte der Hengst seine Abstammungskörung auf der Basis von zwei Jahrgängen minimal 3-jähriger Pferde abrunden.

 

Exterieur

Allgemein
Die Nachkommen von Stendert 447 präsentieren sich als sehr homogene Gruppe ausreichend rassetypischer Pferde, die sowohl bzgl. Gebäude als auch hinsichtlich der Bewegungsform wenig athletisches Vermögen ausstrahlen.

Rassetyp
Die Nachkommen von Stendert 447 sind gut ausreichend rassetypisch. Die Köpfe verfügen über ausreichend Ausdruck, die Halsungen zeigen ausreichend Länge und sind ausreichend gut vertikal platziert. Allerdings sind die Hälse in vielen Fällen etwas schwer (vor allem im Kopf-Hals-Ansatz) und zeigen häufig einen Unterhals. Die Pferde haben ausreichend viel Behang und sind überdurchschnittlich schwarz gefärbt.

Gebäude
Die Nachkommen von Stendert 447 sind großrahmig entwickelte Pferde, die häufig etwas schwer wirken und  denen es dadurch an Jugendlichkeit fehlt. Sie sollten mehr Vorderbeinlänge vorweisen und stärker aufwärts gebaut sein. Die Schultern sind durchschnittlich gewinkelt. Die Rückenform der Pferde ist korrekt, wobei die Lenden häufig etwas straff sind. Die Pferde präsentieren lange Kruppen, die etwas weniger abfallend gebaut sein sollten.

Fundament
Die Hinterhand ist etwas säbelbeinig, die Vorhand ist im Ablauf korrekt, dabei aber häufig unterständig. Das Fundament ist gut ausreichend trocken, die Hufform ist ausreichend.

Schritt
Der Schritt zeigt ausreichenden Raumgriff, es fehlt den Pferden dabei aber an Beugung im Sprunggelenk und Aktivität.

Trab
Der Trab ist ausreichend raumgewinnend, sollte aber besser aus der Hinterhand getragen sein. Den Pferden fehlt es an Balance und Geschmeidigkeit.

Sportveranlagung

Trainingsrapport und Charakter
Von Stendert 447 wurden 20 Nachkommen getestet, davon 15 Dreijährige und 5 Vierjährige (7 Hengste, 13 Stuten). Aufgestallt sind die Pferde angenehm, im Gebrauch erweisen sie sich als ausreichend gut verlässlich und gut zu bearbeiten. Ein Teil der Pferde ist etwas schnell abgelenkt.

Schritt
Der Schritt ist ausreichend bis gut ausreichend raumgewinnend, mit gut ausreichendem Takt. Der Hinterhand fehlt es dabei an Aktivität.

Trab
Der Trab ist ausreichend raumgreifend. Die Hinterhand lässt Aktivität und Getragenheit vermissen.

Galopp
Der Galopp zeigt gut ausreichenden Sprung, sollte aber stärker aufwärts tendieren.

Veranlagung als Reitpferd
Die Nachkommen von Stendert 447 bewegen sich unter dem Sattel in gut ausreichender Manier. Der Hinterhand fehlt es an Aktivität und dem Vermögen, Gewicht aufzunehmen, wodurch sich die Pferde zu viel auf der Vorhand bewegen. Darüber hinaus sollten sie in der Bewegung mehr Impuls vorweisen.

Veranlagung als Fahrpferd
Die Pferde haben gut ausreichend Front und eine ausreichende Haltung. Die Vorhand wird gut ausreichend nach vorne gesetzt.

Endbeurteilung

Stendert 447 hat sowohl im quantitativen als auch im qualitativen Sinn viele Chancen in der Zucht erhalten. Diesen Umstand in Betracht ziehend, muss festgestellt werden, dass der Hengst – bezugnehmend auf die Resultate seiner Nachkommen – die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen konnte. Dies resultiert in recht neutralen Zuchtwerten für Exterieur und Sportveranlagung. Andererseits muss konkludiert werden, dass der Hengst in seinem Vererbungsbild auch keine großen Fehler vorweist. Auf Basis dessen bleibt Stendert 447 in der Zucht gehandhabt.

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Soleil vom Pilzhof Stb Ster (*2013, Stendert 447 x Onne 376) – aus der Zucht von P. Lackner / Österreich – Kampioene der öst. Zuchtschau 2016

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Rivana vom Hötzihof Stb o.Pr. (*2013, Stendert 447 x Onne 376)

dsc09897dsc09604Rachel Boszorg Stb 3. Pr. (*2013, Stendert 447 x Folkert 353 P)

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Morgenstern von der Nockalm Vb Ster (*2012, Stendert 447 x Onne 376)

Rapport Abstammungskörung Reinder 452

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Allgemein

Reinder 452 wurde im Frühjahr 2009 als 4-jähriger auf Basis seiner ausreichenden Abstammung, seines ausreichend guten Exterieurs und seiner guten Resultate im CO gutgekört. Im quantitativen Sinn haben ihm die Züchter viele Chancen gegeben, bei einer im für diesen Jahrgang durchschnittlichen Stutenqualität (70% seiner Fohlen aus dem 1. und 2. Jahrgang stammen aus Müttern, die mindestens das Sterprädikat tragen).
Reinder 452 konnte seine Abstammungskörung 2014 auf der Basis zweier Jahrgänge minimal 3-jähriger Nachkommen abrunden.

Exterieur

Allgemein
Die Nachkommen von Reinder 452 präsentieren sich als homogene Gruppe ausreichend gut entwickelter, rassetypischer Pferde. Bzgl. Gebäude werden häufig Anmerkungen gemacht.

Rassetyp
Die Nachkommen sind Reinder 452 sind gut ausreichend rassetypisch. Ihre Köpfe sollten häufig etwas mehr Adel ausstrahlen, die Halsungen zeigen eine gute Länge und sind vertikal platziert. Die Pferde verfügen über ausreichend Behang und sind tiefschwarz gefärbt.

Gebäude
Die Pferde präsentieren sich ausreichend gut entwickelt und verfügen über ausreichend lange Vorderbeine, sind aber oft vorwärts und etwas abwärts gebaut. Die Schultern zeigen eine korrekte, schräg gewinkelte Lage. In der Oberlinie sind die Pferde oft nicht stark in den Anschlüssen, Rücken und Lenden zeigen sich häufig schwach geformt. Den Kruppen fehlt es an Länge, sie sind aber korrekt (leicht abfallend) gelegen.

Fundament
Die Hinterhand ist häufig lang und etwas säbelbeinig. Die Vorhand steht zumeist korrekt. Das Fundament ist gut ausreichend trocken, die Hufe sind groß.

Schritt
Im Schritt zeigen die Pferde Raumgriff und eine ausreichend aktiv untertretende Hinterhand.

Trab
Der Trab ist gut ausreichend raumgreifend, dabei kommt die Hinterhand häufig von etwas weit hinten, wodurch die Pferde etwas mehr Getragenheit und Balance zeigen sollten. Sie weisen ausreichende Geschmeidigkeit auf.

Sportveranlagung

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Trainingsrapport und Charakter
Von Reinder 452 wurden 21 Nachkommen getestet, davon neun 4-Jährige und zwölf 3-Jährige (12 Stuten, 9 Hengste). Ein weiterer Hengst hat am CO teilgenommen.
Die Nachkommen von Reinder 452 erweisen sich im Mittel als im Umgang ausreichend angenehme Pferde, die Gruppe zeigt darin aber einige Varianz. Dasselbe Bild bietet sich im Gebrauch bzgl. Verlässlichkeit. Die Pferde sind ausreichend gut zu bearbeiten und im Allgemeinen nicht schnell abgelenkt. Sie beweisen einen guten Einsatzwillen.

Schritt
Der Schritt ist taktsauber und gut ausreichend raumgewinnend, wobei die Hinterhand gut ausreichende Aktivität zeigt.

Trab
Der Trab verfügt über Raumgriff und guten Körpergebrauch. Eine Anzahl der Pferde sollte dabei die Hinterhand etwas weiter unter den Körper setzen.

Galopp
Die Pferde zeigen im Galopp ausreichend guten Sprung, sollten aber getragener und mit mehr Aufwärtstendenz galoppieren.

Veranlagung als Reitpferd
Unter dem Sattel präsentieren die Pferde eine raumgreifende Bewegungsform und fallen durch gut ausreichenden Körpergebrauch auf. Sie sollten eine etwas bessere Haltung zeigen.

Veranlagung als Fahrpferd
Die Pferde verfügen in der Anspannung über eine gut ausreichende Front, es fehlt ihnen aber an Haltung. Sowohl der Gebrauch der Vor-, als auch der Hinterhand sind von gut ausreichendem Raumgriff geprägt. Vor dem Wagen haben die Pferde viel Vorwärtsdrang.

Endbeurteilung

Reinder 452 beweist auf Basis seiner Abstammungsuntersuchung ein ausreichend gutes Vererbungsbild und bleibt deshalb in der Zucht gehandhabt.

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Hielke van ‘t Grupje (Reinder 452 x Oege 267 P) im Besitz von Fam. Prexl / friesen-exklusiv.at

Beurteilungsrapport Bikkel 470

Hengst: Bikkel fan ‘e Lange Ekers
Datum des Rapports: 07.04.2012

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Exterieur

Rassetyp
Bikkel ist ein rassetypischer Hengst mit einem schön geformten Kopf. Der Hals verfügt über gut ausreichend Länge und ist gut ausreichend vertikal platziert. Der Hengst hat ausreichend viel Behang.

Gebäude
Bikkel ist ein jugendlich wirkender Hengst, der in sehr guten Proportionen gebaut ist. Er ist gut ausreichend aufwärts gebaut und hat ein ausreichend langes Vorderbein. Die Schulter ist ausreichend gewinkelt, die Oberlinie präsentiert sich als sehr korrekt und mündet in eine gut ausreichend lange Krupp, welche eine gewünschte (leicht abfallende) Lage aufweist.

Fundament
Vor- und Hinterhand sind korrekt gestellt und weisen Qualität auf. Die Hufe sind korrekt geformt.

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Bikkel 470 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Leistungsprüfung

Trainingsrapport
Bikkel ein freundlicher, aufmerksamer Hengst, der sich im Umgang als sehr angenehm erweist. Bei seiner Anlieferung wirkte der Hengst noch etwas “grün”, was sich vor allem in den Übergängen im Galopp äußerte, in denen er in Anspannung geriet. Dies hat sich während des CO verbessert. Der Hengst bewegt sich harmonisch und taktsicher mit einem guten Hinterhandgebrauch. Dies gibt seinen Trainern ein gutes Gefühl. Er sollte noch etwas mehr Vorwärtsdrang zeigen.

Schritt
Der Schritt ist taktsicher und gut ausreichend raumgreifend und aktiv. Die Qualität des Schritts hat sich im Zuge des CO stark verbessert.

Trab
Der Trab ist gut ausreichend raumgreifend und taktsauber. Die Hinterhand wird dabei mit ausreichend viel Aktivität gut unter den Körper gesetzt.

Galopp
Der Galopp erweist ausreichend guten Sprung. Der Hengst sollte im Galopp mehr Rückengebrauch zeigen und bleibt etwas auf der Vorhand.

Veranlagung als Reitpferd
Bikkel beweist in allen drei Gängen einen gut ausreichenden Hinterhandgebrauch, sollte aber noch etwas mehr Haltung zeigen. In Schritt und Trab bewegt er sich ausreichend gut geschmeidig, im Galopp muss er noch mehr Rückengebrauch vorweisen. Er hat gut ausreichende Anlagen als Reitpferd.

Veranlagung als Fahrpferd
Bikkel präsentiert vor dem Wagen ein gut ausreichend kräftiges und tragendes Hinterbein, sowie eine ausreichend lange Schwebephase.Er verfügt über eine gute Balance, sollte aber mit noch mehr Aufwärtstendenz traben. Die Vorhand zeigt zwar Aktion, sollte aber raumgreifender nach vorne gesetzt werden. Der Hengst hat gut ausreichende Anlagen als Men- und Tuigpaard.

Beurteilung Leistungsprüfung
Bikkel hat im CO ein sehr ausgeglichenes Bild gezeigt und beweist in allen drei Disziplinen ausreichend gute Veranlagungen. Er hat sich im Laufe des CO positiv entwickelt.

Endbeurteilung

Bikkel fan ‘e Lange Ekers verfügt über ein ausreichend gutes Exterieur und eine gute Abstammung. Er hat im Zuge des CO in allen drei Disziplinen ausreichend gute Anlagen bewiesen, wobei sein angenehmer Charakter auffiel. Auf Basis dieser Befunde wird er in das Stammbuchregister unter dem Namen BIKKEL 470 eingeschrieben.

Mutterrapport

Die Mutter von Bikkel 470 ist eine Stertochter von Tsjerk 328 P. Die Groß- und Urgroßmutter tragen beide sowohl das Ster-, als auch das Preferent-Prädikat und stammen von Thomas 327 resp. Tjimme 275 ab. Diese Pferde entstammen aus der Linie der bekannten Modelstuten Landsvrouwe und Landsdochter (Stam 019) von Züchter Pasma (Stal Redia).
Bikkel’s Mutter ist die 9-jährige Lysbeth fan ‘e Lange Ekers, aus welcher bislang 5 Nachkommen registriert wurden. Neben Bikkel sind dies ein gekörter Vb-Hengst,  sowie drei junge Nachkommen, die noch nicht im Erwachsenenalter gekört wurden.
Der Vollbruder von Bikkel 470, Marco fan ‘e Lange Ekers, durchlief vor einigen Jahren ebenfalls den CO, wurde aber schließlich nicht als Stammbuchhengst eingeschrieben. Lysbeth fan ‘e Lange Ekers wurde unlängst als hochträchtige 9-jährige inspiziert. Sie hat sich gut bewahrt und präsentiert sich als rassetypische Stute mit ansprechendem Kopf, einem ausreichend langen, gut geformten Hals und viel Behang. Sie zeigt sich korrekt in der Linierung, mit einer ausreichend langen, leicht abfallenden Krupp. Die Hinterhand ist ein klein wenig steil. Die Hufe sind groß und das Fundament erweist sich als trocken und hart. Der Schritt ist ausreichend raumgreifend und kraftvoll, im Trab präsentierte sich die Stute korrekt, konnte aber aufgrund der fortgeschrittenen Trächtigkeit nicht ausführlich beurteilt werden.

Gebrauchsempfehlung

Bikkel ist ein Hengst, der sowohl hinsichtlich Exterieur als auch als Gebrauchspferd als echter “Allrounder” umschrieben werden kann. Er ist kein Hengst mit extremen Vorzügen, lässt jedoch auch keine auffallend negativen Punkte sehen. In dieser Form sollte er auch idealerweise eingesetzt werden. Sein angenehmer Chrakter ist ein weiterer Pluspunkt für den Einsatz dieses Hengstes.