Und noch ein Elite-Sporthengst: Olgert 445

Und noch ein KFPS-Deckhengst reiht sich in den exquisiten Reigen der Elite-Sprthengste – auch Olgert 445 (Ulke 338 x Atse 342) trägt nun das begehrte Prädikat “Sport-Elite”.

Der im Jahr 2008 gekörte Sporthengst wurde in den letzten Jahren erfolgreich von Dunja Constant im Dressursport herausgebracht und machte 2013 durch einen sehr positiven Nachkommenrapport auf sich aufmerksam.

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Olgert 445 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

KFPS-Deckhengste feiern Erfolge in Klasse S

Die vergangenen Wochenenden brachten hervorragende Ergebnisse für die Dressur-Aushängeschilder unter den KFPS-Deckhengsten.

Der kürzlich mit dem Elite-Sportprädikat bedachte Wylster 463 (Rindert 406 x Rypke 321) gewann am Pfingstwochende unter seiner Reiterin Leonie Evink den Subtop-Wettbewerb in Sneek, NL. Im Prix St. Georges präsentierte sich das Duo herausragend und sicherte sich mit 62,57% den Sieg.

Der im Dezember 2016 über den VO gekörte Elias 494 (Jorn 430 x Maiko 373) debütierte am vergangenen Sonntag im friesischen Harich in der Inter I. Unter seinem Besitzer und Bereiter Marc-Peter Spahn, der unter anderem schon mit Jasper 366 Sport-Elite Preferent, Adel 357 Sport und Anders 450 Sport riesige Erfolge im Dressurviereck feierte, konnte er trotz einiger kleiner Fehler in der Prüfung ein hervorragendes Ergebnis mit 63,88% einfahren, das dem Paar schließlich auch den 1. Platz bescherte.

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Elias 494 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Auf dem selben Turnier starteten auch Marsja Dijkman und Haitse 425 Sport (Jasper 366 P x Rypke 321) im Grand Prix. Sie erreichten ein Ergebnis von 60,55%, trotz einiger Fehler in den Einerwechseln. Im Prix St. Georges war darüber hinaus der ebenfalls über den VO gekörte Walt 487 Sport (Gjalt 426 x Ulke 338) unter Hennie Roffel vertreten – die Paarung erreichte sehr gute 63,58%.

Jasper 366 und Wylster 463 erhalten das Elite-Sportprädikat!

Nach Thorben 466 haben nun zwei weitere Deckhengste das neue und prestigereiche Elite-Sportprädikat erhalten – der preferente “Friesian King” Jasper 366 und der für seine explosive Vorhand bekannte Wylster 463.

Jasper 366 Preferent Sport-Elite – Topper in jeder Hinsicht

Im KFPS gibt es keinen Leistungsnachweis, den Jasper 366 (*1995, Olof 315 x Franke 251) nicht erbracht hätte – der 1998 gekörte Sportvererber erhielt bereits 2007 das Sportprädikat für seine Leistungen im Dressurviereck unter seinem damaligen Reiter, dem bekannten Pferdesportler Marc-Peter Spahn, der den nur 161 cm großen Hengst sehr erfolgreich bis in den PSG vorstellte. Nun, 10 Jahre später, wurde ihm auch das – dieses Jahr neu in Leben gerufene – Elite-Sportprädikat verliehen.
Dies ist zwar nur einer von vielen Erfolgen, die der 2011 Preferent erklärte Jasper 366 im Laufe seines Lebens gesammelt hat, beweist aber wieder einmal die außergewöhnliche Qualität des auch bei den Züchtern immer noch beliebten “Kaisers unter Königen”.

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Jasper 366 Sport-Elite Preferent – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Wylster 463 Sport-Elite – Tänzer im Ring

Wylster 463 (*2007, Rindert 406 x Rypke 321) tritt bereits seit seiner Körung im Jahr 2010 immer wieder als echtes Bewegungstalent im Ring der Hengstenkeuring in Erscheinung. Sein explosives Vorbein versetzt das Publikum Jahr für Jahr in Erstaunen. Dass er diese exaltierte Bewegung nicht nur an der Hand zu zeigen vermag, beweist die enorme Ehrung seiner sportlichen Leistungen mit dem Elite-Sportprädikat. Vor allem im Tuigen mit Sybren Minkema an den Leinen machte sich Wylster 463 in den letzten Jahren einen Namen, 2013 wurde ihm das Sportprädikat verliehen.

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Wylster 463 Sport-Elite – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

IBOP Wergea – 3 neue Kroonstuten

Die Ergebnisse der am 08.06.2017 abgehaltenen IBOP-Prüfungen im niederländischen Wergea brachten gleich drei Stuten das definitive Kroon-Prädikat ein.

Die 4-jährige Sylcke K. van de Elzenbroek Kroon (Tsjalle 454 x Beart 411 P) erreichte 78,0 Punkte unter dem Sattel und damit auch das höchste Ergebnis dieser Disziplin.

In der Menproef reichte es für die 2013 geborene Prinses v.d. Terpen (Tjalbert 460 x Sape 381) mit 77,0 Punkten zum Kroonprädikat, mit einem Punkt mehr (78,0 Punkte) wurde die 2012 geborene Halbschwester von Tjaarda 483, Nanine Ven (Stendert 447 x Lolke 371) ebenfalls Kroon erklärt.

 

Gleich 2 Elite-Sporthengste in Österreich!

Großartige Nachrichten von der Dressur-Front erreichten mich heute Morgen – den beiden Grand-Prix-Hengsten Zen ‘fan Panhuys’ Ster (*2007, Dries 421 x Fabe 348 P) und Wirdmer fan ‘e Boppelannen Ster (*2007, Beart 411 P x Jillis 301) im Besitz der Familie Prexl aus Niederösterreich (www.friesen-exklusiv.at) wurde vom KFPS das Elite-Sportprädikat für ihre herausragenden Leistungen in den hohen Dressurklassen verliehen.

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Zen ‘fan Panhuys’ Ster Sport ELITE (Dries 421 x Fabe 348 P) unter Ralph Buchberger

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Wirdmer fan ‘e Boppelannen Ster Sport ELITE (Beart 411 P x Jillis 301) unter Ralph Buchberger

Beide Hengste wurden von Ralph Buchberger von Jugend an bis zum Grand Prix ausgebildet und werden bis heute aktiv und äußerst erfolgreich (viele Platzierungen und Siege) von ihm auf Turnieren vorgestellt.

An dieser Stelle gehen meine allerherzlichsten Glückwünsche an Claudia und Perry Prexl, die Besitzer dieser beiden Top-Pferde, und natürlich an Ralph Buchberger, der durch sein Können und Engagement ein internationales Aushängeschild für den Dressursport mit Friesenpferden ist.

Alwin 469 erreicht Sportprädikat

Wie die Hengststation “de Nieuwe Heuvel” kürzlich auf Facebook bekannt gab, konnte der 2008 geborene Alwin 469 (Felle 422 x Tsjerk 328 P) unter Nynke Mulder heute zwei erste Plätze in der Dressurklasse Z1 belegen und sich damit die notwendigen Gewinnpunkte sichern, um das Sportprädikat Dressur zu tragen.

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Alwin 469 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Alwin 469 war im Vorjahr äußerst beliebt bei den Züchtern und belegte mit 198 Bedeckungen den 2. Platz in der Deckstatistik hinter Tsjalle 454. Obwohl seinen Nachkommen im Zuge seiner Abstammungskörung keine überragenden Sportqualitäten bescheinigt wurden, zeigt dieser Erfolg doch deutlich, dass Alwin 469 mehr zu bieten hat als ein außerordentlich schönes Exterieur.

Thorben 466 Elite Sport

Wie die Hengststation de Mersken kürzlich bekannt gab, hat Thorben 466 (Ielke 382 x Sape 381) Anfang Mai die notwendigen Punkte für das Sportprädikat in der Disziplin Mennen erreicht. Mit diesem Resultat erfüllt er nun die Kriterien für die Sportprädikate in allen drei möglichen Disziplinen und dürfte somit der erste KFPS-Deckhengst sein, dem das Prädikat “Elite Sport” verliehen wird.

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Thorben 466 Elite Sport – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Ledenraad – Neue Entwicklungen in den KFPS-Statuten

Am gestrigen Freitag, 19.05.2017, tagte der Ledenraad (Vereinsrat), um bis spät in die Nacht hinein die inhaltliche Ausrichtung des KFPS zu diskutieren.

Neben finanziellen und personellen Agenden wurde insbesondere die Frage der Anerkennung weisser Abzeichen thematisiert – die Ankörung von Siert 499 (Dries 421 x Sape 381) hatte diesbezüglich für Unmut zwischen den Vereinsorganen gesorgt,  da dessen Anteil an weissen Haaren von einigen Züchtern und KFPS-Mitgliedern als zu großflächig erachtet und die Informationen seitens  Keuringskommission und Vorstand diesbezüglich als fehlerhaft bzw. unzureichend kritisiert wurden. Inbesondere entbrannte daraus Anfang des Jahres eine Diskussion um die Kompetenzen der einzelnen Vereinsorgane, die durch die gestrige Sitzung in konstruktive Bahnen gelenkt werden konnte.

Beschlossen wurde unter anderem der verpflichtende Test auf erbliche Abweichungen (Hydrocephalus, OCD – siehe Friesen-ABC) ab diesem Kalenderjahr für alle neuen Sterstuten, sowie alle Stammbuch- und Fohlenbuchstuten, welche züchterisch zum Einsatz kommen. Im Gegenzug wird noch dieses Jahr der diesbezügliche Status aller aktiven Stammbuchhengste veröffentlicht.. Mit diesem Beschluss setzt das KFPS einen akzentuierten Schritt gegen Risikoanpaarungen hinischtlich der bekannten genetischen Anomalien und beweist erneut, wie ein transparenter und professioneller Umgang mit dieser Thematik auszusehen hat.

Die Anforderungen für den Erhalt des Sportprädikats in der Disziplin Mennen (Dressurfahren) wurden um eine Startklasse nach oben verlagert (von bisher Z1 auf ZZ). Ab 2018 gilt somit der Erhalt von 5 Ergebnissen über 60% in der Klasse ZZ als Mindestanforderung für den Erhalt des Sportprädikats im Dressurfahren.

Bzgl. der Anerkennung von weissen Abzeichen einigte sich der Ledenraad auf eine deutlichere Formulierung der geltenden Regelung in den Körrichtlinien.

 

Turnierimpressionen

Trotz etwas stressgeplagtem Alltag habe ich es heute Vormittag zum CDN-B* in Gallneukirchen / Oberösterreich geschafft, um nach langer Turnierpause wieder einmal einige Sportfriesen “in action” vor der Linse zu haben, die auf diesem Turnier in ungewöhnlich großer Dichte auftraten.

Leider wurde man im Zuge der Bewerbe mit offenbar nicht sonderlich friesenaffinen Richtern konfrontiert, deren Meinung hinsichtlich der Bewertung ich persönlich nicht immer teilen konnte.

Auch wurden viele Prüfungen in einer sehr dunklen Halle geritten, deren Lichtverhältnisse für qualitativ hochwertige Fotos leider viel zu bescheiden waren.

Eine dieser Prüfungen war ausgerechnet eine DPA für 5-6-jährige, in der mein liebster Friesenreiter Ralph Buchberger zwei junge Hengste der Fam. Prexl / Friesen Exklusiv vorstellte. Beide Pferde präsentierten sich hervorragend und wurden mit 1. und 2. Plätzen belohnt. Fotos gibt es leider nur aus der Abreitehalle :).

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Ralph Buchberger auf dem fantastischen Maserati van de Hondshoeve (Maeije 440 x Ulke 338)

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Maserati van de Hondshoeve zeigte nicht nur seine sportlichen Qualitäten – selten habe ich einen so jungen Hengst (geb. 2012!) auf einem Turnier gesehen, der so entspannt und ohne jede Hengstmanieren in die Prüfung geht.

Fotografisch weniger anspruchsvoll gestaltete sich ein weiterer Friesenstart auf dem Außenplatz – bei herrlichem Sonnenschein konnte ich die LP-Prüfung von Karin Dorn und ihrem Hengst Gerrit fan ‘e Boppelannen (*2002, Fabe 348 P x Feitse 293 P) verfolgen, die eine solide Leistung zeigten und sich am Nachmittag auch noch in der Damensattel-Spezialdisziplin zeigten.

Für mich war Mittags leider Schluss, weshalb ich weder die Damensattel-Bewerbe noch den Start von Antonia Koch auf ihrer Stute Hera van Zenz (*2010, Harmen 424 x Jasper 366 P) in der L miterleben konnte. Das Paar sicherte sich einen beachtenswerten 1. Platz im Bewerb!

Herzliche Gratulation an alle Teilnehmer!

Friesenfokus – Helden im Viereck: Alexandra Stoya

Unter dem Titel “Friesenfokus – Helden im Viereck” möchte ich Menschen zu Wort kommen lassen, die durch ihren täglichen Einsatz und das Ausleben ihrer Leidenschaft das Friesenpferd ins Rampenlicht des Sports rücken. Ihnen ist es zu verdanken, dass dem Ruf des Friesen als “Kutschpferd” lebende und oftmals erfolgreiche Beweise entgegen gesetzt werden, die eindrucksvoll die Vielfältigkeit und Leistungsfähigkeit dieser wunderbaren Rasse demonstrieren. Dabei ist es für mich persönlich nebensächlich, ob diese ambitionierten und engagierten Reiter international im “großen Sport” starten, oder ihre Friesen regional dem interessierten Publikum präsentieren – sie alle helfen mit bei der Mission, den oftmals unberechtigt schlechten Ruf des Friesen in der Pferdesportszene gerade zu rücken.

Ich freue mich ungemein, eine sehr erfolgreiche und überaus engagierte Reiterin für den ersten Teil dieser Interview-Serie gewonnen zu haben und wünsche meinen lieben Lesern viel Vergnügen beim Lesen dieses wunderbaren Interviews mit Alexandra Stoya!

Helden im Viereck - Alex Stoya

Friesenpanorama International: Friesen haben im Sport vielerorts immer noch einen zweifelhaften Ruf und gelten landläufig als Exoten im Teilnehmerfeld. Wie bist du „auf den Friesen“ gekommen und woher kam deine Motivation, dich mit deinem Pferd im Sport zu präsentieren?

Alexandra Stoya: Die Vorbesitzerin meines ersten Pferdes (ein Shagya-Araber) besaß einen Friesenwallach, von dem ich auch sehr begeistert war. Außerdem hatte meine Freundin einen Friesenwallach, mit dem sie erfolgreich bis zur Klasse L Turniere ritt, einige Male waren wir mit meinem Araber und ihrem Friesen in Paarklassen unterwegs. Diese Kontakte weckten den Friesenvirus in mir, aber es dauerte noch einige Jahre, bis sich der Traum vom eigenen Friesen erfüllte. Anfang 2000 kaufte ich zu meinem Hannoveraner Wallach einen 6 jährigen Friesenwallach (von Leffert) dazu. Ein feines Pferd mit ansprechenden Bewegungen und einer Begabung zur Dressur. Aus privaten Gründen trennten sich unsere Wege nach nur einem Jahr. Aber es stand fest, irgendwann wieder ein Friese. 2004 ging ich erneut auf die Suche und im August des Jahres kam Bernhard El. zu mir. Ein damals 4-jähriger Wallach, leicht angeritten, den ich selber mit stetigem Reitunterricht ausgebildet habe. „Bernie“ war schon immer sehr leicht abzulenken und umweltorientiert, was uns die wenigen Dressurstarts erschwerte. Trotzdem konnte ich mit ihm 2006 das Finale der JFPMDA in Leeuwarden erreichen und dort gelang uns der 4. Platz in der Gesamtwertung.

Meine Hoffnung lag auf meinem Nachwuchspferd Theuntje, sie entwickelte sich zum feinen Dressurpferd, allerdings bin ich lange Zeit nur für mich zu Hause geritten. Erst 2015 begann Theuntjes Turnierkarriere.

Ein Friese ist ein Pferd, wie jedes andere auch. Da ich diese Rasse lieben und achten gelernt habe, stellte sich mir gar nicht die Frage für den Dressursport ein anderes Pferd zu wählen. Entweder mit einem Friesen oder halt gar nicht.

Spaß im Gelände 2016

Geländeritt mit charmanter Begleitung – Copyright: A. Stoya

FPI: Warst oder bist du mit Vorurteilen bzgl. der Rasse deines Pferdes im Sport konfrontiert (von Richtern, Konkurrenten, Zuschauern?) und inwiefern beeinflussen dich die oftmals negativen Vorurteile gegenüber Friesen im Sport?

AS: Einfache Antwort: Ja! Es gibt genug Mitstreiter, die uns belächeln, weil die Friesen ja eigentlich vor die Kutsche gehören. Leider gibt es auch noch einige Richter, die Friesen im Turniersport nicht gerne sehen. Aber davon lasse ich mich nicht beirren oder beeinflussen, denn so weit muss manch anderer erst mal kommen. An manchen Tagen zeigen wir eine gute und korrekte Vorstellung, an anderen Tagen auch mal nicht, wobei ich sagen muss, dass es dann fast immer an mir liegt :).  Jede Dressurprüfung bringt mich ein Stück weiter. Von den Zuschauern gibt es meist nur positive Kommentare, ihnen gefällt oft ein Friese im Dressurviereck.

Training Theuntje 2014-1

Durchaus beneidenswert! Theuntje vom Lohorst im Training unter Alexandra Stoya – Copyright: A. Stoya

FPI: Welche Eigenschaften schätzt du in sportlicher Hinsicht besonders an deinem Pferd bzw. was macht dein Pferd für dich als Reiter besonders sportgeeignet? Gibt es auch rassespezifische Eigenschaften des Friesen, die in deinen Augen sportlich von Vorteil / Nachteil sind? Wenn ja, welche?

AS: Theuntje ist meist motiviert und lernt schnell und lässt sich sehr korrekt durch die Prüfungen reiten. Durch eine vielseitige Ausbildung (Gelände, Dressur und auch Springgymnastik) ist sie recht unerschrocken und durch den Trubel rund um das Dressurviereck lässt sie sich nur ganz selten ablenken.

Vorteile oder Nachteile … sicher gibt es Friesen, die nicht so sehr im Dressurpferdetyp stehen, z.B. mein Bernie. Bei ihm sehe ich das kurze, unterständige Vorderbein als Nachteil, allerdings hat er eine tolle Galoppade. Theuntje ist korrekt gebaut, könnte die Kruppe schöner haben, aber  vor allem verlief ihre Ausbildung korrekt nach der „Skala der Ausbildung“. Wenn man das beherzigt, kann auch ein Friese , der vielleicht nicht so sehr im typischen Dressurpferdetyp steht, korrekt durch Dressurprüfungen gehen. Ob es immer bis in den großen Sport reicht, das liegt sicher auch am Potential von Pferd und Reiter.

Bernie & Alex 2016 - Foto Sabina Wiggins

Bernhard El. & Alexandra Stoya – Foto: Sabina Wiggins

FPI: Beschreibe uns bitte kurz den gemeinsamen sportlichen Werdegang von dir und deinen Pferden.

AS: Mit Bernie habe ich mich nach wenigen Versuchen in A-Dressuren entschieden, dass das vorerst nicht unser Ding ist und ich wartete ab, was mal aus meinem Nachwuchspferd Theuntje vom Lohorst wird. Theuntje zog als Absetzer im Dezember 2006 bei mir ein, wuchs gemeinsam mit einer gleichaltrigen Shettystute auf und stand immer zusammen im Herdenverband mit meinen Wallachen. Liebevoll wurde sie von Charly, einem älteren Tinker-Wallach großgezogen, bis sie später dann auf ihn Acht gegeben hat.

Bei der Ausbildung von Theuntje machte ich von Beginn an einiges anders als bei Bernie, auch hier hatte ich immer guten Reitunterricht und sie wurde nie in Beritt oder Ausbildung gegeben. Ich wollte es selber machen, so gut ich dazu in der Lage war. Schnell merkte ich, dass sie über gute GGA verfügt und sich in der Dressurarbeit gerne angeboten hat. 4-jährig fingen wir mit etwas mehr Dressurarbeit an und auf der Zuchtschau in Assen wurde sie 2010 ins Stammbuch aufgenommen. Am selben Tag gelangen uns in der JFPMDA 66 Punkte und das Ticket für das Finale in Drachten war gesichert. O-Ton des Vorführers: „Ein gutes Pferd für Dressur, aber nicht so gut für den Ring”. In Drachten lief es gut für uns und am Ende stand Theuntje mit 68 Punkten auf Rang 4 der 4-jährigen Stuten.

Zum Starten auf herkömmlichen Turnieren fehlte mir noch die Motivation. Ich bildete Theuntje weiter aus und 6- und 7-jährig wurde sie einige Male von der Tochter einer Stallkollegin erfolgreich in Dressurwettbewerben vorgestellt. Erst als Theuntje 9 Jahre alt wurde, beschloss ich, das Ganze selber mal zu versuchen. Es folgte die Turnierpferdeeintragung bei der FN und im März 2015 ging es dann los. Ich nannte A- und L-Dressuren, erstere mit großen Erfolgen – viele Siege und hohe Platzierungen- letztere mit anfangs niedrigen Wertnoten, bis hin zu 7 Platzierungen in der laufenden Saison.  Dieses bedeutete für die nächste Saison die Höherstufung in Leistungsklasse 4, somit auch startberechtigt in L-Dressuren auf Kandare geritten. Die Saison 2016 war ebenso zufriedenstellend wie in 2015. Nicht mehr ganz so viele Siege wie im Vorjahr, aber viele Platzierungen und einige Siege in A, L und Kandaren-L. Zwei Starts hatten wir in Dressurprüfungen der Klasse L**, in denen wir bereits 3 Punkte für das Sportprädikat sammeln konnten.

2017 geht es weiter, die ersten Schleifen sind gesammelt, aber die Konkurrenz schläft nicht und nach wie vor wird einem nichts geschenkt. Aber noch macht es Spaß und solange Theuntje weiterhin motiviert ist, mache ich gerne weiter.

Theuntje Turnier 2015

Ein schöner Anblick im Viereck: Alexandra Stoya auf Theuntje vom Lohorst – Copryright: A. Stoya

FPI: Welche deiner bisherigen sportlichen Erfolge waren bzw. sind für dich von besonderer Bedeutung? Auf welche Erfolge bist du besonders stolz?

AS: Besonders stolz bin ich auf das Ergebnis bei der CK in Drachten 2010, 4. Platz bei den 4-jährigen Stuten in der JFPDMA, das war klasse. Natürlich der Titel zum Stadtmeister Dressur in Emden 2015 und der Vizemeistertitel bei den Ostfriesischen Landesmeisterschaften 2015 in der Dressur A/L der Ü-40-Reiter. Ich meine, dass Theuntje der erste Friese überhaupt dort war, der bei der Meisterehrung dort mit einritt. Die zwei zweiten Plätze im Finale des DFZ-Cups 2015 und 2016 haben mich natürlich auch sehr gefreut. Aber insgesamt gesehen bedeutet mir jede einzelne Platzierung etwas, nämlich dass es durchaus möglich ist, sich mit einem gut gerittenen und vor allem korrekt ausgebildeten Friesen in Dressurprüfungen zu beweisen und zu bestehen.

Stadtmeister Emden 2015

So sehen Sieger aus! Stadtmeisterin Emden 2015 – Copyright: A. Stoya

FPI: Wohin soll eure gemeinsame Reise im Sport gehen? Welche weiteren Ziele verfolgst du mit deinem Pferd?

AS: Das nächste Ziel ist das Sportprädikat. In Deutschland sind dafür 5 Gewinnpunkte in der Klasse L** erforderlich. Ab einer Wertnote von 6,0 gibt es 1 Gewinnpunkt, ab 6,5 schon 2 Punkte. Mit meinen zwei Starts in L** im letzten Jahr konnte ich mir mit Noten von 6,2 und 6,8 bereits 3 Gewinnpunkte sichern. Leider sind L** Dressuren weniger ausgeschrieben und in diesem Jahr nehme ich dafür auch weitere Wege in Kauf. Schauen wir mal, ob es dann reicht. Auf lange Sicht wäre es ein Traum, auch einmal in Dressurprüfungen der Klasse M zu starten. Darauf arbeiten wir im Reitunterricht hin, aber natürlich auch an noch mehr Sicherheit in der Klasse L

FPI: Welche Meinung hast du zu den Bemühungen des KFPS und seiner Tochtervereine, die Präsenz von Friesen im Sport zu verstärken?

AS: Friesen im Sport sind eine gute Sache, wer die Möglichkeiten hat, entsprechende Prüfungen selber zu reiten oder sein Pferd vorstellen zu lassen, sollte sie nutzen. Hengste über den Sport zu kören ist doch gut, denn u.U. geben sie gute Eigenschaften für ein künftiges „Sportpferd“ weiter.

FPI: Gibt es für dich auch wichtige Besonderheiten betreffend die Haltung und Pflege deiner Sportpferde? Wie gestaltet sich die Haltung deiner “friesischen Sportler”?

AS: Ich habe im Laufe der Jahre immer versucht, die Haltung meiner Pferde zu optimieren und so artgerecht wie möglich zu gestalten. Meist hatte ich einen eigenen Stalltrakt oder eine Stallgasse in einem normalen Pensionsstall, dazu i.d.R. einen eigenen Paddock und eine eigene Weide, sodass ich weitestgehend mein eigener Herr war. Somit konnte ich die Fütterung und den Auslauf meiner Pferde das ganze Jahr hindurch selber bestimmen. Anfang diesen Jahres habe ich meine Pferde in einen kleinen, privaten Offenstall mit Paddocktrail gestellt. Für meine beiden Stuten gibt es für die Nacht eine schöne offene Box ohne Gitter und tagsüber stehen alle zusammen im Offenstall, können rein und raus, haben eine stets gefüllte Heuraufe vor der Nase und bestimmen selber, wann sie fressen, spielen, dösen oder richtig schlafen wollen. Die Kraftfuttergabe wird von mir je nach Leistung angepasst, ich versorge meine Pferde dahingehend selber. Es gibt ganz einfach Hafer und Pellets, kein besonderes Friesenfutter, kein Barockpferdemüsli, denn auch ein Friese ist letztendlich „nur“ ein Pferd :)!

Meine Pferde sind nicht ein Teil meines Lebens, sie sind mein Leben!

Bernie Sommer 2016

Freunde für’s Leben – Bernhard El. & Alex Stoya – Foto: Sabina Wiggins

FPI: Würdest du dich in sportlicher Hinsicht nach deinen Erfahrungen wieder für einen Friesen als Sportpferd entscheiden und auf welche Kriterien würdest du dabei besonders achten?

AS: Ja, meine Friesen sind für mich nicht nur einfach Pferde, es ist eine Lebenseinstellung. Deshalb steht der nächste Nachwuchs schon auf der Weide, ein kleiner Tsjalle 454 x Sape 381 wartet auf seine spätere Ausbildung bei mir.

FPI: Gibt es abschließend noch etwas, was du aufstrebenden Friesenreitern hinsichtlich Einstieg in den Sport raten oder mit auf den Weg geben möchtest?

AS: Natürlich nicht unterkriegen lassen :). Scherz beiseite, ganz wichtig ist eine gute und pferdegerechte Ausbildung, dazu braucht es keine speziellen Friesenausbilder oder gar Barockpferdeausbilder. Einfach jemanden suchen, der feines Reiten gemäß der Skala der Ausbildung vermittelt. Nichts überstürzen, aber auch nicht erst mit 6 Jahren oder älter mit dem Anreiten anfangen. Eine korrekte Grundausbildung ist das A und O, natürlich gepaart mit einer passenden Ausrüstung für Pferd und auch Reiter.


Zur Person:

Alexandra Stoya, geb. 1969, lebt mit ihrem Ehemann und ihren Pferden in Ostfriesland. Mit ihren im Sport vorgestellten Friesen Theuntje vom Lohorst und Bernhard El. erreichte sie u.a. 2006 und 2010 das Finale des JFPMDA (beide Male mit einem hervorragenden 4. Platz), war 2015 und 2016 Zweitplatzierte im Finale des DFZ-Cups, gewann die Dressur-Stadtmeisterschaft Emden 2015 und wurde Vizemeisterin der Ostfriesischen Landesmeisterschaften 2015 (Dressur Ü40).
Auf Theuntje vom Lohorst startet sie akutell in der Klasse L**.

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Bernhard El. – Foto: Sabina Wiggins

Zu den Pferden:

Bernhard El. ist ein 2000 geborener Wallach aus der Zucht von R. Elsinga im niederländischen Nijeholtpade. Sein Vater ist der bekannte Sportpionier Jakob 302, er stammt aus der Sterstute Geertje El. (*1994, Oltman 317 x Oege 267 P, Stam 078), die insgesamt 14 Fohlen zur Welt gebracht hat – darunter die Sterstute Elvira El. (v. Anne 340) und die Ster + Sportstute Germa El. (v. Tsjerk 328 P). Alexandra beschreibt ihn als ihren “Fels in der Brandung”.

Theuntje vom Lohorst (geb. 2006) – das Deluxe-Muckel 😉 – stammt aus der deutschen Zucht von D. Pospischil in Edewecht/Wittenberge. Die Brandus 345 P x Pike 316 gezogene Stute erhielt als Fohlen eine 2. Prämie und wurde 2010 in das Stammbuch eingetragen. Unter Alexandra Stoya ist sie derzeit auf dem besten Weg, sich ihr Sportprädikat zu verdienen. Theuntje stammt aus der preferenten Stammbuchstute Eida ut ‘e Mieden (*1996, Pike 316 x Wessel 237 P, Stam 027) von deren 12 Nachkommen bislang 4 mit dem Sterprädikat ausgezeichnet wurden.
Sie befindet sich derzeit auf dem Ausbildungsstand L** und wird weiter gefördert.

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Theuntje vom Lohorst – Copyright: A. Stoya

Yke E. (*2015) ist die Nachwuchshoffnung von Alexandra Stoya. Das Hengstfohlen von Tsjalle 454 aus der Zucht von Y.P. Elgersma im deutschen Westerholt stammt aus der Sterstute Sabina (*2005, Sape 381 x Hearke 254 P, Stam 001). Diese junge Zuchtstute hat bislang 6 Fohlen gebracht. Ihre Mutter wiederum ist die sterpreferente Wina (*1991, Hearke 254 P x Peke 268), die 4 Sternachkommen aus ihren insgesamt 10 Fohlen vorweisen kann.

Yke E - Alexandra Stoya

Yke E. – Foto: Sabina Wiggins

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals herzlich bei Alexandra Stoya für die bereitwillige Gewährung dieses Interviews bedanken und wünsche ihr von Herzen alles Gute und viel Erfolg im Sport und mit ihren wunderbaren Pferden!

Titelbild: Alexandra Stoya und Theuntje vom Lohorst / Foto: Sabina Wiggins