Friesenfokus – Helden im Viereck: Alexandra Stoya

Unter dem Titel “Friesenfokus – Helden im Viereck” möchte ich Menschen zu Wort kommen lassen, die durch ihren täglichen Einsatz und das Ausleben ihrer Leidenschaft das Friesenpferd ins Rampenlicht des Sports rücken. Ihnen ist es zu verdanken, dass dem Ruf des Friesen als “Kutschpferd” lebende und oftmals erfolgreiche Beweise entgegen gesetzt werden, die eindrucksvoll die Vielfältigkeit und Leistungsfähigkeit dieser wunderbaren Rasse demonstrieren. Dabei ist es für mich persönlich nebensächlich, ob diese ambitionierten und engagierten Reiter international im “großen Sport” starten, oder ihre Friesen regional dem interessierten Publikum präsentieren – sie alle helfen mit bei der Mission, den oftmals unberechtigt schlechten Ruf des Friesen in der Pferdesportszene gerade zu rücken.

Ich freue mich ungemein, eine sehr erfolgreiche und überaus engagierte Reiterin für den ersten Teil dieser Interview-Serie gewonnen zu haben und wünsche meinen lieben Lesern viel Vergnügen beim Lesen dieses wunderbaren Interviews mit Alexandra Stoya!

Helden im Viereck - Alex Stoya

Friesenpanorama International: Friesen haben im Sport vielerorts immer noch einen zweifelhaften Ruf und gelten landläufig als Exoten im Teilnehmerfeld. Wie bist du „auf den Friesen“ gekommen und woher kam deine Motivation, dich mit deinem Pferd im Sport zu präsentieren?

Alexandra Stoya: Die Vorbesitzerin meines ersten Pferdes (ein Shagya-Araber) besaß einen Friesenwallach, von dem ich auch sehr begeistert war. Außerdem hatte meine Freundin einen Friesenwallach, mit dem sie erfolgreich bis zur Klasse L Turniere ritt, einige Male waren wir mit meinem Araber und ihrem Friesen in Paarklassen unterwegs. Diese Kontakte weckten den Friesenvirus in mir, aber es dauerte noch einige Jahre, bis sich der Traum vom eigenen Friesen erfüllte. Anfang 2000 kaufte ich zu meinem Hannoveraner Wallach einen 6 jährigen Friesenwallach (von Leffert) dazu. Ein feines Pferd mit ansprechenden Bewegungen und einer Begabung zur Dressur. Aus privaten Gründen trennten sich unsere Wege nach nur einem Jahr. Aber es stand fest, irgendwann wieder ein Friese. 2004 ging ich erneut auf die Suche und im August des Jahres kam Bernhard El. zu mir. Ein damals 4-jähriger Wallach, leicht angeritten, den ich selber mit stetigem Reitunterricht ausgebildet habe. „Bernie“ war schon immer sehr leicht abzulenken und umweltorientiert, was uns die wenigen Dressurstarts erschwerte. Trotzdem konnte ich mit ihm 2006 das Finale der JFPMDA in Leeuwarden erreichen und dort gelang uns der 4. Platz in der Gesamtwertung.

Meine Hoffnung lag auf meinem Nachwuchspferd Theuntje, sie entwickelte sich zum feinen Dressurpferd, allerdings bin ich lange Zeit nur für mich zu Hause geritten. Erst 2015 begann Theuntjes Turnierkarriere.

Ein Friese ist ein Pferd, wie jedes andere auch. Da ich diese Rasse lieben und achten gelernt habe, stellte sich mir gar nicht die Frage für den Dressursport ein anderes Pferd zu wählen. Entweder mit einem Friesen oder halt gar nicht.

Spaß im Gelände 2016

Geländeritt mit charmanter Begleitung – Copyright: A. Stoya

FPI: Warst oder bist du mit Vorurteilen bzgl. der Rasse deines Pferdes im Sport konfrontiert (von Richtern, Konkurrenten, Zuschauern?) und inwiefern beeinflussen dich die oftmals negativen Vorurteile gegenüber Friesen im Sport?

AS: Einfache Antwort: Ja! Es gibt genug Mitstreiter, die uns belächeln, weil die Friesen ja eigentlich vor die Kutsche gehören. Leider gibt es auch noch einige Richter, die Friesen im Turniersport nicht gerne sehen. Aber davon lasse ich mich nicht beirren oder beeinflussen, denn so weit muss manch anderer erst mal kommen. An manchen Tagen zeigen wir eine gute und korrekte Vorstellung, an anderen Tagen auch mal nicht, wobei ich sagen muss, dass es dann fast immer an mir liegt :).  Jede Dressurprüfung bringt mich ein Stück weiter. Von den Zuschauern gibt es meist nur positive Kommentare, ihnen gefällt oft ein Friese im Dressurviereck.

Training Theuntje 2014-1

Durchaus beneidenswert! Theuntje vom Lohorst im Training unter Alexandra Stoya – Copyright: A. Stoya

FPI: Welche Eigenschaften schätzt du in sportlicher Hinsicht besonders an deinem Pferd bzw. was macht dein Pferd für dich als Reiter besonders sportgeeignet? Gibt es auch rassespezifische Eigenschaften des Friesen, die in deinen Augen sportlich von Vorteil / Nachteil sind? Wenn ja, welche?

AS: Theuntje ist meist motiviert und lernt schnell und lässt sich sehr korrekt durch die Prüfungen reiten. Durch eine vielseitige Ausbildung (Gelände, Dressur und auch Springgymnastik) ist sie recht unerschrocken und durch den Trubel rund um das Dressurviereck lässt sie sich nur ganz selten ablenken.

Vorteile oder Nachteile … sicher gibt es Friesen, die nicht so sehr im Dressurpferdetyp stehen, z.B. mein Bernie. Bei ihm sehe ich das kurze, unterständige Vorderbein als Nachteil, allerdings hat er eine tolle Galoppade. Theuntje ist korrekt gebaut, könnte die Kruppe schöner haben, aber  vor allem verlief ihre Ausbildung korrekt nach der „Skala der Ausbildung“. Wenn man das beherzigt, kann auch ein Friese , der vielleicht nicht so sehr im typischen Dressurpferdetyp steht, korrekt durch Dressurprüfungen gehen. Ob es immer bis in den großen Sport reicht, das liegt sicher auch am Potential von Pferd und Reiter.

Bernie & Alex 2016 - Foto Sabina Wiggins

Bernhard El. & Alexandra Stoya – Foto: Sabina Wiggins

FPI: Beschreibe uns bitte kurz den gemeinsamen sportlichen Werdegang von dir und deinen Pferden.

AS: Mit Bernie habe ich mich nach wenigen Versuchen in A-Dressuren entschieden, dass das vorerst nicht unser Ding ist und ich wartete ab, was mal aus meinem Nachwuchspferd Theuntje vom Lohorst wird. Theuntje zog als Absetzer im Dezember 2006 bei mir ein, wuchs gemeinsam mit einer gleichaltrigen Shettystute auf und stand immer zusammen im Herdenverband mit meinen Wallachen. Liebevoll wurde sie von Charly, einem älteren Tinker-Wallach großgezogen, bis sie später dann auf ihn Acht gegeben hat.

Bei der Ausbildung von Theuntje machte ich von Beginn an einiges anders als bei Bernie, auch hier hatte ich immer guten Reitunterricht und sie wurde nie in Beritt oder Ausbildung gegeben. Ich wollte es selber machen, so gut ich dazu in der Lage war. Schnell merkte ich, dass sie über gute GGA verfügt und sich in der Dressurarbeit gerne angeboten hat. 4-jährig fingen wir mit etwas mehr Dressurarbeit an und auf der Zuchtschau in Assen wurde sie 2010 ins Stammbuch aufgenommen. Am selben Tag gelangen uns in der JFPMDA 66 Punkte und das Ticket für das Finale in Drachten war gesichert. O-Ton des Vorführers: „Ein gutes Pferd für Dressur, aber nicht so gut für den Ring”. In Drachten lief es gut für uns und am Ende stand Theuntje mit 68 Punkten auf Rang 4 der 4-jährigen Stuten.

Zum Starten auf herkömmlichen Turnieren fehlte mir noch die Motivation. Ich bildete Theuntje weiter aus und 6- und 7-jährig wurde sie einige Male von der Tochter einer Stallkollegin erfolgreich in Dressurwettbewerben vorgestellt. Erst als Theuntje 9 Jahre alt wurde, beschloss ich, das Ganze selber mal zu versuchen. Es folgte die Turnierpferdeeintragung bei der FN und im März 2015 ging es dann los. Ich nannte A- und L-Dressuren, erstere mit großen Erfolgen – viele Siege und hohe Platzierungen- letztere mit anfangs niedrigen Wertnoten, bis hin zu 7 Platzierungen in der laufenden Saison.  Dieses bedeutete für die nächste Saison die Höherstufung in Leistungsklasse 4, somit auch startberechtigt in L-Dressuren auf Kandare geritten. Die Saison 2016 war ebenso zufriedenstellend wie in 2015. Nicht mehr ganz so viele Siege wie im Vorjahr, aber viele Platzierungen und einige Siege in A, L und Kandaren-L. Zwei Starts hatten wir in Dressurprüfungen der Klasse L**, in denen wir bereits 3 Punkte für das Sportprädikat sammeln konnten.

2017 geht es weiter, die ersten Schleifen sind gesammelt, aber die Konkurrenz schläft nicht und nach wie vor wird einem nichts geschenkt. Aber noch macht es Spaß und solange Theuntje weiterhin motiviert ist, mache ich gerne weiter.

Theuntje Turnier 2015

Ein schöner Anblick im Viereck: Alexandra Stoya auf Theuntje vom Lohorst – Copryright: A. Stoya

FPI: Welche deiner bisherigen sportlichen Erfolge waren bzw. sind für dich von besonderer Bedeutung? Auf welche Erfolge bist du besonders stolz?

AS: Besonders stolz bin ich auf das Ergebnis bei der CK in Drachten 2010, 4. Platz bei den 4-jährigen Stuten in der JFPDMA, das war klasse. Natürlich der Titel zum Stadtmeister Dressur in Emden 2015 und der Vizemeistertitel bei den Ostfriesischen Landesmeisterschaften 2015 in der Dressur A/L der Ü-40-Reiter. Ich meine, dass Theuntje der erste Friese überhaupt dort war, der bei der Meisterehrung dort mit einritt. Die zwei zweiten Plätze im Finale des DFZ-Cups 2015 und 2016 haben mich natürlich auch sehr gefreut. Aber insgesamt gesehen bedeutet mir jede einzelne Platzierung etwas, nämlich dass es durchaus möglich ist, sich mit einem gut gerittenen und vor allem korrekt ausgebildeten Friesen in Dressurprüfungen zu beweisen und zu bestehen.

Stadtmeister Emden 2015

So sehen Sieger aus! Stadtmeisterin Emden 2015 – Copyright: A. Stoya

FPI: Wohin soll eure gemeinsame Reise im Sport gehen? Welche weiteren Ziele verfolgst du mit deinem Pferd?

AS: Das nächste Ziel ist das Sportprädikat. In Deutschland sind dafür 5 Gewinnpunkte in der Klasse L** erforderlich. Ab einer Wertnote von 6,0 gibt es 1 Gewinnpunkt, ab 6,5 schon 2 Punkte. Mit meinen zwei Starts in L** im letzten Jahr konnte ich mir mit Noten von 6,2 und 6,8 bereits 3 Gewinnpunkte sichern. Leider sind L** Dressuren weniger ausgeschrieben und in diesem Jahr nehme ich dafür auch weitere Wege in Kauf. Schauen wir mal, ob es dann reicht. Auf lange Sicht wäre es ein Traum, auch einmal in Dressurprüfungen der Klasse M zu starten. Darauf arbeiten wir im Reitunterricht hin, aber natürlich auch an noch mehr Sicherheit in der Klasse L

FPI: Welche Meinung hast du zu den Bemühungen des KFPS und seiner Tochtervereine, die Präsenz von Friesen im Sport zu verstärken?

AS: Friesen im Sport sind eine gute Sache, wer die Möglichkeiten hat, entsprechende Prüfungen selber zu reiten oder sein Pferd vorstellen zu lassen, sollte sie nutzen. Hengste über den Sport zu kören ist doch gut, denn u.U. geben sie gute Eigenschaften für ein künftiges „Sportpferd“ weiter.

FPI: Gibt es für dich auch wichtige Besonderheiten betreffend die Haltung und Pflege deiner Sportpferde? Wie gestaltet sich die Haltung deiner “friesischen Sportler”?

AS: Ich habe im Laufe der Jahre immer versucht, die Haltung meiner Pferde zu optimieren und so artgerecht wie möglich zu gestalten. Meist hatte ich einen eigenen Stalltrakt oder eine Stallgasse in einem normalen Pensionsstall, dazu i.d.R. einen eigenen Paddock und eine eigene Weide, sodass ich weitestgehend mein eigener Herr war. Somit konnte ich die Fütterung und den Auslauf meiner Pferde das ganze Jahr hindurch selber bestimmen. Anfang diesen Jahres habe ich meine Pferde in einen kleinen, privaten Offenstall mit Paddocktrail gestellt. Für meine beiden Stuten gibt es für die Nacht eine schöne offene Box ohne Gitter und tagsüber stehen alle zusammen im Offenstall, können rein und raus, haben eine stets gefüllte Heuraufe vor der Nase und bestimmen selber, wann sie fressen, spielen, dösen oder richtig schlafen wollen. Die Kraftfuttergabe wird von mir je nach Leistung angepasst, ich versorge meine Pferde dahingehend selber. Es gibt ganz einfach Hafer und Pellets, kein besonderes Friesenfutter, kein Barockpferdemüsli, denn auch ein Friese ist letztendlich „nur“ ein Pferd :)!

Meine Pferde sind nicht ein Teil meines Lebens, sie sind mein Leben!

Bernie Sommer 2016

Freunde für’s Leben – Bernhard El. & Alex Stoya – Foto: Sabina Wiggins

FPI: Würdest du dich in sportlicher Hinsicht nach deinen Erfahrungen wieder für einen Friesen als Sportpferd entscheiden und auf welche Kriterien würdest du dabei besonders achten?

AS: Ja, meine Friesen sind für mich nicht nur einfach Pferde, es ist eine Lebenseinstellung. Deshalb steht der nächste Nachwuchs schon auf der Weide, ein kleiner Tsjalle 454 x Sape 381 wartet auf seine spätere Ausbildung bei mir.

FPI: Gibt es abschließend noch etwas, was du aufstrebenden Friesenreitern hinsichtlich Einstieg in den Sport raten oder mit auf den Weg geben möchtest?

AS: Natürlich nicht unterkriegen lassen :). Scherz beiseite, ganz wichtig ist eine gute und pferdegerechte Ausbildung, dazu braucht es keine speziellen Friesenausbilder oder gar Barockpferdeausbilder. Einfach jemanden suchen, der feines Reiten gemäß der Skala der Ausbildung vermittelt. Nichts überstürzen, aber auch nicht erst mit 6 Jahren oder älter mit dem Anreiten anfangen. Eine korrekte Grundausbildung ist das A und O, natürlich gepaart mit einer passenden Ausrüstung für Pferd und auch Reiter.


Zur Person:

Alexandra Stoya, geb. 1969, lebt mit ihrem Ehemann und ihren Pferden in Ostfriesland. Mit ihren im Sport vorgestellten Friesen Theuntje vom Lohorst und Bernhard El. erreichte sie u.a. 2006 und 2010 das Finale des JFPMDA (beide Male mit einem hervorragenden 4. Platz), war 2015 und 2016 Zweitplatzierte im Finale des DFZ-Cups, gewann die Dressur-Stadtmeisterschaft Emden 2015 und wurde Vizemeisterin der Ostfriesischen Landesmeisterschaften 2015 (Dressur Ü40).
Auf Theuntje vom Lohorst startet sie akutell in der Klasse L**.

Bernie 2016 - Foto Sabina Wiggins.JPG

Bernhard El. – Foto: Sabina Wiggins

Zu den Pferden:

Bernhard El. ist ein 2000 geborener Wallach aus der Zucht von R. Elsinga im niederländischen Nijeholtpade. Sein Vater ist der bekannte Sportpionier Jakob 302, er stammt aus der Sterstute Geertje El. (*1994, Oltman 317 x Oege 267 P, Stam 078), die insgesamt 14 Fohlen zur Welt gebracht hat – darunter die Sterstute Elvira El. (v. Anne 340) und die Ster + Sportstute Germa El. (v. Tsjerk 328 P). Alexandra beschreibt ihn als ihren “Fels in der Brandung”.

Theuntje vom Lohorst (geb. 2006) – das Deluxe-Muckel 😉 – stammt aus der deutschen Zucht von D. Pospischil in Edewecht/Wittenberge. Die Brandus 345 P x Pike 316 gezogene Stute erhielt als Fohlen eine 2. Prämie und wurde 2010 in das Stammbuch eingetragen. Unter Alexandra Stoya ist sie derzeit auf dem besten Weg, sich ihr Sportprädikat zu verdienen. Theuntje stammt aus der preferenten Stammbuchstute Eida ut ‘e Mieden (*1996, Pike 316 x Wessel 237 P, Stam 027) von deren 12 Nachkommen bislang 4 mit dem Sterprädikat ausgezeichnet wurden.
Sie befindet sich derzeit auf dem Ausbildungsstand L** und wird weiter gefördert.

Theuntje Training 6

Theuntje vom Lohorst – Copyright: A. Stoya

Yke E. (*2015) ist die Nachwuchshoffnung von Alexandra Stoya. Das Hengstfohlen von Tsjalle 454 aus der Zucht von Y.P. Elgersma im deutschen Westerholt stammt aus der Sterstute Sabina (*2005, Sape 381 x Hearke 254 P, Stam 001). Diese junge Zuchtstute hat bislang 6 Fohlen gebracht. Ihre Mutter wiederum ist die sterpreferente Wina (*1991, Hearke 254 P x Peke 268), die 4 Sternachkommen aus ihren insgesamt 10 Fohlen vorweisen kann.

Yke E - Alexandra Stoya

Yke E. – Foto: Sabina Wiggins

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals herzlich bei Alexandra Stoya für die bereitwillige Gewährung dieses Interviews bedanken und wünsche ihr von Herzen alles Gute und viel Erfolg im Sport und mit ihren wunderbaren Pferden!

Titelbild: Alexandra Stoya und Theuntje vom Lohorst / Foto: Sabina Wiggins

Hochdekorierte Qualitätsmütter – Teil 2

Viele warten schon seit geraumer Zeit auf eine Fortsetzung der Portraitreihe “Hochdekorierte Qualitätsmütter”, deren erster Teil im Februar 2017 erschienen ist.
Das Warten hat nun ein Ende, hier kommt Teil 2!

Stuten sind in der öffentlichen Wahrnehmung der Pferdezucht-Szene leider immer wieder etwas unterrepräsentiert, das Hauptaugenmerk liegt auf den “Stempelhengsten”, also jenen männlichen Vererbern, die die Zucht durch die Quantität und Qualität ihrer Nachkommen maßgeblich prägen bzw. prägten. Stuten können an diese Erfolge in quantitativer Hinsicht schon aus den gegebenen biologischen Gründen nicht anknüpfen – selten bringen es selbst äußerst fruchtbare Mütter in ihrer Karriere auf mehr als 15 Nachkommen. Qualitativ betrachtet steht so manche Stute aber einem “Stempelhengst” um nichts nach und insofern ist es mir ein Anliegen, in einer kleinen Serie solche “Qualitätsmütter” zu beleuchten.

Els F.T. Kroon Sport Pref*5 Prest

Els F.T. ist interessierten Zuschauern der Hengstenkeuring als Pferd des Jahres 2015 bekannt – diese besondere Ehrung wurde der Ausnahmestute aufgrund ihrer außergewöhnlichen Vererbungsleistung zu teil. Und außergewöhnlich ist diese wirklich!

Els F.T. wurde am 05.03.2001 im niederländischen Terwispel bei F. van der Velde geboren. Die Fabe 348 P-Tochter stammt aus der wohlbekannten Hengstmutter Olcha Model Pref Prest (Feitse 293 P x Naen 264 P, Stam 050), zu deren Nachkommen auch der in den USA stationierte KFPS-Deckhengst Sape 381 (*1997, v. Fabe 348 P – Vollbruder von Els F.T.) zählt.

Als Fohlen nicht vorgestellt, erhielt Els F.T. im Jahr 2004 in Garijp eine 2. Prämie und wurde Ster erklärt. Im Jahr 2009 nahm die sportlich geförderte Stute an einer IBOP teil und erreichte schöne 76 Totalpunkte. Ein Jahr später, 2010, erhielt sie auf der Körung in Garijp eine 1. Prämie und erreichte kurz darauf die erforderlichen Ergebnisse, um das Sportprädikat zu erhalten. Noch im selben Jahr wurde die zu diesem Zeitpunkt 9-jährige Els Kroon erklärt.

Ihr erstes Fohlen brachte Els F.T. im Jahr 2005 bei Roelof Tjeerdsma (Friesenzucht “fan ‘e Boppelannen”) – die Doaitsen 420-Tochter Sinne T. fan ‘e Boppelannen erhielt ausschließlich 1. Prämien, wurde bereits 4-jährig Kroon erklärt (mit einem IBOP-Ergebnis von sagenhaften 88 Punkten!) und trägt seit 2012 wie ihre Mutter das Sportprädikat. Daneben wird diese Stute auch züchterisch genutzt – ihre bisher 6 geborenen Fohlen zeigen sich vielversprechend, die älteste Tochter wurde selbst bereits mit dem Sterprädikat ausgezeichnet.

2006 brachte Els F.T. ein Hengstfohlen von Andries 415 zur Welt, 2007 folgte die Gjalt 426-Tochter Wende T. fan ‘e Boppelannen, die ihrerseits mittlerweile die Prädikate Ster und Sport trägt.
2008 wurde Alger T. fan ‘e Boppelannen Rb Ster Sport (v. Gjalt 426) geboren, der unter Heleen de Haas äußerst erfolgreich im Dressursport reüssiert und mittlerweile auf Intermediaire-Niveau vorgestellt wird.
Ebenfalls von Heleen de Haas im Sport herausgebracht wurde der 2009 geborene Fonger T. fan ‘e Boppelannen Ster Sport (v. Loadewyk 431).
Nach einem Jahr Pause brachte Els F.T. 2011 und 2012 jeweils ein Hengstfohlen von Tjalbert 460, 2013 brachte sie ihre bislang letzte Stertochter zur Welt – Rikst T. fan ‘e Boppelannen (v. Beart 411 P). Ein 2014 geborener Hengst von Norbert 444 sowie zwei Stutfohlen (*2015 v. Beart 411 P, *2016 v. Tsjalle 454) wurden bislang noch nicht vorgestellt.

Yasmijn R. Ster Pref*8 Prest

Auch diese Stute schaffte es bereits einmal ins Rampenlicht der Hengstenkeuring – sie war nominiert für den Titel “Pferd des Jahres 2016”. Der Titel ging zwar an den Deckhengst Eise 489, die züchterischen Hochleistungen von Yasmijn R. bleiben aber überaus bemerkenswert.

Die 1999 bei der Fam. Ruiter in Nij Beets geborene Yasmijn R. war das zehnte Fohlen der sterpreferenten Elsje (* 1983, Meindert 263 x Ritske 202 P). Ihr Vater Teunis 332 P zählte zum damaligen Zeitpunkt bereits mit zu den beliebtesten Deckhengsten aller Zeiten und führte über Jahre hinweg die Statistik der Deckzahlen an. Nichtdestotrotz ging Yasmijn R. aus ihrer ersten Körung im Jahr 1999 ohne Prämie hervor. Ein Jahr später konnte sie als Enter in Drachten eine 2. Prämie erreichen, 2002 wurde sie schließlich als 3-jährige ebenfalls in Drachten mit einer 2. Prämie zur Sterstute erklärt.

Im Jahr darauf brachte Yasmijn R. ihren ersten Sohn zur Welt, den Sape 381-Sohn Jorn S.R. Vb Ster. 2004 folgte ein weiteres Hengstfohlen von Sape 381 (Meint S.R. Vb Ster), 2005 wurde die Stute Sterre S.R. (v. Doaitsen 420) geboren, die später ebenfalls das Sterprädikat erhalten sollte.
2006 kam ein außergewöhnlich schönes Stutfohlen von Folkert 353 P zur Welt – Tinka S.R. wurde bereits 5-jährig mit dem Kroonprädikat ausgezeichnet und erreichte noch im selben Jahr (2011) das Prädikat Sport.
Die 2007 geborene Ypie S.R. (v. Doaitsen 420) wurde ebenfalls Ster erklärt, die 2008 geborene Annemieke S.R. (v. Onne 376) erreichte als zweite Tochter von Yasmijn R. die Prädikate Kroon und Sport.
2009 brachte Yasmijn R. ihre bislang letzte Stertochter, Fenne S.R. (v. Loadewyk 431) zur Welt und wurde im selben Jahr mit dem Preferentprädikat ausgezeichnet.
2010 und 2011 folgten zwei weitere Stutfohlen von Maurus 441 resp. Norbert 444, der 2012 geborene Folkert 353 P-Sohn Nozem S.R. erhielt als bislang letzter Hengstnachkomme von Yasmijn R. das Sterprädikat.
Ein weiteres Stufohlen von Thorben 466 (*2015) sowie ein 2016 geborener Sohn von Haike 482 warten noch auf ihre Körungen im Erwachsenenalter.

Mit bisher 8 Sternachkommen ist Yasmijn R. somit eine der wenigen “dubbelpreferenten” Zuchtstuten – es bleibt abzuwarten, welche Leistungen ihre Nachkommen weiterhin bringen werden und in welche Sphären die Zuchtleistung dieser Ausnahmestute noch vorzudringen vermag!

Mooi van Setse v.d. Hommershoeve Model Sport Pref*4

Mit sehr jungen Jahren reiht sich Mooi van Setse v.d. Hommershoeve in die ehrenvollen Ränge der Elite-Zuchtstuten ein. Die 2004 geborene und 2011 zur Modelstute erklärte Fabe 348-Tochter stammt aus der Zucht De Hommers Hoeve in Gameren, ihre Mutter ist die modelpreferente Setse Boszorg (v. Fetse 349, Halbschwester von Stendert 447!). In den vier ersten Generationen ihrer Mutterlinie (Stam 050) stehen ausschließlich Modelstuten – eine wahre Ausnahme in Sachen Zuchtsicherheit!

Mooi erhielt als Fohlen in Esbeek eine 2. Prämie, 2007 wurde sie mit einer 1. Prämie in das Sterregister eingeschrieben. Nach Absolvierung einer IBOP mit 79,5 Totalpunkten wurde die Stute im Jahr 2009 Kroon erklärt, 2011 erreichte sie das Sportprädikat und wurde schließlich als Modelstute ausgezeichnet.

Obschon erst 13 Jahre alt, brachte Mooi bislang 9 Fohlen, von denen bereits 4 mit dem Sterprädikat bedacht wurden. Dazu zählen die 2009 geborene Extra Mooi fan Dulve Ster Sport (v. Maeije 440), die 2010 geborene Gloria v. Mooi Ster Sport (v. Maurus 441), der Dries 421-Sohn Keimpe van de Demrostables Vb Ster (*2011) sowie dessen 2012 geborener Vollbruder Mazel Tov v. Mooi van de Demrostables Vb Ster. 2010 und 2012 wurden dabei via Embryotransfer jeweils 2 Fohlen dieser hervorragenden Zuchtstute geboren. 2015 brachte sie darüber hinaus ein Stutfohlen von Epke 474 zur Welt, im Vorjahr hatte sie ihr bisher letztes Fohlen von Tsjalle 454 (ebenfalls eine Stute).

Die Zuchtkarriere dieser noch recht jungen Stute ist jedoch noch nicht vorbei und es würde mich nicht wundern, wenn ihr Name noch größere Bekanntheit in den Annalen des KFPS erlangen würde.

 

 

Rapport Abstammungskörung Stendert 447

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Allgemein

Stendert 447 wurde im Herbst 2008 als 3-Jähriger gutgekört, auf Basis seiner prädikatreichen Abstammung, seines guten Exterieurs und seiner guten Resultate im CO (vor allem in den gefahrenen Disziplinen). Stendert 447 war in seiner ersten Decksaison ein viel gebrauchter Hengst, welcher auf sehr gutem Stutenmaterial eingesetzt wurde (94% der Fohlen aus seinen ersten beiden Jahrgängen stammen aus Müttern, die mindestens das Sterprädikat tragen). 2014 konnte der Hengst seine Abstammungskörung auf der Basis von zwei Jahrgängen minimal 3-jähriger Pferde abrunden.

 

Exterieur

Allgemein
Die Nachkommen von Stendert 447 präsentieren sich als sehr homogene Gruppe ausreichend rassetypischer Pferde, die sowohl bzgl. Gebäude als auch hinsichtlich der Bewegungsform wenig athletisches Vermögen ausstrahlen.

Rassetyp
Die Nachkommen von Stendert 447 sind gut ausreichend rassetypisch. Die Köpfe verfügen über ausreichend Ausdruck, die Halsungen zeigen ausreichend Länge und sind ausreichend gut vertikal platziert. Allerdings sind die Hälse in vielen Fällen etwas schwer (vor allem im Kopf-Hals-Ansatz) und zeigen häufig einen Unterhals. Die Pferde haben ausreichend viel Behang und sind überdurchschnittlich schwarz gefärbt.

Gebäude
Die Nachkommen von Stendert 447 sind großrahmig entwickelte Pferde, die häufig etwas schwer wirken und  denen es dadurch an Jugendlichkeit fehlt. Sie sollten mehr Vorderbeinlänge vorweisen und stärker aufwärts gebaut sein. Die Schultern sind durchschnittlich gewinkelt. Die Rückenform der Pferde ist korrekt, wobei die Lenden häufig etwas straff sind. Die Pferde präsentieren lange Kruppen, die etwas weniger abfallend gebaut sein sollten.

Fundament
Die Hinterhand ist etwas säbelbeinig, die Vorhand ist im Ablauf korrekt, dabei aber häufig unterständig. Das Fundament ist gut ausreichend trocken, die Hufform ist ausreichend.

Schritt
Der Schritt zeigt ausreichenden Raumgriff, es fehlt den Pferden dabei aber an Beugung im Sprunggelenk und Aktivität.

Trab
Der Trab ist ausreichend raumgewinnend, sollte aber besser aus der Hinterhand getragen sein. Den Pferden fehlt es an Balance und Geschmeidigkeit.

Sportveranlagung

Trainingsrapport und Charakter
Von Stendert 447 wurden 20 Nachkommen getestet, davon 15 Dreijährige und 5 Vierjährige (7 Hengste, 13 Stuten). Aufgestallt sind die Pferde angenehm, im Gebrauch erweisen sie sich als ausreichend gut verlässlich und gut zu bearbeiten. Ein Teil der Pferde ist etwas schnell abgelenkt.

Schritt
Der Schritt ist ausreichend bis gut ausreichend raumgewinnend, mit gut ausreichendem Takt. Der Hinterhand fehlt es dabei an Aktivität.

Trab
Der Trab ist ausreichend raumgreifend. Die Hinterhand lässt Aktivität und Getragenheit vermissen.

Galopp
Der Galopp zeigt gut ausreichenden Sprung, sollte aber stärker aufwärts tendieren.

Veranlagung als Reitpferd
Die Nachkommen von Stendert 447 bewegen sich unter dem Sattel in gut ausreichender Manier. Der Hinterhand fehlt es an Aktivität und dem Vermögen, Gewicht aufzunehmen, wodurch sich die Pferde zu viel auf der Vorhand bewegen. Darüber hinaus sollten sie in der Bewegung mehr Impuls vorweisen.

Veranlagung als Fahrpferd
Die Pferde haben gut ausreichend Front und eine ausreichende Haltung. Die Vorhand wird gut ausreichend nach vorne gesetzt.

Endbeurteilung

Stendert 447 hat sowohl im quantitativen als auch im qualitativen Sinn viele Chancen in der Zucht erhalten. Diesen Umstand in Betracht ziehend, muss festgestellt werden, dass der Hengst – bezugnehmend auf die Resultate seiner Nachkommen – die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen konnte. Dies resultiert in recht neutralen Zuchtwerten für Exterieur und Sportveranlagung. Andererseits muss konkludiert werden, dass der Hengst in seinem Vererbungsbild auch keine großen Fehler vorweist. Auf Basis dessen bleibt Stendert 447 in der Zucht gehandhabt.

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Soleil vom Pilzhof Stb Ster (*2013, Stendert 447 x Onne 376) – aus der Zucht von P. Lackner / Österreich – Kampioene der öst. Zuchtschau 2016

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Rivana vom Hötzihof Stb o.Pr. (*2013, Stendert 447 x Onne 376)

dsc09897dsc09604Rachel Boszorg Stb 3. Pr. (*2013, Stendert 447 x Folkert 353 P)

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Morgenstern von der Nockalm Vb Ster (*2012, Stendert 447 x Onne 376)

Rapport Abstammungskörung Reinder 452

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Allgemein

Reinder 452 wurde im Frühjahr 2009 als 4-jähriger auf Basis seiner ausreichenden Abstammung, seines ausreichend guten Exterieurs und seiner guten Resultate im CO gutgekört. Im quantitativen Sinn haben ihm die Züchter viele Chancen gegeben, bei einer im für diesen Jahrgang durchschnittlichen Stutenqualität (70% seiner Fohlen aus dem 1. und 2. Jahrgang stammen aus Müttern, die mindestens das Sterprädikat tragen).
Reinder 452 konnte seine Abstammungskörung 2014 auf der Basis zweier Jahrgänge minimal 3-jähriger Nachkommen abrunden.

Exterieur

Allgemein
Die Nachkommen von Reinder 452 präsentieren sich als homogene Gruppe ausreichend gut entwickelter, rassetypischer Pferde. Bzgl. Gebäude werden häufig Anmerkungen gemacht.

Rassetyp
Die Nachkommen sind Reinder 452 sind gut ausreichend rassetypisch. Ihre Köpfe sollten häufig etwas mehr Adel ausstrahlen, die Halsungen zeigen eine gute Länge und sind vertikal platziert. Die Pferde verfügen über ausreichend Behang und sind tiefschwarz gefärbt.

Gebäude
Die Pferde präsentieren sich ausreichend gut entwickelt und verfügen über ausreichend lange Vorderbeine, sind aber oft vorwärts und etwas abwärts gebaut. Die Schultern zeigen eine korrekte, schräg gewinkelte Lage. In der Oberlinie sind die Pferde oft nicht stark in den Anschlüssen, Rücken und Lenden zeigen sich häufig schwach geformt. Den Kruppen fehlt es an Länge, sie sind aber korrekt (leicht abfallend) gelegen.

Fundament
Die Hinterhand ist häufig lang und etwas säbelbeinig. Die Vorhand steht zumeist korrekt. Das Fundament ist gut ausreichend trocken, die Hufe sind groß.

Schritt
Im Schritt zeigen die Pferde Raumgriff und eine ausreichend aktiv untertretende Hinterhand.

Trab
Der Trab ist gut ausreichend raumgreifend, dabei kommt die Hinterhand häufig von etwas weit hinten, wodurch die Pferde etwas mehr Getragenheit und Balance zeigen sollten. Sie weisen ausreichende Geschmeidigkeit auf.

Sportveranlagung

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Trainingsrapport und Charakter
Von Reinder 452 wurden 21 Nachkommen getestet, davon neun 4-Jährige und zwölf 3-Jährige (12 Stuten, 9 Hengste). Ein weiterer Hengst hat am CO teilgenommen.
Die Nachkommen von Reinder 452 erweisen sich im Mittel als im Umgang ausreichend angenehme Pferde, die Gruppe zeigt darin aber einige Varianz. Dasselbe Bild bietet sich im Gebrauch bzgl. Verlässlichkeit. Die Pferde sind ausreichend gut zu bearbeiten und im Allgemeinen nicht schnell abgelenkt. Sie beweisen einen guten Einsatzwillen.

Schritt
Der Schritt ist taktsauber und gut ausreichend raumgewinnend, wobei die Hinterhand gut ausreichende Aktivität zeigt.

Trab
Der Trab verfügt über Raumgriff und guten Körpergebrauch. Eine Anzahl der Pferde sollte dabei die Hinterhand etwas weiter unter den Körper setzen.

Galopp
Die Pferde zeigen im Galopp ausreichend guten Sprung, sollten aber getragener und mit mehr Aufwärtstendenz galoppieren.

Veranlagung als Reitpferd
Unter dem Sattel präsentieren die Pferde eine raumgreifende Bewegungsform und fallen durch gut ausreichenden Körpergebrauch auf. Sie sollten eine etwas bessere Haltung zeigen.

Veranlagung als Fahrpferd
Die Pferde verfügen in der Anspannung über eine gut ausreichende Front, es fehlt ihnen aber an Haltung. Sowohl der Gebrauch der Vor-, als auch der Hinterhand sind von gut ausreichendem Raumgriff geprägt. Vor dem Wagen haben die Pferde viel Vorwärtsdrang.

Endbeurteilung

Reinder 452 beweist auf Basis seiner Abstammungsuntersuchung ein ausreichend gutes Vererbungsbild und bleibt deshalb in der Zucht gehandhabt.

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Hielke van ‘t Grupje (Reinder 452 x Oege 267 P) im Besitz von Fam. Prexl / friesen-exklusiv.at

Beurteilungsrapport Bikkel 470

Hengst: Bikkel fan ‘e Lange Ekers
Datum des Rapports: 07.04.2012

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Exterieur

Rassetyp
Bikkel ist ein rassetypischer Hengst mit einem schön geformten Kopf. Der Hals verfügt über gut ausreichend Länge und ist gut ausreichend vertikal platziert. Der Hengst hat ausreichend viel Behang.

Gebäude
Bikkel ist ein jugendlich wirkender Hengst, der in sehr guten Proportionen gebaut ist. Er ist gut ausreichend aufwärts gebaut und hat ein ausreichend langes Vorderbein. Die Schulter ist ausreichend gewinkelt, die Oberlinie präsentiert sich als sehr korrekt und mündet in eine gut ausreichend lange Krupp, welche eine gewünschte (leicht abfallende) Lage aufweist.

Fundament
Vor- und Hinterhand sind korrekt gestellt und weisen Qualität auf. Die Hufe sind korrekt geformt.

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Bikkel 470 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Leistungsprüfung

Trainingsrapport
Bikkel ein freundlicher, aufmerksamer Hengst, der sich im Umgang als sehr angenehm erweist. Bei seiner Anlieferung wirkte der Hengst noch etwas “grün”, was sich vor allem in den Übergängen im Galopp äußerte, in denen er in Anspannung geriet. Dies hat sich während des CO verbessert. Der Hengst bewegt sich harmonisch und taktsicher mit einem guten Hinterhandgebrauch. Dies gibt seinen Trainern ein gutes Gefühl. Er sollte noch etwas mehr Vorwärtsdrang zeigen.

Schritt
Der Schritt ist taktsicher und gut ausreichend raumgreifend und aktiv. Die Qualität des Schritts hat sich im Zuge des CO stark verbessert.

Trab
Der Trab ist gut ausreichend raumgreifend und taktsauber. Die Hinterhand wird dabei mit ausreichend viel Aktivität gut unter den Körper gesetzt.

Galopp
Der Galopp erweist ausreichend guten Sprung. Der Hengst sollte im Galopp mehr Rückengebrauch zeigen und bleibt etwas auf der Vorhand.

Veranlagung als Reitpferd
Bikkel beweist in allen drei Gängen einen gut ausreichenden Hinterhandgebrauch, sollte aber noch etwas mehr Haltung zeigen. In Schritt und Trab bewegt er sich ausreichend gut geschmeidig, im Galopp muss er noch mehr Rückengebrauch vorweisen. Er hat gut ausreichende Anlagen als Reitpferd.

Veranlagung als Fahrpferd
Bikkel präsentiert vor dem Wagen ein gut ausreichend kräftiges und tragendes Hinterbein, sowie eine ausreichend lange Schwebephase.Er verfügt über eine gute Balance, sollte aber mit noch mehr Aufwärtstendenz traben. Die Vorhand zeigt zwar Aktion, sollte aber raumgreifender nach vorne gesetzt werden. Der Hengst hat gut ausreichende Anlagen als Men- und Tuigpaard.

Beurteilung Leistungsprüfung
Bikkel hat im CO ein sehr ausgeglichenes Bild gezeigt und beweist in allen drei Disziplinen ausreichend gute Veranlagungen. Er hat sich im Laufe des CO positiv entwickelt.

Endbeurteilung

Bikkel fan ‘e Lange Ekers verfügt über ein ausreichend gutes Exterieur und eine gute Abstammung. Er hat im Zuge des CO in allen drei Disziplinen ausreichend gute Anlagen bewiesen, wobei sein angenehmer Charakter auffiel. Auf Basis dieser Befunde wird er in das Stammbuchregister unter dem Namen BIKKEL 470 eingeschrieben.

Mutterrapport

Die Mutter von Bikkel 470 ist eine Stertochter von Tsjerk 328 P. Die Groß- und Urgroßmutter tragen beide sowohl das Ster-, als auch das Preferent-Prädikat und stammen von Thomas 327 resp. Tjimme 275 ab. Diese Pferde entstammen aus der Linie der bekannten Modelstuten Landsvrouwe und Landsdochter (Stam 019) von Züchter Pasma (Stal Redia).
Bikkel’s Mutter ist die 9-jährige Lysbeth fan ‘e Lange Ekers, aus welcher bislang 5 Nachkommen registriert wurden. Neben Bikkel sind dies ein gekörter Vb-Hengst,  sowie drei junge Nachkommen, die noch nicht im Erwachsenenalter gekört wurden.
Der Vollbruder von Bikkel 470, Marco fan ‘e Lange Ekers, durchlief vor einigen Jahren ebenfalls den CO, wurde aber schließlich nicht als Stammbuchhengst eingeschrieben. Lysbeth fan ‘e Lange Ekers wurde unlängst als hochträchtige 9-jährige inspiziert. Sie hat sich gut bewahrt und präsentiert sich als rassetypische Stute mit ansprechendem Kopf, einem ausreichend langen, gut geformten Hals und viel Behang. Sie zeigt sich korrekt in der Linierung, mit einer ausreichend langen, leicht abfallenden Krupp. Die Hinterhand ist ein klein wenig steil. Die Hufe sind groß und das Fundament erweist sich als trocken und hart. Der Schritt ist ausreichend raumgreifend und kraftvoll, im Trab präsentierte sich die Stute korrekt, konnte aber aufgrund der fortgeschrittenen Trächtigkeit nicht ausführlich beurteilt werden.

Gebrauchsempfehlung

Bikkel ist ein Hengst, der sowohl hinsichtlich Exterieur als auch als Gebrauchspferd als echter “Allrounder” umschrieben werden kann. Er ist kein Hengst mit extremen Vorzügen, lässt jedoch auch keine auffallend negativen Punkte sehen. In dieser Form sollte er auch idealerweise eingesetzt werden. Sein angenehmer Chrakter ist ein weiterer Pluspunkt für den Einsatz dieses Hengstes.

Beurteilungsrapport Aarnold 471

Hengst: Aernold fan Marksate
Datum: 17.11.2012

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Exterieur

Rassetyp
Aernold ist ein Hengst mit ausreichend viel Rassetyp. Sein Kopf sollte etwas feiner geformt sein, die Halsung ist lang und ausreichend vertikal platziert. Der Hengst verfügt über viel Behang und ist tiefschwarz gefärbt. Im Verlauf des CO hat der Hengst durch das Training an Ausstrahlung gewonnen.

Gebäude
Aernold ist ein großrahmiger Hengst, der aufwärts und in schönem Verhältnis gebaut ist. Die Schulter ist gut ausreichend lang und gut gewinkelt. Die Oberlinie ist korrekt, die Kruppe zeigt gut ausreichende Länge und eine korrekte Lage.

Fundament
Vor- und Hinterhand sind bzgl. Stand korrekt. Das Fundament weist gute Qualität auf, die Hufe sind gut geformt. Die Fesselung sollte ein klein wenig länger sein.

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Aarnold 471 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Leistungsprüfung

Trainingsrapport
Aernold erweist sich als freundlicher, etwas dominanter Hengst. Er wurde in etwas zu gutem Futterzustand angeliefert. Im Verlauf des CO hat Aernold sich stets verbessert. Unter dem Sattel präsentiert er ein schönes Bild mit raumgreifenden Bewegungen und viel Takt. Er gibt seinen Trainern ein gutes Gefühl, sollte aber mit der Hinterhand noch etwas besser durchtreten.
Vor dem Wagen verbesserte sich Aernold wöchentlich, wobei vor allem seine Aktivität positiv auffiel.

Schritt
Der Schritt ist gut ausreichend raumgreifend und sauber. Die Hinterhand zeigt im Schritt gute Aktivität.

Trab
Der Trab ist gut ausreichend raumgreifend und kraftvoll. Der Hinterhandgebrauch im Trab hat sich im Verlauf des CO stark verbessert.

Galopp
Der Galopp wird mit Raumgriff und guter Getragenheit gesprungen. Der Hengst zeigt dabei eine schöne Aufwärtstendenz und viel Geschmeidigkeit.

Veranlagung als Reitpferd
Aernold verfügt unter dem Sattel über drei ausreichend gute Grundgangarten. Unter dem Sattel fällt er durch seine schöne Haltung und seine gute Balance auf. Er hat ausreichend viel Veranlagung als Reitpferd.

Veranlagung als Fahrpferd
Aernold hat sowohl als Dressur-, als auch als Show-Fahrpferd eine gute Veranlagung bewiesen. Er zeigt dabei eine ausreichend gute Front und eine schöne Aufwärtshaltung. Die Vorhand wird gut ausgelegt, der Hengst verfügt über ein gut antretendens Hinterbein und gute Souplesse.

Beurteilung Leistungsprüfung
Aernold hat im CO sehr viele Fortschritte gemacht, vor allem hinischtlich des Hinterhandgebrauchs. Er hat ausreichend gute Anlagen als Reitpferd, sowie eine gute Veranlagung als Fahrpferd bewiesen.

Endbeurteilung

Aernold ist ein Hengst von gutem Exterieur und einer starken Abstammung mit relativ niedrigem Verwandtschaftsgrad. In der Leistungsprüfung hat er ausreichend gute Anlagen als Reitpferd und eine gute Veranlagung als Fahrpferd bewiesen. Auf Basis dessen wird er unter dem Namen AARNOLD 471 im Stammbuchregister registriert.

Mutterrapport

Die Mutter von Aarnold 471 ist die 11-jährige Jakob 302-Tochter Frieda fan Marksate. Sie hat 5 registrierte Nachkommen, von denen Aarnold 471 der älteste ist. Eine ihrer Töchter wurde in das Stammbuch eingeschrieben. Frieda ist eine großrahmige (Stockmaß 168 cm), gut erhaltene Stute mit einem etwas langen Kopf, der ein bisschen edler sein sollte. Die gut geformte Halsung verfügt über gut ausreichende Länge und ist ausreichend vertikal platziert. Die Stute ist korrekt gebaut, sie weist eine schöne Oberlinie und eine korrekte Krupplage auf. Das Fundament ist gut gestellt und trocken. Im Schritt zeigt die Stute sehr viel Raumgewinn und ausreichend Kraft. Der Trab weist eine starke Hinterhand auf, die Vorhand sollte aber etwas raumgreifender agieren.

Gebrauchsempfehlung

Aarnold 471 kann durch seinen niedrigen Verwandtschaftsgrad breit eingesetzt werden und somit einen Beitrag zur Blutverteilung liefern. Er ist ein Hengst, der durch sein modernes, aufwärts tendierendes Gebäude und sein großrahmiges Format korrigierend auf diese Punkte wirken kann. Hinsichtlich seines rundum guten Leistungsbildes, kann er zur Zucht von guten Gebrauchspferden beitragen.

Beurteilungsrapport Bartele 472

Hengst: Bart van de Kilsdonk
Datum des Rapports: 17.11.2012

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Exterieur

Rassetyp
Bart ist durch seinen ausdrucksstarken Kopf und seine schöne Front ein Hengst mit viel Rasseausstrahlung. Die Halsung ist etwas schwer, der Hengst verfügt über viel Behang und ist tiefschwarz gefärbt.

Gebäude
Bart ist ein korrekt gebauter Hengst, der etwas gestreckter im Rahmen sein sollte. Seine Schulter ist gut gewinkelt, er ist ausreichend gut aufwärts gebaut und zeigt eine korrekte Oberlinie. Die Kruppe liegt wie gewünscht und verfügt über ausreichend Länge.

Fundament
Hinter- und Vorhand sind korrekt gestellt, das Fundament ist trocken. Die Hufe sind gut geformt.

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Bartele 472 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Leistungsprüfung

Trainingsrapport
Bart van de Kilsdonk ist ein freundlicher, aufmerksamer Hengst. Ihm geht das Training leicht von der Hand und er verfügt über reichlich Vortwärtsdrang. Dadurch gibt er seinen Trainern ein gutes Gefühl. Manchmal hat er etwas Mühe mit der Balance in den Wendungen. Vor dem Wagen ließ der Hengst eine konstante Leistung sehen, wobei seine Front auffiel.

Schritt
Durch den Eifer, den der Hengst während der Leistungsprüfung zeigte, war der Schritt etwas eilig und hätte etwas mehr Raumgriff aufweisen sollen. Der Schritt ist ansonsten ausreichend taktsicher und gut ausreichend aktiv.

Trab
Der Trab ist ausreichend gut raumgreifend und kräftig, die Hinterhand wird dabei weit unter den Körper gesetzt. Der Hengst zeigt viel Veranlagung, um seine Tritte im Trab zu verlängern. Die Vorhand wird dabei raumgreifend nach vorne gesetzt.

Galopp
Der Galopp wird mit ausreichendem Raumgriff und gut ausreichend aufwärts gesprungen. Der Hengst sollte sich im Galopp noch etwas mehr loslassen.

Veranlagung als Reitpferd
Bart zeigt unter dem Sattel drei ausreichend gute Grundgangarten. Er kann seinen Rahmen gut erweitern und zeigt viel Einsatz und gut ausreichende Geschmeidigkeit. Damit gibt er seinem Reiter ein gutes Gefühl und hat gut ausreichende Anlagen als Reitpferd.

Veranlagung als Fahrpferd
Vor dem Wagen präsentiert sich der Hengst mit viel Front und einer ausreichend guten Haltung. Durch sein gutes, tragendes Hinterbein zeigt er gut ausreichende Balance. Die Vorhand wird mit schöner Aktion und viel Raumgriff nach vorne gesetzt. Bart verfügt über eine gute Veranlagung als Fahrpferd.

Beurteilung Leistungsprüfung
Bart hat sich im Zuge des CO in allen drei Disziplinen im günstigen Sinn entwickelt und hat eine ausreichende Veranlagung als Reitpferd, sowie eine gute Veranlagung als Fahrpferd bewiesen.

Endbeurteilung

Bart van de Kilsdonk verfügt über ein gutes Exterieur und eine qualitativ starke Abstammung. Im CO hat er einen positiven Eindruck hinterlassen und wird auf Basis dessen unter dem Namen BARTELE 472 in das Stammbuchregister aufgenommen.

Mutterrapport

Die Mutter von Bartele 472, Liefke fan ‘t Brillehof, ist eine 9-jährige Tochter von Tsjerk 328 P. Ihre Mutterlinie führt zurück auf die bekannte, äußerst prädikatreiche Boszorg-Linie, aus welcher auch der Hengst Stendert 447 entstammt. Sie hat 6 registrierte Nachkommen, die drei ältesten davon sind Hengste. Bartele 472 ist ihr zweitältester Nachkomme und der einzige, der bislang ein Prädikat erhielt.
Liefke fan ‘t Brillehof hat sich mit ihren 9 Jahren gut erhalten und präsentiert sich mit einem schönen Kopf und einer ausreichend langen, etwas schweren Halsung. Sie verfügt über ausreichend viel Behang. Sie ist eine ausreichend entwickelte Stute, die korrekt liniert ist. Die Krupp zeigt ausreichende Länge, ist aber eher abfallend gebaut. Das Fundament erweist sich als trocken und hart, sowie korrekt im Stand. Der Schritt ist taktsicher und raumgreifend, der Trab ist raumgreifend und zeigt kräftigen Hinterhandgebrauch.

Gebrauchsempfehlung

Bartele 472 ist ein Hengst, der vor allem hinsichtlich Exterieur einen positiven Beitrag zur Zucht liefern kann. Dieser Punkt dürfte hinsichtlich seines eigenen Exterieurs, seiner Abstammung und seiner extrem hohen Zuchtwerte in ihm verankert sein. Dabei hat er insgesamt ein gutes Leistungsbild sehen lassen, sowie einen feinen, mitarbeitenden Charakter bewiesen.

Beurteilungsrapport Djoerd 473

Hengst: Djoerd van Stal Linde
Datum des Rapports: 17.11.2012

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Exterieur

Rassetyp
Djoerd ist ein großformatig entwickelter, rassetypischer Hengst. Der Kopf zeigt einen schönen Ausdruck, die Halsung ist ausreichend lang und gut vertikal platziert.

Gebäude
Djoerd ist proportional korrekt gebaut und weist eine lange Vorhand auf. Die Schulter ist gut gewinkelt, die Oberlinie gut ausreichend strark. Die Kruppe ist ausreichend lang und leicht abfallend.

Fundament
Das Fundament zeigt sich ausreichend trocken und hart. Die Hinterhand ist korrekt gestellt und weist eine ausreichend geschwungene Linie auf. Die Hufe sind gut geformt.

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Djoerd 473 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Leistungsprüfung

Trainingsrapport
Vom ersten Tag an fiel Djoerd durch seine Abreitseinstellung und seine harmonische Bewegungsform auf. Er sollte hinten mehr durchtreten, präsentiert sich aber mit viel Takt und Impuls. Er gibt seinen Trainern ein sehr gutes Gefühl. Vor dem Wagen lässt der Hengst das selbe Bild sehen, hat dabei aber manchmal etwas Mühe mit der Anlehnung.

Schritt
Der Schritt ist korrekt, regelmäßig und ausreichend aktiv. Unter dem Sattel  schreitet  Djoerd mit raumgreifenden, entspannten Bewegungen gut durch den Körper.

Trab
Der Trab ist taktsauber, die Vorhand wird dabei raumgreifend nach vorne gesetzt. Der Hengst hat ausreichend Vermögen, seine Schritte zu verlängern, die Hinterhand zeigt ausreichend Kraft.  Unter dem Sattel sollte die Hinterhand im Trab aktiver untertreten.

Galopp
Der Galopp wird raumgreifend und gut ausreichend aufwärts gesprungen. Die Hinterhand zeigt dabei ausreichende Aktivität durch ausreichenden Impuls. Der Hengst bewegt sich in einer ausreichenden Kadenz und kann seine Sprünge verlängern.

Veranlagung als Reitpferd
Djoerd hat durch seine raumgreifenden Bewegungen unter dem Sattel viele Möglichkeiten. Er verfügt über gut ausreichend Geschmeidigkeit und Rhythmus, die Hinterhand sollte aber etwas weiter unter den Körper gesetzt werden. Djoerd verfügt über ausreichende Anlagen, sein Tempo zu variieren und reagiert ausreichend auf die Hilfen. Deshalb ist seine Veranlagung als Reitpferd mehr als ausreichend.

Veranlagung als Fahrpferd
Djoerd zeigt vor dem Wagen ein geräumig vorgreifendes Vorderbein und eine ausreichend kräftige Hinterhand. Er verfügt über eine ausreichende Schwebephase, die Hinterhand sollte aber etwas weiter unter den Körper treten. Der Hengst präsentiert gut ausreichende Geschmeidigkeit und Flexibilität, darüber hinaus zeigt er sich mit gut ausreichender Haltung und Front sowie ausreichendem Vorwärtsdrang.

Beurteilung Leistungsprüfung
Djoerd hat sich im Zuge des CO im positiven Sinn entwickelt, vor allem was den Gebrauch der Hinterhand anbelangt. Vor allem unter dem Sattel hat er einen positiven Eindruck hinterlassen.

Endbeurteilung

Djoerd verfügt über ein gutes Exterieur und stammt aus einer gut züchtenden Mutter. Er hat als Gebrauchspferd einen guten Eindruck hinterlassen (vor allem unter dem Sattel). Auf dieser Basis wird er in das Stammbuchregister als DJOERD 473 eingeschrieben.

Mutterrapport

Sjieuwke fan Unia State, die Mutter von Djoerd 473, ist eine 15-jährige, preferente Sterstute mit 10 registrierten Nachkommen. Sie präsentiert sich ausreichend rassetypisch mit leicht horizontal gestellter Halsung und etwas steil gewinkelter Schulter. Der Rücken ist gut geformt und bemuskelt, sollte aber etwas länger sein. Der Anschluss an die Lenden und die Krupp ist ausreichend, die Kruppe selbst ist leicht abfallend. Die Stute hat ein kurzes Vorderbein, die Hinterhand zeigt noch viel Qualität. Die Hufe sind gut. Die Stute präsentiert sich im Schritt mit Raumgriff und ausreichender Kraft, der Trab ist taktsicher mit gutem Impuls und ausreichender Schwebephase. Sjieuwke fan Unia State bringt lang linierte Nachkommen mit einem guten Stockmaß und hat selbst einen ABFP-Test mit 82,1 Punkten abgelegt, wobei sie eine 8 für den Schritt erhielt. Neben ihrem Sohn Djoerd 473 haben drei weitere ihrer Nachkommen eine IBOP absolviert, mit resp. 66, 77 und 78,5 Punkten in der Reitprüfung.

Gebrauchsempfehlung

Djoerd 473 kann eingesetzt werden, um den Rassetyp und den Raumgriff in der Bewegung zu verbessern. Idealerweise soll er mit Stuten angepaart werden, die wenig Front und zu kurze, schnelle Bewegungen vorweisen. Dabei muss dem Umstand Rechenschaft getragen werden, dass der Hengst viel Jochem- und Hearke-Blut führt.

Fototermin bei Fam. Prexl

Nachdem ich mich ja in letzter Zeit sehr intensiv mit der Theorie in Sachen Friesen auseinandergesetzt habe, wurde es für mich dringend wieder einmal Zeit, mich den Pferden in praktischer Weise zu widmen :).

Ein äußerst schöner Anlass dafür war mein Foto-Besuch bei Familie Prexl und ihrer Friesenzucht ‘fan Limbach’, im schönen Mostviertel in Niederösterreich.

Claudia und Perry Prexl widmen sich seit vielen Jahren leidenschaftlich der niederländischen Rasse und gehören mit zu den Wegbereitern des Erfolges der Friesen in Österreich. Ihre Sporthengste sind mittlerweile wohlbekannt, gehören sie doch zu den ganz wenigen Friesen, die auf internationalem Niveau erfolgreich im Grand Prix laufen.

Doch auch in der Zucht beweisen sie immer wieder außerordentliches Geschick – die österreichischen Fohlenchampions der letzten beiden Jahre stammen aus ihrer Zucht und die erste Generation der ‘fan Limbach’-Friesen ist mittlerweile zu außerordentlich schönen Jungpferden herangewachsen. Dass dazu im Jahr 2015 noch ihr Hengst Epke als Erryt 488 gutgekört wurde, ist ein weiteres Highlight.

Mit großer Vorfreude trat ich also den Weg ins Mostviertel an und wurde nicht nur mit großer Gastfreundschaft und wunderschönen Pferden, sondern auch mit echtem Kaiserwetter empfangen.

Einige Pferde und Bilder meines überaus schönen Shooting-Tages möchte ich meinen lieben Lesern nicht vorenthalten ;).

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Als erstes Pferd des Tages hatte ich die wunderschöne Noblesse fan Limbach vor der Linse. Die Jerke 434-Tochter wurde 2012 als erstes Fohlen bei Fam. Prexl geboren, sie stammt aus der Jasper 366 P-Tochter Shylo fan de Honingbeek, einer 1. Prämie Sterstute, die im Rahmen der CK 2014 voorl. Kroon erklärt wurde.

Für mich war es eine sehr große Freude, diese Stute, die ich schon als Fohlen gekannt habe, wiederzusehen und dabei festzustellen, wie toll sie sich entwickelt hat. Aus dem 1. Prämie-Stutfohlen ist eine fantastische Jungstute geworden, die sowohl optisch als auch charakterlich verzaubert.

 


 

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Mit Liekele V. van de Miedwei hatte ich einen Ster-Sohn von einem meiner persönlichen Lieblingshengste vor der Kamera. Der äußerst schicke Uldrik 457-Sohn stammt aus der sterpreferenten Wiefkje V. (Jelte 365 x Leffert 306 P), die u.a. die Hengstmutter von Sjouke 453 ist. Der als Fahrpferd im Pavo Fryso-Bewerb erfolgreiche Liekele imponierte nicht nur durch sein schönes Exterieur, sondern auch durch seinen goldenen Charakter. Ein echtes Kuscheltier :).

 


 

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Abschließend wurde mir dann noch ein weiterer “alter Bekannter” zum Shooting gebracht. Hielke van ‘t Grupje (* 2010, Reinder 452 x Ster Pref. v. Oege 267 P) lebt schon mehrere Jahre als besonderer Liebling bei Fam. Prexl und ist ein verlässliches und optisch überaus ansprechendes Fahr- und Reitpferd. Im Schnee ließ sich der Sterhengst nicht lumpen und bewies eindrucksvoll die unglaubliche Schönheit, die einem Friesenpferd inne wohnt.

 

Mein herzlicher Dank geht an Claudia und Perry Prexl / Friesen Exklusiv für ihre immer wieder erwiesene Gastfreundschaft und die Bereitstellung der wunderschönen Fotomodelle :).

Beurteilungsrapport Epke 474

Hengst: Djarin
Datum des Rapports: 17.11.2012

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Exterieur

Rassetyp
Djarin ist ein Hengst, der durch seine Statur und seine äußerst schöne Vorhand sehr viel Rasseausstrahlung besitzt. Sein Kopf ist schön geformt und verfügt über sehr viel Ausdruck, die Halsung ist lang und vertikal platziert. Der Hengst besitzt viel Behang und ist tiefschwarz gefärbt.

Gebäude
Djarin ist ein großrahmiger, proportional korrekt gebauter Hengst, der durch sein langes Vorderbein aufwärts gebaut ist. Die Schulter besitzt viel Länge und eine erwünschte Winkelung, die Oberlinie ist stark, mit einem korrekten Übergang in die Krupp. Die Kruppe weist viel Länge und die erwünschte Form auf.

Fundament
Hinter- und Vorhand sind korrekt gestellt, das Fundament ist hart und trocken. Die Hufe sind gut geformt.

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Epke 474 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Leistungsprüfung

Trainingsrapport
Djarin ist ein freundlicher, etwas zurückhaltender Hengst. Er wurde am 27.09 nachträglich zum CO angeliefert und war zu diesem Zeitpukt in schwacher Kondition. Anfangs hatte der Hengst Mühe mit der Balance, vor allem in den Wendungen. Dies hat sich im Laufe des CO verbessert. Der Hengst bewegt sich in großer Manier, sollte dabei aber fleißiger vorwärts streben. Er gibt seinen Trainern ein gutes Gefühl, wobei vor allem sein guter Schritt positiv ins Auge fällt. Durch den konditionellen Rückstand wurde Djarin in einer nachträglichen Reitprüfung begutachtet. Vor dem Dressurwagen lässt der Hengst sich in schöner Manier sehen, dabei fällt seine raumgreifende, taktsichere Bewegung auf.

Schritt
Der Schritt zeigt sich raumgreifend, kraftvoll und zu jeder Zeit taktsauber.

Trab
Der Hengst trabt kraftvoll und raumgreifend, seine Hinterhand sollte dabei noch etwas schneller untertreten.

Galopp
Der Galopp wird mit Raumgriff und aus einer kräftigen Hinterhand gesprungen. Der Hengst zeigt dabei dabei ein ausreichend gut vorgreifendes Vorderbein und ausreichend viel Aufwärtstendenz.

Veranlagung als Reitpferd
Djarin besitzt drei ausreichend gute bis gute Grundgangarten. Trotz seines großen Formats zeigt er eine auffallend gute Balance. Unter dem Sattel verfügt er über gute Souplesse und ausreichend Vermögen, seinen Rahmen zu erweitern. Er hat eine gute Veranlagung als Reitpferd.

Veranlagung als Fahrpferd
Djarin konnte durch seine guten Gänge in der Gebrauchsanspannung viel Talent zeigen. Vor dem Showwagen ist seine Veranlagung weniger gut, es fehlt ihm hierin an Aufrichtung und an der von Tuigpaarden erwünschten Aktion in Vor- und Hinterhand.

Beurteilung Leistungsprüfung
Djarin hat sich im Laufe des CO positiv entwickelt. Er hat dabei gute Anlagen als Reit- und Gebrauchsfahrpferd bewiesen, als Tuigpaard verfügt er über weniger Talent.

Endbeurteilung

Djarin ist ein Hengst mit sehr gutem Exterieur und einer qualitativ ausreichend guten Abstammung. Er hat im CO eine gute Veranlagung als Reit- und Gebrauchsfahrpferd bewiesen und wird auf Basis dessen im Stammbuchregister unter dem Namen EPKE 474 registriert.

Mutterrapport

Die Mutter von Epke 474 ist die 9-jährige Sterstute Klaske Evaa D., die bislang 4 Nachkommen gebracht hat, von denen Epke 474 der älteste und einzig gekörte ist. Klaske Evaa D. hat sich mit ihren 9 Jahren gut erhalten, sie präsentiert sich als rassetypische Stute mit einem schönen Kopf und einer gut geformten, etwas horizontalen Halsung. Sie verfügt über ein korrektes Gebäude mit leicht konvexer Lendenpartie und etwas abfallender Krupp. Die Hinterhand ist etwas gerade gestellt, das Fundament ist trocken und hart. Der Schritt ist ausreichend gut raumgreifend und taktsicher, der Trab verfügt über ausreichend Raumgriff.

Gebrauchsempfehlung

Epke 474 kann eingesetzt werden um das Format, den Rassetyp und das Gebäude zu verbessern. Er soll raumgreifendere Bewegung vererben und vor allem für die Zucht von Reit- und Gebrauchsfahrpferden dienen.