Zwischenstand nach ABFP-Test 6

Nachdem der 6. ABFP-Test des Jahres 2020 mit 05.11. über die Bühne gegangen ist, ist es ein weiteres Mal an der Zeit, sich die Zwischenergebnisse der bisherigen Beurteilungen anzusehen.

In diesem Jahr wird noch ein weiterer ABFP-Test abgehalten, somit werden sich die gemittelten Ergebnisse vor allem für die jungen Hengste, die dieses Jahr ihre Nachkommenskörung absolvieren noch verändern.

Regulär könnten in diesem Jahr die Hengste Walt 487, Erryt 488, Eise 489, Meinte 490, Markus 491, Nane 492 und Omer 493 ihre Abstammungskörung ablegen. Dazu wäre laut KFPS-Reglement die Beurteilung von 20 Nachkommen in ABFP-Tests oder im Zuge des CO notwendig.
Walt 487 kann diese Zahl definitiv nicht erreichen, da von diesem Hengst nur 7 Nachkommen registriert wurden. Darüber hinaus ist er nicht mehr aktiv in der Zucht.
Von Erryt 488 wurde bislang nur ein Nachkomme im ABFP getestet, insofern wird auch für diesen Hengst 2020 keine Abstammungskörung möglich sein.

Die erforderlichen 20 getesteten Nachkommen haben hingegen definitv Nane 492 (21) und Omer 493 (20) erreicht. Auch Meinte 490 (15) und Markus 491 (17) könnten mit dem ABFP-Test 7 noch auf die geforderte Anzahl kommen und somit 2020 gutgekört werden. Nicht sicher ist dagegen die Gutkörung von Eise 489, von dem erst 11 Nachkommen begutachtet wurden.

Ebenfalls für die Abstammungskörung in Betracht kämen die beiden in Nordamerika stationierten Hengste Tjaarda 483 und Julius 486, deren Gutkörung noch ausständig ist. Hinsichtlich Tjaarda 483 sieht es dahingehend etwas duster aus, da erst 4 von seinen Nachkommen eine ABFP-Prüfung abgelegt haben und in diesem Jahr in den USA offenbar keine ABFP-Prüfungen abgehalten werden. Julius 486 hat bereits 10 geprüfte Nachkommen, darüber hinaus befinden sich viele seiner Nachkommen in Europa, da der vielversprechende Norbert 444 P-Sohn drei Jahre in den Niederlanden stationiert war.

Um eine bessere Vergleichbarkeit zu ermöglichen, habe ich mich für diesen Zwischenbericht dazu entschlossen, auch die gemittelten Ergebnisse der jungen Hengste aus den letzten Körjahrgängen in die Grafik mit zu verpacken.
Die Visualisierung der bisherigen Ergebnisse in der Reitpferde-Prüfung sehen folgendermaßen aus:

Wie deutlich zu sehen ist, liegen die Hengste aus dem Körjahrgang 2015 mit Ausnahme von Markus 491 (Maurits 437 x Onne 376) in der Reitpferdeprüfung deutlich über dem langjährigen Mittel. Als besonders talentiert erwiesen sich bisher die Nachkommen von Meinte 490 (Beart 411 P x Anton 343 P) und Omer 493 (Gjalt 426 x Karst 362).

In den Einzelnoten erweist sich der Schritt der Markus 491-Nachkommen bisher als schwach (Ø 6,1), ein noch schwächeres Ergebnis darin zeigen die Nachkommen von Eise 489 (Maurits 437 x Olof 315 P) (Ø 6,0). Den stärksten Schritt zeigten hingegen die Nachkommen von Meinte 490 und Omer 493 (beide Ø 6,7).
Hinsichtlich des Trabs erreichten die Nachkommen aller Hengste aus dem Jahrgang 2015 überdurchschnittliche Beurteilungen zwischen Ø 6,9 (Meinte 490) und Ø 7,1 (Eise 489).
Auch im Galopp erwiesen sich die jungen Pferde bislang weitgehend als talentiert, mit Durchschnittsnoten von 7,0 schneiden die Nachkommen von Meinte 490 und Omer 493 in diesem Teilbereich am stärksten ab, deutlich abgeschlagen hingegen finden sich auch hier die Söhne und Töchter von Markus 491 (Ø 6,6).

Die beiden nordamerikanischen Hengste schneiden bislang höchst unterschiedlich ab – während sich die Nachkommen von Julius 486 (Norbert 444 P x Beart 411 P) unter dem Sattel bisher als recht talentiert erwiesen und auch in den Einzelnoten weitgehend über dem Durchschnitt liegen, gaben die 4 zum jetzigen Zeitpunkt getesteten Nachkommen von Tjaarda 483 (Time 398 x Lolke 371) ein überaus schwaches Bild ab. Insbesondere der Schritt der Pferde wurde als mangelhaft beurteilt (Ø 5,8), darüber hinaus scheinen auch Balance und Übergänge eher wenig Qualität zu vermitteln. Lediglich im Teilbereich Galopp konnten die vier Pferde über dem Durchschnitt scoren (Ø 6,8). Bei all dem darf natürlich nicht vergessen werden, dass die Beurteilung von lediglich 4 Pferden eine äußerst ungenügende Datenlage ergibt und sich diese Zahlen mit der Beurteilung weiterer Tjaarda 483-Nachkommen sehr schnell deutlich verändern können.

Die Prüfungen im Dressurfahren (Mennen) ergaben bislang folgendes Bild:

Die Nachkommen aller Hengste aus dem Körjahrgang 2015 konnten in dieser Disziplin deutlich über dem Durchschnitt punkten, besonders deutlich betrifft dies die Nachkommenschaft von Nane 492. In dieser Kohorte wurde der Trab weit über Durchschnitt bewertet (Ø 7,2), im Schritt schnitten die Pferde hingegen deutlich schwächer ab (Ø 6,1).
Ein ähnliches Bild zeigt sich für die Nachkommen von Eise 489. Diese Pferde wurden mit überaus hohen Noten im Trab bewertet (Ø 7,3), die Durchschnittsbewertung im Schritt darf aber getrost als sehr schwach eingeschätzt werden (Ø 5,6).

Auch die Nachkommen von Julius 486 konnten in der Menproef bislang überdurchschnittlich scoren, von Tjaarda 483 wurden bis dato erst 3 Nachkommen in dieser Disziplin beurteilt, die Ergebnisse dabei waren überraschend schwach. Tjaarda 483 selbst ist bekannt als überaus talentiertes Sportpferd vor dem Wagen – eine Eigenschaft, die die drei getesteten Nachkommen offenbar nicht geerbt haben.

Adel 357 Sport verstorben

Wie Peter Spahn, langjähriger Reiter und Besitzer des Hengstes heute auf Facebook bekannt gab, ist der einflussreiche und weithin bekannte Sporthengst Adel 357 verstorben. Er wurde stolze 28 Jahre alt und deckte – trotz Abkörung – bis zu seinem Lebensende im KFPS-D-Buch.

Quelle: facebook.com

Adel 357 wurde 1992 geboren und erhielt seine Deckzulassung im Jahr 1998. In seiner Zeit als aktiver KFPS-Deckhengst machte sich der Ludse 305-Sohn vor allem als hochklassiges Dressurpferd unter Marc-Peter Spahn einen Namen und ebnete den Weg der Rasse in das Dressurviereck mit.

Aufgrund der strengen Körpolitik des KFPS wurde Adel 357 unter Berücksichtigung seiner Vererbungsleistung im Jahr 2003 abgekört und aus der offiziellen KFPS-Zucht genommen. Bis dahin hatte der auch bei den Züchtern sehr beliebte Hengst bereits über 1100 Stuten gedeckt.

Unter seinen vielen im KFPS-Stb registrierten Töchtern finden sich nur 20% mit einem Sterprädikat, eine einzige Stute erreichte das Kroonprädikat.
10 seiner Nachkommen tragen aktuell ein Sportprädikat, sein Sohn Anders 451 darüber hinaus das Sport-Elite.
Nichtsdestotrotz konnten 2 Söhne von Adel 457 sich eine Akkreditierung als KFPS-Deckhengst sichern – der mittlerweile in Südafrika stationierte Anders 451 Sport-Elite (*2000), der ebenfalls als Dressurpferd große Erfolge feierte und als erster Friese an den Weltreiterspielen teilnahm und der 2017 verstorbene Hedser 465 (*2002), der in der Zucht de facto keine Rolle spielen konnte. Über Anders 451 wurde im Vorjahr der erste Enkelsohn von Adel 357 in den KFPS-Deckdienst übernommen – Ulbe 506 (Anders 451 x Anton 343 P).

Mit Adel 357 verlässt ein Hengst die Bühne, der der Friesenzucht nicht unbedingt durch besonders herausragende Vererbungsleistung einen Stempel aufgedrückt hat – wohl aber durch seine Präsenz und seine sportliche Leistung, die ihn zu einem Aushängeschild und Botschafter der Rasse in der ganzen Welt machte.

1. Besichtigung 2020 – 312 Teilnehmer und Live-Übertragung

Mit großer Spannung wurden von vielen bereits die Pläne des KFPS hinsichtlich der 1. Besichtigung 2020 erwartet, die traditionell im Dezember stattfinden soll.
In Anbetracht der sich europaweit zunehmend zuspitzenden Corona-Situation war nicht klar, ob und wie das Publikum an dieser wichtigen Körveranstaltungen teilnehmen können würde.
Nun hat das KFPS verlautbart, dass die gesamte 1. Besichtigung im Zeitraum zwischen 7.12 und 12.12.2020 live im Internet übertragen wird.
Die 312 angemeldeten Hengste werden dazu in kleineren Gruppen gekört, die Reihenfolge richtet sich darüber hinaus nicht wie gewohnt nach den Vätern, sondern wird nach Herkunft und Trainigsställen der Pferde erfolgen.

Hauptlieferant der diesjährigen 1. Besichtigung ist der 2015 gekörte Markus 491 (Maurits 437 x Onne 376) mit 33 angemeldeten Söhnen aus seinen ersten beiden Fohlenjahrgängen.
An zweiter Stelle folgt der ungebrochen beliebte Alwin 469 (Felle 422 x Tsjerk 328 P) mit 27 jungen Hengsten, dicht vor Jehannes 484 (Tsjalle 454 P x Oepke 266) mit 26 gemeldeten Söhnen.

Anzahl Teilnehmer 1e Bes. 2020 nach Vater

Elias 494 (Jorn 430 x Maiko 373 – 7 Hengste), Jurre 495 (Maurits 437 x Jasper 366 P – 21 Hengste), Menne 496 (Norbert 444 P x Beart 411 P – 12 Söhne), Mees 497 (Tymon 456 x Dries 421 – 4 Söhne), Rommert 498 (Norbert 444 P x Jasper 366 P – 11 Söhne) und Siert 499 (Dries 421 x Sape 381 – 1 Sohn) präsentieren in diesem Jahr zum ersten Mal junge Hengste vor der Körjury.

Besorgniserregend zu beobachten ist dabei der Umstand, dass als Väter der angemeldeten Hengste in hohem Maße Träger von Gendefekten zu Buche schlagen.

Beinahe 40% der jungen Hengste stammen von Vätern ab, die als Träger der Gendefekte Hydrocephalus (Wasserkopf) und/oder Zwergwuchs identifiziert wurden.
Insbesondere der Einfluss der drei gekörten Söhne von Maurits 437 (Eise 489, Markus 491 und Jurre 495) ist dabei kritisch anzumerken. Alle drei haben die Veranlagung für die Vererbung des Hydrocephalus von ihrem Vater ererbt, erfreuen sich bei den Züchtern aber ungebrochener Beliebtheit.
In Anbetracht der ohnehin begrenzten genetischen Basis in der Friesenpopulation, ist dieser Umstand besorgniserregend und sollte nicht unerwähnt bleiben.

CO-Reitpferde-Examen räumt das Feld auf

Heute wurden die am CO 2020 teilnehmenden Junghengste dem ersten Teil der Endbeurteilung auf ihrem Weg zum Deckhengst unterzogen. Die jungen Pferde wurden im Reitpferde-Endexamen noch einmal unter dem Reiter vorgestellt und von der Jury bewertet.

Überraschenderweise waren zu dieser Prüfung lediglich 7 Hengste zugelassen. Das zu Beginn große Teilnehmerfeld wurde im Lauf der Vorrijdagen und der ersten CO-Wochen durch die Jury stark ausgedünnt.
Zuletzt erfolgte am 13. Oktober die Abweisung des Hengstes Auke van Hilberalti Vb Ster (Jouwe 485 x Norbert 444 P), darüber hinaus wurden die Hengste Daan van de Meikade Vb ster (Hette 481 x Pier 448) und Foppe van Gorsveld Vb Ster (Hessel 480 x Beart 411 P) ein Jahr zurückgestellt.

6 der verbleibenden 7 Hengst nahmen heute an der Reitpferdeprüfung teil, der mit 2 Wochen Verspätung angelieferte Foppe van de Pole Vb Ster (Hessel 480 x Jisse 433) erhält aufgrund des Trainingsrückstandes die Möglichkeit, seine Endexamen zu einem späteren Termin abzulegen.

Die geprüften Hengste erreichten folgende Ergebnisse:

Alphyr Waldman (Tsjalle 454 P x Harmen 424)
70,0 Punkte – nicht bestanden

Beant fan de Lege Geaen (Hessel 480 x Tsjalle 454 P)
78,0 Punkte – bestanden

Danny van de Olde Mette Moate (Jehannes 484 x Onne 376)
85,5 Punkte – bestanden

Dedmer fan Klaeiterp (Alwin 469 x Teeuwis 389)
83,5 Punkte – bestanden

Friese v.d. Maria Louise Hoeve (Markus 491 x Olof 315 P)
72,5 Punkte – nicht bestanden

Frodo van de Oenemawei (Beart 411 P x Mintse 384)
76,5 Punkte – nicht bestanden

Das Teilnehmerfeld ist mit diesen Ergebnissen nun vorläufig auf lediglich 3 Hengste zusammengeschrumpft.

CO-Teilnehmerfeld auf 11 Hengste geschrumpft

Am 08.Oktober fand im niederländischen Exloo eine weitere Begutachtung der im CO befindlichen Junghengste durch Gastreiter statt, darüber hinaus wurden die Pferde zum ersten Mal vor dem Wagen präsentiert.
Auf Basis dieser Präsentationen beriet sich die Jury mit den jeweiligen Eigentümern der Hengste darüber, ob eine Teilnahme an der für den 17.10. angesetzten Endbeurteilung unter dem Sattel sinnvoll wäre. Für zwei Hengste fiel die diesbezügliche Beurteilung in einem Maße aus, welches die Besitzer dazu veranlasste, die Pferde vorzeitig aus dem CO zurückzuziehen.

Dabei handelt es sich um Douwe van de Weerdshof (Omer 493 x Doaitsen 420) und Doede H (Alwin 469 x Meinse 439).
Durch den Rückzug von ersterem befinden sich nun keine Söhne des jungen Omer 493 mehr im aktuellen CO, für den höchst populären Alwin 469 läuft nur noch ein Sohn im Klassement.

Die Endbeurteilung unter dem Sattel soll kommenden Samstag stattfinden, die Veranstaltung wird via Livestream übertragen.

Nähere Informationen über die aktuellen CO-Hengste sind der FPI-CO-Infoseite zu entnehmen.

Auch Alke 468 nun in schwedischem Besitz

Erst kürzlich ging die Meldung durch die Friesenwelt, dass der sportlich erfolgreiche Mees 497 (Tymon 456 x Dries 421) an das schwedische Gestüt Aftonmora Friesians verkauft wurde.
Nun vermeldete die Deckstation Gaasterland, dass auch Alke 468 (Fabe 348 P x Jakob 302) in den Besitz der schwedischen Friesenzucht übergegangen sei. Wie auch Mees 497 und die ebenfalls in schwedischem Besitz befindlichen Hengste Tymon 456 und Siert 499 soll auch Alke 468 weiterhin in den Niederlanden stationiert bleiben und von dort aus den europäischen Züchtern zur Verfügung stehen.
Einzig der im März von Aftonmora Friesians erworbene Sipke 450 steht direkt bei seinen neuen Besitzern in Schweden.

Alke 468 wurde 2011 als Deckhengst angekört und gilt aufgrund seines enorm niedrigen Verwandtschaftsgrades (15,7%) und seiner sehr interessanten Blutführung als besonders wertvoll für die Zucht.
Trotz dieser züchterisch interessanten Merkmale war die Nachfrage nach dem Fabe 348 P-Sohn von Züchterseite in den letzten Jahren nicht übermäßig groß – seit 2016 deckte Alke 468 keine 100 Stuten, was in direkter Korrelation mit der Körung des ebenfalls sehr unverwandt gezogenen Omer 493 (Gjalt 426 x Karst 362, VWG 16,4%) zu stehen scheint, in dessen Vererbungsleistung die Züchter offenbar größere Hoffnungen setzten.
Eine Annahme, die sich aktuell zu bestätigen scheint – finden sich unter den gekörten Töchtern von Alke 468 nur knapp 29% Prädikatsstuten, so beläuft sich dieser Anteil im ersten Fohlenjahrgang von Omer 493 auf bislang sensationelle 72% (!).

Mees 497 wechselt den Besitzer

Wie phryso.com heute berichtete, wurde der schöne Mees 497, Verrichtingstopper des CO 2016, an das schwedische Gestüt Aftonmora Friesians verkauft. Dieses aufstrebende Friesengestüt ist bereits im Besitz der Hengste Sipke 450, Tymon 456 (Vater von Mees 497) und Siert 499.

Mees 497 auf der CK 2018

Der 172 cm große Mees 497 soll vorerst in den Niederlanden stationiert bleiben, auf lange Sicht wollen seine neuen schwedischen Besitzer den sportbegabten Hengst auf Grand Prix-Niveau in der Dressur herausbringen.

2021 werden die ersten 3-jährigen Nachkommen von Mees 497 in den Körbahnen des KFPS vorgestellt werden und in den ABFP’s ihre Sporteignung unter Beweis stellen. Man darf gespannt sein, ob der athletische, imposante Hengst seine Sportbegabung auch an seinen Nachwuchs weitervererbt.

Julius 486-Sohn in den USA zum CO angewiesen

In den USA erhält dieser Tage ein Sohn des 2015 gekörten Julius 486 die Chance, sich in der Hengstleistungsprüfung zu beweisen. Es handelt sich dabei um den 2016 geborenen Atze Vb Ster, der von den kalifornischen Züchtern Pier und Darlene van der Hoek gezogen wurde und in deren Besitz steht.

Der 161 cm große Hengst wurde mit fantastischen Zuchtwerten in der Bewegung eingeschätzt und geht aus einer äußerst prädikatreichen Mutterlinie aus Stamm 50 hervor.
Seine Mutter ist die Tsjalle 454 P-Tochter Maaike Stb Ster (*2012), welche 2015 mit einer 1. Prämie ausgezeichnet und voorl. Kroon erklärt wurde. Sie ist eine Vollschwester der erst kürzlich mit dem Modelprädikat ausgezeichneten Juwiel H fan Lutke Peinjum Model Sport AA und kommt wie diese aus der 2002 geborenen Hawar fan Lutke Peinjum Ster Pref A (v. Jasper 366 P). Die Mutterlinie führt über die im diesjährigen April verstorbene Unyk fan Lutke Peinjum Ster Pref (1998-2020, v. Brandus 345 P) und die bekannte, dubbelpreferente Ealfrou fan Lutke Peinjum Ster Pref (1993-2012, v. Melle 311) weiter auf eine der großen Stammmütter der modernen Friesenzucht, die dreifach preferente Setske F. Ster Pref Prest (1989-2009, Feitse 293 P x Dagho 247), die vor allem als Mutter des Stempelhengstes Beart 411 P bekannt ist.

Julius 486 selbst ist Norbert 444 P x Beart 411 P gezogen, somit ist das Papier seines angewiesenen Sohnes in hohem Maße auf einer weitverbreiteten Blutlinie aufgebaut und weist einen VWG von 18,9% auf.

Aufgrund der aktuell immer noch angespannten CoViD-19-Situation in den USA und den damit verbundenen Einreisebestimmungen aus dem Ausland herrscht derzeit noch Unklarheit darüber, wann die dortige HLP stattfinden kann.

Zwischenstand ABFP 2020

Trotz Corona laufen auch dieses Jahr in den Niederlanden ABFP-Prüfungen, in denen die Gebrauchseignung junger Friesenpferde in den Disziplinen Reiten, Dressurfahren und Tuigen ermittelt wird.
Dies dient mit dazu, die Vererbungsleistung der jungen KFPS-Deckhengste abschätzen zu können, die entsprechend dieser Daten gutgekört werden und somit ohne Decklimit (180 Deckungen p.a. für nicht gutgekörte Hengste) eingesetzt werden können.

In diesem Jahr betrifft dies in erster Linie die Hengste aus dem Körjahrgang 2015, dabei handelt es sich um Julius 486, Walt 487, Erryt 488, Eise 489, Meinte 490, Markus 491, Nane 492 und Omer 493.

Während von Walt 487 de facto keine Nachkommen existieren (der Hengst brachte aufgrund akuter Befruchtungsprobleme lediglich Fohlen im einstelligen Bereich), wurde von Erryt 488 bisher nur ein einziger Nachkomme im ABFP getestet.
Von Julius 486 wurden bereits im Vorjahr in den USA einige Nachkommen getestet, in den Niederlanden liefen in diesem Jahr erst zwei Julius-Abkömmlinge im ABFP.
Aus diesem Grund sind diese drei Hengste in der aktuell vorliegenden Statistik nicht enthalten.

Von den verleibenden fünf Hengsten wurden indes bereits zahlreiche Nachkommen getestet. Diese Pferde schnitten im Bereich Reiten (Rijproef) wie in der Grafik ersichtlich ab:

Als besonders talentiert unter dem Sattel erwiesen sich bislang die Nachkommen von Meinte 490 (Beart 411 P x Anton 343). Als Topper im Defilé der Meinte 490-Nachkommen erwies sich bislang die Sterstute Eabeltsje v.d. Peester Hoeve, die unter dem Sattel satte 83,0 Punkte erreichen konnte – dabei bestach sie v.a. mit ihrer tollen Galoppade, für die sie mit einer 8,5 belohnt wurde. Die Meinte 490-Tochter Feike van de Zwarte Marie aus der Zucht von Antonia Derksen / DE (Jonge Fokker van het jaar 2019) erreichte unter dem Sattel 78,5 Punkte. Die Reserve-Jeugdkampioene der CK 2019 befestigte damit ihr Kroon-Prädikat.

Feike van de zwarte Marie Kroon (Meinte 490 x Goffert 369) auf der Körung in Ede 2020

Auch die Nachkommen des unverwandt gezogenen Omer 493 konnten sich als Reitpferde mit überdurchschnittlichen Leistungen hervortun. So erbrachte der Omer 493 x Ielke 382 gezogene Dytmer B. Vb H eine hervorragende Punktzahl von 85,0 Punkten, die Omer 493 x Onne 376 gezogene Doutzen van Plexat konnte mit 81,0 Punkten ihr Kroon-Prädikat festschreiben.

Doutzen van Plexat Kroon (Omer 493 x Onne 376)

Von Nane 492 wurden bereits 20 Nachkommen im ABFP beurteilt, er hat damit bereits die notwenige Anzahl an überprüften Pferden erreicht, um für eine Gutkörung in Frage zu kommen. Diese Pferde schnitten unter dem Sattel durchschnittlich ab, einzelne Teilnehmer stachen aber durch herausragende Leistungen hervor. So zum Beispiel der Sterhengst Date B. (Nane 492 x Jisse 433), der 84,0 Punkte erreichen konnte (u.a. mit der Bewertung von 8 für jeweils den Trab, den Galopp, die Balance und den Impuls).

Mit eher unterdurchschnittlicher Eignung als Reitpferde warteten die 10 bisher getesteten Nachkommen von Eise 489 auf. Einzig die Eise 489 x Rypke 321 gezogene Femke van ‘t Grupje konnte mit 84,0 Punkten sehr hoch scoren. Diese ausgesprochen gute Punktzahl konnte die ausnehmend schöne Stute zudem ein Monat nach Abschluss des ABFP in ein definitives Kroon-Prädikat umwandeln.

Femke van ‘t Grupje Kroon (Eise 489 x Rypke 321)

Überraschend schwach präsentierten sich indes die 18 bisher getesteten Nachkommen von Markus 491 unter dem Sattel. Bislang zeigten diese Pferde insbesondere Mängel im Schritt.

In der Gebrauchsanspannung zeigt sich ein ähnlicher Trend wie im Bereich der Reitpferde. Während die Nachkommen von Meinte 490 deutlich überdurchschnittlich scorten, blieben die Abkömmlinge von Eise 489, Nane 492 und Omer 493 in dieser Disziplin weitgehend leicht über dem Durchschnitt. Lediglich die Söhne und Töchter von Markus 491 zeigten sich auch hier unterdurchschnittlich begabt.

Das absolute Topergebnis in den Sattelprüfungen der ABFP’s 2020 erbrachte bislang die 2015 geborene Weri fan Pier’s Hiem Ster AAA (Wytse 462 x Doaitsen 420) – die Stute erreichte sagenhafte 87 Punkte, unter anderem mit einer 9 für den Trab.

In der Gebrauchsanspannung firmiert der Sterhengst Fighter af Fynbo (Nane 492 x Doaitsen 420) mit 86,0 Punkten an der Spitze des bisherigen Rankings.

Quelle: kfps.nl / Bilder: KFPS-Livestream (youtube.com)

Rapport Abstammungskörung Jasper 366

Jasper 366 wurde bei T. Wijma aus Jislum geboren, in dessen Eigentum er sich immer noch befindet. Jasper hat seine Deckjahre nach der Ankörung auf der Deckstation Leppehorne von Mts Bangma-Vellinga aus Oldeboorn verbracht.
Jasper kommt aus dem Stamm 027, seine Mutter ist die Sterstute Antje ut de Mieden, sein Vater ist Olof 315. Auf der Hengstenkeuring hat Jasper immer wieder von sich reden gemacht und erlangte 2002 den Kampioenstitel.
Auch im Dressursport präsentiert sich der Hengst gut (Z2 dressuur), darüber hinaus ist Jasper Teil der F.P.S./F.P.C. Viertal, welche dieses Jahr niederländischer Champion wurde.
Im Bericht zur Hengstleistungsprüfung, welche Jasper 1998 absolviert hat, wird der Hengst als ehrlich, umgänglich und etwas eigensinnig beschrieben.
Nach seiner HLP begann Jasper seinen Deckdienst. 2002 wurde er zur Absolvierungen der Abstammungskörung verpflichtet und hat diese im selben Jahr abgeschlossen. Die Eigenschaften seiner Nachkommen werden im Folgenden beschrieben.

a) Index
Aus dem Index von Jasper 366 mit einer ausreichenden Vertrauenswürdigkeit von 62% geht hervor, dass der Hengst das Exterieur im Allgemeinen leicht verbessert. Die Halsungen seiner Nachkommen sind häufig horizontal gestellt. Die Vererbung einer guten Lendenpartie – wichtig für gute Gebrauchspferde – fällt auf. Er verbessert die Länge der Vorderbeine nicht und die Hinterbeine seiner Nachkommen sind säbelbeinig. Sehr positiv ist der Einfluss von Jasper auf die Bewegung. Er vererbt einen raumgreifenden, kräftigen Schritt und einen taktsauberen Trab mit tragender Hinterhand. Darüber hinaus vererbt er ein schönes Schwarz und viel Behang.

b) Leistungsprüfungen
Die Nachkommen von Jasper 366 erreichen in beinahe allen Teilen der Leistungsprüfungen eine höhere Punktzahl als der Durchschnitt aller in diesem Jahr getesteten Pferde. Die Gruppe der für die Prüfungen ausgewählten Pferde war besser als die der zufällig angewiesenen und punktete weit über dem Durchschnitt. Trotzdem konnten sich drei Pferde nicht klassieren.
Während der Prüfungen zeigten die Nachkommen von Jasper viel Arbeitseifer und Einsatzwillen, zu Beginn der Prüfungen waren sie etwas verspannt.

c) Körungsresultate / Rapport der Inspektionsjury (inspectie)
Testgruppe: 25% (inkl. 2 Vb Ster-Hengste)
Lebenstotal Ster%: 14,3%
Weiters wurden zwei Wallache Ster, sowie einer Stb mit einer 3. Prämie. 7 weitere Vb-Hengste wurden Ster erklärt.

Fohlen
Der erste Fohlenjahrgang von Jasper 366 erreichte 77,5% 1. & 2. Prämien.

Exterieur & Typ
Die 3-jährigen Jasper-Nachkommen präsentieren sich als homogene Gruppe von nicht allzu großen Pferden, die mehrfach etwas frontlastig gebaut sind. Sie stehen häufig in einem lang linierten Typ und weisen gute Oberlinien auf, es fehlt ihnen jedoch an Länge im Vorderbein. Die Lenden sind gut entwickelt, die Kruppen erscheinen als leicht abfallend und ausreichend lang. Das Fundament ist hart und gut gestellt.

Bewegung
Der Schritt ist raumgreifend und kräftig, der Trab erweist sich als getragen und zeigt viel Takt und Regelmaß. Die Pferde laufen mit viel Kraft aus der Hinterhand.

Endbeurteilung
Aufgrund der Punkte:

a) ausreichender Index hinsichtlich Exterieur und sehr guter Index hinsichtlich Bewegung
b) ausreichender Sterprozentsatz von total 26%
c) hohe Wertungsresultate im ABFP
d) guter Körrapport der Inspektionsjury

ist die Inspektionsjury der Meinung, dass Jasper 366 einen positiven Beitrag zur Friesenzucht liefert. Die Inspektionsjury empfiehlt daher dem Vorstand, Jasper 366 im Deckdienst weiter zu verwenden.
Jasper 366 kann somit an der Hengstenkeuring 2003 teilnehmen.

Quelle: PHRYSO 01/2003