Österreichische Friesenzuchtschau 2017

Immer wieder kommt er schneller als gedacht, der Tag auf den man ein ganzes Jahr über sehnsüchtig wartet – und immer wieder vergeht er viel schneller, als man sich’s erhofft.

Nun ist sie geschlagen, die Österreichische Friesenzuchtschau 2017. Und wie immer haben die FFÖ unter Obfrau Angelika Mangweth und mit tatkräftiger Unterstützung des Vorstands und vieler freiwilliger Helferlein im oberösterreichischen Stadl-Paura eine rundum gelungene Körung auf die Beine gestellt, die sowohl für Laien als auch für Aficionados ein kurzweiliges und interessantes Sepktakel bot.

52 Pferde waren zur diesjährigen Zuchtschau gemeldet, 7 wurden nicht vorgestellt, dafür erfolgten 3 Nachnennungen – somit stellten sich 48 Pferde den kritischen Augen der KFPS-Jury, die mit Harrie Draaijer (seit 1982 Jurymitglied, bekannt als oftmaliger Vorsitzer der Hengstenkeurings-Jury) und Haike van der Meulen (Jurymitglied seit 1969) mit höchst erfahrenenen KFPS-Urgesteinen besetzt war. Entsprechend hart fielen auch einige Urteile der Jury aus, doch davon später mehr.

IBOP

Das ob der großen Teilnehmerzahl straffe Programm begann zeitig um 8:30 Uhr mit zwei IBOP-Prüfungen. Vorgestellt wurden der extra aus Ungarn angereiste Konstantin fan Blonde Smid BbI Vb H (*2011, Wandert fan Veldbos x Adel 357), der die Jury mit seiner etwas hochtourigen Vorstellung nur mäßig zu begeistern vermochte – er erreichte am Ende 66,0 Totalpunkte. Als zweites Pferd wurde die 6-jährige Stammbuchstute Kathinka J. (Jesse 435 x Oege 267) aus dem Besitz von Barbara Simon (Friesenshowteam “Moments in Black”) vorgestellt. Die sehr bewegliche Stute bot unter Melanie Reidinger eine absolut reelle Vorstellung mit viel “Go” und wurde mit schönen 74,0 Punkten entlohnt.

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Melanie Reidinger auf Kathinka J. (Jesse 435 x Oege 267)

Fohlenrubriken

Den Anfang in der Körbahn machten – der Tradition entsprechend – die Hengstfohlen. 11 davon wurden an diesem Sonntag der Jury vorgestellt und das Ergebnis kann sich sehen lassen: 2 x 1e Prämien, 5 x 2e Prämien, 3 x 3e Prämien – ein Hengstfohlen konnte nicht gekört werden.
Besonders erfreulich für mich ganz persönlich waren die beiden 1.Prämien – beide Hengstfohlen stammen aus der Zucht von Fam. Prexl / Friesen Exklusiv und sind Söhne von Erryt 488, mit dem mich – wie mancher Leser weiß – eine ganz persönliche “Freundschaft” verbindet :). Zwischen den beiden äußerst bewegungsstarken Halbbrüdern kam es dann auch zum Ringen um den Kampioenstitel der Hengstfohlen – dieser ging schließlich an Frederik fan Limbach (Erryt 488 x Jerke 434), der Reservetitel wurde verliehen an Erik fan Limbach (Erryt 488 x Jasper 366 P).

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Kampioen der Hengstfohlen – Frederik fan Limbach (Erryt 488 x Jerke 434)

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Res.Kampioen der Hengstfohlen – Erik fan Limbach (Erryt 488 x Jasper 366 P)

Sehr erfolgreich waren auch die Hengstfohlen von Familie Geiersperger-Lassacher (Friesenpferde Lungau) – Freedom von Lungau (Omer 493 x Fabe 348 P) und Fantasy von Lungau (Tsjalle 454 x Pier 448) konnten sich jeweils eine 2. Prämie sichern. Weitere rote Schleifen hagelte es für Friedrich (Hette 481 x Dries 421), Dior No Limit (Pier 448 x Felle 422) und Fips St. (Jehannes 484 x Jasper 366 P).

Von den 10 gemeldeten Stutfohlen wurden leider nur 8 vorgestellt – 7 davon wurden mit einer roten Schleife (2. Prämie) prämiert, das vielbegehrte “oranje lint” für eine 1. Prämie ging an die bildschöne Daylight von Lungau (Uldrik 457 x Onne 376), die somit auch als Bestes Stutfohlen geehrt wurde.

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Bestes Stufohlen: Daylight von Lungau (Uldrik 457 x Onne 376)

Twenterstuten

In der sehr kleinen Rubrik der Twenterstuten wurden zwei Stuten aus der Zucht von Michael Lindner & Ulrike Baumgartner (Friesen vom Lindenbaum) präsentiert – Walburga vom Lindenbaum (Sjerp 446 x Ulbert 390) erhielt eine 2. Prämie, Walhalla vom Lindenbaum (Beart 411 P x Tsjalke 397, eine Tochter der österreichischen Altkampioene Baroness vom Lindenbaum!) erhielt für ihre rundum tolle Vorstellung eine 1. Prämie und wurde somit in die Kampioenskeuring eingeladen.

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“Oranje Lint” für Walhalla vom Lindenbaum (Beart 411 P x Tsjalke 397)

Fohlenbuchstuten

Von den 14 anwesenden Fohlenbuchstuten wurden allesamt in das Stmmbuch aufgenommen. 5 davon erhielten keine Prämie, 5 weitere erhielten eine schöne 3. Prämie.

Sehr überzeugend war die Qualität der vier frischgebackenen Sterstuten (allesamt 2. Prämie): die bereits 9-jährige Anke Seike (Tsjipke 399 x Nykle 309) präsentierte sich jugendlich und kalibrig mit starker Bewegung, fantastisch auch die großrahmige Vrouke Boszorg (*2014, Pier 448 x Haitse 425) von Fam. Geiersperger-Lassacher. Für die erfolgsverwöhnte Familie Prexl ging der Schleifenregen ebenfalls weiter – höchst elegant und mit traumhafter Bewegung präsentierten die beiden von ihnen gezogenen Stuten Viktoria fan Limbach (*2014, Bartele 472 x Jasper 366 P) und Thalia fan Limbach (*2014, Uldrik 457 x Jerke 434, Halbschwester des Hengstfohlen-Champions).

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Eleganz pur – die frischgebackene Sterstute Thalia fan Limbach (Uldrik 457 x Jerke 434) mit Perry Prexl

Stammbuchstuten zur Graderhöhung

Mit Abschluss der Vb-Rubriken schien es dann aber auch mit der Erfolgsstimmung vorbei zu sein. Die Jury richtete die Stb-Stuten für viele Augen überaus hart, von den 6 anwesenden Stute wurde lediglich die sehr schöne Silke van de Spokedam (*2013, Fabe 348 P x Lolke 371) mit einer verdienten 2. Prämie Ster ausgezeichnet. 4 weitere Stuten wurden mit einer 3. Prämie abgespeist, was besonders im Fall der außerordentlich schönen Noblesse fan Limbach (Jerke 434 x Jasper 366 P)  und der sehr bewegungsstarken Kathinka J. (Jesse 435 x Oege 267) für mich persönlich nur schwer nachvollziehbar war.

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Leider nur mit einer 3. Prämie bedacht – Kathinka J. (Jesse 435 x Oege 267)

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Mein persönliches Highlight – Noblesse fan Limbach (Jerke 434 x Jasper 366 P)

Sterstuten

Von den lediglich 2 gemeldeten Sterstuten wurde die sehr rassetypische Odina van de Anne Hoeve (*2012, Tsjalle 454 x Haitse 425) in ihrer 2. Prämie bestätigt, für die 12-jährige Suske E. (Ulbert 390 x Feitse 293 P) aus Ungarn regnete es hingegen irrational harte Worte von Harrie Draaijer, die Stute wurde ohne Prämie nach Hause geschickt.

Wallache / Hengste

Ein weiterer Teilnehmer aus Ungarn, der 2010 geborene Hinne T. (Maeije 440 x Brend 413) wurde ohne Prämie in das Ruinenboek aufgenommen, für einen nachgemeldeten und mir deshalb im Moment namentlich nicht mehr erinnerlichen (Männer sind eben nicht multitaskingfähig) jungen Wallach (*2012, Jense 432 x Reitse 272 P) reichte es zu einer 2. Prämie und dem Sterprädikat.

Als einziger Hengst zur Stererklärung war Vincent van de Olde Mette Moate (Epke 474 x Folker 353 P) gemeldet. Dieses Bild von einem Hengst machte bereits Anfang des Jahres als ABFP-Teilnehmer von sich reden, wo er mit gewaltig hohen Punktzahlen in der Reit- und Menprüfung (jeweils 83,5 Punkte) brillierte. Aus für mich nicht rational nachvollziehbaren Gründen wurde diesem Hengst das Sterprädikat verwehrt, was wieder einmal beweist, dass man als Außenstehender nicht immer verstehen muss, was unter den Melonen im Ring vor sich geht ;).

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Der schöne Vincent v.d. Olde Mette Moate (Epke 474 x Folkert 353 P)

Kampioenskeuring

Da unter den Stuten lediglich eine 1. Prämie vergeben wurde, war die Kampioene der Österreichischen Friesenzuchtschau 2017 nicht schwer auszumachen – der Titel ging an die ausgesprochen schöne Walhalla vom Lindenbaum (*2015, Beart 411 P x Tsjalke 397). Die 2-jährige Stute tritt damit in die großen Fußstapfen ihrer Mutter Baroness vom Lindenbaum (*2008, Tsjalke 397 x Teunis 332 P), die 2010 den Jugend-Kampioentitel in Stadl-Paura holte und 2013 als österreichische Reserve-Kampioene mit einer 1. Prämie und dem voorl. Kroon-Prädikat ausgezeichnet wurde.

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Kampioene 2017: Walhalla vom Lindenbaum

Um den Reserve-Titel konkurrierten in einer spannenden Runde die frischgebackenen Sterstuten mit 2. Prämie – verdient für sich beanspruchen konnte die rot-weiß-rote Schärpe schließlich Vrouke Boszorg Stb Ster (*2014, Pier 448 x Haitse 425) von Fam. Geiersperger-Lassacher, die auch im Endring mit ihrer beindruckenden Bewegung und ihrem tollen Exterieur überzeugen konnte.

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Glückliche Reserve-Sieger: Hans Geiersperger-Lassacher mit Vrouke Boszorg Ster (Pier 448 x Haitse 425)

Das Friesenpanorama gratuliert allen Siegern, Teilnehmern, Organisatoren und Helfern zu dieser gelungenen Zuchtschau! Nun muss ich mich wieder ein Jahr in Vorfreude üben :).

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Gruppenbild mit Schleifchen 🙂

Ich habe bereits einen ersten Videozusammenschnitt fertig gestellt, Detailvideos und Bildergalerien folgen in Kürze.

 

P.S.: Nachem ich über 3000 Fotos geschossen und gut 4 Stunden Filmmaterial aufgenommen habe, möge man mir verzeihen, dass die Bearbeitung ein wenig dauern wird :). Ich verspreche, mich zu beeilen!

Sportfriesen der Extraklasse in Amstetten

Im niederösterreichischen Amstetten feierte der bekannte Friesenreiter Ralph Buchberger heute fulminante Erfolge auf den Elite-Sport-Hengsten der Familie Prexl.

Mit dem 10-jährigen Wirdmer fan ‘e Boppelannen Ster Sport-Elite (Beart 411 Px Jillis 301) holte er sich Mittags mit einer imposanten Leistung den Sieg im vollbesetzten Prix St. Georges.

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Wirklich fulminant wurde es aber im Nachmittagsprogramm – das traditionelle Ringen um die “Amstettner Lanze”, das Ralph Buchberger in den letzten Jahren bereits zwei Mal in Folge für sich entscheiden konnte, wurde erneut in einer kostümierten Musikkür der Klasse M entschieden.
Der Titelverteidiger hatte dazu – wie schon in den Jahren zuvor – seinen bewährten Kürpartner Zen ‘fan Panhuys’ Ster Sport-Elite (Dries 421 x Fabe 348 P) gesattelt und das Publikum staunte nicht schlecht, als der imposante Hengst als Zebra das Viereck betrat.
Zur bewegenden Musik des Muscials “Der König der Löwen” zeigte das Paar (professionell geschminkt von Make-Up-Artist & Friesenbesitzerin Alexandra Buschmann) ein Programm der Extraklasse, welches dem Publikum eine spürbare Gänsehaut verpasste.
Der Sieg war den beiden mit ihrer Glanzleistung nicht zu nehmen – 74,542% brachten ihnen schließlich erneut die “Amstettner Lanze” ein, von den Herzen des Publikums ganz zu schweigen.

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Herzliche Gratulation zu dieser hervorragenden Leistung!

Weitere Bilder folgen Morgen :).

Österreichische Friesenzuchtschau am 03.09.2017

Heute wurde der Termin für die Österreichische Friesenzuchtschau 2017 bekannt gegeben – sie wird am Sonntag, 03.09.2017 wie gewohnt im Pferdezentrum Stadl-Paura (OÖ) stattfinden.

Als Nennschluss gilt der 30.07.2017, Nennungen sind über die Friesenfreunde Österreich möglich.

Wichtig: für die Körung und das Chippen von Fohlen entfallen heuer keine Gebühren (diese werden vom KFPS übernommen)!

Ich freue mich bereits sehr auf die Körung und werde natürlich wieder – ausgerüstet mit Video- und Fotokamera – persönlich anwesend sein.

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Neue Homepage von Friesen Exklusiv

Die Homepage von Friesen Exklusiv erstrahlt dieser Tage in ganz neuer Aufmachung – viele der verwendeten Fotos dürften treuen Panorama-Lesern bekannt vorkommen :).

Ich freue mich besonders, dass die erfolgreichen Sport- und Zuchtfriesen der Familie Prexl auf der neuen HP noch stärker im Fokus stehen – sie sind ein Beweis dafür, dass die österreichische Friesenszene sehr viel Qualität zu bieten hat!

Die neue Homepage ist wie gewohnt unter friesen-exklusiv.at zu erreichen.

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Fohlenshooting

Eine wunderbare Gelegenheit für ein Fohlen-Shooting ergab sich gestern bei einem Besuch im Stall Prexl / Friesen Exklusiv.

Ich konnte einige Stunden mit den drei Erryt 488-Nachkommen Erik, Freyja und Frederik fan Limbach und deren Müttern auf der Weide verbringen und mich so hautnah vom fantastischen Charakter der kleinen Erryts überzeugen. Dabei entstanden mehr als 2000 Bilder, einige davon möchte ich auch meinen geneigten Lesern nicht vorenthalten :).

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Frederik fan Limbach mit seiner Mutter Inske v.d. Lage Landen Ster (*2010, Jerke 434 x Adel 357)

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Frederik fan Limbach (Erryt 488 x Jerke 434)

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Frederik fan Limbach (Erryt 488 x Jerke 434)

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Freyja fan Limbach (Erryt 488 x Jerke 434)

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Frederik fan Limbach (Erryt 488 x Jerke 434)

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Erik fan Limbach (Erryt 488 x Jasper 366 P)

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Freyja fan Limbach mit ihrer Mutter Noblesse fan Limbach (Jerke 434 x Jasper 366 P)

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Freyja fan Limbach (Erryt 488 x Jerke 434)

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Geschwisterliebe – Freyja fan Limbach (r.) und Erik fan Limbach (l.)

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Freyja fan Limbach (Erryt 488 x Jerke 434) und Noblesse fan Limbach (Jerke 434 x Jasper 366 P)

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Freyja fan Limbach

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Frederik fan Limbach

Österreich rudert zurück – Anbieten von Verkaufspferden durch Privatpersonen ab 01.06.2017 wieder zulässig

Nach der großen Aufregung durch die Novellierung des österreichischen Tierschutzgesetzes Anfang des Jahres, rudert der Gesetzgeber nun auf Druck der Öffentlichkeit und der Vereine zurück.

Wie der niederösterreichische Pferdesportverband (NOEPS) am 09.06.2017 auf seiner Homepage berichtet, konnte in einer konstruktiven Sitzung mit dem zuständigen Vollzugsbeirat der Konsens erzielt werden, Pferde zukünftig als “landwirtschaftliche Nutztiere” im Sinne des §24/1 TSchG vom Verbot des öffentlichen Feilbietens durch Privatpersonen auszunehmen.

Somit ist es zukünftig für Privatpersonen wieder legal, Pferde im Internet und sonstigen öffentlichen Räumen zum Verkauf anzubieten.

Gleich 2 Elite-Sporthengste in Österreich!

Großartige Nachrichten von der Dressur-Front erreichten mich heute Morgen – den beiden Grand-Prix-Hengsten Zen ‘fan Panhuys’ Ster (*2007, Dries 421 x Fabe 348 P) und Wirdmer fan ‘e Boppelannen Ster (*2007, Beart 411 P x Jillis 301) im Besitz der Familie Prexl aus Niederösterreich (www.friesen-exklusiv.at) wurde vom KFPS das Elite-Sportprädikat für ihre herausragenden Leistungen in den hohen Dressurklassen verliehen.

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Zen ‘fan Panhuys’ Ster Sport ELITE (Dries 421 x Fabe 348 P) unter Ralph Buchberger

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Wirdmer fan ‘e Boppelannen Ster Sport ELITE (Beart 411 P x Jillis 301) unter Ralph Buchberger

Beide Hengste wurden von Ralph Buchberger von Jugend an bis zum Grand Prix ausgebildet und werden bis heute aktiv und äußerst erfolgreich (viele Platzierungen und Siege) von ihm auf Turnieren vorgestellt.

An dieser Stelle gehen meine allerherzlichsten Glückwünsche an Claudia und Perry Prexl, die Besitzer dieser beiden Top-Pferde, und natürlich an Ralph Buchberger, der durch sein Können und Engagement ein internationales Aushängeschild für den Dressursport mit Friesenpferden ist.

Pferd Wels 2017

Im Zuge der jährlich stattfindenden “Pferd Wels”, die als eine der größten Pferdefachmessen in Europa gilt, wurde auch dieses Jahr das Friesenpferd professionell und hochkarätig durch die Friesenfreunde Österreich (Tochterverein des KFPS) an allen vier Messetagen (25. – 28.05.2017) vorgestellt.

Besonders eindrucksvoll war dieses Jahr die Vielfältigkeit des Programms und die bestechende Qualität der vorgestellten Pferde.

Sympathisch und äußerst kompetent moderiert durch FFÖ-Obfrau Angelika Mangweth, begeisterten die österreichischen Friesen das zahlreich anwesende Publikum in den unterschiedlichsten Disziplinen.

Ein eindrucksvolles Pas-de-deux zu klassischer Musik zeigten Regina und Kristina Radl auf ihren imposanten Wallachen. Dabei war nicht nur die reiche Barockausstattung von Pferden und Reitern bemerkenswert, sondern vor allem die sehr harmonische und überaus gut synchronisierte Vorstellung der Pferde – auch in schwierigen Lektionen.

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Melanie Reidinger und Alexandra Buschmann präsentierten ihre Hengste “Casanova” (Heijnrik ut ‘n Artland, *2010, Eibert 419 x Onne 376) und “Caruso” (Japie fan ‘e Hearresyl, *2003, Rik 396 x Djurre 284) am langen Zügel. Mit spektakulären Zirkuslektionen und einer gut abgestimmten Choreographie in hoher Versammlung begeisterten die überaus schönen Hengste das Publikum. Besonders der erfahrene Show-Veteran “Caruso” ließ sich nicht lumpen, und präsentierte sich sicher und korrekt in Passage und Piaffe.

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Auch die Familie Prexl war wieder mit zahlreichen Pferden anwesend. Mit dabei auch zwei Fixstarter der Welser Messe, die Jahr für Jahr das Publikum bezaubern –  Hengst “Matisse” (Aise v.d. Toarnwerterleane, *2000, Feitse 293 P x Falke 291) unter Perry Prexl und Wallach “Valentin” (Wytse Sent, *1999, Tsjerk 328 P x Naen 264) mit Claudia Prexl an den Leinen. Die beiden erfahrenen Showstars zeigten ihren jüngeren Kollegen dann auch routiniert und souverän, was ein waschechtes Showpferd ausmacht und ernteten verdient staunende Blicke aus dem Publikum.

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Turnieratmosphäre kam auf, als anschließend Sarah Fritzenwanker auf dem bestechend schönen Sterhengst Wijnand v.d. Zwarte Diamant (*2007, Fabe 348 P x Heinse 354 P) und Ralph Buchberger auf dem Grand-Prix-Hengst Zen ‘fan Panhuys’ Ster Sport (*2007, Dries 421 x Fabe 348 P) in die Arena einritten. Die beiden Hengste zeigten Dressur auf höchstem Niveau, Ralph Buchberger und Zen brillierten mit Piaffe, Passage und Einerwechseln.

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Abschließend überraschten die Radl-Schwestern das Publikum noch mit einem Beitrag zur Vielseitigkeit des Friesenpferdes – Wallach Fede wurde unter dem Westernsattel vorgestellt, und das nicht nur von einer der Schwester!

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In einem weiteren Programmpunkt stellten die FFÖ den Friesen dann in einer eingehenden Rassepräsentation mit sehr informativer Moderation durch Angelika Mangweth vor. Das Anschauungsmaterial dazu lieferte wiederum die Fam. Prexl – sie hatten ihre überaus schöne Zuchtstute aus eigener Zucht, Noblesse fan Limbach (*2014, Jerke 434 x Jasper 366 P) mitgebracht, die mit sich wohl DAS Highlight der gesamten Rassepräsentation nach Wels brachte – die am 21.04.2017 geborene Freyja fan Limbach, eines der ersten Fohlen des 2015 gekörten Erryt 488 (ebenfalls in Besitz der Fam. Prexl). Die kleine Prinzessin löste wahre Begeisterungsstürme beim Publikum aus, als sie ohne jede Scheu durch die Halle düste und dabei der moderierenden FFÖ-Obfrau Angelika Mangweth manchmal äußerst elegant ausgeführte Ausweichmanöver abverlangte. Das kleine Pferd mit dem großen Charakter eroberte die Herzen im Sturm.

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Der von Perry Prexl vorgestelle Sterhengst Liekele V. fan de Miedwei (*2011, Uldrik 457 x Jelte 365) brachte schließlich Hengstflair in den Ring – der beeindruckende Hengst sorgte mit seinem reichen Behang und seinem imposanten Auftreten für staunende Gesichter.

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Turnierimpressionen

Trotz etwas stressgeplagtem Alltag habe ich es heute Vormittag zum CDN-B* in Gallneukirchen / Oberösterreich geschafft, um nach langer Turnierpause wieder einmal einige Sportfriesen “in action” vor der Linse zu haben, die auf diesem Turnier in ungewöhnlich großer Dichte auftraten.

Leider wurde man im Zuge der Bewerbe mit offenbar nicht sonderlich friesenaffinen Richtern konfrontiert, deren Meinung hinsichtlich der Bewertung ich persönlich nicht immer teilen konnte.

Auch wurden viele Prüfungen in einer sehr dunklen Halle geritten, deren Lichtverhältnisse für qualitativ hochwertige Fotos leider viel zu bescheiden waren.

Eine dieser Prüfungen war ausgerechnet eine DPA für 5-6-jährige, in der mein liebster Friesenreiter Ralph Buchberger zwei junge Hengste der Fam. Prexl / Friesen Exklusiv vorstellte. Beide Pferde präsentierten sich hervorragend und wurden mit 1. und 2. Plätzen belohnt. Fotos gibt es leider nur aus der Abreitehalle :).

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Ralph Buchberger auf dem fantastischen Maserati van de Hondshoeve (Maeije 440 x Ulke 338)

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Maserati van de Hondshoeve zeigte nicht nur seine sportlichen Qualitäten – selten habe ich einen so jungen Hengst (geb. 2012!) auf einem Turnier gesehen, der so entspannt und ohne jede Hengstmanieren in die Prüfung geht.

Fotografisch weniger anspruchsvoll gestaltete sich ein weiterer Friesenstart auf dem Außenplatz – bei herrlichem Sonnenschein konnte ich die LP-Prüfung von Karin Dorn und ihrem Hengst Gerrit fan ‘e Boppelannen (*2002, Fabe 348 P x Feitse 293 P) verfolgen, die eine solide Leistung zeigten und sich am Nachmittag auch noch in der Damensattel-Spezialdisziplin zeigten.

Für mich war Mittags leider Schluss, weshalb ich weder die Damensattel-Bewerbe noch den Start von Antonia Koch auf ihrer Stute Hera van Zenz (*2010, Harmen 424 x Jasper 366 P) in der L miterleben konnte. Das Paar sicherte sich einen beachtenswerten 1. Platz im Bewerb!

Herzliche Gratulation an alle Teilnehmer!

Neuregelung im österreichischen Tierschutzgesetz – Verkauf von Pferden durch Privatpersonen

Im Moment macht sich große Aufregung in diversen Pferde-Verkaufsgruppen hinsichtlich der Novelle des österreichischen Tierschutzgesetzes breit. Um die Diskussion möglichst sachlich zu halten, möchte ich die nun gültige Gesetzeslage hinsichtlich des Verkaufs von Tieren durch Privatpersonen kurz umreißen und erklären.

Das Österreichische Bundesgesetz über den Schutz der Tiere (ÖTschG, BGBI. I Nr. 118/2004 in der Fassung vom 29.04.2017) regelt den Verkauf von Tieren durch folgenden, in §8a kundgemachten Gesetzestext:

§ 8a. (1) Das Feilbieten und das Verkaufen von Tieren auf öffentlich zugänglichen Plätzen, soweit dies nicht im Rahmen einer Veranstaltung gemäß § 28 erfolgt, sowie das Feilbieten von Tieren im Umherziehen sind verboten.

(2) Das öffentliche Feilhalten, Feil- oder Anbieten zum Kauf oder zur Abgabe (Inverkehrbringen) von Tieren ist nur im Rahmen einer gemäß § 31 Abs. 1 genehmigten Haltung oder durch Züchter, die gemäß § 31 Abs. 4 diese Tätigkeit gemeldet haben, sofern sie nicht auf Grund einer Verordnung von dieser Verpflichtung ausgenommen sind, gestattet. Dies gilt auch für derartige Aktivitäten im Internet. Ausgenommen davon ist die Vornahme solcher Tätigkeiten im Rahmen oder zum Zweck der Land- und Forstwirtschaft.

Was bedeutet das konkret?

Wer darf in Zukunft Tiere anbieten?

Das öffentliche Anbieten von Tieren ist mit Inkrafttreten des Gesetzes nur noch folgenden Personen erlaubt:

  • lt. § 31 (1) TSchG bewilligte Halter im Rahmen einer gewerblichen oder sonstigen wirtschaftlichen Tätigkeit (z.B. Besitzer von Einstellbetrieben, gewerbliche Händler)
  • Haltern im Rahmen von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben (betrifft vorrangig Nutztiere)
  • lt. § 31(4) TSchG genehmigte oder von der Genehmigung ausgenommene Züchter (von der Genehmigungspflicht ausgenommen sind Züchter von Zierfischen, domestizierten Ziervögeln und Geflügel, Kleinnagern, Kaninchen, Zehnfußkrebsen und Kopffüßern).

Wo dürfen Tiere angeboten werden?

Der Begriff der “öffentlichen Plätze” bezieht sich insbesondere auf das Anbieten auf Internetplattformen (Verkaufsseiten, aber z.B. auch [geschlossene] Verkaufsgruppen auf Facebook), in Printmedien (Kleinanzeigen) und über einen Aushang z.B. im Supermarkt. Privathalter ohne Bewilligung dürfen ihre Tiere zukünftig NICHT mehr auf diesen Wegen anbieten.

Weiterhin rechtens sind z.B. das Anbieten über einen Aushang im Vereinsheim oder durch Mundpropganda (nicht öffentliches Anbieten).

Wie kann ich nun als Privathalter ohne Bewilligung mein Pferd verkaufen?

Zum einen besteht weiterhin die Möglichkeit des nicht-öffentlichen Anbietens (s.o.), zum anderen können gewerbliche Halter (z.B. Stallbetreiber) im Zuge einer Dienstleistung Tiere im Namen von Privathaltern ohne Bewilligung anbieten.

Diese Neuregelung betrifft ausschließlich den Verkauf von Tieren in Österreich!