Hengstlinien in Wort und Bild

Für Züchter von Friesenpferden ist es essentiell, die Abstammung der von ihnen gewählten Zuchttiere genau zu studieren und in den Stammbäumen nach Kriterien und Merkmalen zu suchen, die ihrem persönlichen Zuchtziel entsprechen. Doch auch für interessierte Laien kann es höchst interessant sein, sich intensiver mit den Abstammungs- und Verwandtschaftsverhältnissen der Friesen auseinanderzusetzen, ergibt sich dadurch doch oft ein neuer Blickwinkel auf den eigenen Geschmack in Sachen Friesentyp.

Das KFPS macht es uns dabei leicht – zumindest für die Deckhengste wird jedes Jahr ein (abgespeckter) Hengststammbaum publiziert, der die direkte Abstammung (die Hengstlinie) aller aktiven Deckhengste über mehrere Generationen hinweg grafisch darstellt. Darauf fehlen aber größteils abgekörte und verstorbene Hengste sowie “blinde Zweige”, also Hengstlinien, aus denen kein Vererber mehr am Leben ist. Dieser Umstand ist der besseren Übersichtlichkeit geschuldet, vermittelt dadurch aber auch einen etwas verzerrten Eindruck des Stammbaums in seiner Gesamtheit.

Ich habe mir schon vor langer Zeit die Mühe gemacht, einen vollständigen Stammbaum der Hengstlinien (beginnend mit dem Vorfahren aller heute noch aktiven Deckhengste – Nemo 51) grafisch anzulegen, den ich heute mit meinen lieben Lesern teilen möchte (Achtung – Riesengrafik im Anmarsch! 😉 ).

Farblegende: grau = verstorben / rotbraun = abgekört / orange = preferent / blau = aktiv

Hengstlinien 04-05-2017

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Im Folgenden möchte ich gerne etwas näher auf die 6 Hengstlinien eingehen, die in der KFPS-Zucht unterschieden werden. Dazu ist allerdings vorab zu sagen, dass in der Betrachtung der einzelnen Hengstlinien nie vergessen werden darf, dass diese Einteilung nur die direkten Vaterlinien berücksichtigt, nicht jedoch die Abstammungslinien der Mutterstuten. Würde man diese miteinbeziehen, wären die Hengststammbäume so groß, dass sie kaum noch überschaubar und verständlich wären (ich habe ein Gesamtexemplar inklusive Muttervätern angefertigt, welches sich aus eben diesen Gründen nicht als Grundlage für einen Artikel eignet 🙂 ). Insofern muss man bedenken, dass die Hengstlinien in der Realität weitaus enger verflochten und verzweigt sind, als das aus dieser vereinfachten, nur auf der Vaterlinie basierenden Darstellung hervorgeht. Dabei gebe ich auch zu bedenken, dass man zumindest hinterfragen kann, ob man überhaupt vom “Aussterben” mancher Hengstlinien (z.B. der Gerke-Linie) sprechen kann, weil die “Gründerhengste” sich häufig auch über ihre Töchter sehr dominant in andere Hengstlinien einbringen.

Die Ritske-Linie

Hengststammbaum - Ritske

Die Ritske-Linie ist begründet durch den preferenten Ritske 202 (*1955, Eelke 183 x Tiemen 159) und in weiterer Folge durch seinen ebenso preferenten Enkelsohn Tsjalling 235 (*1967, Hotse 223 x Bouke 174 P), auf den alle heute noch aktiven Hengste dieser Linie zurückgehen.

Die Töchter von Ritske 202 P waren äußerst erfolgreiche Hengstmütter, er ist als Muttervater von imponierenden 13 Hengsten eingetragen (darunter Größen wie Mark 232P und Wessel 237 P).

In der direkten Linie ist vor allem der Preferenthengst Naen 264 (*1976, Ferdinand 252 x Kerst 190) zu nennen, welcher der modernen Friesenzucht durch erfolgreiche Nachkommen wie Barteld 292,  Jakob 302 und Doaitsen 420 einen beständigen Stempel aufgeprägt hat.
Aus einem Nebenzweig stammen darüber hinaus der im Dressursport hoch erfolgreiche Arjen 417 und dessen Söhne Wytse 462 und Haike 482.

13 Hengste aus dieser Linie sind beim KFPS als aktive Deckhengste geführt, der in der Grafik noch blau markierte Fede 350 befindet sich bereits seit Jahren in Rente und wird züchterisch nicht mehr genutzt.

Die Wessel-Linie

Hengststammbaum - Wessel

Die Wessel-Linie trägt den Namen des 1968 geborenen Wessel 237 Preferent (Jarich 226 x Ritske 202 P).

Die 10 heute noch aktiven Hengste dieser Linie stammen aus den beiden Wessel-Söhnen Oege 267 Preferent (*1977, Wessel 237 P x Hindrik 222) und Djurre 284 (*1982, Wessel 237 P x Nanne 197). Diese Linie erscheint relativ klein, hat aber in den letzten Jahren durch Thorben 466, Alwin 469 und Aarnold 471 drei sehr gefragte und qualitativ sehr gute Vererber dazu gewonnen.
Das preferente “Mähnenwunder” Anton 343 ist ein wichtiger, noch lebender Vertreter dieser Linie, genießt jedoch schon seit einigen Jahren seinen Ruhestand in den USA.

Die Ygram-Linie

Hengststammbaum - Ygram

Die Ygram-Linie ist eine relativ neue “Erfindung” in der Beschreibung der Hengstlinien. Noch vor wenigen Jahren wurden die Nachkommen von Ygram 240 gemeinsam mit den Nachkommen von Hearke 254 P und Jochem 259 P zur überdimensional großen “Mark-Linie” zusammengefasst (bezogen auf den Vater der drei vorgenannten, Mark 232 P). Durch die Aufspaltung dieser in drei Linien wurde der Stammbaum insgesamt übersichtlicher und leichter nachvollziehbar.

Ygram 240 (*1969, Mark 232 P x Ritske 202 P) war 20 Jahre als Deckhengst aktiv (von 1973 – 1993), seine Deckzahlen erreichten dabei aber nie nennenswerte Höhen. Von seinen 4  Hengstnachkommen konnte sich nur Sierk 326 (*1989, Ygram 240 x Tsjalling 235 P) in nennenswerter Weise durchsetzen, dessen Enkelsohn Maurits 437 in den letzten Jahren 3 Junghengste in die Linie einbringen konnte.

Mit 7 aktiven Deckhengsten gehört diese Linie mit zu den kleinsten, wenngleich sie durch die Ankörung von Eise 489, Markus 491 und Jurre 495 durchaus zukunftsträchtige Vererber beinhaltet.

Die Hearke-Linie

Hengststammbaum - Hearke

Mit 20 aktiven Deckhengsten ist die Hearke-Linie ein überaus starker Zweig mit ausgesprochen hochkarätigen Vererbern. Hearke 254 P (*1973, Mark 232 P x Tabe 203) gilt als einer der einflussreichsten Friesen-Deckhengste der letzten 50 Jahre – als erfolgreiches Tuigpaard posthum mit dem Sportprädikat geehrt, gab der gerne als “König der Friesen” bezeichnete Hengst nicht nur seine Sportbegabung, sondern auch sein hervorragendes Exterieur an 9 gekörte Söhne, als Muttervater an sagenhafte 13 Enkelsöhne und an unzählige weitere Nachkommen weiter.

Die großen Namen dieser Linie sprechen für sich: Reitse 272 P, Teunis 332 P, Brandus 345 P, Jasper 366 P und Beart 411 P! Besonders über die Linie von Jasper 366 und dessen Sohn Beart 411 konnte sich die Hearke-Linie zum wichtigsten Einfluss in der modernen Friesenzucht entwickeln, auch der viel zu früh verstorbene Teunis 332 prägte den modernen Friesen hinsichtlich Rassetyp und vor allem Stockmaß mit.
Mit Jouwe 485, Meinte 490 und dem jungen Siert 499 wurden auch in den letzten Jahren Junghengste aus dieser Linie angekört.

Die Jochem-Linie

Hengststammbaum - Jochem

40 aktive Deckhengste laut KFPS zählt die größte der 6 Hengstlinien, die auf den 1974 geborenen Jochem 259 Preferent (Mark 232 P x Gerke 220) zurückgeht. Dieser auch im Tuigsport erfolgreiche Stempelhengst brachte mit Feitse 293 Preferent (*1983, Jochem 259 P x Bjinse 241) einen der einflussreichsten Deckhengste der jüngeren KFPS-Geschichte. Besonders dessen ebenfalls preferenter Sohn Tsjerk 328 (*1990, Feitse 293 P x Nanne 197) konnte eine wahre Dynastie erfolgreicher Nachkommen hinterlassen, die bis heute die Friesenzucht mit dominieren – besonders zu nennen ist hier sicherlich der dreimalige HK-Kampioen Norbert 444, von dem in den letzten Jahren 5 Söhne gekört wurden und der seit Anfang 2016 seine Erfolgskarriere in den USA fortführt.

Auch der preferente Leffert 306 (*1986, Tamme 276 x Oepke 266) entspringt der Jochem-Linie – seine zahlreichen Nachkommen zeichnen sich bis heute in vielen Fällen durch einen unverwechselbaren, “halsbetonten” Look aus, der in der Friesenszene viele Liebhaber gefunden hat. Über seinen 2015 verstorbenen Sohn Mintse 384 ist Leffert 306 P darüber hinaus der Großvater des in den letzten Jahren überaus erfolgreichen Tsjalle 454, der sich anschickt, Norbert 444 den Rang als regierender “Vererbungskönig” abzulaufen.

Die Gerke-Linie

Hengststammbaum - Gerke

Nur noch durch Fabe 348 P und seine drei Söhne Sape 381, Jorn 430 und den jungen Alke 468 ist die Gerke-Linie repräsentiert, zu deren wichtigsten Vertretern der über lange Zeit populäre Lammert 260 Preferent (*1975, Bjinse 241 x Evert 216) zählt, der neben 5 gekörten Söhnen auch 12 Enkelsöhne als Muttervater hinterließ (darunter z.B. Olof 315, Teunis 332 P und Mintse 384).

Der Gründerhengst Gerke 220 (Age 168 x Wouter 162) wurde 1961 geboren und war zwischen 1964 und 1979 als Deckhengst aktiv. Zu seinen wichtigsten Nachkommen zählen kurioserweise nicht seine beiden Söhne, sondern vielmehr die Stute Ottsje Ster Pref, welche als Mutter von Jochem 259 P sozusagen die Gründerstute der oben beschriebenen Jochem-Linie ist.


Über die Hengstlinien gäbe es noch sehr viel mehr zu erzählen, das würde aber die Lesbarkeit des Artikels und damit die Geduld meiner lieben Leser etwas überstrapazieren. Darüber hinaus brauche ich ja auch noch Material für spätere Artikel ;), insofern belasse ich es bei diesem oberflächlichen Überblick. Wer die Muße hat, kann sich natürlich gerne in die grafische Aufarbeitung vertiefen, für Fragen / Beschwerden / Wünsche dazu stehe ich wie immer gerne via E-Mail oder PN auf meiner Facebook-Seite zur Verfügung.

ABFP- und IBOP-Ergebnisse der letzten Jahre statistisch betrachtet

Da der letzte Artikel hinsichtlich der statistischen Auswertung der aktuellen ABFP-Ergebnisse so viel positive Resonanz hervorgerufen hat, habe ich mich noch etwas stärker in die Statistik vertieft.

Herausgekommen ist eine Übersicht über alle Hengste, deren Nachkommen von 2015 bis dato in der Rij- oder Menproef mehr als 5 Ergebnisse in IBOP- oder ABFP-Prüfungen gebracht haben.

Zur grafischen Darstellung:

Die rote Linie gibt den Punkte- Durchschnitt der jeweiligen Disziplin unter Berücksichtigung aller registrierten Ergebnisse wieder.

Die vertikalen, blauen Balken zeigen die Varianz der Ergebnisse der Nachkommen des jeweiligen Hengstes (niedrigste Punktzahl bis höchste Punktzahl).

Die grüne Querlinie in den blauen Balken markiert die durchschnittliche Punktezahl der Nachkommen des jeweiligen Hengstes.

Unten an der horizontalen Achse finden sich die Namen der Väter der jeweilig geprüften Pferde, die in Klammern angestellte Zahl gibt Auskunft darüber, wie viele Ergebnisse in der Berechnung berücksichtigt wurden. Statistisch betrachtet steigt die Relevanz der Ergebnisse mit der Anzahl der berücksichtigten Datensätze – bedeutet also: viele berücksichtigte Ergebnisse = hohe Aussagekraft.

Aufmerksame Beobachter werden schnell feststellen, dass in dieser Listung mehrere bekannte Hengste fehlen. Dieser Umstand ist dem zeitlichen Ausschnitt der Daten geschuldet – meine detailgenauen Aufzeichnungen zu den IBOP- und ABFP-Ergebnissen reichen nur bis 2015 zurück, aussagekräftige (weil vollständige) Datensätze für einen früheren Zeitraum zu recherchieren ist darüber hinaus recht schwierig.

ABFP - IBOP - 2017 Rij

ABFP - IBOP - 2017

In beiden Statistiken sticht Aarnold 471 mit den bislang außerordentlich hohen Ergebnissen seiner Nachkommen deutlich hervor, dabei muss aber in Betracht gezogen werden, dass diese Zahlen aufgrund der schwachen Datenlage noch keine hohe Aussagekraft haben. Auch Epke 474 und Alke 468 starten in Anbetracht dessen positiv in ihre Nachkommenkörung,

Durch sehr gute Datenlage validiert sind jedoch die überaus positiven Ergebnisse der Nachkommen von Norbert 444, der in beiden Disziplinen deutlich über dem Durchschnitt reüssiert.

Dasselbe gilt für den seit diesem Jahr wieder im Deckdienst stehenden Take 455 und die kürzlich auf Abstammung gutgekörten Hengste Wimer 461 und Wolfert 467, deren Nachkommen ebenfalls in beiden Disziplinen überdurchschnittliche Werte erreichten.

Signifikant bessere Reit- als Fahrpferde liefert offenbar Tymon 456 – seine Nachkommen erreichten in der Rijproef überdurchschnittliche Prüfungsergebnisse, in der Menproef liegen ihre Resultate hingegen knapp unter dem errechneten Durchschnitt.

Beart 411 P – seines Zeichens bekannt als Vererber hervorragender Sportveranlagungen – konnte in den letzten Jahren viele positive Ergebnisse in der gerittenen Disziplin verzeichnen – auch in der Menproef schnitten seine Nachkommen überdurchschnittlich gut ab, wobei beachtet werden muss, dass lediglich 5 Ergebnisse aus dieser Disziplin vorliegen. Sinngemäß gilt dies auch für seinen Vater Jasper 366 P – dabei muss aber auch berücksichtigt werden, dass Jasper 366 mit seinen 22 Jahren mittlerweile zu den “alten Herren” des Stammbuchs gehört. Die immer noch überaus positiven Ergebnisse seiner Nachkommen beweisen damit einmal mehr, in welch tiefgreifender Weise dieser Stempelhengst die Friesenzucht über viele Jahre hinweg im positiven Sinne geprägt hat.

 

 

 

ABFP 2017 – Ergebnisse und Tendenzen

Der ABFP-Test ist eines der wichtigsten Instrumente des KFPS, um die Vererbungsleistung der lizenzierten Deckhengste hinsichtlich der Sportveranlagung zu bestimmen. Nicht umsonst spielen die Ergebnisse aus dieser Leistungsprüfung eine nicht unerhebliche Rolle in der endgültigen Beurteilung der Deckhengste, der sogenannten Abstammungskörung.

Insofern ist es auch jedes Jahr erneut hochinteressant, die Ergebnisse der teilnehmenden Pferde zu verfolgen und in Bezug zu deren jeweiligen Vätern zu stellen, lassen sich so doch laufend Tendenzen hinsichtlich der leistungsbezogenen Vererbungsqualität ermitteln.

Im Jahr 2017 wurden bislang 3 ABFP-Tests abgehalten, in denen auch bereits mehrere Nachkommen von Hengsten gestartet sind, deren Abstammungskörung noch aussteht (Wybren 464, Alke 468, Bikkel 470, Aarnold 471, Bartele 472 und Epke 474). Im Fall von Bartele 472 war dies bislang nur ein einziges Pferd, insofern macht eine Berücksichtigung in der Statistik noch nicht viel Sinn. Von den anderen Genannten liefen aber bereits mehrere Nachkommen (teilweise bereits 2016), was einen statistischen Vergleich der bisherigen Ergebnisse möglich macht.

Dazu habe ich die Ergebnisse aus der Reitprüfung und der Dressurfahrprüfung in zwei separaten Grafiken aufgeschlüsselt:ABFP 2017 - Stand 26-04-2017 Rijproef

ABFP 2017 - Stand 26-04-2017 Menproef

Die rote Linie zeigt dabei den jeweiligen Mittelwert aller Prüfungsergebnisse von Nachkommen der berücksichtigten Hengste in der jeweiligen Disziplin, die blauen Balken umreissen die Varianz der Ergebnisse der Nachkommen des jeweiligen Hengstes (von der niedrigsten bis zur höchsten Punktzahl) – die darin eingezeichnete grüne Linie wiederum gibt den Mittelwert der Ergebnisse der Nachkommen des jeweiligen Hengstes wieder.

Von Wybren 464 wurden bislang 19 Nachkommen in ABFP-Tests vorgestellt, in beiden Disziplinen schnitten die Pferde dabei eher unterdurchschnittlich ab.

Von Alke 468 wurden bislang nur 6 Nachkommen geprüft, deren Leistung vor allem unter dem Sattel deutlich über Durchschnitt lag. In der Menproef konnten die Pferde knapp über dem Mittel reüssieren.

Die 17 geprüften Nachkommen von Bikkel 470 zeigten bislang vor allem vor dem Wagen ein eher schwaches Leistungsbild und schnitten auch unter dem Sattel unterdurchschnittlich ab.

Ganz anders verhält es sich mit den bislang 6 geprüften Aarnold 471-Nachkommen, die in beiden Disziplinen bis dato mit außerordentlich guten Ergebnissen zu beeindrucken wussten und für ihren Vater einen prima Start in die Abstammungskörung lieferten.

Auch die Nachkommen von Epke 474 (5 geprüft) konnten bislang überdurchschnittliche Leistungen erbringen, bei ihnen zeigt sich dabei im Moment ein signifikant höheres Leistungspotential vor dem Wagen als unter dem Sattel.

Es bleibt abzuwarten, welche Ergebnisse die weiteren ABFP-Tests des Jahres bringen und wie diese die momentanen Tendenzen in der Beurteilung der einzelnen Hengste beeinflussen.

 

Super-Topper im ABFP 3

Der heute zu Ende gegangene ABFP 3 (13.03.2017 – 26.04.2017) brachte erneut hervorragende Ergebnisse von den Nachkommen von Aarnold 471.

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Erneut Vater des ABFP-Toppers – Aarnold 471! Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Der absolute Topper in dieser ABFP-Runde (7 Teilnehmer im regulären Ablauf) war der Aarnold 471 x Model Sport v. Beart 411 P gezogene Tymen van ‘t Lansink Ster (*2014).
Er lieferte unter dem Sattel ein Ergebnis von hervorragenden 89,0 Punkten und konnte diese Top-Leistung in der Menproef sogar noch steigern, wo er 90,0 Totalpunkte abzuliefern verstand. Eine glatte 8,0 in der Tuigproef bestätigte seine hervorragenden Allround-Qualitäten und bescherten ihm die aktuelle Kopfposition im Klassement aller bisherigen ABFP-Teilnehmer des Jahres.

Auf dem 2. Platz findet sich der Sterhengst Ubbo v/d Maria Louise Hoeve (*2014, Bikkel 470 x Kroon v. Onne 376) mit ebenfalls hervorragenden 80,5 Punkten in der Rijproef, 75,5 Punkten in der Dressuranspannung und einer 6,0 im Tuig.

Der 3. Platz geht an einen weiteren Aarnold 471-Sohn. Der in Deutschland von H.J. Bothmer gezogene Viktor van den Meyerhöfen Ster (*2014, Aarnold 471 x Kroon Sport v. Mintse 384) brachte es auf schöne 77,0 Punkte sowohl unter dem Sattel als auch in der Dressuranspannung. Auch im Tuig wurde ihm mit einer 7,0 eine gute Veranlagung bescheinigt.

5 Pferde wurden darüber hinaus im 2-wöchigen ABFP-Test vorgestellt, alle starteten dabei unter dem Sattel. Mit ex aequo 74,5 Punkten gingen die beiden Stuten Quincy Ster (*2013, Norbert 444 x Ster Pref. Teunis 332 P) und Silke fan Teakesyl Ster (*2013, Maurits 437 x Ster Pref v. Onne 376, Vollschwester von Markus 491) als Topper dieser Gruppe aus der PRüfung.

Die Detailergebnisse sind wie immer auf kfps.nl abrufbar

Südafrikanische Körungen mit beachtlichen Ergebnissen

Zwischen 27.03. und 04.04.2017 fanden in Südafrika insgesamt 8 Körveranstaltungen des KFPS statt, auf denen sich beachtenswerte 68 Pferde dem Urteil der Juroren stellten.

Da Südafrika nur begrenzt Zugang zu gekörten KFPS-Deckhengsten hat (zu den bekanntesten, in Südafrika stationierten Hengsten gehören sicherlich der hochgelobte Dries 421 sowie Tjalf 443 und Fetse 349), werden dort üblicherweise auch viele Nachkommen von Fohlenbuchhengsten mit Deckerlaubnis gekört. So stammen 10 der ingesamt 27 im o.g. Zeitraum gekörten Fohlen nicht von Stammbuchhengsten.

5  der 27 gekörten Fohlen erhielten eine 1. Prämie, 13 weitere wurden mit einer 2. Prämie bedacht und 9 Fohlen wurde eine 3. Prämie zu Teil. Tjalf 443 konnte mit 8 Nachkommen die meisten Fohlen an die Körungen bringen, 3 Nachkommen von Dries 421 wurden begutachtet sowie 2 Fohlen des bereits 2011 verstorbenen Tsjerk 328 P.

Bei den Entern und Twentern (10 vorgestellte Pferde) wurden auch erstmals Junghengste zur Prämienkörung vorgestellt. Dies ist seit einer Reglementsänderung im vergangenen Herbst möglich. Die einzige 1. Prämie in dieser Klasse ging an die 2016 geborene Beatrix van Henson (Dries 421 x Doaitsen 420).

Von den 14 vorgestellten Fohlenbuch-Stuten wurden 4 mit dem Sterprädikat (2. Prämie) ausgezeichnet, darunter 2 Töchter von Tjalf 443 sowie jeweils eine Tochter der Vb-Hengste Eibert (Reitse 272 P x Meine 230) und Erwin fan’t Reidfjild (Tsjerk 328 P x Pike 316).

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Tjalf 443 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

6 Stammbuchstuten wurden zur Graderhöhung vorgestellt, von denen 2 (eine Tochter von Tjalf 443 sowie eine Tochter von Mintse 348) eine 2. Prämie und somit das Sterprädikat erhielten.

Überraschend stark schnitten die 3 vorgestellten Ster- bzw. Kroonstuten ab – die 2011 geborene Janneke van Doorndraai Ster (Tjalf 443 x Tsjerk 328 P) erhielt eine 1. Prämie und das Kroonprädikat, ihre ebenfalls 2011 geborene Halbschwester Jolanda van Doorndraai Ster (Tjalf 443 x Feitse 293 P) konnte es ihr gleichtun und wurde gleichermaßen mit dem Kroonprädikat geadelt.

Die 2010 geborene Kroonstute Hielkje fan de Visscherwei (Jisse 433 x Anton 343 P, 2014 Kroon erklärt) konnte die Jury so sehr überzeugen, dass sie schließlich mit dem Modelprädikat ausgezeichnet wurde. Sie ist die erste Tochter von Jisse 433, die diese hohe Ehrung entgegen nehmen konnte.

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Jisse 433 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

 

Hedser 465 verstorben

Der 2002 in den Niederlanden geborene Hedser 465 erlag kürzlich im Alter von 15 Jahren auf der Iron Spring Farm / USA einer Kolik.

Der Adel 357-Sohn aus einer Stb Prestatie-Mutter von Ouke 313 startete unter seiner Reiterin Kristel van Duren-Bodewes in Europa erfolgreich im Grand Prix und wurde aufgrund seiner sportlichen Erfolge 2011 über  die verkürzte Hengstleistungsprüfung als KFPS-Deckhengst gutgekört.

Leider konnte er sich bei den Züchtern nie als attraktiver Vererber durchsetzen und verbuchte in seinen 4 Deckjahren (2012-2016) lediglich 16 Deckungen. 5 seiner Fohlen wurden bislang gekört, allesamt erhielten eine 2. Prämie.

2013 wurde Hedser 465 in die USA an die Iron Spring Farm verkauft und genoss dort, laut Aussagen seiner Besitzer, bis zuletzt seinen sportlichen Ruhestand.

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Hedser 465 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Letzte Gelegenheit: Tonjes 459 nur noch diese Saison in NL!

Aus verlässlicher Quelle hört man dieser Tage, dass der soeben wieder in den Deckdienst zurückgekehrte Tonjes 459 (Anton 343 P x Ulke 338) nach Ablauf der Decksaison 2017 wieder in seine kanadische Heimat zurückkehren wird.

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Tonjes 459 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Der 2006 in den USA geborene Tonjes 459 stammt aus einer besonders prädikatreichen Mutterlinie. Mutter Tjallina W. wurde 2007 Model erklärt, Großmutter ist die sterpreferente Douwina W. (v. Leffert 306 P), aus deren Linie auch der Deckhengst Sipke 450 stammt. Die Urgroßmutter Doet Ster Pref (v. Lammert 260 P) zählt daneben auch die Hengste Warn 335 und Otte 375 zu ihren Nachkommen.

Tonjes 459 gilt als sehr guter Typvererber und gibt neben guten Gängen – wie schon sein Vater Anton 343 P – viel Behang an seine Nachkommen weiter.

Leider wurde er bislang nur wenig eingesetzt, was in weiterer Folge auch zu Problemen bzgl. Nachkommenskörung führte, da nicht ausreichend Pferde in ABFP-Tests überprüft werden konnten. Aus diesem Grunde wurde seine Decklizenz für das Jahr 2016 ruhend gestellt (op wacht), erst seit Anfang diesen Jahres darf Tonjes 459 nun wieder decken.

Seine wenigen Fohlen präsentierten sich allerdings sehr gut auf den Körungen, von 48 bislang gekörten Fohlen wurden 11 mit einer 1. Prämie bedacht, weitere 29 erhielten eine sehr gute 2. Prämie. Eine seiner Töchter wurde darüber hinaus bereits Kroon erklärt.

Wer die Gelegenheit beim Schopfe packen und diesen schönen Hengst zur Deckung seiner Stute nutzen möchte, hat dazu noch diese Saison bei der Stoeterij Bosksicht die Möglichkeit.

2 weitere KFPS-Deckhengste im Grand Prix!

In den letzten Tagen erreichten uns erfreuliche Nachrichten aus dem niederlädischen Dressursport – gleich zwei KFPS-Deckhengste haben die Startberechtigung für die höchste Klasse im Dressursport, den Grand Prix erreicht!

Bereits Ende März schaffte der imposante Haitse 425 (*2002, Jasper 366 P x Rypke 321, Sportname Horse2Fly Haitse 425) unter seiner Reiterin Marsja Dijkman den Sprung in die höchste Klasse, am 1. April folgte ihm der 13-jährige Olgert 445 (Ulke 338 x Atse 342) unter Dunja Constant.

Diese Entwicklungen bestätigen erneut die erfolgreichen Bestrebungen des KFPS, den Friesen hin zu einem konkurrenzfähigen Sportpferd zu entwickeln.

Take 455 und Tonjes 459 vorläufig gutgekört!

Die beiden ‘op wacht’ stehenden Deckhengste Take 455 (Jakob 302 x Oltman 317) und Tonjes 459 (Anton 343 P x Ulke 338) wurden gestern offiziell wieder für den Deckdienst freigegeben.  Zwar ist die Gutkörung noch vorläufig, da von beiden Hengsten noch nicht ausreichend viele Nachkommen eine Exterieurkörung durchlaufen haben, die Wiederaufnahme des Deckdienstes ist aber ein sehr positiver Schritt in Richtung der endgültigen Gutkörung.

Die abschließende Beurteilung beider Hengste wird lt. KFPS im Dezember 2017 erfolgen.

Der in den USA geborene Tonjes 459 stammt aus einer äußerst prädikatreichen Mutterlinie und gilt vor allem hinsichtlich des Rassetyps als solider Vererber.

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Tonjes 459 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Take 455 führt sehr wertvolles Blut und hat außerordentlich positive Eigenschaften als Sportvererber bewiesen – er macht seinem Vater Jakob 302 damit alle Ehre, der in seinen Hochzeiten als einer der Pionier-Vererber bzgl. Sportveranlagung in der Friesenzucht galt.

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Take 455 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Rapport Abstammungskörung Stendert 447

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Allgemein

Stendert 447 wurde im Herbst 2008 als 3-Jähriger gutgekört, auf Basis seiner prädikatreichen Abstammung, seines guten Exterieurs und seiner guten Resultate im CO (vor allem in den gefahrenen Disziplinen). Stendert 447 war in seiner ersten Decksaison ein viel gebrauchter Hengst, welcher auf sehr gutem Stutenmaterial eingesetzt wurde (94% der Fohlen aus seinen ersten beiden Jahrgängen stammen aus Müttern, die mindestens das Sterprädikat tragen). 2014 konnte der Hengst seine Abstammungskörung auf der Basis von zwei Jahrgängen minimal 3-jähriger Pferde abrunden.

 

Exterieur

Allgemein
Die Nachkommen von Stendert 447 präsentieren sich als sehr homogene Gruppe ausreichend rassetypischer Pferde, die sowohl bzgl. Gebäude als auch hinsichtlich der Bewegungsform wenig athletisches Vermögen ausstrahlen.

Rassetyp
Die Nachkommen von Stendert 447 sind gut ausreichend rassetypisch. Die Köpfe verfügen über ausreichend Ausdruck, die Halsungen zeigen ausreichend Länge und sind ausreichend gut vertikal platziert. Allerdings sind die Hälse in vielen Fällen etwas schwer (vor allem im Kopf-Hals-Ansatz) und zeigen häufig einen Unterhals. Die Pferde haben ausreichend viel Behang und sind überdurchschnittlich schwarz gefärbt.

Gebäude
Die Nachkommen von Stendert 447 sind großrahmig entwickelte Pferde, die häufig etwas schwer wirken und  denen es dadurch an Jugendlichkeit fehlt. Sie sollten mehr Vorderbeinlänge vorweisen und stärker aufwärts gebaut sein. Die Schultern sind durchschnittlich gewinkelt. Die Rückenform der Pferde ist korrekt, wobei die Lenden häufig etwas straff sind. Die Pferde präsentieren lange Kruppen, die etwas weniger abfallend gebaut sein sollten.

Fundament
Die Hinterhand ist etwas säbelbeinig, die Vorhand ist im Ablauf korrekt, dabei aber häufig unterständig. Das Fundament ist gut ausreichend trocken, die Hufform ist ausreichend.

Schritt
Der Schritt zeigt ausreichenden Raumgriff, es fehlt den Pferden dabei aber an Beugung im Sprunggelenk und Aktivität.

Trab
Der Trab ist ausreichend raumgewinnend, sollte aber besser aus der Hinterhand getragen sein. Den Pferden fehlt es an Balance und Geschmeidigkeit.

Sportveranlagung

Trainingsrapport und Charakter
Von Stendert 447 wurden 20 Nachkommen getestet, davon 15 Dreijährige und 5 Vierjährige (7 Hengste, 13 Stuten). Aufgestallt sind die Pferde angenehm, im Gebrauch erweisen sie sich als ausreichend gut verlässlich und gut zu bearbeiten. Ein Teil der Pferde ist etwas schnell abgelenkt.

Schritt
Der Schritt ist ausreichend bis gut ausreichend raumgewinnend, mit gut ausreichendem Takt. Der Hinterhand fehlt es dabei an Aktivität.

Trab
Der Trab ist ausreichend raumgreifend. Die Hinterhand lässt Aktivität und Getragenheit vermissen.

Galopp
Der Galopp zeigt gut ausreichenden Sprung, sollte aber stärker aufwärts tendieren.

Veranlagung als Reitpferd
Die Nachkommen von Stendert 447 bewegen sich unter dem Sattel in gut ausreichender Manier. Der Hinterhand fehlt es an Aktivität und dem Vermögen, Gewicht aufzunehmen, wodurch sich die Pferde zu viel auf der Vorhand bewegen. Darüber hinaus sollten sie in der Bewegung mehr Impuls vorweisen.

Veranlagung als Fahrpferd
Die Pferde haben gut ausreichend Front und eine ausreichende Haltung. Die Vorhand wird gut ausreichend nach vorne gesetzt.

Endbeurteilung

Stendert 447 hat sowohl im quantitativen als auch im qualitativen Sinn viele Chancen in der Zucht erhalten. Diesen Umstand in Betracht ziehend, muss festgestellt werden, dass der Hengst – bezugnehmend auf die Resultate seiner Nachkommen – die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen konnte. Dies resultiert in recht neutralen Zuchtwerten für Exterieur und Sportveranlagung. Andererseits muss konkludiert werden, dass der Hengst in seinem Vererbungsbild auch keine großen Fehler vorweist. Auf Basis dessen bleibt Stendert 447 in der Zucht gehandhabt.

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Soleil vom Pilzhof Stb Ster (*2013, Stendert 447 x Onne 376) – aus der Zucht von P. Lackner / Österreich – Kampioene der öst. Zuchtschau 2016

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Rivana vom Hötzihof Stb o.Pr. (*2013, Stendert 447 x Onne 376)

dsc09897dsc09604Rachel Boszorg Stb 3. Pr. (*2013, Stendert 447 x Folkert 353 P)

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Morgenstern von der Nockalm Vb Ster (*2012, Stendert 447 x Onne 376)