Der moderne Friese – eine kritische Betrachtung

Der Friese an sich gehört wahrscheinlich mit zu den bekanntesten Pferderassen der Welt – sein typisches Exterieur, die exklusive Rappfarbe und das oft üppige, gelockte Langhaar machen ihn neben seinem typischen, “rollenden” Trab zu einer unverwechselbaren Erscheinung und zum idealisierten Traumpferd manch pferdebegeisterten Kindes (oder auch Erwachsenen).

Soviele Idealisierungen dem Friesen zugeschrieben werden, soviele Vorurteile existieren aber auch dieser alten Rasse gegenüber – Tulpentreter, Kutschpferd oder Kaltblut sind da nur ein denkbar kleiner Ausschnitt der mannigfaltigen Zuschreibungen von Kritikern und Unwissenden.

Ein besonders perfides Vorurteil hält sich aber hartnäckig und wird in vielen Diskussionen vor allem dazu genutzt, die Zuchtziele des KFPS und die züchterische Entwicklung des KFPS-Friesen zu kritisieren – es handelt sich um die Mär von der massiven Typveränderung in der Friesenzucht und dem damit immer wieder einhergehenden Vergleich von Sportfriesen vs. Barockfriesen.

Zeit für mich, mich etwas intensiver mit dieser immer wieder aufflammenden Diskussion konstruktiv auseinander zu setzen!

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Sportlich und kalibrig? Kein Widerspruch bei Hielke van ‘t Grupje Vb Ster (Reinder 452 x Oege 267)

Ist der Friese ein Barockpferd, und wenn ja, wie viele?

Im deutschsprachigen Raum ist der Begriff “Barockpferd” weitaus weniger alt, als man im Allgemeinen annehmen möchte. Vor allem im Laufe der 1990er Jahre prägte eine Vielzahl von Autoren diesen Ausdruck mehr oder minder präzise als Begriff für solche Rassen, die zur Zeit des Barock (ca. 1575 – 1770) an den mitteleuropäischen Höfen als Kriegs-, Reitkunst- oder Karrossierpferde vermehrt eingesetzt wurden und / oder der im Barock beliebten, rubens’schen Idealform des beleibten Körpers entsprechen.

Eine griffige, einheitliche Definition lässt sich schon für den Begriff per se nicht finden, noch schwieriger wird es aber, die exakt dazu zählenden Rassen anhand belegbarer Gemeinsamkeiten fundiert festzulegen.

“Friesen” – im Sinne von Pferden aus den Niederlanden im Friesentyp – hat es zur Zeit des Barock bestimmt gegeben, aufgrund ihrer imposanten Erscheinung ist sicherlich auch davon auszugehen, dass solche Pferde bei Hofe beliebt waren. Inwiefern diese “Barockfriesen” dem heutigen Rassetyp oder dem rubens’schen Ideal qua Körperfülle entsprachen, lässt sich kurzgefasst nur sehr schwer beurteilen … Fotografien aus der Zeit sind bekanntlich rar 😉 und die idealisierten Malereien und Fresken der barocken Künstler sind nicht unbedingt als naturalistische Darstellungen zu betrachten.

Ob dahinter eine selektive Zucht im heutigen, stark an festgelegte Kriterien orientierten Sinne oder gar eine tragende Population von Friesen an den europäischen Höfen stand, lässt sich aus heutiger Sicht schwer beantworten. Pferde aus Friesland fanden aber jedenfalls Erwähnung in der zeitgenössischen Literatur – dort vor allem als besonders begabte Dressurpferde, die in den zur Zeit des Barock blühenden Hofreitschulen zum Einsatz kamen.

Das “Friesch Paarden Stamboek” allerdings wurde am 1. Mai 1879 gegründet und ist damit erst ein gutes Jahrhundert nach dem Niedergang des Spätbarock bzw. Rokoko entstanden – die Ursprünge unseres heutigen Friesenpferdes mögen also gerne (so wie die aller althergebrachten Pferderassen) bis dorthin und noch viel weiter zurückreichen, die selektive Zucht der heute unter der Bezeichnung “Friese” bekannten Rasse – nach festgelegten Kriterien in einer Kooperation aus mehreren Züchtern mit demselben Zuchtziel – begann 1879.

Ist der Friese also ein Barockpferd? Ich begnüge mich mit der Anschauung, dass diese Beurteilung mangels bindender Klassifikationskriterien dem Betrachter überlassen sein möge und antworte daher mit einem klaren: JEIN!

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Auch ohne Barock eine Schönheit – Noblesse fan Limbach (Jerke 434 x Jasper 366)

Ist der Friese ein Sportpferd?

Sofern man ein Sportpferd als ein solches klassifiziert, das im Exterieur die Veranlagung mitbringt, in Pferdesportdisziplinen (welcher Art auch immer) erfolgreich zu sein, so kann man diese Frage in Bezug auf die Gesamtheit der Rasse der Friesen getrost mit Ja beantworten. Die Ursprünge der KFPS-Zucht liegen in edlen, bewegungsstarken Reit- und Fahrpferden, die im Friesland des ausgehenden 19. Jahrhunderts den wohlstandsstärkeren Klassen als leichtfüßige Karrossierer vor der Sjees, als elegante Reitpferde und auch als leistungsstarke Trabrennpferde in den ‘kortebaan-draverijen’ unter dem Sattel dienten. Sie wurden als die “Prunkpferde des Bauernstandes” nicht in erster Linie für die schwere Arbeit in der Landwirtschaft selektiert und zeigten sich – wie zeitgenössische Fotografien und (naturalistische) Illustrationen beweisen – in einem dem heutigen Friesen gar nicht unähnlichen, sportlichen Typ.

Allerdings konkurrierten diese ursprünglichen Friesen stark mit den bedeutend schwereren Arbeitsrassen – die Notwendigkeit von Arbeitspferden war es auch, die den prunkvollen Friesen des 19. Jahrhunderts an den Rand der Ausrottung trieb, ehe die Gründung des FPS diesem Umstand entgegensteuerte und die letzten verbliebenen Zuchtpferde unter ihre Fittiche nahm.

Die militärischen Auseinandersetzungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, namentlich die beiden Weltkriege (1914 – 1918, 1939-1945), machten selbstverständlich auch nicht vor den Friesenpferden halt und hatten durchaus nachhaltige Auswirkungen auf die damals noch immer relativ kleine Rassepopulation. Ein “Prunkpferd” war in den bitteren Kriegs- und Zwischenkriegszeiten keine Überlebenshilfe, stattdessen war im ländlichen Friesland die Nachfrage nach kräftigen Arbeitspferden groß und auch die friesische Rasse entwickelte sich zusehends weg vom royalen, eleganten “Luxuspferd” hin zu einem Pferd, das den rauen Gegebenheiten mehr entsprach. So entwickelte sich der heute in den Niederlanden als “Landbouw”-Typ bekannte Friesenschlag, dessen Stärken mehr im Ziehen des Pfluges als im leichtfüßigen Trab vor der Sjees oder unter dem Sattel lagen – und  natürlich waren diese Pferde auch nicht mehr mit dem eleganten, hochbeinigen Exterieur ihrer Vorfahren gesegnet.

Diese Phase in der Rasseentwicklung des KFPS-Friesen ist auch heute noch in manchen Pferden sichtbar und wird gerne von Befürwortern der “Barockpferde”-Hypothese ins Feld geführt, um ihr persönliches Idealbild eines Friesen historisch zu belegen. Dabei wird aber gerne vergessen, dass der “Landbouw”-Typ weder ein Vertreter nach der wie auch immer gearteten “Barockpferde-Klassifikation” ist, noch jemals ein adoriertes Zuchtziel für die Rasse der Friesen an sich war. Vielmehr kann man die Entwicklung der Rasse in diese Richtung als ein notwendiges Übel betrachten, das den historischen Umständen geschuldet war.

Das KFPS jedenfalls hat es sich zum Ziel gesetzt, diese Entwicklung rückgängig zu machen und besinnt sich in seiner Zucht- und Körpolitik sozusagen auf die Wiederherstellung der ursprünglichen Rassetypologie. Ziel ist demnach die Zucht eines eleganten, gangbegabten Gebrauchspferdes, das vielseitig sowohl unter dem Sattel als auch vor dem Wagen einsetzbar ist.

Der ominöse “Sportfriese”

Nun gut, der Friese war in seinen Ursprüngen – und ist es auch in der Gegenwart – eine Pferderasse, deren Verwendungszweck auch im Sport liegt. Entgegen der Meinung mancher Kritiker hat sich daraus allerdings keine ausgeprägte und forcierte Diversifikation der Rasse entwickelt, wie dies z.B. bei vielen deutschen Warmblutrassen (in Spring- und Dressurlinien) der Fall ist – vielmehr ist das KFPS auch gegenwärtig immer noch bestrebt, die multiple (Sport)eignung der gesamten Rasse bei Erhalt eines einheitlichen Rassetyps zu fördern, was u.a. durch die immer noch gängige Praxis der multidiszplinären Hengstleistungsprüfung geschieht. Einen forciert gezüchteten “Sportfriesen” gibt es also nicht, wenngleich es natürlich mittlerweile viele Individuen unter den Friesen gibt, die ihre Sporteignung durch den Erhalt des Sportprädikats stolz als Namenszusatz tragen.

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Stolzer Träger eines ELITE-Sportprädikats –  Zen ‘fan Panhuys’ Ster Sport-Elite (Dries 421 x Fabe 348 P)

Der Status quo – Alter Schlag oder “KWPN mit Kötenbehang”?

Das Argument, das KFPS würde den Friesen weg von seinem Ursprung und hin zu einem “KWPN mit Fesselbehang” entwickeln, stirbt in den leider immer wieder schwelenden Diskussionen mit Verfechtern des “alten Schlages” nicht aus.

Dabei kann – wie im oberen Teil hoffentlich geschehen – recht schlüssig dargelegt werden, dass der Friese nie als schweres, kaltblutartig anmutendes Pferd konzipiert war, sondern bereits in seinen Ursprüngen ein vielseitiges Gebrauchspferd von elegantem, luxuriösem Typ darstellte.

Doch auch wenn man sich die modernen Rassevertreter einmal nüchtern betrachtet, finde ich es schwer nachvollziehbar, von einer “Versportlichung” der gesamten Rasse zu reden. Ich kann keineswegs feststellen, dass die letzthin gekörten Deckhengste “nicht mehr wie Friesen” aussehen oder besonders leicht im Kaliber wären.

Möglicherweise lassen manche Kritiker dabei außer Acht, dass die frischgekörten Hengste zum Großteil gerade 3 oder 4 Jahre alt sind und sich in Sachen Kaliber noch deutlich entwickeln, darüber hinaus erfreuen sich auch durchaus im schwereren Typ stehende Hengste (so z.B. Tsjalke 397, Pier 448 oder Bartele 472) großer Beliebtheit in der momentanen Zucht und beweisen darüber hinaus, dass ein schwereres Kaliber nicht gleichbedeutend mit fehlender Sporteignung sein muss.

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Erfolgreich im Grand Prix und trotzdem ein ganzer Friese – Wirdmer fan ‘e Boppelannen Ster Sport-Elite (Beart 411 P x Jillis 302)

Umso bedauernswerter finde ich es, dass sich in den letzten Jahren vor allem im deutschsprachigen Raum zunehmend eine “Parallelzucht” entwickelt, die abseits des KFPS-Zuchtziels mit Deckhengsten “aus besonders alten” oder “besonders barocken” Linien wirbt, ohne dabei erkennbare Qualitätskriterien als Maßstab anzulegen. Vielfach findet man Deckanzeigen von in deutschen oder österreichischen Spezialrassen- oder Ponyzuchtvereinen “gekörten” Friesenhengsten, die zumeist außer großem Kaliber (einige davon nicht einmal von Natur aus mit diesem gesegnet, sondern deutlich angefüttert) und wallender Mähne nur wenige von den vom KFPS hart angestrebten Qualitäten (von der Eleganz bis zur vielseitigen Verwendbarkeit) mitbringen und oft tatsächlich mehr an ein Kaltblut erinnern als an einen Friesen.

Bedauerlich finde ich persönlich diesen Umstand insofern, als er in der Öffentlichkeit immer wieder ein falsches Bild von einer wunderbaren Pferderasse kolporiert, aber auch deshalb, weil mit diesen Bestrebungen gezielt gegen die redlichen Bemühungen des Mutterstammbuchs gearbeitet wird – auch in Sachen der öffentlichen Wahrnehmung. Und ich frage mich doch ernstlich, welche Beweggründe dahinterstehen mögen, zumal es Rassen gibt, die den von der “Landbouw”-Typ-Fraktion geforderten Kriterien weit besser entsprechen, als Friesen in ihrer ursprünglichen und vermehrt auch wieder neuzeitlichen Erscheinungsform. Genannt seien hier z.B. der Noriker oder andere leichte Kaltblut-Rassen, die mehr und mehr auch dem Wunsch nach einem kalibrigen Reitpferd mit imposantem Exterieur gerecht werden.

 

Körungen Down Under

Dass Friesen nicht nur weltweit zunehmend Verbreitung finden, sondern das KFPS auch alles daran setzt, die Friesenzüchter und -liebhaber rund um die Welt nach Kräften zu unterstützen, beweisen auch dieses Jahr die Körveranstaltungen fernab des niederländischen Ursprungslandes. Über die Körungen in Südafrika habe ich bereits kürzlich berichtet, nun sind auch endlich die Körergebnisse aus Australien verfügbar.

Auf 7 Körveranstaltungen im März und April konnten die australischen und neusseländischen Friesenzüchter, die bereits seit 1983 im ANZFHS organisiert sind, ihre Pferde einer aus Holland angereisten Jury präsentieren – insgesamt wurden beachtliche 107 Pferde vorgestellt, davon waren 65 in den Beibüchern registriert und stammen somit nicht ausschließlich von lizenzierten KFPS-Stb-Hengsten ab. Aufgrund der räumlichen Distanz zu den hauptsächlich in Europa und den USA stationierten Stb-Hengsten existieren vom KFPS legitimierte Ausnahmeregelungen für Länder wie Australien, die u.a. eine Deckerlaubnis (dekvergunning) für ausgewählte Vb-Hengste in diesen Ländern vorsehen.

17 Fohlen wurden auf den australischen Körungen präsentieren, davon allerdings lediglich 5 aus Stb-Vätern. 4 mal wurde dabei eine 1. Prämie vergeben (davon zweimal an im Bijboek I registrierte Fohlen!), 10 Fohlen erhielten eine 2. Prämie und an drei weitere Fohlen wurde eine 3. Prämie vergeben. Unter den 1.Prämie-Fohlen befinden sich u.a. die Junghengste Armani of Bonadelca (Uldrik 457 x Tsjalke 397) und Doeke of Twin Rivers (Norbert 444 x Onne 376).

Bei den Entern und Twentern wurden zusammengenommen beachtliche 24 Hengste und Stuten vorgestellt (17 davon in den Beibüchern registriert). Die 2016 geborene Celieka van Wallbrook (Hette 481 x Maurus 441) erhielt dabei eine 1. Prämie, ebenso die im Bb II registrierte Xenia of Siksikawa Friesians (*2015, Elias van Gelder x Wierd 409). 10 der jungen Starter erhielten darüber hinaus eine 2. Prämie, 11 weitere wurden mit einer 3. Prämie bedacht und ein Twenterhengst wurde nicht prämiert.

Von 30 zur Stammbuchaufnahme vorgestellten Vb-Stuten waren 20 in den Beibüchern registriert. Die Körungen brachten in diesem Klassement 5 neue Sterstuten, davon stammt nur die Haitse 425 x Tsjalke 397 gezogene Sanne Bente (*2013, 2. Prämie) aus einem Stb-Vater. 3 neue Stertöchter brachte hingegen der mit einer Decklizenz verifizierte Age B. Vb Ster (*2000, Heinse 354 P x Peke 268), darunter auch die einzige 1.Prämie-Stute. An 13 Stuten wurde eine 3. Prämie vergeben, die übrigen 12 Stuten wurden ohne Prämie in das Stb aufgenommen.

5 Stb-Stuten wurden zur Graderhöhung vorgestellt, davon konnte lediglich die 7-jährige Isolina of T.K. (Wobke 403 x Folkert 353 P) die notwendige Bewertung für eine 2. Prämie und das damit verliehene Sterprädikat erreichen.

Im Klassement der Prämienstuten (Ster-, Kroon- und Modelstuten) starteten 11 Teilnehmerinnen (3 davon im BbI), von denen 5 mit einer 1. Prämie zur CK angewiesen wurden. Die 2010 geborene Impreza van de Hondshoeve (Maurus 441 x Jasper 366 P) wurde im Zuge dessen mit dem Modelprädikat ausgezeichnet.

Weiters wurde ein Maurus 441-Sohn mit einem Sterprädikat in das Ruinenboek aufgenommen, 4 Vb-Hengste (von 12) wurden ebenfalls Ster erklärt.

2 neue Kroonstuten bei IBOP in Wergea/NL

Bei den am 12.04.2017 stattgefundenen IBOP-Klassen in Wergea/NL, konnten zwei Stuten die notwendige Punktzahl für das definitive Kroon-Prädikat erreichen. Beide 2013 geborenen Stuten starteten in der Menproef vor dem Dressurwagen.

Die Thorben 466 x Haitse 425 gezogene Renske fan ‘e Boppeslach konnte mit exakt 77,0 Punkten hauchdünn die notwendige Punktzahl erreichen, ihr Ergebnis weist u.a. eine 7,5 für den Trab aus. Sie erhielt im Vorjahr in Drachten eine 1. Prämie und wurde im Zuge der vergangenen CK mit dem voorl. Kroon bedacht.

Mi 77,5 Punkten erreichte auch Sophie van d’n Meulenpad (Beart 411 P x Wierd 409) das notwendige Ergebnis, um ihr vorläufiges Kroon-Prädikat zu bestätigen. Mit u.a. 7,5 Punkten für den Schritt und den Galopp zeigte sie sich als durchaus gut veranlagtes Menpaard und konnte damit ihr IBOP-Ergebnis vom 22.02.2017 verbessern, wo sie noch mit 73,5 Punkten aus der Prüfung ging.
Die Beart 411-Tochter erhielt 2016 in Hilvarenbeek eine 1. Prämie und wurde auf der CK mit dem voorl. Kroon-Prädikat ausgezeichnet.

Das beste Ergebnis in der Menproef brachte aber die 3.Pr. Stb-Stute Kyra van Bûterheideveld (*2011, Sake 449 x Hearke 254 P), die 78,0 Punkte erreichte. Die Stute startete auch in der Reitprüfung, in der sie mit 73,5 Punkten ebenfalls ein passables Ergebnis sehen ließ. Er kurz davor hatte das KFPS ihr das Sportprädikat zuerkannt.

Insgesamt war die berittene IBOP am 12.04 von weniger spektakulären Ergebnissen geprägt. Mit 75,0 Punkten reüssierte die 2010 geborene, Wobke 403 x Olof 315 gezogene Stb-Stute Hedwich fan de Greidpleats an erster Stelle, gefolt von der oben erwähnten Kyra van Bûterheideveld.

In der Showanspannung (Tuigproef) starteten zwei Hengste und eine Stute. Der 2011 geborene Joppe (Maurus 441 x Jasper 366 P) konnte dabei ein überaus beeindruckendes Ergebnis von 83,5 Punkten einfahren, und wurde ob seiner beachtlichen Leistung (jeweils 8,0 Punkte für Vorhand, Hinterhand und Front!) mit dem Prädikat Vb Ster belohnt.

Ein ebenfalls sehr gutes Ergebnis brachte mit 79,0 Punkten der Vb Ster Sport-Hengst Henk (*2010, Reinder 452 x Feitse 293 P). Der in den Jahren 2013 und 2014 zur CO angewiesene Sterhengst konnte 2016 sein Sportprädikat erreichen.

Alle Detailergebnisse findet ihr wie immer auf kfps.nl.

Südafrikanische Körungen mit beachtlichen Ergebnissen

Zwischen 27.03. und 04.04.2017 fanden in Südafrika insgesamt 8 Körveranstaltungen des KFPS statt, auf denen sich beachtenswerte 68 Pferde dem Urteil der Juroren stellten.

Da Südafrika nur begrenzt Zugang zu gekörten KFPS-Deckhengsten hat (zu den bekanntesten, in Südafrika stationierten Hengsten gehören sicherlich der hochgelobte Dries 421 sowie Tjalf 443 und Fetse 349), werden dort üblicherweise auch viele Nachkommen von Fohlenbuchhengsten mit Deckerlaubnis gekört. So stammen 10 der ingesamt 27 im o.g. Zeitraum gekörten Fohlen nicht von Stammbuchhengsten.

5  der 27 gekörten Fohlen erhielten eine 1. Prämie, 13 weitere wurden mit einer 2. Prämie bedacht und 9 Fohlen wurde eine 3. Prämie zu Teil. Tjalf 443 konnte mit 8 Nachkommen die meisten Fohlen an die Körungen bringen, 3 Nachkommen von Dries 421 wurden begutachtet sowie 2 Fohlen des bereits 2011 verstorbenen Tsjerk 328 P.

Bei den Entern und Twentern (10 vorgestellte Pferde) wurden auch erstmals Junghengste zur Prämienkörung vorgestellt. Dies ist seit einer Reglementsänderung im vergangenen Herbst möglich. Die einzige 1. Prämie in dieser Klasse ging an die 2016 geborene Beatrix van Henson (Dries 421 x Doaitsen 420).

Von den 14 vorgestellten Fohlenbuch-Stuten wurden 4 mit dem Sterprädikat (2. Prämie) ausgezeichnet, darunter 2 Töchter von Tjalf 443 sowie jeweils eine Tochter der Vb-Hengste Eibert (Reitse 272 P x Meine 230) und Erwin fan’t Reidfjild (Tsjerk 328 P x Pike 316).

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Tjalf 443 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

6 Stammbuchstuten wurden zur Graderhöhung vorgestellt, von denen 2 (eine Tochter von Tjalf 443 sowie eine Tochter von Mintse 348) eine 2. Prämie und somit das Sterprädikat erhielten.

Überraschend stark schnitten die 3 vorgestellten Ster- bzw. Kroonstuten ab – die 2011 geborene Janneke van Doorndraai Ster (Tjalf 443 x Tsjerk 328 P) erhielt eine 1. Prämie und das Kroonprädikat, ihre ebenfalls 2011 geborene Halbschwester Jolanda van Doorndraai Ster (Tjalf 443 x Feitse 293 P) konnte es ihr gleichtun und wurde gleichermaßen mit dem Kroonprädikat geadelt.

Die 2010 geborene Kroonstute Hielkje fan de Visscherwei (Jisse 433 x Anton 343 P, 2014 Kroon erklärt) konnte die Jury so sehr überzeugen, dass sie schließlich mit dem Modelprädikat ausgezeichnet wurde. Sie ist die erste Tochter von Jisse 433, die diese hohe Ehrung entgegen nehmen konnte.

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Jisse 433 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

 

Hedser 465 verstorben

Der 2002 in den Niederlanden geborene Hedser 465 erlag kürzlich im Alter von 15 Jahren auf der Iron Spring Farm / USA einer Kolik.

Der Adel 357-Sohn aus einer Stb Prestatie-Mutter von Ouke 313 startete unter seiner Reiterin Kristel van Duren-Bodewes in Europa erfolgreich im Grand Prix und wurde aufgrund seiner sportlichen Erfolge 2011 über  die verkürzte Hengstleistungsprüfung als KFPS-Deckhengst gutgekört.

Leider konnte er sich bei den Züchtern nie als attraktiver Vererber durchsetzen und verbuchte in seinen 4 Deckjahren (2012-2016) lediglich 16 Deckungen. 5 seiner Fohlen wurden bislang gekört, allesamt erhielten eine 2. Prämie.

2013 wurde Hedser 465 in die USA an die Iron Spring Farm verkauft und genoss dort, laut Aussagen seiner Besitzer, bis zuletzt seinen sportlichen Ruhestand.

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Hedser 465 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Letzte Gelegenheit: Tonjes 459 nur noch diese Saison in NL!

Aus verlässlicher Quelle hört man dieser Tage, dass der soeben wieder in den Deckdienst zurückgekehrte Tonjes 459 (Anton 343 P x Ulke 338) nach Ablauf der Decksaison 2017 wieder in seine kanadische Heimat zurückkehren wird.

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Tonjes 459 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Der 2006 in den USA geborene Tonjes 459 stammt aus einer besonders prädikatreichen Mutterlinie. Mutter Tjallina W. wurde 2007 Model erklärt, Großmutter ist die sterpreferente Douwina W. (v. Leffert 306 P), aus deren Linie auch der Deckhengst Sipke 450 stammt. Die Urgroßmutter Doet Ster Pref (v. Lammert 260 P) zählt daneben auch die Hengste Warn 335 und Otte 375 zu ihren Nachkommen.

Tonjes 459 gilt als sehr guter Typvererber und gibt neben guten Gängen – wie schon sein Vater Anton 343 P – viel Behang an seine Nachkommen weiter.

Leider wurde er bislang nur wenig eingesetzt, was in weiterer Folge auch zu Problemen bzgl. Nachkommenskörung führte, da nicht ausreichend Pferde in ABFP-Tests überprüft werden konnten. Aus diesem Grunde wurde seine Decklizenz für das Jahr 2016 ruhend gestellt (op wacht), erst seit Anfang diesen Jahres darf Tonjes 459 nun wieder decken.

Seine wenigen Fohlen präsentierten sich allerdings sehr gut auf den Körungen, von 48 bislang gekörten Fohlen wurden 11 mit einer 1. Prämie bedacht, weitere 29 erhielten eine sehr gute 2. Prämie. Eine seiner Töchter wurde darüber hinaus bereits Kroon erklärt.

Wer die Gelegenheit beim Schopfe packen und diesen schönen Hengst zur Deckung seiner Stute nutzen möchte, hat dazu noch diese Saison bei der Stoeterij Bosksicht die Möglichkeit.

2 weitere KFPS-Deckhengste im Grand Prix!

In den letzten Tagen erreichten uns erfreuliche Nachrichten aus dem niederlädischen Dressursport – gleich zwei KFPS-Deckhengste haben die Startberechtigung für die höchste Klasse im Dressursport, den Grand Prix erreicht!

Bereits Ende März schaffte der imposante Haitse 425 (*2002, Jasper 366 P x Rypke 321, Sportname Horse2Fly Haitse 425) unter seiner Reiterin Marsja Dijkman den Sprung in die höchste Klasse, am 1. April folgte ihm der 13-jährige Olgert 445 (Ulke 338 x Atse 342) unter Dunja Constant.

Diese Entwicklungen bestätigen erneut die erfolgreichen Bestrebungen des KFPS, den Friesen hin zu einem konkurrenzfähigen Sportpferd zu entwickeln.

Erstmals Hengst über einen ABFP-Test zum CO angewiesen

Der kürzlich beendete 2. ABFP-Test 2017 brachte eine Premiere mit sich – erstmals wurde ein junger Hengst aufgrund seiner Resultate im ABFP zur Hengstleistungsprüfung angewiesen.

Der 2014 geborene Thomas T. Ster (Aarnold 471 x Ster v. Beart 411 P) aus der Zucht von A. Thomassen in Lunteren / NL erreichte 81 Punkte in der Reitpferdeprüfung, 79,5 Punkte in der Gebrauchsanspannung sowie eine solide 7 im Showfahren und konnte damit nicht nur  die Topposition im ABFP erreichen sondern wurde auch als potentieller Deckhengstanwärter zum CO zugelassen. Er ist der zweite Aarnold 471-Sohn, der sich im Spätherbst 2017 der strengen Selektion in der Hengstleistungsprüfung stellen wird.

Der ebenfalls aus Aarnold 471 gezogene Titus fan ‘t Alddijp (x Ster v. Sjaard 320) erreichte unter den 7 Teilnehmer im ABFP den 2. Platz. Mit 78,5 Punkten in der Rijproef, 75,5 im Mennen sowie einer 7 im Tuigen ließ auch er sehr gute Ergebnisse sehen, die allerdings nicht für eine Auszeichnung mit dem Sterprädikat reichten.

Take 455 und Tonjes 459 vorläufig gutgekört!

Die beiden ‘op wacht’ stehenden Deckhengste Take 455 (Jakob 302 x Oltman 317) und Tonjes 459 (Anton 343 P x Ulke 338) wurden gestern offiziell wieder für den Deckdienst freigegeben.  Zwar ist die Gutkörung noch vorläufig, da von beiden Hengsten noch nicht ausreichend viele Nachkommen eine Exterieurkörung durchlaufen haben, die Wiederaufnahme des Deckdienstes ist aber ein sehr positiver Schritt in Richtung der endgültigen Gutkörung.

Die abschließende Beurteilung beider Hengste wird lt. KFPS im Dezember 2017 erfolgen.

Der in den USA geborene Tonjes 459 stammt aus einer äußerst prädikatreichen Mutterlinie und gilt vor allem hinsichtlich des Rassetyps als solider Vererber.

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Tonjes 459 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Take 455 führt sehr wertvolles Blut und hat außerordentlich positive Eigenschaften als Sportvererber bewiesen – er macht seinem Vater Jakob 302 damit alle Ehre, der in seinen Hochzeiten als einer der Pionier-Vererber bzgl. Sportveranlagung in der Friesenzucht galt.

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Take 455 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Erste ABFP-Ergebnisse 2017

Nach einer krankheitsbedingten Pause melde ich mich zurück mit den ersten ABFP-Ergebnissen des Jahres.

15 Pferde (13 Hengste, 2 Stuten) wurden ab 02.01.2017 umfassend hinsichtlich ihrer Leistungsveranlagung getestet, darunter 4 Nachkommen von Take 455 (dessen Gutkörung noch aussteht) sowie jeweils 3 Nachkommen von Tonjes 459 (ebenfalls ausstehende Gutkörung) und Epke 474, der 2017 seinen ersten Fohlenjahrgang in die ABFP-Tests schickt.

Von Take 455 und Tonjes 459 wurden nun jeweils 19 Nachkommen in ABFP-Tests begutachtet, beide Hengste könnten damit für eine endgültige Gutkörung in Betracht gezogen werden, obgleich das KFPS-Reglement eigentlich vorsieht, dass mindestens 20 Nachkommen eines Hengstes im Zuge eines ABFP geprüft werden müssen.

Den Topper in allen drei Disziplinen (Reit- und Dressurfahr- und Showfahrprüfung) lieferte der junge Epke 474 – sein Sohn Vincent van de Olde Mette Moate (*2014, x Model v. Folkert 353 P – im Besitz von Fam. Prexl, Friesen Exklusiv!) erreichte jeweils 83,5 Punkte unter dem Sattel und in der Gebrauchsanspannung, in der Tuigproef lieferte er solide 7,5 Punkte.

Deutlich abgeschlagen auf Platz 2 konnte sich der Alke 468-Sohn Sybrand fan de Westfriezenhof platzieren. Der 2013 geborene Wallach (x Ster Pref. v. Ulke 338) erreichte unter dem Sattel 78,5 Punkte, in der Gebrauchsanspannung konnte er sehr gute 77 Punkte einfahren. Mit 7,0 Punkten in der Tuigprüfung zeigte er sich auch als solides Showfahrpferd.

Die 2012 geborene Mirthe M. (Onne 376 x Model Pref v. Jurjen 303) wurde als erstes Pferd 2017 im neuen 2-wöchigen ABFP geprüft. Sie legte eine Fahrprüfung mit 78,0 Punkten ab und wurde aufgrund dieses Ergebnisses zur Kroonstute erklärt.

Noch bis 09.03.2017 läuft der 2. ABFP-Test 2017, an dem lt. KFPS-Website derzeit 8 Pferde teilnehmen.

Alle Ergebnisse im Detail sind auf der Homepage des KFPS abrufbar.