Deckstatistik 2017 aktuell

Die Decksaison 2017 steuert ihrem Höhepunkt entgegen, während täglich neue Friesenfohlen das Licht der Welt erblicken.

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Freyja fan Limbach (Erryt 488 x Jerke 434) – eines der ersten Fohlen des 2015 gekörten Erryt 488

Die laufende KFPS-Statistik weist aber bereits erste Deckzahlen für das Jahr 2017 aus – Zeit für einen kleinen Überblick über diesen Zwischenstand mit den bisherigen TOP 10.

  1. Eise 489 – 86 Deckungen
  2. Jurre 495 – 81 Deckungen
  3. Markus 491 – 79 Deckungen
  4. Norbert 444 – 59 Deckungen
  5. Alwin 469 – 55 Deckungen
  6. Julius 486 – 47 Deckungen
  7. Menne 496 – 46 Deckungen
  8. Elias 494 – 43 Deckungen
  9. Omer 493 – 39 Deckungen
  10. Hessel 480 – 38 Deckungen

 

Spannend zu sehen ist, dass sich der Trend fortzusetzen scheint, das züchterische Vertrauen vermehrt in sehr junge Hengste zu setzen. Unter den 10 im Moment gefragtesten Hengsten befinden sich mit Norbert 444 und Alwin 469 lediglich zwei, die bereits auf Abstammung gutgekört wurden.

Insgesamt wurden lt. KFPS-Datenbank bislang (Stand 04-06-2017) 1186 Deckungen registriert, diese stammen von 65 unterschiedlichen Hengsten. 40,81% dieser Bedeckungen gehen auf das Konto von Hengsten aus den Körjahrgängen 2015 & 2016, 63,74% der bisherigen Bedeckungen stammen von noch nicht auf Abstammung gutgekörten Hengsten.

Zieht man den Trend der letzten Jahre in Betracht, so dürften sich die Deckzahlen (lt. meiner persönlichen, vorsichtigen Schätzung) in den kommenden Monaten noch ungefähr vervierfachen – die derzeitigen Zahlen sind demnach noch lange nicht das Ende der Fahnenstange und es wird wie jedes Jahr spannend werden, den Trendverlauf weiter zu verfolgen.

Alwin 469 erreicht Sportprädikat

Wie die Hengststation “de Nieuwe Heuvel” kürzlich auf Facebook bekannt gab, konnte der 2008 geborene Alwin 469 (Felle 422 x Tsjerk 328 P) unter Nynke Mulder heute zwei erste Plätze in der Dressurklasse Z1 belegen und sich damit die notwendigen Gewinnpunkte sichern, um das Sportprädikat Dressur zu tragen.

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Alwin 469 – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Alwin 469 war im Vorjahr äußerst beliebt bei den Züchtern und belegte mit 198 Bedeckungen den 2. Platz in der Deckstatistik hinter Tsjalle 454. Obwohl seinen Nachkommen im Zuge seiner Abstammungskörung keine überragenden Sportqualitäten bescheinigt wurden, zeigt dieser Erfolg doch deutlich, dass Alwin 469 mehr zu bieten hat als ein außerordentlich schönes Exterieur.

Pferd Wels 2017

Im Zuge der jährlich stattfindenden “Pferd Wels”, die als eine der größten Pferdefachmessen in Europa gilt, wurde auch dieses Jahr das Friesenpferd professionell und hochkarätig durch die Friesenfreunde Österreich (Tochterverein des KFPS) an allen vier Messetagen (25. – 28.05.2017) vorgestellt.

Besonders eindrucksvoll war dieses Jahr die Vielfältigkeit des Programms und die bestechende Qualität der vorgestellten Pferde.

Sympathisch und äußerst kompetent moderiert durch FFÖ-Obfrau Angelika Mangweth, begeisterten die österreichischen Friesen das zahlreich anwesende Publikum in den unterschiedlichsten Disziplinen.

Ein eindrucksvolles Pas-de-deux zu klassischer Musik zeigten Regina und Kristina Radl auf ihren imposanten Wallachen. Dabei war nicht nur die reiche Barockausstattung von Pferden und Reitern bemerkenswert, sondern vor allem die sehr harmonische und überaus gut synchronisierte Vorstellung der Pferde – auch in schwierigen Lektionen.

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Melanie Reidinger und Alexandra Buschmann präsentierten ihre Hengste “Casanova” (Heijnrik ut ‘n Artland, *2010, Eibert 419 x Onne 376) und “Caruso” (Japie fan ‘e Hearresyl, *2003, Rik 396 x Djurre 284) am langen Zügel. Mit spektakulären Zirkuslektionen und einer gut abgestimmten Choreographie in hoher Versammlung begeisterten die überaus schönen Hengste das Publikum. Besonders der erfahrene Show-Veteran “Caruso” ließ sich nicht lumpen, und präsentierte sich sicher und korrekt in Passage und Piaffe.

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Auch die Familie Prexl war wieder mit zahlreichen Pferden anwesend. Mit dabei auch zwei Fixstarter der Welser Messe, die Jahr für Jahr das Publikum bezaubern –  Hengst “Matisse” (Aise v.d. Toarnwerterleane, *2000, Feitse 293 P x Falke 291) unter Perry Prexl und Wallach “Valentin” (Wytse Sent, *1999, Tsjerk 328 P x Naen 264) mit Claudia Prexl an den Leinen. Die beiden erfahrenen Showstars zeigten ihren jüngeren Kollegen dann auch routiniert und souverän, was ein waschechtes Showpferd ausmacht und ernteten verdient staunende Blicke aus dem Publikum.

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Turnieratmosphäre kam auf, als anschließend Sarah Fritzenwanker auf dem bestechend schönen Sterhengst Wijnand v.d. Zwarte Diamant (*2007, Fabe 348 P x Heinse 354 P) und Ralph Buchberger auf dem Grand-Prix-Hengst Zen ‘fan Panhuys’ Ster Sport (*2007, Dries 421 x Fabe 348 P) in die Arena einritten. Die beiden Hengste zeigten Dressur auf höchstem Niveau, Ralph Buchberger und Zen brillierten mit Piaffe, Passage und Einerwechseln.

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Abschließend überraschten die Radl-Schwestern das Publikum noch mit einem Beitrag zur Vielseitigkeit des Friesenpferdes – Wallach Fede wurde unter dem Westernsattel vorgestellt, und das nicht nur von einer der Schwester!

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In einem weiteren Programmpunkt stellten die FFÖ den Friesen dann in einer eingehenden Rassepräsentation mit sehr informativer Moderation durch Angelika Mangweth vor. Das Anschauungsmaterial dazu lieferte wiederum die Fam. Prexl – sie hatten ihre überaus schöne Zuchtstute aus eigener Zucht, Noblesse fan Limbach (*2014, Jerke 434 x Jasper 366 P) mitgebracht, die mit sich wohl DAS Highlight der gesamten Rassepräsentation nach Wels brachte – die am 21.04.2017 geborene Freyja fan Limbach, eines der ersten Fohlen des 2015 gekörten Erryt 488 (ebenfalls in Besitz der Fam. Prexl). Die kleine Prinzessin löste wahre Begeisterungsstürme beim Publikum aus, als sie ohne jede Scheu durch die Halle düste und dabei der moderierenden FFÖ-Obfrau Angelika Mangweth manchmal äußerst elegant ausgeführte Ausweichmanöver abverlangte. Das kleine Pferd mit dem großen Charakter eroberte die Herzen im Sturm.

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Der von Perry Prexl vorgestelle Sterhengst Liekele V. fan de Miedwei (*2011, Uldrik 457 x Jelte 365) brachte schließlich Hengstflair in den Ring – der beeindruckende Hengst sorgte mit seinem reichen Behang und seinem imposanten Auftreten für staunende Gesichter.

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Thorben 466 Elite Sport

Wie die Hengststation de Mersken kürzlich bekannt gab, hat Thorben 466 (Ielke 382 x Sape 381) Anfang Mai die notwendigen Punkte für das Sportprädikat in der Disziplin Mennen erreicht. Mit diesem Resultat erfüllt er nun die Kriterien für die Sportprädikate in allen drei möglichen Disziplinen und dürfte somit der erste KFPS-Deckhengst sein, dem das Prädikat “Elite Sport” verliehen wird.

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Thorben 466 Elite Sport – Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Ledenraad – Neue Entwicklungen in den KFPS-Statuten

Am gestrigen Freitag, 19.05.2017, tagte der Ledenraad (Vereinsrat), um bis spät in die Nacht hinein die inhaltliche Ausrichtung des KFPS zu diskutieren.

Neben finanziellen und personellen Agenden wurde insbesondere die Frage der Anerkennung weisser Abzeichen thematisiert – die Ankörung von Siert 499 (Dries 421 x Sape 381) hatte diesbezüglich für Unmut zwischen den Vereinsorganen gesorgt,  da dessen Anteil an weissen Haaren von einigen Züchtern und KFPS-Mitgliedern als zu großflächig erachtet und die Informationen seitens  Keuringskommission und Vorstand diesbezüglich als fehlerhaft bzw. unzureichend kritisiert wurden. Inbesondere entbrannte daraus Anfang des Jahres eine Diskussion um die Kompetenzen der einzelnen Vereinsorgane, die durch die gestrige Sitzung in konstruktive Bahnen gelenkt werden konnte.

Beschlossen wurde unter anderem der verpflichtende Test auf erbliche Abweichungen (Hydrocephalus, OCD – siehe Friesen-ABC) ab diesem Kalenderjahr für alle neuen Sterstuten, sowie alle Stammbuch- und Fohlenbuchstuten, welche züchterisch zum Einsatz kommen. Im Gegenzug wird noch dieses Jahr der diesbezügliche Status aller aktiven Stammbuchhengste veröffentlicht.. Mit diesem Beschluss setzt das KFPS einen akzentuierten Schritt gegen Risikoanpaarungen hinischtlich der bekannten genetischen Anomalien und beweist erneut, wie ein transparenter und professioneller Umgang mit dieser Thematik auszusehen hat.

Die Anforderungen für den Erhalt des Sportprädikats in der Disziplin Mennen (Dressurfahren) wurden um eine Startklasse nach oben verlagert (von bisher Z1 auf ZZ). Ab 2018 gilt somit der Erhalt von 5 Ergebnissen über 60% in der Klasse ZZ als Mindestanforderung für den Erhalt des Sportprädikats im Dressurfahren.

Bzgl. der Anerkennung von weissen Abzeichen einigte sich der Ledenraad auf eine deutlichere Formulierung der geltenden Regelung in den Körrichtlinien.

 

Aktuelle Altersstruktur der KFPS-Deckhengste

Nachdem innerhalb kurzer Zeit jüngst zwei (ehemalige) KFPS-Deckhengste (der erst 14-jährige Hedser 465 und der abgekörte Jorrit 363) verstorben sind, möchte ich heute einen kleinen Blick auf die aktuelle Altersstruktur der gegenwärtigen Vererber werfen.

Aktuell sind exakt 100 lebende KFPS-Deckhengste registriert (abgekörte Hengste nicht miteinberechnet), diese wurden zwischen 1990 und 2013 geboren.
Die Krone als ältester noch lebender Deckhengst trägt im Moment der am 24.03.1990 geborene Ulke 338 (Tjimme 275 x Reitse 272 P), der seit 2015 nicht mehr aktiv in der Zucht ist und seine Rente bei Willem Wester in den Niederlanden genießt. Anlässlich seines 25. Geburtstages präsentierte sich dieser Nestor nochmals auf der Hengstenkeuring in Leeuwarden mit ungebrochener Lauffreude an den langen Leinen.

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Ulke 338 – ein rüstiger Rentner. Foo: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Ihren 25. Geburtstag feierten dieses Jahr die beiden Hengste Abel 344 (*18.04.1992, Reitse 272 P x Wessel 237 P) und Abe 346 (*27.04.1992, Jillis 301 x Hearke 254 P). Beide deckten im Jahr 2015 zum letzten Mal.
Auch der in den USA stationierte Preferenthengst Anton 343 (Oege 267 P x Tjimme 275) wird heuer 25 Jahre alt – er wurde am 18.06.1992 geboren, befindet sich aber (mit einer Ausnahme 2015) bereits seit 2011 nicht mehr im aktiven Deckdienst.

Der älteste noch aktive KFPS-Hengst ist der am 27.03.1993 geborene Fabe 348 P (Melle 311 x Romke 234), der im Vorjahr immerhin noch 10 Stuten belegte. Ihm folgt auf dem Fuße der nur kurze Zeit später geborene Fetse 349 (*03.04.1993, Feitse 293 P x Djurre 284), welcher ebenfalls noch 2016 aktiv war und die Friesenzucht in seiner Heimat Südafrika bedeutend mitprägte.

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Oldie but goldie – Fabe 348 P ist der älteste noch aktive Deckhengst des KFPS. Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Der erfolgreichste noch aktive Althengst ist aber sicherlich der Publikumsliebling Jasper 366 P. Der am 20.05.1995 geborene Olof 315-Sohn feiert in wenigen Tagen seinen 22. Geburtstag und bewies im Januar 2017 im Zuge der Hengstenkeuring erneut, dass er noch lange nicht zum “alten Eisen” gehört. Er fesselte das Publikum mit seiner unfassbaren Präsenz und bestätigte damit seinen Ruf als “Kaiser unter Königen”. Auch bei den Züchtern erfreut er sich ungebrochener Beliebtheit und deckt immer noch in beachtlichen Zahlen.

Am anderen Ende der Altersstruktur finden wir Siert 499 (Dries 421 x Sape 389), der am 26.04.2013 geboren und somit erst kürzlich 4 Jahre alt wurde.

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Siert 499 – das jüngste Mitglied im Reigen der ehrwürdigen KFPS-Deckhengste. Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

 

Insgesamt zeigt sich das Defilé der KFPS-Stammbuchhengste als recht junge Gesellschaft – ein Großteil der lebenden Deckhengste ist unter 15 Jahre alt, was auch dem züchterischen Boom Anfang der 2000er geschuldet sein dürfte. Der Altersdurchschnitt liegt derzeit bei 13,3 Jahren.

Alterstruktur Stand 15-05-2017

Jorrit 363 verstorben

In der Vorwoche wurde bekannt, dass der abgekörte Deckhengst Jorrit 363 im Alter von 22 Jahren in den USA verstorben ist.

Der 1995 geborene Nykle 309-Sohn stammte aus einer sterpreferenten Stute von Lammert 260 P x Ygram 240 aus Stam 043. Er deckte nach seiner Ankörung im Jahr 1998 drei Jahre in den Niederlanden, ehe er in die Vereinigten Staaten verkauft wurde. 2004 wurde er aufgrund der nicht zufriedenstellenden Leistungen seiner Nachkommen abgekört.

Jorrit 363 war während seiner aktiven Deckkarriere bei den Züchtern nicht übermäßig gefragt, insgesamt brachte er es auf knapp über 350 Bedeckungen. 18 seiner Töchter wurden mit dem Sterprädikat ausgezeichnet, seine Sterstutenpercentage liegt damit aktuell bei niedrigen 20%. Leider konnten seine Nachkommen keine höheren Prädikate erreichen, ein Pferd trägt allerdings das Sportprädikat.

Er hinterlässt keine Söhne oder Enkel, die vom KFPS als Stammbuchhengste lizenziert wurden.

 

Turnierimpressionen

Trotz etwas stressgeplagtem Alltag habe ich es heute Vormittag zum CDN-B* in Gallneukirchen / Oberösterreich geschafft, um nach langer Turnierpause wieder einmal einige Sportfriesen “in action” vor der Linse zu haben, die auf diesem Turnier in ungewöhnlich großer Dichte auftraten.

Leider wurde man im Zuge der Bewerbe mit offenbar nicht sonderlich friesenaffinen Richtern konfrontiert, deren Meinung hinsichtlich der Bewertung ich persönlich nicht immer teilen konnte.

Auch wurden viele Prüfungen in einer sehr dunklen Halle geritten, deren Lichtverhältnisse für qualitativ hochwertige Fotos leider viel zu bescheiden waren.

Eine dieser Prüfungen war ausgerechnet eine DPA für 5-6-jährige, in der mein liebster Friesenreiter Ralph Buchberger zwei junge Hengste der Fam. Prexl / Friesen Exklusiv vorstellte. Beide Pferde präsentierten sich hervorragend und wurden mit 1. und 2. Plätzen belohnt. Fotos gibt es leider nur aus der Abreitehalle :).

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Ralph Buchberger auf dem fantastischen Maserati van de Hondshoeve (Maeije 440 x Ulke 338)

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Maserati van de Hondshoeve zeigte nicht nur seine sportlichen Qualitäten – selten habe ich einen so jungen Hengst (geb. 2012!) auf einem Turnier gesehen, der so entspannt und ohne jede Hengstmanieren in die Prüfung geht.

Fotografisch weniger anspruchsvoll gestaltete sich ein weiterer Friesenstart auf dem Außenplatz – bei herrlichem Sonnenschein konnte ich die LP-Prüfung von Karin Dorn und ihrem Hengst Gerrit fan ‘e Boppelannen (*2002, Fabe 348 P x Feitse 293 P) verfolgen, die eine solide Leistung zeigten und sich am Nachmittag auch noch in der Damensattel-Spezialdisziplin zeigten.

Für mich war Mittags leider Schluss, weshalb ich weder die Damensattel-Bewerbe noch den Start von Antonia Koch auf ihrer Stute Hera van Zenz (*2010, Harmen 424 x Jasper 366 P) in der L miterleben konnte. Das Paar sicherte sich einen beachtenswerten 1. Platz im Bewerb!

Herzliche Gratulation an alle Teilnehmer!

Hochdekorierte Qualitätsmütter – Teil 3

Nachdem ich in Teil 1 und Teil 2 von den jüngeren und noch aktiven Qualitätsmüttern der KFPS-Zucht geschrieben habe, möchte ich mich in Teil 3 zwei hinsichtlich der Leistungsveranlagung außergewöhnlichen Zuchtstuten widmen.

Stuten sind in der öffentlichen Wahrnehmung der Pferdezucht-Szene leider immer wieder etwas unterrepräsentiert, das Hauptaugenmerk liegt auf den “Stempelhengsten”, also jenen männlichen Vererbern, die die Zucht durch die Quantität und Qualität ihrer Nachkommen maßgeblich prägen bzw. prägten. Stuten können an diese Erfolge in quantitativer Hinsicht schon aus den gegebenen biologischen Gründen nicht anknüpfen – selten bringen es selbst äußerst fruchtbare Mütter in ihrer Karriere auf mehr als 15 Nachkommen. Qualitativ betrachtet steht so manche Stute aber einem “Stempelhengst” um nichts nach und insofern ist es mir ein Anliegen, in einer kleinen Serie solche “Qualitätsmütter” zu beleuchten.

Sjiekedame S. Model Pref*8 Prest

Die in Drogeham / NL bei H. Sijtsma geborene Sjiekedame S. besticht bereits auf den ersten Blick durch ihre beeindruckende Sammlung an Qualitätsprädikaten – Modelprädikat, mit 8 Prädikatsnachkommen dubbelpreferent und darüber hinaus noch als Prestatiemoeder eingetragen.
Wenn man noch etwas genauer recherchiert, stößt man aber auch auf ein sensationelles IBOP-Ergebnis aus dem Jahr 1995, bei dem die damals erst 6-jährige Stute ein rekordverdächtiges Ergebnis von 93 Punkten lieferte – darunter mit einer 9,0 für den Trab.

Geboren 1989 als Tochter von Feitse 293 P, stammt Sjiekedame S. aus einer äußerst prädikatreichen Mutterlinie aus Stam 015. Ihre Mutter ist die sterpreferente Walsdame S. (*1980, Tsjalling 235 P x Ritske 202 P), welche wiederum aus der ebenso sterpreferenten Geke (*1973, Ritske 202 P x Age 168) stammt, die Linie läuft weiter auf Tilana Model Pref und Celma Model Pref (v. Obscurant 150).

Als Fohlen erhielt Sjiekedame S. 1989 eine 2. Prämie – 1992 wurde sie mit dem Sterprädikat in das Stammbuch eingetragen, 1995 folgte ihre Modelerklärung. Im Laufe ihrer langen Karriere als Körungspferd sammelte die Ausnahmestute mindestens sieben 1. Prämien, die letzte davon im Jahr 2002 in Drachten.

Als Zuchtstute verdiente sie sich ihre Sporen durch 14 registrierte Nachkommen.

Ihre ersten beiden Fohlen waren zwei 1993 und 1994 geborene Hengste, 1995 folgte ihre erste Tochter Lies fan Bommelsteyn (v. Lute 304), die seit 2002 das Modelprädikat trägt und äußerst erfolgreich als Zuchtstute in den Vereinigten Staaten im Einsatz ist. 2016 brachte diese Stute ihr zehntes Fohlen zur Welt.

1996 brachte Sjiekedame ein weiteres Stutfohlen von Lute 304 zur Welt, es folgten die Hengste Skelte fan Bommelsteyn (*1997, v. Lute 304) und Wout fan Bommelsteyn (*1999, v. Abel 344), welche beide später als Sterwallache in das Ruinenboek eingeschrieben wurden.

Die im Jahr 2000 geborene Adeldame fan Bommelsteyn (v. Reitse 272 P) sollte sich zu einer der erfolgreichsten Töchter von Sjiekedame S. mausern. Die in ihrem Leben mit unzähligen 1. Prämien bedachte Stute erreichte eine ähnlich hohe IBOP-Punktzahl wie ihre Mutter (91,8 Totalpunkte im Jahr 2004), wurde 2007 zur Modelstute erklärt und trägt seit 2015 das Sportprädikat. Als Zuchtstute brachte sie bisher 9 Fohlen in den Niederlanden zur Welt, darunter 2 Wallache, die bereits mit dem Sterprädikat bedacht wurden.

2001 wurde Sjiekedame Mutter eines weiteren Fohlens von Reitse 272 P – der Hengst Douwe fan Bommelsteyn erlangte später ebenfalls das Sterprädikat.

Die 2002 geborene Gouddame fan Bommelsteyn (v. Onne 376) sollte die dritte Modeltochter von Sjiekedame S. werden. Die Stute lief 2006 eine ebenfalls sehr hoch bewertete IBOP (85,4 Punkte) und wurde 2008 Kroon, 2009 schließlich Model erklärt. Ein Jahr später erlangte sie darüber hinaus das Sportprädikat. 2007 wurde sie zur Reserve-Kampioene der CK in Drachten ausgerufen, sie ist mittlerweile als Zuchtstute in Australien im Einsatz.

2003 folgte ein weiteres Hengstfohlen von Onne 376, 2004 brachte Sjiekedame S. nach einem Umzug in die USA die Ulbert 390-Tochter Nelie of Noble zur Welt, die mit dem Sterprädikat bedacht wurde und seit 2011 im Besitz des Sportprädikats ist.

2006 fohlte Sjiekedame eine Tochter von Anne 340, die im Fohlenbuch registriert ist, 2007 wurde ihre bislang letzte Stertochter, Zarianna of Noble (v. Anton 343 P) geboren. Ihr letztes Fohlen brachte diese außergewöhnliche Zuchtstute schließlich im Jahr 2010 – die Stammbuchstute Heiress of Majestic Friesians (v. Wander 352).

Besonders erfreut war ich darüber, ein Video aus dem Jahr 2011 zu finden, das dieses wunderbare Zuchtjuwel in der Bewegung zeigt:

Aukje Boszorg Model Pref*10 Prest

Eine wohlbekannte Hengstmutter hat ebenfalls ihren Eindruck als hervorragendes Leistungspferd hinterlassen – die aus der prädikatreichen Boszorg-Familie (Stam 050) stammende Aukje Boszorg Model Pref Prest.

Aukje Boszorg wurde am 11. April 1992 bei der Züchterfamilie Bos in den Niederlanden geboren. Ihre 1984 geborene Mutter Hanneke Boszorg Model Pref (Lammert 260 P x Tsjalling 235 P) stammt aus der ebenfalls modelpreferenten Whita (*1980, Tsjalling 235 P x Freark 218), die bis in die 1990er-Jahre hinein viele hervorragende Prädikatstöchter lieferte.

Aukje Boszorg wurde bereits als Fohlen mit einer 1. Prämie bedacht, dieser sollten viele weitere folgen. 1995 wurde sie mit dem Sterprädikat in das Stammbuch aufgenommen, 1998 wurde ihr nach Absolvierung einer IBOP mit sensationellen 92 Punkten das Modelprädikat verliehen.

In der Zucht konnte sie mannigfaltige Erfolge feiern – die äußerst fruchtbare Qualitätsmutter schenkte zwischen 1996 und 2013 nicht nur 17 (!) Fohlen das Leben, ihre Nachkommen waren zu großen Teilen auch äußerst erfolgreich – 3 modelpreferente Töchter, eine Kroon-Tochter, 5 Sternachkommen und der Stammbuchhengst Stendert 447 finden sich in ihrem Abstammungsregister.

Ihre Karriere als Mutterstute begann mit der 1996 geborenen Nanneke Boszorg Stb (v. Oeds 318), 1997 folgte Setse Boszorg (v. Fetse 349). Diese Stute entwickelte sich zu einem außerordentlich erfolgreichen Körungspferd, erhielt ausschließlich 1. Prämien und wurde 2003 Model erklärt. Mit ihren zahlreichen Stutnachkommen gründete sie eine regelrechte Dynastie hochqualitativer Zuchtpferde (eine ihre Töchter ist die in Teil 2 dieser Serie beschriebene Mooi van Setse v.d. Hommershoeve Model Sport Pref) und trägt dahingehend auch das Preferentprädikat.

Nicht minder erfolgreich verlief der Lebensweg der nächsten Tochter von Aukje Boszorg  – die ebenfalls von Fetse 349 abstammende Tonne Boszorg wurde 1998 geboren, auch sie erreichte im Laufe ihrer langen und erfolgreichen Karriere zahlreiche 1. Prämien und lieferte 2003 einen IBOP-Score von 80,0 Punkten. 2006 folgte ihre Modelerklärung, seit 2012 ist sie darüber hinaus preferent. Unter ihren bislang 12 Nachkommen finden sich u.a. eine Kroonstute und ein Ster + Sport-Hengst, ihr jüngstes Fohlen wurde 2017 in den Vereinigten Staaten geboren.

Nur ein Jahr später, 1999, brachte Aukje Boszorg erneut ein Stutfohlen zur Welt – Whita Boszorg (v. Krist 358). Sie sollte als dritte der Aukje Boszorg-Töchter das Modelprädikat erhalten und Preferent erklärt werden, darüber hinaus lieferte auch sie ein hervorragendes IBOP-Ergebnis mit 83,0 Punkten (2006). Unter ihren 12 Nachkommen findet man eine Model- und eine Kroon-Stute.

Eine weitere Krist 358-Tochte wurde 2000 geboren, diese Stute konnte aber an die großen Erfolge ihrer Vollschwester Tonne Boszorg nicht anknüpfen. Sie wurde Ster erklärt und trägt das Sportprädikat.

Nach einem früh verstorbenen Stutfohlen im Jahr 2001 brachte Aukje Boszorg 2002 noch ein Krist 358-Tochter namens Hanneke II Boszorg zur Welt, die ebenfalls das Sterprädikat trägt und in der Zucht im Einsatz ist.

2003 folgte die Brandus 345 P-Tochter Jouke Boszorg, die seit 2009 das Kroonprädikat trägt. Ihre 2004 geborene Vollschwester von Brandus 345 P verstarb leider ebenfalls früh.

Nach 9 Töchtern brachte Aukje Boszorg 2005 ihren ersten Sohn zur Welt – dieser von Andries 415 stammende Junghengst wurde später unter seinem Hengstnamen STENDERT 447 weithin bekannt und ist wohl das Krönchen auf den hervorragenden Zuchtleistungen seiner Mutter.

Ihm folgten 2006 und 2007 zwei weitere Hengstfohlen, beide von Fetse 349. 2008 wurde die Jerke 434-Tochter Anthonia Boszorg Ster geboren, 2009 der Vb-Hengst Ennu Boszorg von Harmen 424. Im Jahr 2010 kam die spätere Sterstute Grootheid Boszorg (v. Pier 448) zur Welt, 2013 folgte ihr Vollbruder, der Vb-Hengst Johannes Boszorg.
Ihr letztes Fohlen brachte Aukje Boszorg 2013 zur Welt – die von Maurus 441 stammende Parel Boszorg Stb.

 

 

 

 

 

Wer steht hinter dem Panorama?

Aus aktuellem Anlass möchte ich dem Thema “Unabhängigkeit von Friesenpanorama International” ein paar Zeilen widmen.

Diese Seite, die dazugehörige Facebook-Page und alles drumherum sind ein Ein-Mann-Projekt, das von mir aus purer Leidenschaft und Faszination für das KFPS-Friesenpferd unentgeltlich und in Eigenregie geschaffen wurde. Ich bin als Mitglied der Friesenfreunde Österreich auch ein Mitglied des KFPS, betreibe diese Seite aber nicht als offizielles Organ eines Vereins – weder das KFPS, noch der DFZ, die FFÖ oder ein sonstiger Verein oder Privatmensch haben auf die Inhalte dieses Projekts Einfluss.

Mit großer Freude arbeite ich aber natürlich mit dem Deutschen Phryso und dem friesenwiki.de zusammen, wie allerdings sicher schon einige bemerkt haben, sind viele Artikel exklusiv über das Panorama verfügbar – insbesondere solche, die explizit meine persönliche Meinung vertreten.

Ich kann also in dieser Hinsicht versichern, dass die Berichterstattung im Friesenpanorama zu 100% unabhängig passiert, aber ist sie auch objektiv?

Wie oben bereits erwähnt ist dieses Projekt in seiner Umsetzung zur Gänze auf meinem persönlichen Misthaufen gewachsen – ich versuche zwar redlichst, meine Berichte so objektiv wie möglich zu halten und die KFPS-Friesenszene in ihrer Gänze zu erfassen, aber einer Einzelperson sind durch den eigenen Horizont nunmal Grenzen gesetzt – insofern werden geneigte Leser wohl oder übel damit leben müssen, dass sämtliche hier erscheinenden Artikel auch immer einen Funken meiner subjektiven Meinung enthalten, weil sie schlicht und ergreifend allesamt aus meiner Perspektive geschrieben sind.

Um diese “Einseitigkeit” etwas aufzubrechen, habe ich auch die Idee des “Friesenfokus” umgesetzt, welche andere Perspektiven und Sichtweisen mit in den Kanon des Friesenpanoramas holen soll. Zwar ist aus dieser Reihe gerade erst das erste Interview erschienen, weitere sind aber bereits in Arbeit – nicht nur hinsichtlich des Sports, sondern auch betreffend Zucht und Ausbildung. Ich lege dabei großen Wert darauf, diese Plattform so offen wie möglich zu halten und treffe bewusst keine Vorauswahl der Menschen, die im Zuge des “Friesenfokus” zu Wort kommen. Wer immer auch etwas zu sagen hat, darf sich gerne melden und wird veröffentlicht :).

Mit freundlichen Grüßen,

Richard Blach
Friesenpanorama International