Analyse: 1e Besichtigung 2017

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In den vergangenen Tagen fand – wie jedes Jahr um diese Zeit – die 1e Besichtigung der potentiellen Deckhengstanwärter im niederländischen Drachten statt.

Zahlen und Fakten

Durch die hohe Teilnehmerzahl von 309 angemeldeten Hengsten (rund 30 Hengste mehr als im Vorjahr) wurde an 5 Tagen gekört, 106 (34,3%) der angemeldeten Hengste erhielten dabei schlußendlich eine Anweisung zur 2. Besichtigung, die im Januar 2018 auf der HK abgehalten wird.

Erstmals in der Geschichte der 1. Besichtigung brachte ein Deckhengst 36 Söhne vor die Jury – dieser Rekord geht an den jungen Hessel 480 (Norbert 444 x Jelke 367), aus dessen erstem Fohlenjahrgang die Junghengste stammen. Besonders bemerkenswert ist dies, als es nur 3 Hengsten vor ihm gelang, mehr als 30 Söhne in einer 1. Besichtigung zu stellen (Beart 411 P, Doaitsen 420 und Tsjalle 454).

Neben den Söhnen von Hessel 480 debütierten dieses Jahr auch die Hengstnachkommen von Fonger 478 (6) , Gerben 479 (14), Hette 481 (15), Haike 482 (4) und Tjaarda 483 (2) im Ring von Drachten. Jedes Jahr auf’s Neue ist es besonders spannend, wie sich der erste Fohlenjahrgang der jungen Deckhengste im Erwachsenenalter präsentiert und wie die Jury die Nachzucht dieser Zukunftsträger unter den KFPS-Hengsten bewertet.

Nach Hessel 480 lieferte der äußerst beliebte Tsjalle 454 die meisten Junghengste vor die Jury (31), ihm folgt auf Platz 3 der schöne Bartele 472 (24). Für Epke 474 gingen 20 Söhne ins Rennen, der “rising star” Alwin 469 brachte 17 potentielle Deckhengstanwärter nach Drachten.

1e Bes 2017 - Teilnehmer total

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Hessel 480 stellte einen neuen Rekord in der Anzahl angemeldeter Junghengste auf. Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Die angewiesenen Hengste

Die Jury wählte 106 junge Hengste aus, die im Januar 2018 ihre Qualität erneut beweisen müssen – wie im Vorjahr führt Tsjalle 454 die Liste der meisten angewiesenen Söhne an, 14 seiner Abkömmlinge (45,16%) wurden nach Leeuwarden angewiesen. Mit einem beeindruckenden Abschneiden konnten auch die Söhne von Bartele 472 aufwarten – 10 von ihnen (41,67%) werden in der 2. Besichtigung um ein Ticket für die CO 2018 konkurrieren. Und auch die Zukunftshoffnung vieler Züchter, Alwin 469, konnte reüssieren, eine 9-köpfige (52,94%) Gruppe seiner Söhne wurde weiterverwiesen.

Trotz der immensen Anzahl an angemeldeten Söhnen reichte es “nur” für 8 Söhne (22,22%) von Hessel 480 für eine Anweisung nach Leeuwarden – er teilt sich dabei den vierten Platz mit Althengst Beart 411 P, von dessen 9 angemeldeten Söhnen ebenfalls 8 weitergewiesen wurden (88,89%!).

1e Bes 2017 - angewiesene total

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Der schöne Tsjalle 454 bringt erneut die meisten Söhne in die 2e Besichtigung. Foto: Markus Neuroth / friesenwiki.de

Ahnenforschung

Beart 411 P konnte aber nicht nur als Vater wieder einmal seine unschlagbare Vererbungsqualität beweisen, auch im Ranking der Mutterväter findet man den “Grand Monsieur” weit vorne. Er reüssiert als Muttervater von 7 der angewiesenen Hengste, dicht gefolgt vom preferenten Tsjerk 326 (6) sowie dessen Halbbruder Folkert 353 P (5). Mit diesem ex aequo auf Platz 3 findet sich ein weiterer großer Name der KFPS–Zucht – Jasper 366 P. Erneut beweist sich damit, dass die Friesenzucht der letzten 20 Jahre so maßgeblich von den großen Vererbern Feitse 293 P und Jasper 366 P beeinflusst wurde, dass es kaum vorstellbar ist, wie die heutige Friesenpopulation ohne die Vererbungsqualität dieser beiden Ausnahmehengste aussehen würde.

1e Bes 2017 - angewiesene MV

Mütter und Verwandtschaft

Auf Seiten der Mütter der angewiesenen Hengste finden sich auch dieses Jahr wieder sehr viele Prädikatsstuten. Nur 6% der angewiesenen Hengste stammen aus Stammbuch-Müttern, 3/4 der Mutterstuten tragen das Sterprädikat, während sich unter den hochprämierten Müttern 10% mit dem Kroon- und weitere 9% mit dem Modelprädikat tummeln. Darüber hinaus tragen beachtliche 15% der Mutterstuten das Sportprädikat, 11% sind aufgrund ihrer qualitätsvollen Nachzucht Preferent und 3% tragen das Prädikat der Leistungsmutter (prestatiemoeder).

1e Bes 2017 - angewiesene Mutterprädikate

Besonders hochdekorierte Mutterstuten sind Tjitske van de Hamelspoel Model Sport Pref Prest (Teunis 332 P x Piter 312) – deren Sohn Valco van de Demro stables (v. Tsjalle 454) bereits 2016 zur 2. Besichtigung angewiesen wurde, dort aber strandete – und die bekannte Hilly van de Zuiderwaard Model Sport Pref Prest (Tsjerk 328 P x Oege 267 P), deren Sohn Take van de Anne Hoeve (v. Tsjalle 454) es im Vorjahr bis in die 3. Besichtigung schaffte, ehe er ausschied.
Hochprämiert ist auch die Mutter des im Vorjahr bereits in der 1. Besichtigung ausgeschiedenen Twix v.d. Terpen (v. Maurits 437), Afelien Model Pref Prest (Abel 344 x Melle 311), sowie die Mutter des 2015 geborenen Wardy (v. Hette 481), Annegjen Ster Pref Prest (Goffert 369 x Feitse 293 P).

Hinsichtlich des Verwandtschaftsgrades wurden von der Jury in diesem Jahr kaum Hengste mit außergewöhnlich unverwandter Blutführung ausgewählt – den niedrigsten VWG teilen sich mit 16,4% die Junghengste Yannick fan Dulve (Fabe 348 P x Gjalt 426), Willem E fan de Iepene Hikke (Thorben 466 x Doeke 287) und Vente van Rijnenburg (Alke 468 x Harmen 424).

Sehr hohe Verwandtschaftsgrade finden sich hingegen bei Watse fan Joarumerleane (Epke 474 x Feitse 293 P – 18,8%), Wilko v.d. Terpen (Beart 411 P x Rindert 406 – 18,7%) und Wilbert (Michiel 442 x Beart 411P – 18,7%).

 

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